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Scarlet Dorn "Lack of light"

"Lack of light" - ein zugegebenermaßen spannender Albumtitel und noch dazu für ein Debüt. Ein Mangel an Licht kann ja viele Ursachen haben. Sei es der alltägliche Wechsel zwischen Tag und Nacht, die unbezahlte Stromrechnung oder aber die allseits beliebte Schlafmaske. Auf Musik bezogen könnte man zunächst meinen, dass ein Lichtmangel eher nebensächlich ist, aber bei näherer Betrachtung gestaltet sich zum Beispiel ein Musizieren im Dämmerlicht oder gar Dunkeln bestimmt auch nicht gerade einfach. Dafür wird das Gehör in solchen Situationen jedoch geschärft, wodurch sich ein Genuss dieses Werkes ohne Licht - immerhin handelt es sich auch um Dark-Rock (-Pop?) - geradezu aufdrängt. Also Lampe aus oder einfach Augen geschlossen und auf die akustische Wahrnehmung fokussiert! Unweigerlich wird man so von den anfänglichen Klaviertönen sowie der sirenenhaften Stimme von Frontfrau Scarlet Dorn in den Bann geschlagen und der kurz darauf einsetzende (Gitarren-)Bombast sorgt endgültig dafür, dass ein Entrinnen unmöglich ist. "Heavy beauty" ist obendrein ein erstklassiger Ohrwurm und es soll im weiteren Verlauf nicht der einzige bleiben. Zunächst jedoch zieht einen die dunkle Mistress mit "Hell hath no fury like a woman scorned" noch tiefer in ihr Reich, um danach unheilschwanger "I'm Armageddon" zu intonieren. Mittlerweile haben sich auch Streicherklänge und Synthie-Flächen ins schummrige Bild gesellt und trotz aller Lichtlosigkeit erstrahlt das Werk geradezu hell, was natürlich nicht unwesentlich an der messerscharfen Produktion aus dem Hause Chris Harms (Lord Of The Lost) und Benjamin Lawrenz liegen könnte. Alles wirkt hier zudem wie unter einem Hochglanz-Lack (Lack of light?), aber das ist in diesem Fall kein negativer Aspekt. Es gibt einfach Alben, die müssen wie aus einem Guss oder auch maßgeschneidert klingen, um ihre volle Wirkung zu entfalten und dieses Werk gehört zweifellos dazu. Nur so können sich formidable Kompositionen wie "Rain", "Kill bitterness with love" oder "I don't know I don't care" zu voller Größe entfalten. Fazit: Ein edler Einstand, der zudem (mal wieder) zu der Erkenntnis führt, dass wenig Licht auch ganz schön sexy sein kann... (Torsten Pape)

Label Oblivion | 31.08.2018 | Homepage de-de.facebook.com/scarletdornofficial/

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