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MR JONES MACHINE
"Monokrom"
Es ist nicht so, dass es nur eine Klangfarbe in Schweden gibt. Doch der Synthie Pop ist durchaus vorherrschend. Mr Jones Machine bieten in Landessprache eine wirklich sehr verpoppte Variante. Völlig ohne Moll-Attitüde wird hier beschwingt gegroovt. Manchmal werden die Stücke mit zaghaften Gitarrenakkorden gestützt. Und immer wieder gibt es Einlagen, die etwas zum Schmunzeln anregen, aber trotzdem irgendwie funktionieren. Wie z.B. eine opernhafte Frauenstimme oder ein inbrünstiger Männerchor. Dennoch eignen sich die Stücke meistens eher für die schwedische Version des Fernsehgartens als einen Club. Die Ausnahme bilden ab und an minimal gehaltenen Stücke wie "Vit Citroën". Das Album hält sich zwar mit gut ausgearbeiteten Sounds irgendwie immer über Wasser, bleibt letztendlich aber doch stecken. Der Grund ist, sie haben zwar gute Programmierer, aber keinen Songwriter in der Band. (Spider)
VÖ: 01.04.2011 // Progress Prod.


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mrjones.ollilab.com

 
 
 



PARRALOX
"Metropolism"
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"I sing the body electric"
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Mit einer Doppelveröffentlichung wartet das australische Dance Pop-Duo Parralox auf. "Metropolism" ist eine Ansammlung von Remixen ihres letzten Albums "Metropolis" und neuer Songs. In beiden Varianten steckt jede Menge Discoattitüde, was unter der Glitzerkugel ganz ok kommt, mich aber nicht aus dem heimischen Sessel zum Tanzen auf die Beine reißt. Das ungenießbare Gebräu aus der schlechtesten Gärung der Pop 80er und Techno 90er, machen nur Iris, die aus "Ancient times" einen schönen Synth Pop-Song werkeln, und Edge of dawn mit einer kraftvollen Variante von "I sing the body electric" schmackhaft. Dieser Song ist auch das Hauptthema der zweiten Veröffentlichung. Diese startet mit fünf weiteren Versionen der Single, die in der Radio und Extended Version eine durchaus hörenswerte Variante moderner elektronischer Musik ist. Und bis auf den House meets EBM-Brei von Angeltheory können alle Remixe überzeugen. Insgesamt offenbart diese EP höhere Qualität auch bei den darauf folgenden Stücken. Sowohl Songwriting als auch die Neubearbeitungen sind wesentlich stärker. (Spider)
VÖ: 25.02.2011 // Conzoom

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Parralox.com

 
 
 



Laudanum
„Demo-Scope 1998-2002“
Lange, lange mussten wir darauf warten. Und endlich ist sie uns erschienen, hat sie zu uns gefunden: die „Demo-Scope“ von Laudanum! Endlich dürfen wir den natürlichen und sypmathischen Klängen im Original lauschen, den minimal-subtilen Wegen folgen, „moving quietly“ trancig-traumwandelnd entgegenschweben, „forever blind“ fragend, zweifelnd, hoffend gegenüberstehen, nostalgisch den Rhythmen und Gitarren der 80er gehörvoll ehrerbieten. Und auch wenn nicht alles perfekt ist und es hier und da mal kratzt und knarzt, so sollte jeder begeisterte Fan einfach nur hören und staunen über soviel Schönheit und wunderbare Einfachheit. (Manuela Seiler)
VÖ: 2006 // Formalhaut


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Laudanum-music.com

 
 
 



Boeoes Kaelstigen
„Tanum Teleport“
Nee, Chefredakteur Bodyhorst hat nicht wieder beim Korrekturlesen geschlampt, die Kapelle nennt sich wirklich so und hat damit den Kontext des beklopptesten Bandnamens für dieses Jahr schon für sich entschieden.  Was sich jedoch auf dem Silberling abspielt, ist höchst ansprechend, obwohl das eigentlich gar nicht meine bevorzugte Musikrichtung  ist. Das klingt ein wenig nach dem Zeugs von Kalkbrenner – nur in gut. Mal House, mal Techno, mal Minimal und ab und zu sogar mit ansprechendem Gesang ausgestattet, bekommt man hier ein sehr homogenes Werk kredenzt, das wunderbar durchgehört werden kann.  Auch wenn die Songs teilweise recht lang geworden sind, werden sie nie langweilig, was bei dieser Art Musik normalerweise für meinen Geschmack immer der Fall ist. Wer solchem Kram nicht abgeneigt ist, sollte ein Ohr riskieren.
VÖ: 28.01.2011 // Adrian


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Myspace.com/boeoeskaelstigen

 
 
 



Rummelsnuff
„Kino Karlshorst / Brüder“
Beim Hören vom Nackepeter Rummelsnuff kommt mir immer ein Bild in den Kopf: Irgendein Electrokonzert, plötzlich auftretende Heiserkeit beim Sänger und der Securitymann springt ein. Aber Dank der neuen Veröffentlichung braucht man sich keine Bilder mehr machen, denn die DVD des Doppelpacks ist vollgestopft mit Videoclips und anderem Kram aus Fleischberghausen. Also quasi „Best of the ersten 2 Alben in Bildern“. Auch die EP weiß zu gefallen, allerdings wird das eingangs erwähnte Electrokonzert hier eher durch eine Hamburger Hafenkneipe ersetzt.
Überraschend in Rummelsnuff's Männerhaushalt kommt das zuckersüß zuckende Serge Gainsbourg- und Brigitte Bardot-Cover „Bonnie and Clyde“, natürlich auch im Duett, und zwar mit der Noblesse Oblige-Sängerin Valerie Renay, die auch letztens erst bei Funker Vogt mitgeträllert hat. Alles in Allem also ein duftes Doppel! (Daniel Theberath)
VÖ: 21.01.2011 // Out Of Line


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Rummelsnuff.com

 
 
 



Substaat
"Substaat"
Oft entscheiden die ersten Takte eines Albums, ob sich im späteren Verlauf eine positive Beziehung zum Hörer entwickelt. Die drei Norweger von Substaat gewannen an dieser Stelle sofort meine Sympathien, denn die Art, wie frickelige und doch gewaltige Electrosounds in eine straighte EBM-Nummer übergehen, ist schon sehr gekonnt. Wenn im Anschluss noch Hits wie "Catch me", "Hybrid", "Adrenaline" oder "7th state" im Angebot sind, hat man schnell das Gefühl, es mit einer sehr, sehr geilen Neuentdeckung zu tun zu haben. Wer die unterkühlten Tracks der ersten NEP-Scheiben und die Eleganz von Covenant mag, kann hier wahrlich nichts falsch machen. Allerdings sollte das EBM-Verständnis deutlich über die 4-on-the-floor-und-hau-drauf-Mentalität hinaus gehen. Der Bonus-Remix-Silberling ist übrigens ebenfalls perbonus, wenn nicht gar optimus. (Torsten Pape)




Ist es Fluch oder Segen, wenn eine Band auf ihrem Debütalbum so abwechslungsreich ist, das man denkt, es handelt sich um ein Szenestelldichein? Wenn es wie bei Substaat bei zwei Bands bleibt (einfach mal Album kaufen und selber raten), ist es wohl OK - nur geht die Eigenständigkeit flöten. Doch es knackt - und das ganz ordentlich. Songs wie „Adrenaline“, „I Want“ oder das schon vorher zum Hit auserkorene „Catch me“ gehen gut ab. Obendrauf gibt’s noch ein paar Remixe auf die Ohren, die als Bonus-CD kommen. Nett. Schade nur, daß die Aufnahmen offenbar auf dem Weg ins Presswerk zu doll geschüttelt wurden und so die ganzen Refrains rausgefallen sind. Blöd. Aber von Staatschwierigkeiten, welch' brilliantes Wortspiel, kann man wirklich nicht sprechen. Klingt, als wären sie schon immer da gewesen. Mindestens so lange wie Nitzer Ebb oder Covenant (Mist, verraten). (Daniel Theberath)
VÖ: 28.01.2011 // Danse Macabre



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Myspace.com/SubstateMusic

 
 
 



And One
"Zerstörer"
Naghavi drückt sich den Tonabnehmer an die Unterbuchse und heraus kommt eine Scheibe wie ein alter Kamerad. Mit bewährtem Schmäh und neuen Provokatiönchen macht er Peine noch lächerlicher als es Oliver Kalkofe vermochte und erweitert seine „Military Fashion Show“ um eine Hymne, bei der jedem Marinesoldat dieser Tage nicht nur die Brust vor Stolz anschwillt. Einzig „No Song For You“ und die Liveversion von „Mirror In Your Heart“ lassen erkennen, das es nun keine Wehrpflicht mehr gegen Depeche Mode gibt. Löblich ist hier die Reformmaßnahme, den Tourbus als mobiles Einsatz-Studio zu nutzen und dem mitreisendem Producer in Leipzig livehaftigen Radikalhumor meets Synth-Pop plus ein paar belebender Zwischentöne in die Vorratsdatenspeicherung zu drücken. (Ivo Klassmann)
VÖ: 21.01.2011 // Out Of Line




Na endlich, neue Maxi, anstehendes Album... es i.s.t. wieder soweit - ich freu mich! Worüber? Naja, zumindest im Vorfeld schon mal über die Ankündigung, das die Original-Version von „Military Fashion Show“ mit drauf kommt. Und so geht’s los: Zerstörer geht ordentlich ins Ohr, durch den Kopf und kommt hinten wieder raus, knallt also wie'n Espresso mit RedBull-Topping, schade nur, das es danach erst mal wieder ruhiger wird. “Sex Drive“ bleibt ja noch irgenwie hängen, “No Song for You“ kann man indes durchaus wörtlich nehmen. Die drei Liveversionen gehen aber wieder gut ab, allen voran natürlich „Military Fashion Show“. Interresant zu erwähnen ist, das sich die beiden „Bonustracks“ auf dem neuen Album finden lassen, aber nicht der „Zerstörer“! Ich bin zerstört und verwirrt... verrückte Welt, aber da passt das Naghavi-Tanztheater ja genau rein. (Daniel Theberath)

VÖ: 21.01.2011 // Out Of Line


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andone.de

 
 
 



Nothing To Fear
"Prepared Lies"
Sie verbinden Oldschool-EBM, Synth-Pop und 80s-Harmonien mit zeitgemäßen Düster-Electro: die süßen Boys von Nothing To Fear kennen sich seit ihrer verpickelten Schulzeit in Luckenwalde und haben sich in ihrer über 10-jährigen Historie den Ruf der zweitbesten Electro-Band Brandenburgs erspielt. Auf „Prepared Lies“ klingt die Band taufrisch, gewaltig kraftvoll und erstaunlich erwachsen. Wo wir beim Wachsen sind: Die Synthie-Parts erinnern stellenweise an And One, was jedoch nicht beabsichtigt scheint. Bei NTF hat unüberhörbar eine Weiterentwicklung stattgefunden. Das Album macht von Anbeginn richtig Spass. Die Tracks treiben an, greifen zahnradmäßig ineinander und haben im Vergleich zum früheren Album weniger Brüche zwischen Harmonie und Gesang. Der Klavier-Part bei „The Road We Went“ beweist es - dieses Werk schufen Musiker und nicht einfach nur Tastendrücker. Dieses Resultat begeistert. Damit könnten NTF die Könige der Brandenburger Electro-Szene vom Liegestuhl verdrängen. Wer auch immer das ist. (Sir Raze)
VÖ: Feb 2011 // MPM / NTF


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myspace.com/nothingtofearde

 
 
 



Dhyamara
"The last embrace"
Momente sind kleine Monumente im Leben, die zu erhalten es sich lohnt. Mit Dhyamara, die die Tür ins Land der Zwischenräume öffnen, wo Zeit sich endlos hinzieht und man das Stimmen-und Emotionsglück der modernen Mystik-Hexe genießen kann, gelingt dies mit ihrem Debüt. Schwebend zwischen Elektro-Pop, Darkwave und Etheral spinnen Ninfa (voc) und Luka (key) neue Existenzelfen. Gesanglich erhaben und doch so herzensnah, gelingt es dem italienischen Duo den Hörer zu verzaubern - den Durchfluss des Lebens wiederherzustellen – und das ist gut so.
(Manuela Seiler)
VÖ: 21.01.2011 // Caput Medusae


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Myspace.com/dhyamara

 
 
 



Endanger
"Die Show muss weitergehen"
Da ham wir‘s wieder: guter eingängiger Electropop, der aber leider nicht „gehypt“ wird und somit bei den 13-jährigen Gothicmädels keinen Anklang findet. Endanger ist eine dieser Bands, die man nicht vermisst, aber sich freut, wenn sie mal wieder da sind. Und so kommt es wie erwartet: ein Song, der beim ersten Hören im Ohr hängenbleibt. Leider wird dieser durch diverse Mixe, die alle irgendwie ähnlich sind, sooo langgezogen, das so‘n büsch‘n die Luft raus ist. Da geht sogar der doppelte Bonustrack, der mal weiblich mal männlich daherkommt, unter. Eine flotte Single mit Titeltrack, Extended Version und einem Bonustrack hätte wohl ausgereicht, um sie sich gerne und öfter anzuhören. Bleibt jetzt nur zu hoffen, das auch bei Endanger die Show flott weitergeht, und nicht erst wieder ‘n paar Jahre Ruhe ist. (Daniel Theberath)
VÖ: 25.02.2011 // Infacted


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Myspace.com/eternalizer

 
 
 



