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The Awakening "This Alchemy"

2020 feierte die ursprünglich in Südafrika gegründete Band The Awakening ihr 25-jähriges Jubiläum. Aus dem Goth- und Dark-Rock kommend ließ man über die Jahre immer wieder Einflüsse aus Glam oder Metal zu und es waren ebenso Flirts mit elektronischen Elementen zu vernehmen. So finden sich in der umfangreichen Diskographie jede Menge mitreißender, melodischer Songperlen, die sich nicht selten zu Ohrwürmer gemausert haben und auch der kraftvolle Gesang trug seinen Teil zum Erfolg der Band bei. Man durfte also auf das mittlerweile zehnte Album gespannt sein und das geschmackvolle Cover lässt dunkel veranlagte Herzen bereits höher schlagen. Mit dem Opener „Bitter bliss“ wird diese Vorfreude weiter aufgebaut und eine wunderbare Atmosphäre kreiert. Die am Ende zu vernehmenden, gewaltigen Drums entladen sich beim Nachfolger „Into the machine Pt. 1&2“ jedoch nicht wie erwartet in einem Gitarrensturm, sondern in einem EBM-Rhythmus, der auch der Feder von Nitzer Ebb oder And One entstammen könnte. Im Verlauf finden sich weitere, teils effektbeladene Synthie-Sounds und erst ganz am Ende tritt eine Akustik-Gitarre aus den Trockeneisnebeln hervor. Das ist eine vollkommen überraschende Entwicklung und die fantastische Vorab-Single „Zero down“ wird danach ebenfalls von dunkler Elektronik dominiert. Erst beim nächsten Track „Shadow call“ kommen wieder die gewohnt sägenden Gitarren zum Einsatz und manch ein erschrockener Fan wird dadurch beruhigt werden. „Winter‘s unknown“ glänzt im Anschluss durch eine wunderschöne Pianodarbietung, welche an die Solo-Werke von Sänger Ashton Nyte denken lässt und so langsam geraten die beunruhigten Anhänger wahrscheinlich wieder ins Gleichgewicht. Man muss an dieser Stelle jedoch betonen, dass aufgeschlossene Gemüter, die nicht zum Gitarren-Purismus neigen, bereits von Anfang an ihre wahre Freude an diesem Album haben werden. Zu gut ist die technische Umsetzung, zu intensiv die vermittelten Gefühle, als dass man dem Werk die hohe Qualität absprechen könnte. Und so gestaltet sich auch der Rest des Songreigens als wahrer Genuss mit eingebauter Garantie für abwechslungsreiches Hörvergnügen. Das Verhältnis zwischen Darmsaite und elektronischer Spielweise bleibt dabei auf dem bisherigen Level, wobei durch Tracks wie „When the fear subsides“, das tolle Alphaville-Cover „A victory of love“ oder „All tomorrow‘s saints“ der Dark-Pop-Faktor deutlich erhöht wird. Im Zusammenspiel mit den düster-romantischen Nummern „Take me home“, „Empty garden“ oder dem Titelsong ergibt sich erneut eine wunderbare Ausgeglichenheit. Dann war die „Violator“-Rose auf dem Cover wohl doch ein Fingerzeig und das nicht nur auf die elektronische Ausprägung der Songs, sondern auch auf die Güte des gesamten Albums... (Torsten Pape)

Label Intervention Arts | 25.05.2021 | Homepage the-awakening.com

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