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Duran Duran "Future past"

Wer kennt Sie nicht, unsere "Wild Boys" und Helden Duran Duran aus den 80er Jahren, die mich und viele meiner Generation damals mit Hits wie "Girls on Film" oder "Save A Prayer"sowie "The Reflex" und "Come Undone" und dem James Bond-Song "A View to a Kill" begeisterten. Natürlich waren auch der Radiohit "Ordinary World" und ihre letzten Alben wie "All you need is now", "Red Carpet Massacre" oder "Paper Gods" an die musikalische Vergangenheit der New Wave Gruppe angelehnt, die 40-jährige Bandgeschichte wird also nun weiter geschrieben.
Das 15. Studioalbum mit 12 Tracks und einer Spielzeit von 61 Minuten nimmt wieder die Soundausrichtung der vorherigen Alben auf, die Veröffentlichung klingt für mich nach den ersten Klängen sofort nach "Original" Duran Duran, halt nur im Hier und Heute. Auch die fulminante Aufmachung lässt aufhorchen, die Cover Fotos sind vom japanischen Künstler Daisuke Yokota erstellt worden.
Die Pop-Legenden und wohl ewige Kultband, die mit Multi-Platin und vielen Awards ausgezeichnet wurde, hat sich zur neuen Veröffentlichung so einige Superstars an Bord geholt. Das fängt an mit dem britischen DJ /Producer Erol Alkan, dem italienischen Produzent und Komponisten Giorgio Moroder sowie der schwedischen Sängerin und Songwriterin Tove Lo im Track "Give it all up"!
Im Song "Hammerhead" werden Duran Duran von der "Queen of Drill" und britischen Rapperin Ivorian Doll unterstützt, im Lied "More joy!" gibt die japanische Frauenband Chai ihre Impulse dazu und im finalen Track "Falling" der Ex-Bowie Pianist Mike Garson, sowie Graham Coxon, der Leadgitarrist von Blur, der seinen Einfluss im Soundgerüst verankert hat, so dass sich Duran Duran eher live und organisch anhören, anstatt rein elektronisch. Über allem thront die unverwechselbare und immer noch markante Stimme von Simon Le Bon, die Titel an sich klingen allesamt absolut eingängig und im Mid Tempo gehalten sehr zeitlos und gleichzeitig zeitgemäß, die Band schlägt gekonnt eine Brücke von den früheren 80s Klängen bis zur Ausrichtung in heutigen modernen Musikgefilden, man könnte überspitzt sagen Modern trifft auf Retro.
Es ist ein persönliches und erwachsenes Album der vier 80s Pop Gladiatoren Nick Rhodes, John Taylor, Simon Le Bon, Roger Taylor geworden und wenn man die atemberaubenden Videos zu den Tracks "Invisible" (erste Single), "Anniversary", "More Joy!" oder "Tonight united" (mein Lieblingstrack) so sieht, bestätigt sich der Satz, dass bei Duran Duran schon immer die visuelle und musikalische Seite Hand in Hand gingen.
Bei der Band zählt eben nur das Gesamtpaket, das liegt aber sicher auch in der musikalischen Sozialisation und ihrer Style-DNA, denn schon von jeher gaben sich die Gentlemen des Waverock stilvoll, elegant, makellos frisiert und gestylt, ich musste immer an Japan, Berlin oder den ewigen "Dandy" Bryan Ferry denken.
Auch die Thematik der Texte geht diesmal wieder in Richtung Langzeitbeziehungen und den Problemen in einer jeden Partnerschaft mit all ihren positiven und negativen Facetten. Also eigentlich Dingen, die man eher mit seiner besten Freundin oder dem besten Freund bespricht, aber Duran Duran veröffentlichen das als neues Plattenthema, Respekt.
Mich hat das Album wahrlich fasziniert und wir dürfen uns schon auf 2022 freuen wenn nicht nur ABBA, sondern auch Duran Duran mit ihrer neuen Platte auf Tour gehen. Übrigens haben Duran Duran nicht nur bei Live Aid, sondern auch 2019 zum 50. Jubiläum der Mondlandung für die NASA im Kennedy Space Center Florida gespielt, aber hier noch alle weiteren Superlativen der Gruppe aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Noch ein netter, ironischer Absatz von Simon Le Bon zu 40 Jahren Duran Duran: "Die Band gibt es länger als meine Ehe, aber der Sex miteinander fehlt. Aber der Zug ist für mich hier schon lange abgefahren. Das Bandleben kann mit einer Ehe tatsächlich etwas verglichen werden, nur machen wir mehr Babys!" (natürlich in Form von Veröffentlichungen)! (Sven Hauke Erichsen - Northern Art Music)

Label Tape Modern | 22.10.2021 | Homepage www.duranduran.com

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