Aircrash Bureau
"Exhibition"
Das EBM-Archiv stampft wieder: Infacteds Klassiker-Reihe hat Aircrash Bureau ausgegraben, ein weiteres Projekt aus der Zoth-Ommog-Füllmaterial-Kohorte, das über eine Maxi kaum hinaus kam. Perlen gab‘s dennoch oft genug. Bei den Aircrashern waren es deren vier: „Machine“ stampft teutonisch, „Exhibition“ trippelt funky (Die Warzau trifft Greater Than One), „Time to Die“ mag kanadischen Industrial (DHIs „New Vision“, aber hallo) und das Bigod 20-eske Instrumental „120 BPM“. Als Bonus gibt‘s die unveröffentlichten „Funktionsraum“ und „On Patrol“ (Nitzer-Ebb-a-gogo). Bittere Pille: die aufgepeppten Remixe und „Mit voller Kraft“, ein Vorgeschmack auf das angekündigte neue Album. Lasst den Scooter-Rave mit EBM-Basis, sorry Dark Electro, doch Konsorten wie Roter Sand und Terminal Choice. EBM war nie mono, weder -ton, -lithisch oder -chrom. Die alten Tracks sind Beweis genug. (Till™)
VÖ: 21.01.11 // Infacted


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Chaim
"Alive"
Jeder, der schon einmal in Tel Aviv war, bestätigt, dass die israelische Metropole ein unglaublich lebensfroher, energetischer und schöner Ort ist. Und – man mag es kaum glauben – diese Stadt hat eine ansehnliche Historie in puncto Techno/House. Chaim Avital stammt aus Tel Aviv und transportiert mit seinem House-Sound das leicht dekadente Flair und die Entspanntheit dieses Fleckchen Erde. „Alive“ hat einen wunderbaren Fluss. Man riecht förmlich das Meer, spürt die Sonne und das Salz auf der Haut und riecht die schweiß- und parfumgeschwängerten Ausdünstungen der Bars und Clubs. Obwohl vollkommen elektronischer Natur hat diese CD einen sehr organischen Charakter, der bis ins Erotische reicht. Wenn doch nur endlich Sommer wäre und man dieser Musik unter freiem Nachthimmel den nötigen Platz zum Entfalten lassen könnte. (Brunner)
VÖ: 11.02.2011 // BPitch Control


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Myspace.com/chaimavital

 
 
 



Elias Matt & (the) Rescue Mission
"Achtung! Alpha"
Der Berliner Elias Matt und seine Band (the) Rescue Mission legen mit „Achtung! Alpha“ ein Album vor, das bewusst retrospektiv klingen soll. So hat man sich bei der Produktion jeglichen modernen Einflüssen entzogen und ausschließlich mit analogem Equipment produziert. Herausgekommen ist eine solide Pop-Platte, die zwar eingängig, insgesamt aber etwas zu akademisch und offensichtlich bemüht geraten ist. Elias Matt und Band haben ihre Helden ausführlich studiert, jedoch können sie ihre Songs kaum mit eigenem Leben füllen. Durch die erzwungene Retro-Attitüde und die mangelnde Farbigkeit schaffen es die Arrangements nicht, auf Albumlänge zu überzeugen. Am Ende bleibt „Achtung! Alpha“ ein durchaus ambitioniertes, aber dennoch durchschnittliches Werk, dem es durch seine Gleichförmigkeit und Berechenbarkeit leider an Seele fehlt. (Sally Nope)
VÖ: 11.02.2011 // Wannsee


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EliasMatt.de

 
 
 



Armageddon Dildos
„Untergrund“
Uwe Kanka gehört zu den Urgesteinen der EBM-Szene. Bereits in den 90ern konnte er mit seinen Armageddon Dildos erfolgreiche Konzerte, Alben und Clubhits vorweisen. Mit „Untergrund“ möchten die „Dildos“ nun an ihre bestehenden Erfolge anknüpfen. Dazu nahm sich Kanka-Gitarrist Ulf Häusgen (Ex-The Fair Sex), Mathias Black (Ton-Meister u.a. Tommi Stumpff, Karl Bartos) und Tochter Denise als Verstärkung. Treibende EBM mit einer leichten Punk-Attitüde sind das Resultat und hauen voll auf die Hundert. So wächst dieses Album von Song zu Song zu etwas Besonderem heran. Das rollende R, welches jedoch nur vereinzelt auftaucht, erinnert leicht an Rammstein. Dieses kann man jedoch als Realsatire verbuchen. Armageddon Dildos liefern hier ein Album, was, ohne als Kopie zu wirken, hörenswert ist und wirklich Spass macht. Zudem sind in der Box ein Miniposter und eine 14-Track Bonus-CD, mit Remixen von Angstfabrik, Digital Factor, Autodafeh, Biomekkanik, Plastic Noise Experience, Inertia, Die Rostigen Löffel, To Avoid, sowie einem Exklusivsong, der mit Myk Jung (The Fair Sex) geschaffen wurde, enthalten. (Sir Raze)
VÖ: 18.02.2011 // Alfa Matrix


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Myspace.com/armageddondildos

 
 
 



LIQUID DIVINE
 „Sojourner EP“
7 Songs präsentieren uns „Liquid Divine“ auf der „Sojourner EP“, die auf 500 Stück limitiert ist. In 3 verschiedenen Versionen ist der hammergeile Titelsong „Sojourner“, gesungen von Frank Spinath (Seabound), vom letzten Album „Autophobia“ vertreten. Dazu zeigen die verschiedene Mixe der anderen Songs und das (unveröffentliche?) Stück „Die To Meet You (Parasite Remix)“ wie vielseitig die Band aus Sachsen ist.
Ich kann diese EP nicht nur Musikinteressierten, die die Band noch nicht kennen, empfehlen, sondern auch Fans von „Liquid Divine“. 1.) weil limitiert, 2.) weil gute Songauswahl und 3.) weil geil! Mir persönlich hilft die EP die Wartezeit auf den nächsten Haujobb-Release zu verkürzen und das ist nicht nur wegen dem Remix von Dejan S.. Danke! (Junk Schmidtskatze)
VÖ: 18.02.2011 // Infacted Recordings
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LiquidDivine.de

 
 
 



Blitzmaschine
„Liebe auf den ersten Blick“
Blitzmaschine ist etwas Neues und präsentiert mit der Debüt-Maxi ganz viel Altes. Der Titelsong geht auf das Konto der EBM-Pioniere DAF und erstrahlt nach der Frischzellenkur in neuem, jedoch recht ähnlichem Glanz. „Blute jetzt“ ist einer der besten Songs der verblichenen Collapsed System und wird in zwei neuen Versionen dargeboten. Die Blitzmaschine darf das, denn einer der Protagonisten war Teil besagter Band. Snoob Mix und Danish Dub Mix fetzen und knallen ordentlich. Das einzige eigene Gewächs ist das schmissige „Blondes Mädchen“ (hier im Sex Mix) und klingt so, als ob Görl und Delgado es vergessen hätten zu veröffentlichen. Bei so viel geballter Electro-Power fragt man sich am Ende jedoch, warum das Duo nicht die Eier hatte, sich mit dem ersten Lebenszeichen nicht so vieler fremder bzw. benutzter Federn zu bedienen. (Torsten Pape)
VÖ: 04.02.2011 // Danse Macabre


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Blitzmaschine.com

 
 
 



Inertia
"Deworlded"
Reza Udhin und seine Mannen sind strikte Anhänger der Verstärkerthese. Diese These fußt auf der Theorie der kognitiven Dissonanz, die nicht anderes meint, dass manche nix anderes in ihrer eigenen kleinen Welt suchen als das, was ihnen seit jeher vertraut ist. Mit dieser Einstellung wäre man vor zehn Jahren vielleicht noch Plattenmillionär geworden, heute ist das nur noch das zehnte Album mit dem steten Einerlei aus Electro meets mal mehr mal weniger fette, aggressive Gitarrenriffs auf recht passablem Niveau. Gegen diese These ist auch ein außerirdisch einschmeichelnder „Alien“ machtlos. (Ivo Klassmann)
VÖ: 04.02.2011 // Cryonica


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inertia.gs

 
 
 



System
"Circle of Infinite Radius"
Als gefühlter 1/3-Schwede behaupte ich an dieser Stelle mal ganz pauschal und unverblümt: in Schweden ist alles toller! Die Sonne scheint sonniger, das Wasser ist wässriger, die Luft ist luftiger, die Menschen sind glücklicher (außer bei Herrn Mankell und Co., aber die verdienen mit Bösewichten ja ihr Geld) und dass die Mädels dort nicht nur die Nase vorn haben, lehrten uns schon diverse „Meisterwerke“ spätpubertärer Filmkunst. Musikalisch bildet das Land da natürlich keine Ausnahme und die Herren A und B des Stockholmer Elektro-Projekts „System“ schon mal gleich gar nicht! Skandinavisch leicht, hell und irgendwie gesund klingend, arbeitet sich das Duo in 10 Akten durch sein nunmehr viertes Album, welches kürzlich erschien. Synthetisch einwandfrei und melodiös vielseitig bescheren uns A und B hier ein elektromusikalisches Paket welches an Solidität wahrscheinlich nur von einem 745er übertroffen werden könnte. Kauftipp! (Frank Bentert)
VÖ: 12.01.2011 // Progress Production


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Myspace.com/oursystematic

 
 
 



Laudanum
"Beyond The Doctrine"
Sieben lange Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zum wunderschönen Album „Blinded“ das Licht der Welt erblickt. Die lange Tragezeit hat sich jedoch gelohnt, erstrahlen die elf Songs doch in einem nahezu perfekten Glanz. Auf synthetischem, mal atmosphärischen, mal beschwingterem Unterbau entfaltet sich eine Mischung aus wohlig wavigen Gitarren, sorgsam ausgewählten Soundschnipseln und Filmsamples sowie einer sehr angenehmen Männerstimme. Alles hat eine Bedeutung, nichts erscheint überflüssig und es macht einfach Spaß, den vielen Details seine Aufmerksamkeit zu widmen. Man kann sich auf dieser stimmungsvollen, oft melancholischen Musik aber auch einfach nur treiben lassen. Bin dann mal wieder weggetrieben. (Torsten Pape)
VÖ: 26.11.2011 // Formalhaut


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Laudanum.info

 
 
 



Half Light
“Night In The Mirror”
Aus dem Licht der Schatten aller Tempel des Electropop herausbrechend, lieferte das polnische Trio Half Light im Dezember 2010 sein Debüt ab. “Night In The Mirror” ist nicht das ganz große Erstlingswerk einer Band, deren Zukunft olympischem Gold entgegen eilt. Aber Half Light stehen für eine Kombination von Synthesizer und Gitarre, die zuvor ungehörte Momente verewigt. Sänger Janiszewski, Keyboarder Skrzypczyk und Gitarrist Marciniak komponieren melancholische Songs, die ebenso als Ballade den Mond begleiten wie sie die Füße auf den Dancefloor tragen. Unterbrochen durch die teilweise psychedelischen Gitarrensoli, die auf den ersten Blick als krasser Gegensatz verstanden werden, siedelt sich „Night In The Mirror“ genau dort an, wo es ohne sie gestrandet wäre.
(Manfred Thomaser)
VÖ: 10.12.2010 // MJM Music


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Myspace.com/halflightpoland

 
 
 



I Blame Coco
„The constant“
Popmusik ist scheiße, das wissen wir alle. Trotzdem gibt es immer wieder einige positive Ausbrecher. Ich sage nur Ellie Goulding, die für mich mit „Bright Lights“ genreübergreifend das beste Album des neuen Jahrtausends hingelegt hat. Und auch Frau Sumner kann auf ihrem Debut durchaus überzeugen.  Sumner? Da war doch was. Yep, Coco ist die Tochter von STING. Die Musik klingt jedoch völlig anders und ist fast durchweg sehr elektronisch, obwohl Madame immer nur mit Gitarre auf Bildern zu sehen ist. Ihr extrem eigenwilliger Gesangsstil und ihr eigenartiger Akzent, gepaart mit einer seltsam rauen Stimme, passen sehr gut zu den überwiegend eingängigen Popsongs, die sie so geschrieben hat und daher klingt sie auch keinesfalls wie die restlichen austauschbaren Hupfdohlen ala Kate Perry und wie die Schlampen alle heißen. Einen wirklichen Ausfall gibt es bei den 15 Tracks nicht, dafür aber jede Menge Highlights, wobei das grandiose „Constant“ für mich DEN Höhepunkt darstellt. Auch sehr charmant die Coverversion eines alten Neil Young Songs „Only love can break your heart“. "Papa solls ja gefallen", hat sie in nem Interview gesagt. Na dann mal weiter so…
VÖ: 02.11.2010 // Island


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iblamecoco.co.uk

 
 
 



Parralox
“Metropolis”
John von Ahlen, der übrigens diesmal gar selbst zum Mikro greift, produziert auch auf dem dritten Album der Australier einschlägig-eingängigen Synthpop der Marke „süß und saftig“. So richtig veredelt wird die Marke „Parralox“ dann aber erst durch das zuckrige Frontgirlie wie Vocalwunder Amii, die zwischen Madonna, Kylie und sie selbst bes(chw)ingt hin- und herkonvertiert. Dabei benutzen Parralox weiterhin ihr ureigenes Bindemittel, um den Parralox-Sound immer schön süß-klebrig zu halten. So kommen dann auch die letzten Zweifler synthetisch-glasklarer Sounds einfach nicht mehr los davon. Schon schön. (Marshall)
VÖ: 26.11.2010 // Conzoom


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Nyspace.com/parralox

 
 
 



Suicide Commando
"Death Cures All Pain"
Gefühlt macht Johan Van Roy seit ca. 30 Jahren dieselbe Musik. Es stimmt schon, dass die Zutaten für den energetischen Suicide Commando-Sound im Laufe der Jahre kaum verändert, sondern eher verfeinert wurden. Dennoch waren Singles schon immer ein beleg dafür, dass der Belgier ein großer Klinik-Fan ist und war und darüber hinaus sehr wohl den ein oder anderen Stilhaken zu schlagen in der Lage ist. „Go Fuck Yourself“, die B-Seite dieser Auskopplung , ist so ein Schmankerl, denn die Nummer hämmert – bar jeglicher Melodie – fast schon Schranz-artig durch den Äther. Der Titeltrack wird clubtauglich vergeremixt. SITD dürfen dabei wieder als Klassenbeste glänzen. Leider hat Johan dieses Mal keinen dieser minimalistischen oder sphärisch-melancholischen Bonustracks spendiert, die seine Maxis sonst immer besonders interessant machten. (Brunner)
VÖ: 26.11.2010 // Out Of Line


