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Empirion "I am electronic / Red noise"

Unter dem Projektnamen Empirion veröffentlichten drei britische Jungs in den 90ern ein Album sowie diverse Singles. Ihre Mischung aus Techno-Elementen, Break Beats und Industrial-Anleihen mischte das Club-Leben gehörig auf und bereitete den Weg für andere Bands sowie die Vermischung diverser elektronischer Stile. Über zehn Jahre nach dem letzten Lebenszeichen kehrt der Name Empirion zurück auf die Bildfläche, durch den tragischen Tod von Bobby Glennie jedoch zum Duo geschrumpft. Bevor das geplante Album "Resume" erscheint, schickt man zunächst einmal eine Single, die eigentlich schon eine EP ist, ins Rennen. Offensichtlich konnte man sich nicht für einen Titeltrack entscheiden, also gibt es eben eine doppelte A-Seite auf die Ohren, die von zwei Remixen sowie zwei B-Seiten flankiert wird, was am Ende eine stattliche Spielzeit von gut 40 Minuten ergibt. Bedrohlich erhebt sich zunächst "I am electronic" und eine Vocoder-Stimme rezitiert einem Mantra gleich die wenigen Textzeilen sowie den markanten Refrain "I am not human, I am electronic". Immer wieder werden neue Sounds und Effekte ins akustische Bild integriert und der Vergleich zum bekanntesten Remix der Truppe (Prodigys "Firestarter") liegt unweigerlich in der Luft. Mit anderen Worten: Das ist bestes Clubfutter, mit dem es sich schnurstracks in Trance tanzen lässt. "Red noise" ist ebenfalls gut für die Clubs geeignet, allerdings für solche mit etwas düsterer Ausrichtung. Fette Beats, maschinengewehrartige Sounds und eine gewisse Verwandtschaft zu Front 242 (nicht zuletzt durch die Art der Vocals - "Move your body!") dürften die Tanzflächen definitiv zum Kochen bringen. Folgerichtig hat man diesen Track dann auch von Rotersand bearbeiten lassen, die jedoch erstaunlicherweise erstmal die Spielzeit auf 4:22 Minuten halbieren und das Soundgemisch gehörig ausdünnen. Ein geradliniger Beat und ein sphärisches Break sind das Fundament für diesen absolut gelungenen Minimalismus. Diesen Geist greift auch das nun folgende "Strange" auf, das zunächst sphärische Klänge mit Filmsamples kombiniert. Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohne Tanzbarkeit, aber doch eher im Sinne früher FLA- oder Skinny Puppy-Tracks. Danach ist es Zeit für den Victory Pill Remix von "I am electronic", der wie eine verrückte Mischung aus U96s "Das Boot", Prodigy und Jean Michel Jarre klingt. Für meinen Geschmack deutlich zu viel des Guten bzw. zu ambitioniert. Das abschließende "Clear the area" schlägt in eine ähnliche Kerbe wie kurz zuvor noch "Strange", ist dabei jedoch noch deutlich tanzbarer.
Fazit: Gelungenes Comeback, das im Club definitiv besser funktionieren wird als in den heimischen Wänden. Man darf auf das Album gespannt sein. (Torsten Pape)

Label Dependent | 21.09.2018 | Homepage www.facebook.com/empirion.music/

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