Image Gut Gut Gut Nicht so Gut Nicht so Gut Nicht so Gut

Bootblacks "Thin skies Remixed"

Liebäugelt eine im Gitarren-Genre heimische Band auf einem Album plötzlich deutlich mit elektronischen Einflüssen, so ist aus musikhistorischer Erfahrung ein Remix-Album oft nicht weit. Diesem ungeschriebenen Gesetz folgen nun auch die New Yorker Post Punker Bootblacks und veröffentlichen 11 Monate nach dem letzten Werk „Thin skies“ nun dessen Remix-Pendant. Dabei bekommt jeder einzelne Song genau ein Facelift wobei die ursprüngliche Tracklist ordentlich durcheinandergewürfelt wird. Einige bekannte, aber auch viele unbekanntere Namen geben sich dabei die akustische Klinke in die Hand. Den Anfang macht mit Chris Vrenna zunächst jemand, der auch schon bei NIN, MM und Stabbing Westward mitgemischt hat. Er hat sich mit „Parallel“ ein an sich schon recht elektronisches Original ausgesucht und ihm ein hüpfendes Rhythmus-Update verpasst, was einen schwungvollen Einstieg garantiert. Da scheint der Übergang zu „Jealous star“ nur logisch und dessen perkussive Elemente werden folgerichtig von Automelodi ordentlich aufgepumpt. Ähnlich ergeht es „Nostalgia void“, das von Labelkollegin Kanga jedoch etwas unter den Beats erdrückt wird. William Faith hingegen führt im Anschluss „Brouhaha“ mit seiner Bearbeitung zurück auf den rechten Post Punk-Pfad, wobei auch ein Hauch von Marilyn Manson an Bord ist. Danach hätte die Martial Canterel-Variation von „Traveling light“ ohne das Überflieger-Original vielleicht sogar ihre Momente, kann aber so leider nur verlieren. Das gleiche Schicksal ereilt Visceral Anatomy und ihre Version von „Hidden things“. „New lines“ ist der Skinny Puppy-Anzug, den Physical Wash im Angebot haben, danach deutlich zu groß, wohingegen der dunkle Dream-Pop-Blazer von Twin Tribes dem Titelsong hervorragend passt. Der gemächlich groovende und gleichzeitig schwebende Stardust Remix von Dogtablet verändert zwar den großartigen Charakter des Abschlussongs, aber gibt ihm dafür eine neue, beeindruckende Größe zurück. So entsteht am Ende ein recht durchwachsener Eindruck und ein weiteres Remix-Album verhallt in den endlosen Vorhallen des Musik-Olymps. (Torsten Pape)

Label Artoffact | 03.09.2021 | Homepage www.bootblacks.net

Ähnliche Beiträge

Review "Thin skies Remixed" Review "Thin skies"