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Myspace.com/suicidecommando

 
 
 



Spectra*paris
„Christmas Ghouls“
Das Elena Alice Fossi weit mehr als nur optische Sympathieträgerin mit toller
Stimme ist, hat sie als Frontfrau bei Kirlian Camera im Laufe der Jahre zweifelsfrei
belegt. Ihre perfektionistische Handschrift prägt viele Songs und lässt ihr Gespür für Musik deutlich werden. Gleiches gilt auch für die Arbeit bei Spectra*paris, ihrem eigenen Projekt, welches schon 2007 mit dem ersten Album einen Glanzstart hinlegte. Dabei verhält sich der Damenverein zur Masse anderer Bands im schwarzen Umfeld in etwa so, wie Arte zu RTLII, präsentiert sich die Band doch stets stilvoll und musikalisch höchst vielschichtig. So auch auf der neuesten CD, welche zwar mit weihnachtlichem Leitmotiv wirbt und u.a. mit zwei Versionen des Klassikers Stille Nacht aufwartet, sich aufgrund der ruhigen, intensiven Art seiner Songs und ihrer durchweg gelungenen Interpretation aber eindeutig auch für ganzjährigen Hörgenuss eignet. (Frank Bentert)
VÖ: 26.10.2010 // Out Of Line


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SpectraParis.net

 
 
 



Monostrip
„The Grand Youth“
Veröffentlichungen ohne jedwede beigelegten Infos sind öde – da muss der Journalist von heute ja wirklich reinhören, verdammt! Hah!
Allgemeinhin bekannt ist, dass Schweden nicht nur bekannte (und eventuelle) Sexualstraftäter höchst medienwirksam verfolgt, nö, seit Jahrzehnten auch kackt das Land pro Jahr mindestens 96 Synthpop-Combos aus. MONOSTRIP sind eine von denen, die mit diesem Nebenprojekt allerdings nur ihre Pop-Attitüden auf elektronisch ausleben möchten, denn das können sie mit ihrem Hauptdingens I’M FROM BARCELONA irgendwie nicht. Das klingt dann freundlich, manchmal edel, oft elegant, aber nie so, dass man jetzt sofort seinen noch offenen IKEA-Gutschein gegen diese CD eintauschen möchte. Wir halten fest: egal, wie viel Schweden-Pop-Bands noch gebärt werden, die Skandinavier machen immer Musik der Marke „frisch und flott“. Und das muss denen erst einmal einer nachmachen! (Marshall)
VÖ: ? // Wonderland


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Myspace.com/monostrip

 
 
 



Die Krupps
„Stahlwerksynfonie“
Vom Punk kommend, hätte es mit den Krupps nach diesem Debüt auch schnell in die Avantgarde-Krach-Ecke gehen können. Die Geschichte belegt andere Wege, aber wahrscheinlich hat es diesen Urknall gebraucht, um die Band zu werden, die man heute ist. Mit der neu- und einzigartigen Mischung aus Industriegeräuschen und echten Instrumenten (Schlagzeug; Gitarre, Bass und Saxophon) entfesselte man vor drei Jahrzehnten den organisierten Lärm. Die Neuauflage bietet nun nicht nur den überarbeiteten Sound, sondern ebenso einige Raritäten. Das Ur-Werk klingt noch nicht so kraftvoll und brachial, eher minimal und knarzig. Die Live-Aufnahme von 1981 gab es bereits als Japan-Import und präsentiert u.a. vier Stücke, die auf keinem regulären Album zu finden sind. Für Sammler und Industrialfetischisten gibt es also ein paar Kaufgründe, der Fan der späteren Krupps kommt auch ohne diese Doppel-CD aus. (Torsten Pape)
VÖ: 19.11.10 // Synthetic Symphony


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Myspace.com/diekrupps

 
 
 



DIE KRUPPS
"Als Wären Wir für Immer"
Was hab' ich mich gefreut, als ich von der neuen Krupps E.P. gehört hab', hängen mir doch immernoch Lebenszeichen wie "5 Millionen" und "Der Amboss" mit Client im Ohr. Und jetzt? Ein Gefühl wie Socken zu Weihnachten! Man macht keine Luftsprünge, aber brauchen kann man's trotzdem. Sind ja auch ein paar passable Sachen dabei. Allen voran das Propaganda-Cover "Dr. Mabuse" in zwei Versionen, die beide zu überzeugen wissen, sowie "Als wären wir für immer" und "The Chamelion Man" im Vigilante-Remix, die wenigstens etwas in die oben genannte Richtung gehen. Der Rest ist halt alles irgendwie Krupps, aber knackt nicht so schön. Ach so... und für Mutti ist noch 'n "Abenteuerland"-Remix von Unheilig dabei, das ist doch was, oder? (Daniel Theberath)
VÖ: 19.11.10 // Synthetic Symphony


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Myspace.com/diekrupps

 
 
 



Herrenmagazin vs. Audiolith EP
Die Hamburger Jungs von Herrenmagazin warfen ihr zweites Album „Das wird alles einmal Dir gehören“ auf den Markt. Meine Hypothese zum Tathergang: Die standen an der Nordelbe und überlegten sich einen zusätzlichen Produktaufmerksamkeitshinweis für ihre CD. Da kam ihnen die Idee. Sie fuhren mit der U-Bahn bis Feldstraße (Heiligengeistfeld) und gingen mit den Worten „Wir wollen Remixe“ ins Audiolith Headquarter. Daraufhin wurde bei Frittenbude, Egotronic, Thilo Meyer, Säge und Tante angerufen, die sofort zusagten. Somit war die 4-Track EP im Kasten, wobei Frittenbude mit „Durch die Nächte“ gar einen neuen Song entstehen ließen. Minimalistische Mixe lieferten Säge (Juri Gagarin) und Tante mit dem „Gebrüder Panzerfaust Remix“ von „Gold für Eisen“, sowie Egotronic mit ihrem Remix von „Erinnern“. Der „Thilo Meyer-Tokracks Remix” von “Gespenster” ist hingegen ein chillig-groovender Trip. Ein hörenswertes und zudem glücklich machendes Endprodukt. (Sir Raze)
VÖ: 03.12.10 // Audiolith / Motor


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Herrenmusik.de | Audiolith.net

 
 
 



Neutral Lies
"A Deceptive Calm"
Das Duo kommt aus Frankreich. Ein Land, mit einer riesigen elektronischen Szene, die es dort aber genauso schwer hat, wie die bei uns in Deutschland. Musikalisch erinnert das schon recht stark an die ganz frühen Depeche Mode, ohne, dass die Platte aber nun veraltetet klingen würde. Produziert hat das Ganze einer von Celluloide, der vielleicht besten Band dieses Landes im Bereich elektronischer Musik. Insgesamt sind auch die schnellen Stücke nicht aggressiv produziert, so dass das Album einigen dann doch zu soft sein könnte. Besonders in der heutigen Zeit, da die Jugend gerne stupides Gewummer hört. Für alte Menschen wie mich genau richtig, gefällt mir die CD nach mehrmaligem Hören immer besser. Zudem ist der Bandname einfach klasse. Für Oldschooler ein kleiner Geheimtipp, den es bislang aber vermutlich nur im Ausland zu erwerben gibt und ich bezweifle auch, dass diese CD in Deutschland je erscheinen wird. (Chucky)




Auf diesem Silberling findet man viel Licht, aber auch viel Schatten. Auf der instrumentalen Seite ist es hell, da ausgefeilte Synthiemelodien mit deutlicher Affinität zu den Klängen der Jungs aus Basildon oder auch Bietigheim-Bissingen (Camouflage) das Herz erfreuen. Der Schatten indes senkt sich hernieder, wenn es um den Gesang geht und der Labelname wird schnell zum Programm. Auf Maxi-Länge vielleicht noch nett, aber ein gesamtes Album darf von diesem Frontmann einfach nicht bestritten werden. Genau wie bei DSDS und Konsorten stellt sich zwangsläufig die Frage, warum niemand dem Vokalakrobaten mal rechtzeitig gesteckt hat, dass sein Stimmumfang sich im 3-Ton-Bereich bewegt. Also ab zum Gesangsunterricht oder gleich einen neuen Sänger gekauft, und dann das Album bitte noch einmal richtig einspielen, denn die Songs an sich sind toll. (Torsten Pape)
VÖ: 28.06.10 // Boredom


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NeutralLies.online.fr

 
 
 



Schiller
„Lichtblick“
Seit fast 10 Jahren schwebt das Projekt Schiller nun durch die Pop-Geschichte – nahezu ohne jegliche stilistische Veränderung. Christopher von Deylen, der hinter dem Namen Schiller steckt, bedient sein dankbares Publikum mit sphärischem Trance-Pop, der durch den Gesang diverser Damen mal mehr, mal weniger veredelt wird. Mit "Lichtblick" werden die letzten "Atemlos"-Tour-Erlebnisse auf zwei DVDs festgehalten. Zusätzlich bietet eine Audio-CD neun neue – und abermals typische - Tracks. Live ist Schiller ein echtes Erlebnis, da die bombastischen Sounds durch beeindruckende Visuals unterstützt werden. Insofern kann man die Daumen für dieses Paket ruhig hochhalten, da mit viel Liebe und Aufwand ein echtes Fan-Tool geschaffen wurde. (Brunner)
VÖ: 26.11.10 // Universal


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Schillermusik.de

 
 
 



Celluloide
"Hexagonal"
Über die Jahre ist in Frankreich ein Trio gereift, das sich mit ganzem Herzen der synthetischen Tonerzeugung verschrieben hat. Mittlerweile wohl kein Geheimtipp mehr, vermischt man nahezu perfekt die minimale Kälte von Kraftwerk mit warmen Melodien und tanzbaren Beats. Kombiniert mit der zugleich kühlen und doch elektrisierenden Stimme von Frontfrau Darkleti ergibt das auf dem fünften Longplayer eine enorm hohe Hitdichte. Ein Novum ist übrigens die ausschließliche Verwendung der Muttersprache, was die Ausnahmestellung der Band noch einmal unterstreicht. Wer sich beeilt, kommt vielleicht noch in den Genuss einer der limitierten Versionen. Es erwarten ein noch ausgefalleneres Artwork, drei zusätzliche Songs sowie zwei Remixe. (Torsten Pape)
VÖ: 05.11.10 // Boredomproduct


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Celluloide.online.fr

 
 
 


Celluloide
„Coeur 8-bit“
Die digital erhältliche Single präsentiert einen der vielen Ohrwürmer vom aktuellen Album „Hexagonal“. Das „8-Bit-Herz“ schlägt hier in vier verschiedenen, knackigen Versionen. Den Anfang macht der Mix ISO, der den Song entschlackt und die EBM-Seite betont, was sehr gut funktioniert. Die Variation von The Rorschach Garden arbeitet dagegen wunderbar das minimal-elektronische Element heraus und fügt einige gut gelaunte Blips und Bleeps hinzu. Die Kult-Schweden von Page addieren Pianotupfer und verwenden gekonnt „Speak and spell“-Ästhetiken. Said Fantasy halten den Song am Ende unter Wasser - alles blubbert, zischt und nervt. Zwischendrin wird noch fix ein schöner Remix von „Faire du bruit“ angeboten. Foretaste haben den Song deutlich flächiger und sanfter gestaltet, einige Ecken entfernt sowie eine Computerstimme hinzugefügt. (Torsten Pape)
VO: 27.09.10 // Boredomproduct


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Celluloide.online.fr
 
 
 



Ordo Rosarius Equilibrio
„Songs 4 Hate & Devotion“
Unabhängig davon, wie sich der Stil des schwedischen Duos im Laufe der mittlerweile doch zahlreichen Jahre des Wirkens verändert hat - eine Eigenschaft hat die Musik vom ORE nie verloren: sie wirkt geradezu hypnotisch. Durch die eingängigen Melodien und seinen sonoren Gesang zieht Tomas Pettersson den Hörer schnell und vor allem tief in eine dunkel-erotische Parallelwelt. Zwar hat der Mastermind die sakrale Zeitlupenschwere der frühen Tage gegen teilweise luftige Folkrhythmen eingetauscht, die den Charakter von "S4H&D" ausmachen. An Ausstrahlungskraft kann diese CD jedoch kaum überboten werden. Das Album ist eine einzige düstere Orgie. Und ich bin mir sicher: wenn Stanley Kubrick diese Formation gekannt hätte, er hätte deren Musik zur Untermalung des phantastischen Maskenballs in "Eyes Wide Shut" gewählt. (Brunner)
VÖ: 29.10.10 // Out Of Line


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Ordo-Rosarius-Equilibrio.net

 
 
 



The Dark Unspoken
„Diode In Your Head?
„Ein bisschen wie frühe Project Pitchfork klingt das“, meinte neulich meine allwissende Nachbarin Renate, die Pitchfork aber noch nie mochte. Was will sie uns damit sagen? Ich werde sie bei Gelegenheit mal fragen.
Mit dieser Aussage hat sie allerdings schon das Bemerkenswerteste zusammengefasst. Und ich füge noch fragweislich an, warum bei einem seit 1997 existierenden Projekt alles so billig klingen muss? Aber billig lockt ja immer! (Ho. Bo.)
VÖ: 15.10.2010 // Echozone


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Myspace.com/thedarkunspoken

 
 
 



