Bodystyler präsentierte:

14.04.2012: Common Roots IV im Berliner "Tresor" mit VOMITO NEGRO, K-BEREIT, COMBAT VOICE & TALLA 2XLC

Was könnte einen erfolgreichen Konzert- und Party-Abend besser beschreiben als die Aussage, dass all die kleinen Sorgen und großen Nöte im elektronischen Kosmos der alten Schule verpufft wurden. Ein Teil der BODYSTYLER-Schreiber-Riege befand sich etwas in gedanklichem Ungemach, ob denn der als Techno-Tempel bekannte Tresor die richtige Stätte für Untergrund-Klänge ist?

 
Von: Spider / Assistent: Torsten Pape //   Fotos: Mark Minten / Torsten Pape //
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ieses Unbehagen zerschlug sich bereits nach Einlass, als man in den dunklen, gemütlichen Wartebereich geführt wurde. So war der beschallte Aufenthalt bis zum Beginn des Konzertes, das durch technische Probleme etwas später startete, nur für den Veranstalter ein Ärgernis.


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Nachdem dann schließlich jeder sein Revier im Globus abstecken durfte, ging´s auch schon los mit COMBAT VOICE . Belgier mit langen Mänteln, kurzen Haaren und Sonnenbrillen, die sich zu kalten monotonen Beats und Sounds bewegen. Spätestens da wurde allen klar, dass die „COMMON ROOTS“ im EBM alter Schule liegen. Schlecht war die Band nicht, aber in der Stunde Spielzeit wurde auch deutlich, dass den Kompositionen teilweise Substanz fehlt. Etwas weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen, aber so lustige Verweise in Form von Ausrufen wie "Burn! Burn!" oder "It hurts!", das Taschenlampenspiel sowie die spaßige Fad Gadget-Reminiszenz "Lady shave" waren schon recht unterhaltsam. So teilte sich die Menge vor der Bühne in Tänzer, Gucker, aber auch in Couch-Potatoes.
Weiter ging´s mit K-BEREIT, die auf ihrem aktuellen Album ein recht flottes Gemisch aus alten, aber auch neueren elektronischen Einflüssen präsentieren. Live war das Ganze trotz steter Bewegung des Sängers und dufter Apokalypse-Käfer-Maske des Tastendrückers etwas statisch. Das mag daran liegen, dass man allzu deutlich bemerkte, dass eben nichts gedrückt wurde außer dem Startknopf des Backingtapes. So änderte sich die Publikumsaufteilung nicht wesentlich und auch "Der Mussolini" konnte nur bedingt mitreißen, aber mit den letzten Nummern „Use your strap-on“ und „Lesson one“ konnten sie dann doch noch ein deutlich positives Ausrufezeichen setzen.
Dass VOMITO NEGRO alles richtig machen würden, wusste wohl jeder Gast im Voraus, denn nun war die Raumaufteilung konsequent bühnenlastig. Belohnt wurden wir nach einem absolut fesselnden, langen instrumentalen Intro natürlich mit einer kalten Platte ihrer zahlreichen Song-Köstlichkeiten. Ob die ganz alten Häppchen (z.B. "No hope no fear") oder „Skull & Bones“-Nager (z.B. "Blood sweat and tears" und "Black tie white shirt") oder gar bis dato Ungekostetes - alles hatte die Rezeptur eines Klassikers. Dass die Truppe live auch arbeitet, hört und sieht man. Ich bin ein eiserner Anhänger und Verfechter von Live-Schlagwerk und mein Fetisch wurde beherzigt, denn neben dem fest angestellten E-Drummer, machte Gin Devo desöfteren ordentlich ein Fass auf. Ob es zu verantworten ist, dem inzwischen dazu dröppelnden Techno-Volk Crack schon im Babyalter zu empfehlen, sei dahin gestellt, aber da es nur ein paar Schulklassen aus Wernigerode waren, kann man wohl nochmal ein Auge zudrücken.
Wild angestachelt vom abschließenden Kampfruf „This is old school EBM“ ging´s dann wieder in den Warteraum, der nun die Aftershow beherbergte bei der TALLA 2XLC nach 15 Jahren mal wieder seine alten Platten auspackte. Nachdem die ersten Stücke eine nette Zeitreise mit Jungbrunnen-Qualität waren, ist er gegen den Bass-Regler gekommen und hat vergessen, ihn wieder herunter zu drehen. Was danach passiert ist, wissen wir nicht, aber auf Grund der Fülle der Location und der stetig nachwachsenden Besucherströme, sind in dieser Nacht wohl keine Sorgen und Nöte mehr entstanden und für die COMMON ROOTS kann das Motto nun nur „Aller guten Dinge sind drei“ heißen. Der BODYSTYLER ist dann in seiner Dreifaltigkeit jedenfalls wieder mit dabei.


© 2012 // Bodystyler Electrozine

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