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Traitrs "Horses in the abbattoir"

In den letzten Jahren hat sich das kanadische Duo Traitrs mit seinen schwelgenden, oft elektronisch aufgepeppten Klanglandschaften zu einer festen Größen in der Post-Punk-Szene gemausert. Der hohe, oft etwas quengelige, verzweifelte Gesang qualifizierte die Band bestimmt nicht selten auch zur adäquaten The Cure-Ersatzdroge. Mit ihrem vierten Album machen sie nun den nächsten konsequenten Schritt in ihrer Entwicklung. Zum einen wurde mit Freakwave ein junges, jedoch mit reichlich Know-How versehenes Label gefunden, zum anderen wird schnell klar, dass auch in Sachen Produktion nachgelegt wurde. Klangen frühere Scheiben oft ein wenig dumpf, so hält jetzt ein klarerer Sound Einzug. Diesen präsentiert man auf zehn Tracks sowie einem Zwischenspiel und nach dem eher schleppenden, nebligen „Sea howl“ wird mit „Mouth poisons“ sofort die erste Hit-Stufe gezündet. Mit „Magdalene“, „Oh Ballerina“ und „All living hearts betrayed“ sollen noch weitere Granaten folgen, wobei der Grundton zwischen jubilierenden und geradezu schmerzlich melancholische Momenten wechselt, die jedoch immer gut ins Ohr gehen. Im weiteren Verlauf verschwimmen zwar ein wenig die Grenzen zwischen den einzelnen Tracks und man gerät in eine Art Trance-Zustand, aber das epische „Last winter“ mit seinem variableren Gesang rettet das Album schließlich vor der drohenden Gleichförmigkeit. Der letzte Track mit dem kryptisch anmutenden Titel „The way through a bird‘s love“ spannt einen tierischen Bogen zum Albumtitel und man wird vielleicht daran erinnert, dass auch Fury In The Slaughterhouse dieses Jahr ein tolles Album veröffentlicht haben. (Torsten Pape)

Label Freakwave | 19.11.2021 | Homepage www.traitrs.bandcamp.com/music

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