Janosch Moldau
“Second Best”
Tags darauf traf ich sie am Rand der Stadt. Stets und immer hatte sie sich für die zweite Wahl gehalten. Die Frau, die jeder erst wahrnimmt, wenn einen die Traumfrau krass abgeschossen hat. Und jetzt hatte Janosch Moldau diesen einen Song für sie geschrieben: „Second Best“. Die Beats verzerrt und tanzbar zugleich, die Gitarre gezupft, die Synths in nicht enden wollender Trauer hinzugefügt und gesungen, als habe man das Ende der Menschheit vor Augen. Moldaus Single-CD ging unter die Haut, schließlich hatte nicht nur sie sich jahrelang als  Ausschussware betrachtet. 2011 sollte das neue Album des Künstlers erscheinen. „Second Best“ und „Into This Life“ gaben einen Vorgeschmack, der all jenen gefiel, deren Melancholie längst nicht zerbrochen war an der Folter des Alltags. Das Leben ging weiter. Ich drückte die Repeat-Taste und fuhr in die Stadt zurück… (Manfred Thomaser)
VO: 26.11.10 // Janosch Moldau/Conzoom


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JanoschMoldau.com

 
 
 



Jonteknik feat. Blue-Jean Muir
"Hollow // Remixes"
Jon Russell, aka Jonteknik, ist ein Oldtimer unter den Synth-Poppern, der trotz seiner Arbeiten mit Paul Rutherford (Frankie Goes To Hollywood), Martin L. Gore und Paul Humphreys (OMD, Onetwo) immer irgendwie jenseits des Abblendlichts auf der Aufmerksamkeits-Trasse blieb. Er beschäftigt sich lieber mit dem Entdecken von Talenten in sozialen Netzwerken und mixt denen was. "Hollow" ist eine späte Auskopplung seines letztjährigen Longplayers “Sounds from the Electric Garden”, welche es garantiert nicht nur wegen der beseelten Schottin Blue-Jean Muir auch auf das aktuelle Conzoom-Gut "electropop.5" geschafft hat. Acht weitere Mixe davon gibt's nun in allen gangbaren Variationen elektronischer Auffassung als EP, wovon nur die vom Urgestein People Theatre, von den Fatal Eggs aus Mailand, und der um 22 h 55 erstellte Mix, dem an sich schon hervorragendem Stück noch etwas mehr an Sehnsucht hinzufügen können. (Ivo Klassmann)
VO: 01.11.10 // Jonteknik Music


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Jonteknikmusic.com

 
 
 



Various Artists
“Electropop 5”
„Es gibt so viele Weicheier auf diesem Planeten“, stieg er in die Diskussion mit ein, „die “Electropop”-Reihe musste ein Erfolg werden.“ Im Oktober 2008 gestartet, legen Conzoom Records rund zwei Jahre später bereits Volume 5 ihrer Reihe vor. Und die ist verträumt, leicht, melancholisch und verspielt, ganz so, wie guter Electropop klingt. Das gilt für Christopher Anton und Coloured Tears nicht weniger als für Haberdashery oder Hyperbubble. Hinzu kommt: elf der 13 Songversionen waren zuvor unveröffentlicht. „Es muss ja nicht immer die harte Tour sein“, gab ich zur Antwort. „Laut werden kann jeder. Stille aber vertragen nur die wirklich harten Typen.“ Gehörst Du dazu? Dann leg Dir „Electropop 5” auf die Ohren und verlier Dich außerhalb der Startbahn des konzentrierten Chaos. Anspieltipp: „Hollow“ von Jonteknik. (Manfred Thomaser)
VO: 05.11.10 // Conzoom


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ConzoomRecords.de

 
 
 



Fettes Brot
„Aus 2 mach 1“
Erst Anfang des Jahres erschienen mit "Fettes " und "Brot" zwei großartige Live-Alben der norddeutschen Sprechsänger. "Aus 2 mach1" dampft diese beiden CDs zu einer zusammen. Eine Quintessenz also. Ob der Grund dafür nun tatsächlich die zur Neige gehenden Restbestände des ursprünglichen CD-Pärchens oder doch die nahenden Weihnachtstage sind – keiner weiß es. De fakto macht auch diese Platte enorm Spaß. Fettes Brot sind live unschlagbar und bieten hier alle großen Hip Hop-Hits ("Schwule Mädchen", "Nordisch By Nature" oder "An Tagen Wie Diesen") und die neue Single "Amsterdam", die wieder einen schön melancholischen Unterton hat. Dieser charmante Querschnitt-Charakter sorgt dafür, dass sich "Aus 2 mach 1" bestens auf dem Gabentisch machen wird. (Brunner)
VO: 29.10.10 // Fettes Brot Schallplatten


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FettesBrot.de

 
 
 



Pet Shop Boys
"Ultimate"
"Discography" hat es vor 19 Jahren in die Top-10 der ewigen Best-Of-Liste der Best-Of-Alben gebracht. Ein Schicksal, was dieser neuerlichen Compilation ultimativ nicht widerfahren wird. Hier fehlt fast alles, was Ecken und Kanten hatte, gleichfalls das, wofür sie als einzige ElectroPop-Band auch im eigenen Mutterland abgöttisch verehrt werden. Der formidable Spagat zwischen Hochkultur und Italo-Disco nebst tagespolitischer Ironie ist kaum noch erkennbar, die Track-Auswahl verbreitet lediglich den Charme einer auf Hochglanz polierten Kanüle nach mehrfachem Gebrauch mitsamt den Ausdünstungen einer durchzechten Nacht. Wer ihr respektables Überleben im Popzirkus, und das man aktuell noch ganz nett "Together" ist, demonstrativ feiern mag, der sollte sich die Deluxe-Version - mit chronologisch sortierten BBC-Aufnahmen von '85 - '06 plus der Pandemonium-Tour-Performance vom diesjährigen Glastonbury-Festival auf DVD bewilligen. (Ivo Klassmann)
VO: 29.10.10 // Parlophone/EMI


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Petshopboys.co.uk

 
 
 



Solitary Experiments
„Compendium 2 Ltd.“
Wer kennt sie nicht, die gepressten Best-Of-The-Best-Of-The-Best-Jubiläums-Eintöpfe diverser Bandveteranen. SE-Fans müssen hier aber netter Weise nicht den üblichen Einheitsbrei löffeln, haben sich die Jungs doch die Mühe gemacht, zu ihrem 15. Bandgeburtstag eine CD herauszubringen, die zwar so ziemlich alle ihre Hits in Anthologie bietet, diese allerdings in durchweg neuem Gewand. Und weil alleine feiern ziemlich dröge ist, haben sich auch noch so illustre Kollegen wie z.B. E-Craft und Wumpscut an der Zerlegung und Neuinterpretation der Solitary-Filetstücke beteiligt. Dass bei solchen Remix-Orgien nicht immer nur das Gelbe vom Ei rauskommt, ist sicher auch bekannt. Es überwiegt aber glücklicherweise die gute Seite der Macht, auch wenn die Songbasen unerreicht bleiben. Geboten wird dafür ein schönes Stück Erinnerung, für alle, die sich gerne erinnern. In diesem Sinne, Guten Appetit! (Frank Bentert)
VO: 22.10.10 // Out Of Line


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Solitaryexperiments.de

 
 
 



The Weathermen
"Ultimate poison"
Vor über zwanzig Jahren brachte ihr Song "Poison" die Belgier und den Namen Susanna Stammer in aller Ohren und Munde. Die Band sagt selbst, dass sie mit diesem Lied ihre 15 Minuten des Ruhmes hatte. Wer weiß jedoch schon, was danach geschah? Mit der vorliegenden CD gibt es - außer 6x "Gift"-  auch einen repräsentativen Querschnitt des oft durchgeknallten, dann wieder coolen, aber auch düsteren Backkatalogs (1986-2007). Belgische Electro-/Wave-Tradition trifft auf schrägen Humor à la Fad Gadget. Es gibt keine weiteren Hits, dafür einige Liebhaberstücke sowie Rares und Unveröffentlichtes. Ich bezweifle, dass "Poison" heutzutage neue Fans finden kann, aber das muss es ja auch nicht unbedingt. Zwei der Versionen sind übrigens komplett überflüssig, aber dafür ist das 2000er Remake der Hammer, weil es die Geschichte der stalkenden Susanna brüllend komisch weiter spinnt. (Torsten Pape)
VO: 22.10.10 // Infacted


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Weathermen.net

 
 
 



Delica-M
"Driftbetween"
Selten habe ich in der letzten Zeit einen so coolen Beginn eines Albums gehört. Mit "Calm the weather" steht unverzüglich das Versprechen eines großen Werkes im Raum. Im Folgenden wird gepflegt an ferne 80er Zeiten, wavige Hymnen und grandiose Synthie-Melodien erinnert – und sogar Namen wie Human League, Kissing the Pink oder Icehouse kommen einem in den Sinn. Selbst hin und wieder auftauchende Dissonanzen wirken irgendwie schick. Spätestens mit dem vierten Song beginnt die Glorie jedoch merklich zu bröckeln. Man hat immer mehr das Gefühl, dass die Kanadier gegen die tollen Melodien arbeiten und unnötige Stolpersteine einbauen. Aber auch der Gesang wird auf Dauer zum nervigen Geknödel. Der Tiefpunkt ist das soulige "Better believe this". So driftet die Scheibe leider unweigerlich ins Mittelmaß ab. Schade. (Torsten Pape)
VO: 15.10.10 // Danse Macabre


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Delica-m.com

 
 
 



THE RORSCHACH GARDEN
"42 times around the sun"
Regelmäßig, wie die aufgehende Morgensonne, küsst uns das Bielefelder Minimalelectro-Projekt mit einem neuen Album wach. Das vorliegende Werk kommt quirliger und mit höherer Beatzahl daher als die Vorgänger. Dadurch verlieren die Songs etwas an Atmosphäre, aber es ist unmöglich beim Hören stillzusitzen. Zu sehr drücken die analogen Klangspielereien auf die Dur-Tasten und somit auf den Gute Laune-Knopf im Gehirn. Ab und zu tanzen ein paar Dandys in coolen 80er Jahre-Silberglitzerjacken durch das Gefüge der Songs. Beim Hören des Albums blitzen viele große Namen jener Dekade auf, doch richtig greifbar sind sie in der künstlerischen Eigenständigkeit von The Rorschach Garden nicht. Diese haben schon bessere Minimal Wave-Alben geschaffen - ein so gutes Synth Pop Album aber noch nicht. (Spider)
VO: 05.11.10 // Ant-Zen


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Myspace.com/TheRorschachGarden

 
 
 



Alphaville
"I Die For You Today"
Wer sich schon immer fragte, wie z.B. Demis Roussos in 'ner Takashi Murakami-Galerie ausschauen könnte, dem kann hier geholfen werden. Und wer die Packung aufmacht, findet drin nur bunte Glasur aus den 80ern - mit lustigen Gesichtern drauf. Es sind klebrige Bonitos statt knackig zeitgemäßer M&M’s. Martin Lister hat leider die alte Rezeptur vertont & beendet abrupt die bandeigene Abkehr vom Popkontext mittels ner belanglosen Hymne, die wie geschaffen für Brautmode-Outlets und Vorabendserien ist. Mit "You built me beauty and took it all away..." fand ein Outsider die angemessenen Worte & Marian Gold wie immer den richtigen Ton für jenes suizidale Comeback im Süßwarenregal. (Ivo Klassmann)
VÖ: 22.10.2010 // We Love Music


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Alphaville.de

 
 
 



VARIOUS ARTISTS
„Septic IX“
Dependent-Chef Stefan Herwig ist seit gefühlten 150 Jahren im Geschäft und hat ein sicheres Händchen für qualitative elektronische Musik. Das beweist auch der neunte Septic-Sampler. Namen wie Dismantled, Edge Of Dawn oder Front Line Assembly sind eine sichere Bank, wenn es ans Kompilieren einer solchen Zusammenstellung geht. Und Stefan Herwig wäre nicht dieser Electro-Nerd, wenn er nicht den ein oder anderen unbekannten Act auf die Setlist geholt hätte. Dennoch will dieser Sampler nicht ganz so überzeugen wie seine acht Vorgänger. Was fehlt, ist dieser große Moment, der einem die Ohren öffnet und für einen Augenblick den Atem raubt. Vielleicht war einfach nicht die Zeit für so einen Übersong. Oder Herwig hat ihn dieses Mal schlichtweg nicht gefunden. Macht alles nichts, denn im nächsten Jahr gibt es den zehnten Septic und dann werden die Karten neu gemischt. (Brunner)




Der Brunner hat Recht. Hier fehlt eindeutig ein Krachersong wie z.B. "Maurerradio" von Patenbrigade: Wolff. Das wären die 2 fehlenden Punkte gewesen... (Bodyhorst)
VÖ: 24.09.2010 // Dependent

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Dependent.de

 
 
 



LEAETHER STRIP
"Dark passages + Seasons Change - I Don't"
So produktiv, wie dieser Tage, hat man Claus Larsen aka Leaether Strip wohl selbst zu seinen Anfangstagen kaum erlebt. Mit der Doppel CD "Dark Passages + Seasons Change - I don't" lässt er gleich 23 Songs auf die Fans einprasseln. Ich muss sagen, das mich das Album echt fasziniert. Claus schafft es zu alter Stärke zurück und so sind die Songs auf dieser Doppel-CD so ausgefeilt, düster und vielschichtig, wie schon lange nicht mehr. Konzipiert als Soundtrack für den Cesar Cruz-Film "Dark Passages" verwirklicht sich Claus einen lange gehegten Wunsch, indem er die komplette Film-Musik für einen Film schreiben durfte! Mit "Serenade for the Dead" konnte er in seinen Anfangstagen schon einmal eine Art Soundtrack für einen imaginären Film konzipieren, liess sich diesmal aber von einem vorhandenen Film-Skript leiten und inspirieren. Im Gegensatz zu "Serenade for the Dead" gibt es hier aber kein reines Instrumentalalbum, sondern eine Mischung aus Filmscores und durchaus clubtauglichen, typisch Leaether Strip-artigen Soundgebilden. Ich denke, dieser Cd sollte jeder echte Electro-Fan etwas abgewinnen können - ob nun "die hard"-Fan oder nicht. Hier werden alle Tugenden vereint, die ein wirklich gutes, atmosphärisches Electro-Album ausmachen. Meine Lieblingssongs: "Dark Passages", "Everything Dies", "The end of the road" oder "Door with no handle". Anhören und für gut befinden, lohnt sich! (Torben Schmidt)
VÖ: 12.11.2010 // Alpha Matrix


