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Beat Noir Deluxe "Werk Zwei"

„Werk Zwei“ ist das zweite Album von Beat Noir Deluxe und der Follower zu „Crash“. In erster Linie geht es in „Werk Zwei“ um Emotionen, des weiteren sind dunkel angehauchte Songs sowie drei Coverversionen und vier Remixe darauf vertreten. Insgesamt werden dem geneigten Hörer also ganze 17 Lieder zur Verfügung gestellt. Inhaltlich dreht sich viel um Hingabe, Empathie oder Hoffnung und man kann das Werk im Synthpop einordnen, obwohl auch leichte Alternative Elemente festzustellen sind.
Das Intro „I Cannot Breathe“ wird von Sascha Giacomucci sehr innig, empathisch, gefühlvoll und ergreifend gesungen. Synthesizer und weitere elektronische Instrumente befördern den Longplayer schnell in eine spezielle, abgespacte Hör- und Klangdimension. Es folgt „Stop Twisting In My Head (feat. Lisa Anesi)“ und erinnert in seiner Machart an den Disco-Style. Es ist eine willensstarke und energische Atmosphäre zu spüren und der Titel fällt durch die prägnanten, treibenden Drums sehr dynamisch aus. „Nemesis (feat. Lisa Anesi)“ ist der Soundtrack zum Kurzfilm "4 Hunters" von Thomas Perathoner. Ein spannungserzeugendes Intro mit flüsternden Vocals von Lisa Anesi führt beim Hörer zu einem erwartungsvollen Innehalten und Echoeffekte verleihen diesem Titel einen sphärischen Klang. Inhaltlich ist „Nemesis“ sehr düster und die vorhandenen Beats sorgen für prickelndes Synthie-Feeling. Der Burner des Longplayers schließt sich danach an. Veronika Prossliners glasklare Stimme sorgt in „What She Could Not Tell“ dafür, dass der dunkle Synthpopsong in ein fesselndes Hörgewand gepackt wird. „Compassion“ hingegen ist ein einfühlsamer und sehr melodischer Titel. Das nächste Lied „On Your Timeline“ lässt den aufmerksamen Zuhörer ein emotionales Begehren in den Lyrics feststellen und Drums und Synths sorgen als dominante Instrumente für ein knisterndes Gefühl. „Sie War Nicht Bereit“ ist melancholisch, hat aber am Ende einen versöhnlichen Abschluss zu bieten. Diesem Titel wohnt Verzweiflung inne, die aber auch eine kämpferische Seite hat, was nur auf den ersten Blick ein Widerspruch ist. „Es Tat So Weh (feat. Lisa Anesi)“ überzeugt danach durch eine ruhigere Gangart und könnte als Darbietung eines mitgenommen Gefühls bezeichnet werden. In „21 Lies“ werden im Folgenden Samples von Donald Trump eingearbeitet. Drums und Keys peppen den Song auf und stellen den ehemaligen US-Präsidenten in den Kontext von Lügengebilden. „21 Lies“ soll anprangern, Missstände aufzeigen sowie eine kritisches Statements darstellen. Es schließt sich der Song „Un Sentimento“ an, welcher sehr emotional ausgelegt ist. Im Anschluss folgen drei Coversongs: „The Chaffeur (feat. Jack Smai)“ ist im Original von Duran Duran, „Wicked Game (feat. Megalmodas)“ wurde ursprünglich von Chris Isaak gesungen und „Run To The Hills“ ist ein sehr gutes Iron Maiden-Cover im Synthpop-Gewand. Der Track ist sogar zu den besten Songs auf „Werk Zwei“ zu zählen. Abschließend sind vier Remixe auf dem Longplayer zu finden: Der Rotersand Remix von „What She Could Not Tell“ macht die Vocals sehr weich, bewusst eingesetzte Beats überladen diese Version keinesfalls und lassen sie im smarten Look erscheinen. „Nemesis“ (feat. Lisa Anesi) im Rroyce Remix ist klasse produziert, sphärisch und sehr gut tanzbar. „What She Could Not Tell“ in der Pacoussa-Bearbeitung beginnt sehr dezent, steigert sich im Verlauf und kommt sehr angenehm herüber. In „I Cannot Breathe“ (Monotronic Remix) steckt zum Abschluss sehr viel positive Energie und das sphärisches Soundgewand macht diese Version zu einem speziellen Track der Extraklasse.
„Werk Zwei“ ist ein sehr gefühlvoll konzipierter und abwechslungsreicher Longplayer. Wenn man sich auf die jeweiligen Titel einlässt, kann man als Hörer viel positive Energie mitnehmen. Das Album ist teilweise dunkel angehaucht, jedoch ist die Grundtendenz als positiv zu bezeichnen. So wie das Leben viele Widersprüche beinhaltet, ist hier auch nicht alles widerspruchsfrei. Dieser Silberling ist somit sehr lebensnah, stellt eine mögliche Ausprägung menschlicher Emotionen dar und ist insgesamt ein schönes Album. (Roman Golub)

Label Echozone | 23.07.2021 | Homepage www.beatnoirdeluxe.com/

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