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The Downward Path "No Angels Above, No Devils Below"

Schon das majestätische Friedhof-Engel-Cover der neuen CD zum zweiten Album - dazwischen lagen noch 2 Mini EPs - erinnert mich teils an die Optik von Terminal Choice, Wumpscut, Yelworc, Dead Can Dance und ähnlichen Goth-Electro-Industrial-Gruppen.
Aber Soundtechnisch kommt das dann aus einer ganz anderen Richtung, nämlich aus einem weit angelegten Mix aus Cold Dark Wave oder auch dunklem Synthpop/ energetischem Postpunk / Industrial von Bands wie Ikon, frühere Clan Of Xymox, Lebanon Hanover, NIN, Selofan, Boy Harsher, Minuit Machine, She Past Away, A Projection, Agent Side Grinder, Drab Majesty und anderen Verdächtigen aus dem Bereich der oben genannten Richtungen, eine eigentliche Schublade kann man hier gar nicht verwenden.
Mastermind Ricardo Santos (Vocals, Guitar, Programming) startete das Projekt im Jahr 2002 in Brasilien und die neue Veröffentlichung mit den 14 Tracks und 60 Minuten Spielzeit kommt sogar mit einem äußerst gelungenen Coversong namens "But what ends when the symbols shatter" von den Neofolkern Death In June daher.
Und geniale Songs wie „Emptiness“ oder „Faith“ erinnern in ihrer Substanz auch an frühere New Order / The Frozen Autumn, beim Lied „When I Touch Your Skin“ schimmern dann wieder eher ältere Project Pitchfork durch, der Song „These Days Are Gone Away“ erinnert mich sogar etwas an frühere Girls Under Glass.
Im Song „Wish I Could“ wird gar die sägende Goth-Gitarre hervorgeholt und in „Nightfall“ wird es dann industrial-noisig, hier werden dystopisch wuchtige Soundcapes im Track verankert. Bei „Mourning Sunrise“ wird dann in bester Tradition den schillernd, atmosphärischen Soundcollagen eines modernen Jean Michel Jarre gehuldigt und in den wundervollen Tracks „I`m leaving you“, „Sunrise“ und „Lust“ wurde die großartige Stimme von Vivian Eisen eingesetzt und produziert, da klingt es dann wieder mehr nach darkwaviger Soundausrichtung a la The Dreamside oder Chvrches mit einer unheimlich intensiven und fesselnden Klangwelt. Ein gewisser, underground-mäßiger Minimalismus zieht sich durch die Platte und wird mit einer Art kühler Aura unterlegt, aber mit dem Fokus auf Rhythmus und Atmosphäre zeigt uns Ricardo mit seinem Songwriting und Produktionsstil, dass auch solch eine Musikausrichtung dunkel und kraftvoll erhaben daherkommen kann. Der Klang ist teils massiv, aber gleichzeitig eben auch minimal und bietet den Raum für Ricardos tiefen, emotionalen Gesang, mit dem er seine Fans sicher begeistern wird. Tolles Gesamtprodukt und großer Tipp für alle Hörer, die mal über den Tellerrand hinaus gucken möchten. (Sven Hauke Erichsen)

Label Deepland Records | 20.12.2020 | Homepage www.thedownwardpath.bandcamp.com/releases

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