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Myspace.com/leaetherstrip

 
 
 



Saalschutz
"Entweder Saalschutz"
Auf den Titel des Albums möchte man mit „Oder was?“ reagieren. Natürlich mit der Annahme verbunden, die Antwort würde „...oder nie mehr Disko“ sein. So passt der Song „Ihr wollt ja doch nur pogen“ sehr gut auf das Album der Züricher M.T. Dancefloor und DJ Flumroc, die die Musik von Saalschutz verschulden. Vor Jahren verpassten die beiden Spackos ihrer Musik das Genre Techno-Punk. Das passt durchaus. „Ravepunk für eine bessere Welt“ wäre auch eine schicke Sparte, so ist es eben ein Song geworden. Fette Gitarren moschen am Anfang von „In Deiner Nähe sein“, aber nicht nur da. Viel versteckte Wahrheiten beinhalten die Texte und wir erfahren, dass ein Mensch gut brennt und ein Fred vom Jupiter heutzutage wohl einfach Laserboy heissen würde. Es fetzt, dieses elektronische Pendant der Sportfreunde Stiller. Und es verspricht knarzig-verpogte Stunden inner Disse. Vielleicht sogar mit blutigen Nasen. Ob die dann ausschließlich vom wilden Pogo kommen, zweifel ich an. (Sir Raze)
VÖ: 29.10.2010 // Audiolith


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Myspace.com/saalschutz

 
 
 



Eskmo
“Eskmo”
Seit 1999 geistert Brendan Angelides unter dem Namen Eskmo durchs Universum, erst jetzt aber veröffentlicht der Mann sein Debüt-Album. Und das hat es in sich. Unangepasst zelebriert Eskmo einen elektronischen Mix fernab der Dancefloors und des Pop, der griffig genug ist, um ein Massenpublikum zu finden. Schräge Beats erinnern an Interpreten der Marke Aphex Twin und Funkstörung. Sphärische Elemente schweben wie Planeten durchs All. Hier und da geht Eskmos Stimme um, überlässt das Album aber vielfach einer ebenso experimentellen wie instrumentalen Klangverschiebung. Und so wie Massive Attack oder Aphex Twin einstmals Alben fernab des Mainstream schufen, die zum Verkaufserfolg avancierten, so bewegt sich Eskmo auf dem schmalen Grad zwischen Experiment und Erfolg. (Manfred Thomaser)
VÖ: 15.10.2010 // Ninja Tune


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Myspace.com/eskmo

 
 
 
 



Mirrors
"Lights and Offerings"
Die Meeresbrise aus Brighton bläst mit den Mirrors eine frische Brise New Romantic in den heimischen CD Spieler. Die synthetischen Klänge schlängeln sich auf der Suche nach der immer guten Welt in sehnsuchtsvollen Melodien, ohne dabei zu sehr in Pathos zu verfallen und ganz ohne Spuren vom Wandel der Trends. Nur im Gesang schwebt ein Hauch von späteren Epochen englischer Indiepop-Geschichte. Dieser zeigt sich ab und an als kleiner Schwachpunkt. Immer dann, wenn er eine Nuance zu hoch angesetzt ist. Das die Band demnächst als Support für OMD auf der Bühne steht, passt. Genau wie diese haben sie die Gabe, mit kleinen Mitteln große Melodien zu zaubern. Allerdings auch die Parallele, dass dies nicht einheitlich und gänzlich über die gesamte Albumlänge gilt. Trotzdem dürfen die Tanzflächen wieder schwarz-weiß gekachelt werden. (Spider)



Nach dem Cover meinend, die Herrschaften möchten hier Kraftwerk imitieren, klingt die CD dann eher nach der letzten OMD und ein paar anderen Sachen aus den 80ern. Der Sänger hat, insbesondere wenn er die Stimme erhebt, eine ziemliche Ähnlichkeit mit Harry Mc Veigh von den White Lies. Jedenfalls legt das Quartett hier ein wirklich sehr schönes Debut vor. Zwar haben die Jungs nicht die absoluten Killerrefrains am Start, aber das ganze Drumherum stimmt und die vielen Instrumentalpassagen, die dann doch ein wenig an Kraftwerk erinnern, sind ungewöhnlich für Popsongs und mal richtig gut geworden. Abgesehen von zwei (kleinen) Durchhängern ein wirklich cooles Album, das Fans von De/Vision oder Erasure gefallen sollte oder allgemein Menschen, die eher auf synthetische Popmusik stehen, denn auf Knicklichtgebretter. OMD können jetzt endgültig in den wohlverdienten Ruhestand gehen, die Mirrors werden das Erbe weiterführen. (Chucky)
VÖ: 18.03.2011 // PIAS


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Myspace.com/mirrorsmirrorsmirrors

 
 
 



Jérôme Chassagnard
"The Time from Underneath"
Chassagnard, eine Hälfte des französischen Downbeat-Ambient Projektes Ab Ovo, nippt ordentlich an Tangerine Dream. Sehr verträumte Kosmos-Diashows. Nur mit kratzigem, verkrusteten Diafilm. Gefällt ungemein. Da schlurft der Beat, und torkelt die Fläche. Und dennoch bleibt es organisch, melodisch und groovend. Blubbernde Space-ismen treffen auf verwaschene Stimmfetzen und rumorendes Dronen. Mit Gummi überzogen prallen metallene Beats an allerlei Klangfetzen ab und scheinen sich im Drall des Rückstosses fröhlich einen zu kichern. Hippietronik trifft auf IDM ohne ins Naiv-Kitschige abzugleiten. Krautbient der besten Sorte. Und nun schon zum zweiten Mal auf Albumlänge eine richtig feine Sache. (Tilltm)
VO: 04.03.2011 // Hymen


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Hymen-records.com

 
 
 



ABS6
"Audiomedikation"
Es ist eine Binse, aber es muss in Anbetracht dieses Albums mal wieder gesagt werden: Die Genre-Ränder sind verdammt ausgefranst. Das Vermuscheln von Stilen hat echte Ausmaße angenommen. Den Schweizern ABS6, je zur Hälfte aus den Netzlabelaktivisten Gerbem und Piouk! bestehend, gebührt hohe Anerkennung etwas zu komponieren, das die Rezensenten in Beschreibungsnot bringt. Irgendwo zwischen The Black Dog auf Breakcore, Drum'n'Bass'n'Lustmord oder Somatic Responses in Zeitlupe. Es ist von Track zu Track spannend. Macht wirklich Spaß. Der Nachteil der Elektronikmelange: Wie ein rundgeschliffener Kiesel im Sog der Gezeiten fehlt dem Ganzen das Profil. Wenn man so will der Markenkern, der einen beim Hörer in Erinnerung bleiben lässt. Man hört's fluffig durch und hat's sofort wieder vergessen. Zurück bleibt nur ein diffuses war-schon-irgendwie-gut. Eigentlich schade bei so viel Potenzial. (Tilltm)
VO: 26.11.2010 // Hymen


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Hymen-records.com

 
 
 



Tympanik-Records (USA) presents

(by Dr. Junk, das Panikorchester):

AUTOCLAV1.1
„All Standing Room In The Goodnight Saloon“
Mit zerstörerischer Harmonie präsentiert autoclav1.1, der Richard Clayderman der Elektro/EBM-Szene, seinen neuen Silberling. Seine Pianoklänge werden mit voller Stimmgewalt von Claus Larsen (Leæther Strip), Martin Bowes (Attrition) und anderen begleitet. Xotox leihen autoclav1.1 ein paar Sounds aus und machen so den Silberling rund. 

FAMINE
„Nature’s Twin Tendencies“
Nix Natur und Öko, mit derben Electrosounds und –breaks kommen Famine da aus der Jutetüte. Besonders gefallen hat mir die Phase, als meine Frau den Dyson angemacht hat, aber das ist ja auch Geschmackssache. Wer meine Frisur kennt, weiß, dass ich davon wenig hab.

C.H. District
„Conclusion“
Leicht noisig angehauchten Elektrosound mit rhythmischen Beats präsentieren uns C.H. District. Verspielt und abwechslungsreich, aber teilweise auch etwas langatmig kommen die Songs aus den Boxen. Bis auf ein Song sind nur instrumantale Stücke auf dem Album. Leider, denn mehr Titel wie „Like A Human“ (feat. Tomtylor) würden das Album aufpeppen.

Tapage & Meander
„Etched In Salt“
Elektronische Soundspielereien an denen man sich nicht satt hören kann, denn das Album wird auch nach dem x-ten hören nicht langweilig. Breakbeats, Loops und schöne Melodien paaren sich auf der CD, wie verliebte Pärchen im Frühling. Durch und durch ein eingängies Album, Anspieltipps: „Tolopea“ und „Plankton“.
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Tympanikaudio.com

 
 
 



CONJURE ONE
"Exilarch"
Der einst mit Front Line Assembly kämpfende Krieger Rhys Fulber ist schon seit einiger Zeit musikalisch ruhiger geworden. Erst im Delerium und nun mit seinem Projekt Conjure One erhebt er sich zum Exilarch der Liebhaber chilliger elektronischer Musik. Dabei kommen ihm Sängerinnen zu Hilfe, deren Stimmen so mächtig sind, wie das altertümliche Babylon. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern verlässt er öfter die Pfade klar strukturierter Songs und reist durch eine Wüste endloser Klangweiten. Seiner Karawane folgen arabische Musikanten, Melodien aus 1001 Nacht und Trip Hop-hörende Abenteuer-Touristen. Nicht immer wiegen sie sich in perfekter Einheit. Doch die ausbrechenden Spuren finden stets doch eine gemeinsame Route, auch wenn man ab und an der Monotonie der Wüste anheim fällt. So sind die letzten Schritte zum Ziel nicht mehr so kraftvoll und die Oasen nicht mehr gänzlich erfrischend. (Spider)
VÖ: 02.2011 // Nettwerk




Leser des Bodystylers rollen für gewöhnlich verliebt die Augen sind Namen wie Front Line Assembly und Delerium erst einmal gefallen. Die Industrial-Ikone auf der einen Seite, wie auch die  Electro-Weltmusik-Legende auf der anderen, wurden bislang neben Bill Leeb vor allem durch Rhys Fulber geprägt. Conjure One ist Fulbers Solo-Projekt, “Exilarch” das dritte Album. Sphärische Arrangements, engelsgleiche Stimmen sowie groovige Beats und filmische Instrumentals prägen das Fundament. Hinzu kommen Elemente aus Weltmusik und Industrial, die einen Mix ergeben, wie man ihn in dieser Güte neben Conjure One nur von Delerium kennt. Den großen Unterschied machen vor allem die Bassmelodien aus, die bei Conjure One weniger präsent sind. Fazit: „Exilarch“ ist bestens geeignet für die Nacht. (Manfred Thomaser)
VÖ: 02.2011 // Nettwerk


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ConjureOne.com

 
 
 



Blank & Jones
„RMX – Curated by Blank & Jones“
So nobel der Plan ist, in Form dieser Compilation eine Art Lehrstunde in Sachen Remix-Kultur zu geben – er (der Plan) will nicht ganz aufgehen. Blank und Jones lassen auf "RMX – CbBJ" ausnahmslos die ganz großen des Musikzirkus' zu Wort kommen: Depeche Mode, Pet Shop Boys, Robbie Williams, OMD, Kat Perry, Blur, Moby, Goldfrapp. Und doch wirkt die Zusammenstellung leblos und hölzern. Woran das liegt, vermag ich nicht genau zu sagen. Vielleicht ist es das Zusammenfügen unterschiedlicher musikalischer Epochen, vielleicht die Auswahl an sich (die Remixe der phantastischen Tracks "We Are The People" von Empire Of The Sun oder "Go" von Moby nerven einfach nur) – vielleicht liegt es aber auch schlichtweg daran, dass die Herren Blank und Jones diese Form der Veröffentlichung durch eine wahre Sampler-Flut zu sehr ausgereizt haben und sich am Ende selber überflüssig machen. (Brunner)
VÖ: 25.02.2011 // EMI


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blankandjones.com

 
 
 



V.A.
„Dependent - Club Anthems“
Wie großartig der Dependent-Katalog einmal war, zeigt diese Zusammenstellung. Vor ca. einem halben Jahrzehnt veröffentlichte – bis auf ganz wenige Ausnahmen – jede hörenswerte Electro-Kapelle bei der Gelsenkirchener Plattenbude. Labelchef Stefan Herwig bewies ein ums andere Mal ein goldenes Händchen, bot unbekannten Acts eine Plattform und ebnete nicht wenigen davon den Weg zum Erfolg. Und so kann man mit dieser Compilation und Hits von Acts wie VNV Nation, Covenant, Suicide Commando, Dismantled, Interlace, Pride And Fall, Rotersand oder Seabound bzw. Mind.In.A.Box oder Fractured noch einmal zurückreisen in diese tolle Zeit, in der Gelsenkirchen der Nabel der Electro-Welt war. Was mich nur wundert, lieber Dr. Herwig: weshalb fehlen die phantastischen Ivory Frequency? (Brunner)
VÖ: 25.02.2011 // Dependent


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Dependent.de

 
 
 



