Image Gut Gut Gut Gut Gut Nicht so Gut

V▲lh▲ll "Grimoire"

Bereits beim Öffnen des Zauberbuches (Grimoire) tun sich wahre Abgründe auf. Knochenbäume ("Bonetrees") säumen den Weg, ultratiefe Klangsphären brummen vor sich hin und werden von glockenhellen, teils leicht angezerrten Klängen konterkariert. Auch auf gesanglicher Ebene eröffnet sich bereits innerhalb der ersten Minuten dieses Albums ein breites Klangspektrum, denn ein grummeliger Männer-Bass trifft auf eine wahrlich elfengleiche Frauenstimme. Kleine Störgeräusche verschmelzen kurz darauf im Song "Dead waves" mit einem geradezu poppigen Melodieverlauf und einer erneuten Mischung aus einer betörend sirenenhaften Stimme sowie einer solchen, die direkt auf die Magengegend ausgerichtet ist. Wenn an anderen Stellen auch noch eine sehnsuchtsvolle Geige ertönt oder kanadisch anmutende Electro-Gewalt ins Spiel kommt, steht dem intensiven Wechselbad der Gefühle beim Hören der neun Tracks nichts mehr im Wege. Den Zeitpunkt des Genusses sollte man jedoch mit Bedacht wählen und dieses Album nicht einfach nur nebenbei hören. Wie schade wäre es nämlich, wenn all die vielen kleinen gespenstischen Details verloren gingen und die unergründliche Tiefe der Kompositionen durch die Oberflächlichkeit alltäglicher Verrichtungen neutralisiert werden würde? Für dieses kunstvolle Witch House/Heavenly Voices-Gemisch empfiehlt sich vielmehr ein Kombination aus Kopfhörer, Kerzenlicht und einem samtigen Rotwein. Möge der Zauber wirken, die Jagd beginnen und sich die Äonen offenbaren! (Torsten Pape)

Label Artoffact Records | 23.02.2018 | Homepage www.facebook.com/vxlhxll

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