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MajorVoice "Wonderful life EP"

Wer ebenfalls der Meinung ist, dass klassisch ausgebildete Stimmen in der Pop-Musik Sinn oder sogar Spaß machen und von maskierten Tenören, pseudo-gregorianischen Mönchen oder einer Tarja Turunen noch nicht gesättigt ist oder aber die Schnauze voll hat, der sollte MajorVoice sein Ohr leihen und eine Chance geben. Unter diesem Synonym tritt nämlich ein deutscher Opernsänger auf den Plan, der die Tieftöner der Welt in Wallung versetzen wird. Aktuell ist er auf deutschen Bühnen innerhalb des Sets der Mono Incs auf deren laufender Tour zu bewundern und infiziert mit jedem Tag mehr Leute mit seinen vollmundigen Bass-Interpretationen bekannten Liedguts. Dieses stammt ursprünglich aus dem Pop- und Dark-Rockbereich und wenn das Original mal nicht ganz so düster ist, wird es spätestens im MV-Gewand zur dunklen Hymne. Fünf Coverversionen findet man auf der hier vorliegenden Debüt-EP und den Anfang macht "Wonderful life", nein, nicht das von Hurts, sondern der Klassiker vom leider viel zu früh verstorbenen Black. Majestätisch und bombastisch arrangiert geht dieser Song schier durch die Decke, wobei sich hymnisch-klassische Töne und die harte, gitarren-soli-verstärkte Rock-Komponente wunderbar die Waage halten. Was für ein Einstieg und was für ein Lungenvolumen! Das nun folgende "The great commandment" landet natürlich fast zwangsläufig im Vergleichsmodus mit der Variante von Atrocity, wobei die etwas filigranere Herangehensweise von MV für frischen Wind und Pluspunkte sorgt. Nun steht mit "Here with me" die absolute Überraschung des Kleinformates auf dem Plan. Der Song von Dido fliegt schwergewichtig sowie wahnsinnig gefühlvoll dahin und entfaltet sich zu einer Größe, die selbst Pink Floyd oder Deep Purple gut zu Gesicht gestanden hätte. Zum Abschluss des Kleinformates bedankt sich der stattliche Sänger bei seinen seinen Protegés Mono Inc, in dem er deren Songs "Wave no flag" und "Potter's field" eine noch tiefer unter die Haut gehende Atmosphäre verleiht. Elegisch streben diese tollen Stücke in ihrer eher unrockigen Version Richtung Himmel und nach deren Verklingen schwebt man als Hörer nur langsam wieder Richtung Mutter Erde. Was für ein Trip! (Torsten Pape)

Label NoCut | 21.04.2017 | Homepage www.majorvoice.de

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