V.A.
„Dependence 2011“
Angesichts eines Preises von unter 10,- Euro stimmt das Preisleistungsverhältnis auf dieser Compilation. Wie gewohnt stellt "Dependence" eine runde Werkschau der Plattenfirma aus dem Ruhrpott dar. Mit ausschließlich unveröffentlichtem Material zeigen die Dependent-Bands, womit sie im Jahr 2011 das Publikum begeistern wollen. Das gebotene Programm kann dabei gut unterhalten. Verglichen mit den früheren Ausgaben dieser Zusammenstellung, vor allem aber im direkten Vergleich zu den "Club Anthems", fällt auf, dass der Labelkatalog lange nicht mehr so homogen und hochwertig ist. Sicher, die bekannten Namen (Stromkern, Edge Of Dawn) können das gewohnte Niveau halten. Gerade die neuen Signings jedoch lassen diese Qualität missen, sodass der 2011er "Dependence" als lediglich mittelmäßiger Jahrgang gewertet werden muss. (Brunner)
VÖ: 25.02.2011 // Dependent


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Dependent.de

 
 
 



EGOAMP
"Welcome to the cabinet"
Das Projekt Egoamp ließ sich für dieses Album stark von dem Stummfilmklassiker "Das Kabinett des Dr. Caligari" inspirieren. Ihre Coverversion "The Cabinet" beweist sehr eindrucksvoll, dass man diesen Film durchaus mit treibenden, dunklen, elektronischen Dark Wave-Melodien unterlegen kann. Dazu passt die kalt temperierte Stimme, die dennoch wohlklingend über den Inhalt des Films referiert. Auf Albumlänge variiert man stilistisch, um den Zuhörer nicht in eine somnambule Starre zu versetzen. Dieser Jahrmarkt diverser Synth Pop-Variationen ist unterhaltsam. Allerdings muss man erst am Einlasser "Holstenwall" vorbeikommen, der mit verkaterter Stimme seinen Text nöhlt. Doch dann entwickelt sich streckenweise durchaus Magie, bei der die Musikanten mehr Beifall erhaschen. Ob sich alle Synth Pop Mädchen, nach dem Hören der CD diesen Film anstatt Sex & the City anschauen, bleibt abzuwarten. Die Jungs warten auf die 18er Variante. (Spider)
VÖ: 22.02.2011 // Ionium


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Ego-Amp.com

 
 
 



Paul Chambers
„Stations/Absorptions“
Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein. Zum Glück, denn in diesem Fall hat das kleine Norddeutsche Label Anna Logue Records eine Minimal-Perle gefischt und veröffentlicht, die bereits zwischen den Jahren 1979 und 1983 glänzte. Der Engländer Paul Chambers ist ein Pionier der Dark-Minimal-Electronic Musik. Sein Sound, u.a. vom Roland SH-1, Korg MS-20 und dem Boss DR-55 erzeugt, katapultiert die Hörerschaft in das düster-schillernde Flair der Achtziger Jahre. Eine grell erklingende Gitarre verfeinert die Szenerie, einer nicht unerheblichen Anzahl von berauschenden Instrumentals. Bei „The Appointment With Fear“, „You Are Time“, „Take A Ticket“ oder „Steering Solo“ greift der Meister dann zum Gesang und hat damit den wiederkehrenden Schauer auf der Haut fest im Griff. Freunden von Absolute Body Control, Suicide, Gary Numan, John Foxx, The Normal oder Cabaret Voltaire sei dieses LP-und CD-Set wärmstens ans Herz gelegt. (Sir Raze)
VÖ: 02.2011 // Anna Logue


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Myspace.com/paulchambers7

 
 
 



Deine Lakaien
"One night"
Die zweite Single aus "Indicator" ist einer dieser Midtemposongs, die man einfach sofort ins Herz schließen muss. Es ist schlicht alles dabei, was der Fan an der Band über die Jahre zu schätzen gelernt hat und nur zu gern gibt man sich der schwelgerischen Stimmung hin. Das frei übersetzte und nur vom Piano begleitete Pendant "Bei Nacht" kann im Folgenden die romantische Verklärung sogar noch potenzieren. Perfekt und genial! Genau wie das vollkommen anders gelagerte "Young 2010", das man schon von der limitierten Bonus-Disc des Albums kennt. "Manic" geht titelgerecht in die hektische, ja panische Richtung, überrascht jedoch mit eingeschobener 80er-Ästhetik. Ruhig und grandios lässt die akustische Live-Version von "Away" den gelungenen akustischen Nachtisch ausklingen. (Torsten Pape)
VÖ: 11.02.11 // Chrom


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Deine-Lakaien.com

 
 
 



Die Krupps
"Final option + Final option remixed"
Niemand wird bestreiten können, dass 1993 mit dem vorliegenden Album ein Meilenstein des Electro-Gitarren-Crossovers erschien. Dieses Werk knallt bis heute gewaltig und punktet zudem mit enormer Hitdichte. Keine Frage also, dass die Wiederveröffentlichung mit aufpoliertem Sound und tollem Layout/Booklet mehr als gerechtfertigt ist. Obendrauf gibt es einen Bonus-Silberling, dessen Hauptanteil aus den Stücken der 1994 folgenden "The final Remixes"-CD besteht. Hier wird der Crossover-Gedanke auf die Spitze getrieben, und nicht alles ist folglich für jedes Ohr gut hörbar. Allein jedoch die Tatsache, dass es sonst kaum Remixarbeiten von Andrew Eldritch oder FM Einheit von den Neubauten gibt, ist schon wieder ziemlich cool. Fünf damals enthaltene Versionen von älteren Songs wurden übrigens konsequenterweise durch vier rare Remixe von "Final option"-Tracks ersetzt. (Torsten Pape)
VÖ: 11.02.11 // Synthetic Symphony


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Myspace.com/diekrupps

 
 
 



Black Light Discipline
"Empire"
Man sollte kaum glauben, dass man bei ewiger und eisiger Kälte kreativ und energiegeladen, ja gar feuerspuckend vor treibender physischer wie psychischer Frische sein kann. Die seit 2005 exsitierende finnische Band BLD beweist dies mal wieder auf's Neue, das es doch geht. Schier unbegrenzt liefern sie einen Cocktail verschiedenster Stilmischungen, die jedoch im Labelinfo grob als Elektro-Metal zusammengefasst werden. Seh ich nicht ganz so, denn es ist für jeden etwas dabei. Ein bißchen Jay Gordon (Orgy), ein bißchen Ville Valo (HIM), eine Prise PAIN, vermischt mit OOMPH, 69 Eyes, Krupps und Static-X. Es wirkt verspielt und doch professionell, erfrischend und melancholisch zugleich- und auf alle Fälle tanzbeinschwingend. Also: ab auf die Tanzfläche, Jungs und Mädels! (Manuela Seiler)
VÖ: 04.02.11 // Danse Macabre


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Myspace.com/blackld

 
 
 



WAVES UNDER WATER
"All of your light"
Mit ordentlich viel Lichthupe düsen Waves Under Water auf ihrem zweiten Album auf der Überholspur. Im Gegensatz zum eher melancholischen Debüt "Serpents and the tree" wurde wesentlich mehr Druck auf die Keyboards gepumpt und die Songgebilde auf absolute Tanzfreundlichkeit getrimmt. Gewachsen ist auch der Gesang von Angelica Segerbäck, der selbstbewusst und betörend die Stücke leitet. Geblieben ist das Gespür von Johan Svärdshammar, absolut schmeichelnde Ohrwürmer zu kreieren, die auch im Tempo reichlich Melancholie bieten. Bezeichnend dafür die fetzende Single "Red Red Star". Dennoch wird das größte Kino des Albums bei der Gänsehaut-Ballade "My judgement day" geboten. Der Autor dieser Zeilen entlässt Euch mit einem wohligen Seufzer. (Spider)
VÖ: 18.02.11 // Danse Macabre


Es gibt zwei Fenster, aus denen wir gerade schauen: das eine zeigt uns den kalten und ungemütlichen Februar in seiner ganzen Schwerfälligkeit, das andere lässt uns gefühlsmäßig unter Wasser tauchen und gleichzeitig traumwandlerisch abheben in andere Gefilde – begleitet von technisch-maschineller Unterkühlung und romantisch-barocker Anmut. Das schwedische Duo lässt uns wohlig tanzend zwischen Synthie-Pop und Darkwave zu ihrem mittlerweile zweiten Album in die neue Atmosphäre katapultieren, um den Mann im Mond zu besuchen. Bis auf die letzten beiden leider etwas stilbrechenden Remixe eine tolle Raumwasserschifffahrt. (Manuela Seiler)
VÖ: 18.02.11 // Danse Macabre


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Myspace.com/wavesunderwater

 
 
 



Various Artists
"Werkschau"
Dass Berlin nach wie vor die (heimliche) Hauptstadt des Techno ist, liegt nicht zuletzt daran, dass Leute wie Ellen Alien auf ihren feinen Labels regelmäßig hochkarätige Acts zum Zug kommen lassen. „Werkschau“ – anlässlich des 12. Label-Geburtstages zusammengestellt und veröffentlicht – präsentiert 17 BPitch-Akteure mit unveröffentlichten Tracks. Zugpferde sind dabei natürlich Label-Queen Ellen herself (großartig minimal mit „The Kiss“) und der durch den großartigen Film/Soundtrack „Berlin Caling“ gehypte Paul Kalkbrenner („Plätscher“ könnte eben von dort stammen). Es gibt viel zu entdecken auf „Werkschau“, wobei die eigentlichen Stars die eher unbekannten Acts sind. Techno ist schon lange nicht mehr nur Bummbumm, sondern enorm vielschichtig und spannend – dank Leuten wie Ellen Alien, aber das hatten wir ja schon. (Brunner)
VÖ: 31.01.11 // BPitch Control


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bpitchcontrol.de

 
 
 



Bunny Lake
"Army Of Lovers"
Da will man gerade wieder mit all den überschwänglichen Gefühlen abschließen und dann haucht dir plötzlich Suzy On The Rocks mit filigraner Raffinesse jegliches Trübsal nebst Rationalität aus dem Hirn. Euphorisch verstärkt werden die Gefühlsturbulenzen durch JBAG‘s Hot Pop-Remix, für noch mehr Kontraktionen sorgen das A.G.Trio und Pola-Riot. Der Ex-Schweizer Seelenluft macht letztlich noch seinem Vornamen Beat alle Ehre, er findet den perfekten vom Reiz hin zum Impuls. Diese Army ist auf dem Vormarsch in die Clubs, es ist nun dein Song und zwischenmenschliche Neurosen werden ab sofort auf der Tanzfläche geschmeidig mit Füßen getreten! (Ivo Klassmann)
VÖ: 28.01.11 // Universal


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BunnyLake.net

 
 
 



Blank & Jones
"Chilltronica No. 2"
"Music for the Cold & Rainy Season" - Die Schönheit der Melancholie wollten die Herren Blank und Jones mit dieser Compilation einfangen. Prominent unterstützt von Depeche Mode, Moby oder Trentemöller. Und dennoch will der Funke hier nicht richtig überspringen. Statt Melancholie tritt oftmals – nämlich immer dann, wenn eben nicht die erste Garde musiziert - blanke Langeweile in den Vordergrund. Als genehme Untermalung für entspannte Tätigkeiten kann man „Chilltronica No. 2“ getrost heranziehen. Wenn es dann aber ans Eingemachte gehen soll, geht dieser Zusammenstellung schnell die Puste aus. (Brunner)
VÖ: 26.11.2010 // Soundcolours


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Blankandjones.com

 
 
 



Pleq
„Ballet Mechanic“
Minimal und organisch präsentiert sich „Ballet Mechanic“ von Pleq, dem Projekt des Warschauer Philosophie Studenten Bartosz Dziadosz. Es ist purer Ambient. Man könnte die Musik auch als magisches Kopfkino beschreiben. Jedoch sollten die Klänge nicht darauf reduziert werden. So rauscht, fiept, flirrt, wabert und knistert es sich auf 6 Tracks. Dazu gesellen sich Geräusche, die von einer laufenden Turbine stammen könnten. Es ist positiv verstörende und gleichzeitig negativ faszinierende Musik, die von einigen Menschen als durchaus belastend empfunden werden könnte. Mitsummer haben hier keine Chance, denn es existieren keine vernehmbaren Melo-Läufe. Die Ausnahme bildet „Good Night“. Hier wurde eine abendliche Stimmung gekonnt vertont. Abschließend kann man sagen, dass es, wie bei jeder anderen Musik auch, um das Einfangen von Emotionen geht. Dafür entwickelte Dziadosz ein geschicktes Händchen. (Sir Raze)
VÖ: ? // Basses Frequences


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Myspace.com/pleq

 
 
 



Escalator
„Out of my Ego“
Zugegeben, ich hatte noch nie zuvor was von Ejaculator... tschuldigung... Escalator gehört. Klingt, als ob die alten Evils Toy über Welle Erdball „funken“, und dabei manchmal einen 80er Jahre Sender streifen - nur anders. Mir ist allerdings nicht ganz klar, was die neue CD mit nur 8 Songs sein soll. Eine zu lang geratene EP oder ein zu kurzes Album?! Allerdings hat man es so leichter den Ohren genau in der Mitte eine Pause zu gönnen, um dann die restlichen 4 (keine neue Serie über Superhelden im Altenheim!) durch die Gehörgänge rumpeln zu lassen. Denn rummsen kann sie ordentlich, und wenn in dem Krach noch Melodie und ein ordentlicher Refrain zu erkennen sind, ist alles gut. Escalator wird sicher seine Zielgruppe haben und erreichen, meine eingangs erwähnte Unwissenheit würde mich aber auch weiterhin nicht stören. (Daniel Theberath)
VÖ: 24.01.2011 // EKProduct


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Myspace.com/escalatorebm

 
 
 



