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Hania Rani "Music for Film and Theatre"

Und wieder beehrt uns eine für mich sehr inspirierende Künstlern am Piano mit ihrem wohltuenden Klangkosmos auf bezaubernde Weise. Die sehr hypnotischen und anheimelnden Klänge der polnischen Pianistin Hania Rani, die irgendwo zwischen Philip Glass und den Ambientsounds von David Bowie daherkommen, sind wieder wahres Kopfkino zur Entschleunigung im Alltag.
Auf ihrer neuesten Platte versammelt die Pianistin und Komponistin eine sehr persönliche Auswahl ihrer bisherigen Arbeiten für Film, Theater und anderen, großartigen Projekten. Im musikalischen Universum von Hania Rani haben ihre Kompositionen für Film und Theater schon immer einen zentralen Platz eingenommen. Diese Arbeiten sind ein sehr spannender und wichtiger Teil des kreativen Outputs, in dessen Genuss die Hörer jedoch häufig gar nicht erst kommen. Denn mal sind es Projekte , die dann aus irgendeinem Grund nicht stattfinden oder es handelt sich um Filme / Theaterproduktionen, deren Musik nie außerhalb jenes anderen Mediums zu hören ist. Angefangen bei ganz frühen Freundschaftsprojekten bis hin zu gleich zwei Soundtracks in Spielfilmlänge, die letztes Jahr erscheinen sollten: Hania Ranis Klänge zu „xABO / Father Boniecki“ von Aleksandra Potoczek und „I Never Cry“ von Piotr Domalewski, in solch Filmscore Projekten hat sie schon oft bei der Aufmachung und Umsetzung mitgewirkt.
Jedes einzelne davon markierte einen wichtigen Schritt ihrer Entwicklung als kreative Künstlerin, Komponistin und auch ganz einfach als Mensch, denn die Musik verbindet eben doch die Menschen. Allerdings liegt es auch in der Natur derartiger Gemeinschaftsprojekte, dass hin und wieder die persönlichen Favoriten der Komponistin doch nicht in der endgültigen Version zu hören sind. An genau diesem Punkt setzt die neue Platte an, denn das Album ist für Rani der perfekte Rahmen, um darin eine Auswahl ihrer persönlichen Score- und Soundtrack-Favoriten zu versammeln. Das sind sowohl Titel, die es in die endgültige Version schafften, als auch solche, die hinterher nicht Teil der fertigen Produktion waren, weil ein Regisseur oder Produzent anderer Meinung war. Indem sie diese Stücke nun zu einem großartigen Album verschnürt hat, kann Rani ihren Fans das Material auf ihre bevorzugte Art endlich präsentieren und so die Gelegenheit geben, noch eine andere Seite ihrer Musik kennenzulernen und zu genießen. Ich persönlich könnte das Album und seine zwölf Kompositionen rauf und runter hören, die Tiefe und Stärke der Titel ist teils kammermusikmäßig opulent, die klassischen Elemente und leuchtenden Stimmungen der Platte sind sehr beeindruckend und man merkt, dass die Protagonistin für ihre Musik lebt und sie direkt aus ihr in das Piano "hineinfließt"! Also einfach zurück lehnen und diese 12 Perlen der Neoklassik genießen. Man sollte sich aber Zeit nehmen und sich auf das Album einlassen sowie es am Stück hören, dann entfaltet sich die ganze Welt der Komponistin der Zukunft: Hania Rani, die ihr Studium dereinst dem Klavier an der Fryderyk Chopin Universität in Warschau gewidmet hatte. (Sven Hauke Erichsen - Northern Art Music)

Label Gondwana / Groove Attack | 18.06.2021 | Homepage www.haniarani.com

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