The Mission

30th Anniversary Tour / 22.10.2016 / Berlin / Postbahnhof

01.11.2016 - Sechs Jahre sind mittlerweile vergangen, seit drei der vier Gründungsmitglieder von The Mission erneut zusammenfanden. Unzählige Auftritte sowie ein durchwachsenes Rock-Album später, steht man nun in alter Stärke bereit, um das 30-jährige Bestehen zu feiern. Im Gepäck haben Bandkopf Wayne Hussey & Co. ein wunderbares Album („Another fall from grace“), das stilistisch an die ersten Werke anknüpft. Von: Torsten Pape

Image Bunt ge-mish-te Eindrücke (Foto: René Ostrowski / Torsten Pape)

Auf ihrer aktuellen Tour gastierte das Quartett auch in Berlin und der Postbahnhof füllte sich nach dem Öffnen der Tore zusehends, wenn auch leider nicht vollständig. An den fast schon legendären Live-Qualitäten der Band kann es jedenfalls nicht gelegen haben und auch die Tatsache, dass das Konzert an einem Samstag stattfand, sollte eigentlich eher förderlich gewesen sein.

Zunächst jedoch war es jedoch an der Zeit, eine wahrhaft hochwertige Vorband zu begrüßen. The Awakening hatten den langen Weg aus Südafrika auf sich genommen und blicken mittlerweile auch schon auf eine gut zwanzigjährige Karriere zurück. Schwungvoll enterte der Vierer die Bühne und bot fortan eine kraftvolle Mischung aus dunklem Gitarren-Rock sowie Gothic- und Metal-Einflüssen. Der tolle Sound, die mitreißenden Songs und die angenehm tief klingende Stimme von Frontmann Ashton Nyte machten es dem Publikum leicht, Sympathien für die Jungs und das Mädel zu entwickeln und nach gut 45 Minuten erfüllte ordentlicher Applaus den Saal.

Kurz nach 21 Uhr enterte dann die Hauptband des Abends die Bühne und brachte mit „Beyond the pale“ einen furiosen Opener an den Start. Dumm nur, dass auch die Soundprobleme furios waren, denn man hörte den Gesang gar nicht, teilweise blieben die rechten Lautsprecher komplett stumm und über den restlichen Soundbrei legte sich beharrlich ein Klang wie aus einer Trillerpfeife. Zum Glück nahmen es alle Anwesenden mit Humor und nachdem alle Regler hoch und wieder runter geschoben bzw. alle Kabel überprüft waren, legte man mit „Hands across the ocean“ kurzerhand einen weiteren Knaller nach. So ganz spurlos schien dieser Zwischenfall jedoch nicht an der Band vorbeigegangen zu sein, da ohrenscheinlich verschiedene Meinungen darüber existierten, was denn der dritte Song sein sollte. Man einigte sich letztendlich auf „Swoon“ und Herr Hussey entschuldigte die ungewollte Vielschichtigkeit der ersten Töne damit, dass man nun mal eine Band sei, die ihre Setlist jeden Abend ändere. Von da an lief die Maschinerie reibungslos (obwohl der Sound nie als großartig zu bezeichnen war...) und man feuerte in bester Manier diverse Hits und Kracher wie „Garden of delight“, „Tower of strength“ und „Wasteland“ (inklusive Konfetti-Regen) ab. Die größte Überraschung dürfte jedoch die rasante Version von „Like a child“ gewesen sein, die trotz aller Geschwindigkeit einen satten, mitreißenden Groove aufwies. Zwischen all diesen Tracks aus der gesamten Bandgeschichte fand sich natürlich immer wieder auch brandneues Songmaterial, wobei besonders „Tyranny of secrets“ und die Vorab-Single „Met-Amor-Phosis“, bei denen der Drummer an ein kleineres, aber sehr druckvolles Gerät wechselte, überzeugen konnten. Zudem muss man unbedingt erwähnen, dass die Band für den Background-Gesang die großartige Evi Vine an Bord hatte, die spätestens bei der ersten Zugabe („Bird of passage“, ein Duett mit Wayne) allseits als absolute Bereicherung wahrgenommen wurde. Nachdem mit „Butterfly on a wheel“, „Severina“ und „Crystal ocean“ weitere Knaller im Zugabenblock abgeliefert wurden, beendete die Band das Konzert nach fast zwei Stunden mit dem obligatorischen „Deliverance“, wobei das Publikum nach dem letzten Ton durch lautstarke, anhaltende Intonation des Refrains glänzte.

The Awakening-Setlist:

Razor burn – Descent – Indian summer rain – Upon the water – Fault – Martyr – The sound of silence (Simon & Garfunkel) – The dark romantics


The Mission-Setlist:

Beyond the pale – Hands across the ocean – Swoon – Tyranny of secrets – Garden of delight – Raising Cain – Only you & you alone – Belief – Like a child – Met-Amor-Phosis – Tower of strength – Wasteland

Encore 1:

Bird of passage – Butterfly on a wheel – Severina

Encore 2:

Never's longer than forever – The Crystal ocean – Deliverance