Sara Noxx & Mark Benecke
"Where The Wild Roses Grow"
Doc Benecke ist nicht zu bremsen. Ein mal Blut geleckt und schon hat er sich im Patenbrigade-Studio festgesaugt. Grell, großspurig, aber doch auch vieles mehr ist sein Konterpart zu den mirakulösen Leidensgebärden der Sara
Noxx, welche einen windelweich in der linken Brust klopfen. Niedrige Instinkte und hohe Erwartungen, die Beiden haben das gesamte Impressions-Spektrum auf Lager und niemand hätte wohl ahnen können, dass es nach den Chicks on Speed noch irgendwem gelingt, mit drei Schippen Galgenhumor mehr diesen Schmachtfetzen zu karikieren. Der exaltierten Synth-Phantasie folgt die Nonvoxx-Version nebst einer für nimmermüde Tanzboden-Vampire. Der Feindflug-Remix unterstreicht erneut die Notwendigkeit einer explizit sensiblen Frontfrau und das Video der Aufnahmesession dürfte wohl schon die Nominierung für den Comedypreis in der Tasche haben! (Ivo Klassmann)
VÖ: 28.01.2011 // Prussia


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saranoxx.com | benecke.com

 
 
 



Ghost & Writer
"Shipwrecks"
Hinter diesem Projekt verbergen sich Weathermen Jimmyjoe Snark III und Seabound- und Edge of dawn-Sänger Frank M. Spinath. Das Album ist eigentlich mehr eine Zusammenfassung von bereits auf EP veröffentlichten Stücken und Remixen und anderem bekannten, aber eben auch neuem Material. Genug der Klugscheißerei. Die CD ist nämlich total knorke. Denn schließlich hat sich Jimmyjoe schon immer abseits aller EBM-Trampelpfaden bewegt und auch für Ghost & Writer hat er höchst melodische und pulsierende Kleinoden erschaffen. Die Bandbreite reicht von beschwingt tanzbaren Songs bis zu tiefgründigen musikalischen Roadmovies, denen aber allen eine lyrische Tiefgründigkeit zugrunde liegt. Durch die unverwechselbare, großartige Stimme von Spinath werden diese stark wie Popeye. Kein Wunder, dass die Creme de la Creme der elektronischen Szene wie Iris, File not Found oder Edge of dawn deshalb hörenswert die Remix-Olivia mimt. (Spider) VÖ: 28.01.2011 // Dependent


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Myspace.com/GhostAndWriter

 
 
 



Patenbrigade: Wolff
"Verbundstoff"
Beschränkte sich Unsereins noch darauf, die Arbeiterklasse in der Form zu ehren, dass wir in Kindertagen Briefe und Bilder an die fleißige Kranführerin schickten oder uns allenfalls ein paar Jahre später selbst im blauen Gewand ins Tal der Werktätigen wagten, entschloss sich die Patenbrigade: Wolff schon vor geraumer Zeit dem Arbeiter per se mit ihrer Gründung ein musikalisches Ehrenmal zu setzen. Ob dies nun daran lag, dass die Aktivisten der Brigade weder malen noch schreiben können oder einfach nur keine Kranführerin kennen, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden, da die Hintergrundinfos fehlen. Fakt ist allerdings, dass der Produktionsplan erfüllt wurde und nun zum Jahresbeginn ein (fast) neues Werkstück vorliegt — Verbundstoff. Fast neu deshalb, weil es sich um ein Remix-Album handelt. Kennern der Brigade werden die Stücke, trotz Neuinterpretation, in ihrer Grundform also schon bekannt sein. Allen anderen sei gesagt, dass das real existierende Bild des 3-B-Arbeiters (Bockwurst, Bier & Bild) mit Schnauzbart und Spiegeleierbauch beim hören komplett reformiert wird, passt zum fluffig-technoiden Wohlfühl-Elektro, der sich in 15 Episoden durch die Boxen ergießt, doch eher die Szenerie, von durchtrainierten Schönlingen, die sich, schweißgebadet und oben ohne, gegenseitig in elfengleicher Leichtigkeit die Stahlträger zuwerfen. Wäre die Spezies „Arbeiter“ nur halb so attraktiv, wie sie hier in musikalischer Form präsentiert wird, würden wir wohl an keinem Baugerüst mehr vorbeikommen ohne uns die Lippen blutig zu pfeifen. Einziger Wermutstropfen ist, dass nicht alle Stücke auf gleich hohem Niveau bestehen können. Dies wird im kollektiven Bewusstsein aber vom überwiegend exquisiten Teil des Albums ohne Weiteres übertönt.
(Frank Bentert)




Schweißtropfen auf Bauarbeiterhaut, durch den Raum schwebende BHs, Beats und Bässe,… Wer zur „Ü - Patenbrigade: Wolff“ Fete in den Club geht, den treibt nur eine Sorge um: „Bin ich stark genug für diese Nacht?“ Und wer sich als DJ Gedanken übers Programm macht, der hat den „Verbundstoff“ zu Hause vergessen. Dieses Album legt sich von alleine auf und läuft ohne Unterbrechung durch. Electro-Pop, Dance, Trance, ein bisschen Techno und Kraftwerk schieben diesen Tag cleaner Wutbürger dorthin, wohin das Leben gehört: niemand geht irgendjemandem auf den Sack. Bestückt mit krisensicheren Schutzhelmen wandeln die Patenbrigade: Wolff-Bosse umher, den Weltfrieden genießend. Wieder wurde ein Planet gerettet, zusammengehalten vom einzigen „Verbundstoff“ unserer Zeit. (Manfred Thomaser)




Nachdem die fleißigen Bauarbeiter der Patenbrigade Wolff ein beachtliches Gebäude aus solidem Baustoff erschufen, dürfen nun die Architekturstudenten daran werkeln. Nicht jeder hat dabei Examensreife. Denn Beispiele wie die Akustik Version von "Fehler 404" oder der Zungenbrecher House Remix von "Neverland" gehören in den Sandkasten der unnötigen Belanglosigkeiten. Überzeugender sind da die Neuaufbereitungen der Songs, die wenig am 1A-Grundmaterial geändert haben, wie z.B. bei den wunderbar poppenden Rohrlegern. Und ganz klar: wie der Meister kann es keiner. Das beweisen die famosen neuen Stücke zum Abschluss des Werks, die moderne, kreative und dennoch sofort heimelige Klangbaukunst darstellen. Bei der Abnahme lässt sich also sagen: bis auf einige Baumängel, wurde der Verbundstoff ordentlich verarbeitet. Das wohl bekannte Arbeitsmaterial wurde überwiegend kreativ im Betonmischer durch - und Neues locker aus dem Ärmel geschüttelt. (Spider)




Der Bodystyler beschäftigt sich nur dann mit niveauvoller Musik, wenn, wie bei dieser VÖ, harte Arbeit erkennbar ist. Letztendlich arbeiten die Redakteure selbst sehr hart und können mit geschulten Ohren eine Leistung gebührend einschätzen. Als ich mich beispielsweise heute Morgen in aller Frühe um 11:00 Uhr mit einer Tasse peppigen Kaffee hoch peitschte, lag plötzlich diese CD in meiner To Do-Ablage. Meine Sekretärin stand mit isländischer Capelet Kutte in Weiss mild lächelnd daneben. Ich hörte also mal nicht Merzbow zum fit werden, sondern befasste mich erstmals intensiv mit Wolffs Patenbrigade. Zwei Versionen von „Voyage“ feat. Antje Dieckmann, die einst bei der Band Mortalia sang, begrüßen sogleich den Hörer recht dance-dominant. Bis Lied 7 bleibt es tanzlastig und clubkompatibel, aber trivial. Danach entfaltet sich, beginnend mit dem „Goja Moon Rockah Remix“ von „Popmusik für Rohrleger“, eine gewisse Vielfältigkeit. Die hochgeschätzten 80s-Einflüsse früherer P:W-Alben greifen wieder, sogar akustische Gitarren kommen zum Einsatz. „Fragrance“ meine ich schon einmal unter anderem Titel gehört zu haben, jedoch entfaltete das Lied in der ursprünglichen Instrumentalversion weitaus mehr Charme. „Blitzschlag“, „Heimweg“, „Nachtschicht“ und „Schlusslicht“ sind mit ihrem sphärischen Klangbild und traumhaften Melodien die Filetstücke dieser CD, bei der alle Lieder ineinander gemixt wurden, also Verbundstoff sind. (Sir Raze)
VÖ: 04.02.11 // Zweieck Recordings


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Myspace.com/PatenbrigadeWolff

 
 
 



Tympanik-Records (USA) presents

(by Junk, das Panikorchester):

Geomatic
„64 Light Years Away“
Im Presseinfo steht über diese CD „…melding Industrial-like rhythms with enormous atmospheres and tribal beatwork…”, tut mir leid, Industrialrhythmen  kann ich hier keine hören, aber um so mehr atmospherische Sounds mit Tribalbeats und dazu sehr viele orientalische Klänge. Klingt eher nach „Gabriel Le Mar“ als nach Industrial, macht das Album aber nicht schlechter.

Candle Nine
„The Muse In The Machine“
Sven Väth würde sagen „Gude Laune Alder“, denn das was Candle Nine hier als Debütalbum abliefern ist viel zu geil für diese Welt. Candle Nine ist das, was ich als typischen „Tympanik“-Sound definiere, Rhythmus, Noise, Electro, Breakbeats und damit es nicht langweilig wird, auch noch eine Brise Chill(i). Gehört für mich mit zu den besten Releases von Tympanik.

Totakeke
„On The First Of November“
Da ich schon bei den besten Releases bin, was Totakeke mit ihrem letzten Album „The Things That Disappear…“ abgeliefert haben, war auch so ein Hammer. Das neue Album ist anders, wesentlich härter, weniger ruhige Elemente. Wem das letzte Album zu verspielt war, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Totakeke prägt weiter den Sound von „Tympanik“.

Zeller
„Turbulences“
„…all tracks produced then destroyed by Zeller…”, steht auf dem von Salt gestalteten Cover. Die Aussage trifft den 9 Zoll Nagel auf den Kopp, ziemlich zerstörerisch und krachig. Klingt wie Autechre auf einem AntZen Trip, Electro trifft auf Rhythm Noise. Zeller war mal bei Hymen, erklärt einiges.

Lucidstatic
„Symbiont Underground“
Ein Kessel Buntes wird uns hier auf der DoppelCD präsentiert, denn jeder Song ist in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern entstanden. So wundert es nicht, das sich Electro, Noise, Breakbeat mit Gesang, Rap und Tekkno paaren. Sehr abwechslungreich, aber auch gewöhnungsbedürftig.

Fractional
„Blood“
Fractional machen es einem nicht einfach. Man fühlt sich wie nach einer Behandlung von Jigsaw (Saw), nach der man (aber auch Frau) mit süßem Honig wieder zusammengeklebt wurde. Jeder Song verbindet diverse Fragmente zu einer Einheit, klingt für mich wie „Science Fiction Industrial BreakCore Chill Out“. Keine Ahnung was ich meine? Stück 5 „Thear“ hören und sich auf einen Besuch von Jigsaw freuen (und natürlich den Honig).
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Tympanikaudio.com

 
 
 



Various Artists
„Advanced Electronics Vol. 8“
Neben der „Septic“-Reihe zählen die „AE“-Sampler definitiv zu den anschaffenswerten Compilations im alternativen Sektor. Das ändert sich auch mit dieser Ausgabe nicht und die Qualität der meisten präsentierten Songs ist überzeugend, wobei ich mich besonders über den lobenswert geringen Hellectro-Anteil gefreut habe. Das musikalische Spektrum ist gewohnt breit gefächert und viele Tracks sind exklusiv oder wenigstens rar, obwohl man über die letzte Begrifflichkeit manchmal gut streiten könnte. Meine persönlichen Hochlichter sind: Covenant, Amgod, Supershirt, Encephalon, Skold vs KMFDM und Decoded Feedback. Die wenigen totalen Durchhänger sind Lacrimosa und (leider) Fractured sowie einige der Videos auf der DVD (oftmals nur live oder musikalisch fragwürdig). Am Ende liegt somit nicht der beste, aber ein guter „AE“-Spross vor. (Torsten Pape)
VÖ: 03.12.10 // SPV


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Myspace.com/advancedelectronics

 
 
 



Stereomotion
„Stolz und Demut“
Seit ein paar Jahren schwirrt der Name Stereomotion durch den elektronischen Äther. Als Beobachter muss man attestieren, dass das Soloprojekt von Florian Jäger mit der Zeit an Vielschichtigkeit gewonnen hat. Eigenständig ist dabei jedoch nur ansatzweise die Mischung der Einflüsse, denn mit der Erwähnung der Bands Suicide Commando, VNV Nation, :W: und SITD landet man einen fast hundertprozentigen Treffer. Auf der Remix-CD „Stolz und Demut“ wird nun ein neues Bandmitglied präsentiert und mit ihm das neue „Anthem“, das echte Hitqualitäten besitzt, aber die schon damals nicht neuen Pianosounds des Tracks „Forgiven“ recycelt. Ansonsten wurden sieben Songs des letzten Albums und ein ganz altes Stück von diversen, eher unbekannten Bands durchaus hörenswert bearbeitet. Wer nach Alternativen zu den genannten Bands sucht, wird hier ordentlich bedient. (Torsten Pape)
VO: 10.12.2010 // Danse Macabre


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Stereomotion.de

 
 
 



Covenant
„Modern Ruin"
Wer hat, der kann! — sagt der Volksmund. Angewendet auf die schwedischen Dancefloor-Hymnen-Designer, könnte diese Aussage als Beschreibung der Qualität, die sie seit so vielen Jahren liefern, treffender nicht sein. Auf Modern Ruin wird dies deutlicher denn je. Gesanglich zwar zurückhaltender als frühere Werke, dafür musikalisch und kompositorisch aber umso voluminöser, ausgeklügelter und schlicht weg fantastischer, präsentiert sich das neue Album. Ob und inwiefern dieser qualitative Zuwachs auch der Mitwirkung von Daniel Myer zu verdanken ist, der nun auch bei Covenant agiert, mag an dieser Stelle unbeurteilt bleiben. Der versonnene, fast schon meditative Charakter der Songs, lässt sich jedoch durchaus auch als für ihn typisch interpretieren. Aber egal warum, wieso und weshalb, Modern Ruin ist der Aufbruch in eine neue musikalische Zeitrechnung - nicht nur für Covenant. Wer hat, der kann! (Frank Bentert)




