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Claudia Brücken & Jerome Froese "Beginn"

Da hatte ich vor kurzem wieder wundervolle Post im Kasten, nämlich so einige CDs vom Keyboarder, Produzenten sowie Sohn vom legendären Edgar Froese (Mastermind von Tangerine Dream), dem Elektronikmusiker Jerome Froese, der auch noch sein Projekt Loom bedient und schon mit vielen Ambientgrößen wie Johannes Schmoelling (Ex Tangerine Dream), Robert Waters (bei Loom) zusammen gespielt hat. Und eigentlich wollten wir uns schon längst zum Interview in Berlin getroffen haben, aber bekannte, aktuelle Probleme haben das bisher verhindert, da hoffe ich doch mal auf das neue Jahr 2022.
Eine CD, die für mich persönlich besonders hervorsticht, ist die Kooperation und Zusammenarbeit von den zwei Protagonisten Jerome Froese und der Ex-Propaganda- und OneTwo-Sängerin Claudia Brücken. Hier haben beide Seiten ihre ultimativen Stärken eingebracht und einen grandiosen, musikalischen Synergie-Effekt erzielt. Die überwiegend ruhig und melancholisch gehaltenen, spacigen Stücke und atmosphärischen Klanglandschaften mit wohlklingenden und dahin pulsierenden Melodiebögen im Midtempobereich, sowie der allseits bekannten und charakterstarken, markanten Frontstimme (die man dereinst zwischen Nico und Marlene Dietrich angesiedelt hatte) von Claudia Brücken müssten jedem Fan von Bands wie Portishead, Hooverphonic, Björk, Massive Attack, Mandalay, Crustation, Morcheeba, Moloko und Lamb begeistern.
Im Track „Sweet Sense of Liberation“ kommt sogar noch die zweite Ex-Stimme von Propaganda - Susanne Freytag – zum Einsatz, der Song ist für mich auch das Highlight auf der Platte, hier hat Jerome seine ganze Kreativität und jahrelange Erfahrung eingebracht und der Song könnte für mich sogar im Radio laufen!
Die eigentlichen Ambient Soloplatten von Jerome, von denen ich die „Far Side oft the Face“, „Shiver me Timber“ und „Neptunes“ erhalten hatte, sind meistens mit Gitarre, Rhythmus und einigen, bunten Soundsprenkeln und raffiniert kreativen Details ausgeleuchtet. Melodisch ausgefeilte und sphärisch abwechslungsreiche Sequencerläufe, die sich mit den energiegeladenen und eindrucksvollen Arrangements vereinen, treffen auf dynamische und kraftvoll schwere E-Gitarren, das ist das Markenzeichen im Soundkosmos der Froese-Soloarbeiten.
Die Arbeiten und Veröffentlichungen von Jerome sind ein Muss für alle Liebhaber von kreativ komponierter Instrumentalmusik, die „Guitartronica“-Technik hat Jerome sozusagen seine eigene Identität gesichert und ich hoffe, dass sich das Klanguniversum demnächst noch einmal neu öffnet, will sagen, dass Jerome neue Tracks präsentiert. (Sven Hauke Erichsen - Northern Art Music)

Label Cherry Red Records | 15.08.2018 | Homepage www.jeromefroese.com

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