Covenant sahen schon immer älter aus als ihre Genrekollegen - und sie klingen auch auch so. Erwachsenenelectro, der cool daherkommt, aber manchmal jugendlich ausbricht, wie zum Beispiel auf der Vorabsingle „Lightbringer“ oder bei „Get On“. Um aber allerdings das komplette Album für sich zu entdecken, muss man es wohl öfter hören. Doch wer hat in diesen Tagen noch die Zeit, sich ein Album, das einen nicht sofort vonne Socken haut, mehrmals anzuhören, bis man Kafferänder unter den Augen hat? Von moderndem Urin..., äh, Modernen Ruin kann man aber wirklich nicht sprechen. Steht halt Covenant drauf, ist also auch drin. Das limitierte Album ist sicher auch interessant und auch erwähnenswert (obwohl sie dem Tester-Ohr nicht vorlag). Da gibt’s nämlich den (echt guten) Titeltrack des Kinofilms „Wir sind die Nacht“ als Maxi obendrauf. Dufte! (Daniel Theberath)
VO: 14.01.11 // Synthetic Symhony


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Covenant.se

 
 
 



Depeche Mode
„Live in Barcelona"
Depeche Mode - was für ein Name - noch nie gehört. Meine erste Vermutung war: das sind Spanier. Schließlich wurde dieser Konzertmitschnitt in Barcelona gemacht. Denkste, die kommen aus England. Eine dieser neuen Bands, die auf der HURTS-Erfolgswelle mitschwimmen wollen. Eingängiger Synthipop, musikalisch haben sie durchaus Potential. Ob es zum großen Durchbruch reicht, wird man sehen. Depeche Mode orientieren sich sehr am Sound von Bands wie De/Vision, And One oder Camouflage. Gerade beim Song „Wrong“ hört man, das hier brutal bei „Rage“ von De/Vision geklaut wurde. Neben vielen eigenen Nummern gibt es auch 2 Coverversionen (Rammstein‘s „Stripped“ & Manson‘s „Personal Jesus“). Als Bonus kommt das Konzert gleich auf einer Doppel-CD. Das Ganze gibt’s auch als BlueRay - was auch immer das schon wieder ist... (Norman Winter in Bodystyler #39)
VO: 11/2010 // Mute


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DepecheMode.de

 
 
 



Nude
„Basic Guerilla Moves“
Lange, lange hab ich gezögert den neuen Output der oder einiger ehemaliger SABOTAGE Q.C.Q.C.-Mitglieder mit Play zu bedienen, zu sehr steckt mir noch der Krempel im Ohr, den das Team unter dem Auftrag Musik in den 90ern sabotierte. Warum? Weiß ich nicht mehr. Mit „Basic Guerilla Moves“ machen die sich aber nun nackig und vollführen einen Akt bigger Beat-Kunst, auf dem Sounds und Songs zu hören sind, die so sicherlich “niemand erwartet hätte“. Genau das versprechen Nude selbst, die sich im auch „wenig um Genrekonventionen scheren“, was sie mit diesem 15-teiligen Move-Puzzle auch recht ansehnlich demonstrieren. Ist dieses fertig gesetzt, erkennt man ein fetziges Klangbild mit Einflüssen aus der Prodigy-Renaissance bis rüber zu den barocken Chemical Brothers. Schwitziger Dance-Punk mit viel Tempo von Leuten, die ihr Handwerk verstehen, aber an einer richtig „phatt“en Produktion vorbeigeschrammt sind. (B. Horst)
VÖ: 22.10.2010 // Sabotage Concept


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Myspace.com/basicguerillamoves

 
 
 



F.O.D.
"Maschinentanz"
Relativ lange hat es gedauert bis ein neues Lebenszeichen von F.O.D vorlag, wobei ich nicht wirklich weiß, was der Name bedeutet. Vielleicht heißen die Fritz Otto und Dietmar. Musikalisch hat sich nicht viel verändert, man hält sich weiterhin im straighten Electro-Pop Bereich auf und verleugnet die Nähe zu AND ONE auch gar nicht, was auch ziemlich unsinnig wäre. Mir gefallen die deutschen Songs meist am besten, weil ich eh finde, das die deutsche Sprache zu eher kalter elektronischer Musik besser passt, als die englische. Außer dem eher mauen Auftakt mit "Dirty Pop" gibt es eigentlich nahezu keine Aussetzer, wobei mir "Jung und stolz" und "Maschinentanz" am besten gefallen. Höhepunkt ist aber doch ein Song in englischer Sprache: "Distance", der definitiv eine Hitchance hätte, wenn er massenkompatibler arrangiert wäre. So wird die Band wohl der Geheimtipp bleiben, der sie sind, aber ich denke damit können die Herrschaften ganz gut leben. (Chucky)
VO: 26.11.10 // Fear Section


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Fod-Band.de

 
 
 



Haus Arafna
„You“
Das Weniger an Aggression, das sich auf diesem vierten Haus Arafna-Album bemerkbar macht, zieht ein Mehr an emotionaler Perfektion nach sich. Die Arafnas schaffen auf "You" eine großartige Atmosphäre, in der Themen wie Tod und Schmerzen in einem friedlich emotionalen Dämmer- oder besser: Zwielicht erscheinen. Der scheinbare Widerspruch, der sich aus Thematik und Darstellungsweise ergibt, verschwimmt in den analogen Angstpop-Hymnen dieses in Braunschweig beheimateten Duos zu einer Art emotionalen Anti-Ambivalenz. Ich behaupte jetzt mal, dass "You" das beste Industrial-Album ist, das in diesem Land jemals aufgenommen wurde. Und wenn irgendwann irgendjemand einmal die Geschichte dieser Musikrichtung mit ihren wichtigsten Protagonisten niederschreibt, wird er neben Namen wie SPK oder Throbbing Gristle auch den Namen Haus Arafna erwähnen müssen. (Brunner)
VO: 01.12.10 // Galakthorroe


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HausArafna.de

 
 
 



Formalin
„Bodyminding“
Bei Formalin passt auf den ersten Blick vieles nicht so zusammen, wie es das vorurteilsgeprägte Menschlein gerne hätte. Das jugendlichere Aussehen von Sänger Tominous nicht zu seiner Stimme, das Etikett „Debüt“ nicht zur „War-ich-schon-immer-Fan-von-Stimmung“, die beim Hören aufkommt und auch bekleidungstechnisch bieten die Jungs Raum für Vermutungen, die sich nicht mit dem decken, was am Ende stilistisch geboten wird. Abseits aller Voreingenommenheit wird auf Bodyminding etwas serviert, von dem ich dachte, dass es das im Zeitalter stupiden Rumgebumses nicht mehr geben wird. Die nahezu perfekte Mischung all der guten Dinge, die die schwarz geprägte Elektromusik bis heute hervor gebracht hat oder anders gesagt, eine volle Packung: Geil! Formalin lassen Vergangenheit und Zukunft unmittelbar aufeinander prallen und kreieren ihr eigenes Jetzt. Aber was sind schon Worte? Also, nicht lesen: hören! (Frank Bentert)
VO: 29.10.10 // Out Of Line


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Myspace.com/Formalin

 
 
 



Jacques C
“Layers”
„Ganz schön abgefahren, was Du da hörst.“ Sie sprach ihre Worte ohne Überraschung, denn der schwedische Produzent Jacques C schien ihr längst ein Begriff zu sein. Seine Musik erklang beeinflusst von minimalistischem Elektro, den frühen 1980er Jahren, französischem House und psychedelischen Momenten der Marke „Psychocandy“ (The Jesus And Mary Chain). Sie war zu ungerade für den Mainstream, aber eigenwillig genug, um die Indie-Elektro-Szene aufzumischen. Dabei versank ich in einer Melancholie, deren Beats den Herbst malten. Instrumental-Stücke wie „An Evil Night“ und „Grow And Prosper“ unterstützten diese Laune als Soundtrack einer ‚lost generation‘, die gerade das Licht der Welt erblickte. Gleichzeitig umhüllten die Vocals bei „Goddess“ und „Fame’s Way“ den blauen Planeten in seiner ureigenen Verlorenheit. Sie drückte die Repeat-Taste und verließ das Haus… (Manfred Thomaser)
VO: 18.09.10 // Funk Noir/Conzoom


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Myspace.com/jacquescmusic

 
 
 



Various Artists
"Black Snow Vol. 2"
Neulich, das Christkind zog sich gerade vor meinen Augen splitternackt aus, fiel schwarzer Schnee vom Himmel herab. Ich weiß leider nicht mehr, welcher Anblick mir gerade lieber war, aber schwarzer Schnee ist echt abgefahren. Und gar nicht so selten. Immerhin zum zweiten Mal taucht er jetzt wieder in Deutschland auf. Mit im Gepäck führt er Künstler wie Tyske Ludder, Feindflug, Leather Strip, Digital Factor und Nude. Von Klassik über Dark Wave, Rock und Drum'n'Bass ist bis hin zu EBM, Electro und Industrial fast alles geboten, was man in der Weihnachtsnacht unter den Baum legt. Der Mix aus Coverversionen und Eigenkompositionen ist gleichzeitig aber auch sehr gewöhnungsbedürftig, schließlich steht nicht jeder besinnliche Mensch auf harten Stoff – und nicht jeder Song kickt. Videos von Dandelion Wine ("I Want A Hippopotamus For Christmas") und The Pussybats ("A Wish") runden das Paket ab. (Manfred Thomaser)




Keine Frage, das die Spielzeugfabrik vom Santa am Nordpol beheimatet ist, sein Label für Töne, die geeignet sind, um feuchtfröhlich Rentiere anzurotzen oder Christkinder auf die Idee zu bringen, sich das für Geschenke notwendige Kleingeld durch sexuelle Gefälligkeiten zu generieren, residiert jedoch in der Stadt, welche nach einem anderen alten Sack mit Bart benannt wurde: Chemnitz. Wiederholt empfiehlt sich dessen vielschichtiger Sampler als echte Alternative zu in buntem Papier eingewickelten Socken. Reliquary und Leaether Strip nehmen es vielleicht ein bissel ernst mit der Besinnlichkeit, CeDigest verweigern sich demonstrativ, ElectroXcentric beflügeln zwischenmenschliche Aktivitäten bei Kerzenlicht und Feindflug feat. Sara Noxx lassen altgediente Erzgebirgler zu einem Mix wie von Laibach feat. The Little Drummer Boy träumerisch aufmarschieren. Tyske Ludder sind auch wieder voll (!) bei der Sache, werden aber trotz schwarzem Humor abermals nur die Rute abbekommen. (Ivo Klassmann)




Wer hat sich nicht als Kind darüber beschwert, alljährlich bei der Oma für 'ne Belohnung ein Ständchen unterm Weihnachtsbaum zum Besten geben zu müssen. Glücklicherweise sorgte das anerzogene Schamgefühl damals schon dafür, dass diese eigenwilligen Darbietungen auch wirklich nur einmal im Jahr, im privaten Rahmen, Gehör fanden, so dass die meisten ihr Weihnachtsliedtrauma im Alter überwinden konnten. Leider gibt es aber auch Menschen, die daraus nichts gelernt haben oder aber in ihrer Kindheit nicht in den Genuss solch prägender Erfahrungen kamen, wie der "Black Snow II"-Sampler leidlich unter Beweis stellt. Unter dem weihnachtlichen Leitmotiv präsentiert Black Rain hier die Ergüsse eigner Bands in Form verwursteter Klassiker und thematischer Eigeninterpretationen, angesiedelt irgendwo zwischen "Na ja" und "Lass ma'". Und ich dachte immer, George Michael hält das Monopol als Weihnachtsnervensäge... (Frank Bentert)
VO: 12.11.10 // Black Rain Media


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BlackRain.de

 
 
 



Versus
„Different twilight places“
Fast wie aus dem Nichts präsentiert dieses sächsische Duo sein offizielles Debütalbum. Schnell wird beim Hören der 16 Stücke klar, dass hier ein enormes Potential an Kreativität vorliegt. Vom Erschaffen eines eigenen Begriffes (Monestirea) bis hin zur Einbindung verschiedenster musikalischer Spielarten – es gibt fast keine Berührungsängste zu allem, was einen Song noch schmackhafter machen könnte. Rund um einen Kern aus solidem, elektronischem Stoff reicht das Spektrum von vielseitiger Gitarrenarbeit bis hin zu variablen Gesangsarten, wobei die vielen Gastmusiker/-sänger(-innen) nicht unwesentlich zum bunten Gesamteindruck beitragen. Kleine Schwächen im sprachlichen und gesanglichen Bereich werden durch eine Menge Herzblut sowie das Vorhandensein von Inhalten und  echten Hits („We are cloned“, „Frequency“, „I never...“ oder „Drifting away“) wettgemacht. (Torsten Pape)
VO: 24.09.10 // Echozone


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Versus-Music.de

 
 
 



Nouvelle Vague
"Couleurs Sur Paris"
Nichts, was dieser Tage strahlend aus Frankreich rüberkommt, bleibt ohne Gegenargument. Und so könnte man Nouvelle Vague partout ankreiden, das auch ihrem vierten Album gleichsam, wie schon bei den drei Alben vorher, eine lukrative Assimilierung von Wave-Klassikern mit Easy Sounds und heavenly Voices anhaftet. Doch diesmal trällern maximal ein paar Saarländer unbeschwert die populäre Begleitmusik ihrer Adoleszenz mit. Skelett der neuen Scheibe ist das rebellierende Paris der 80er und alles, was uns der ehemalige Pariser Piratensender Radio NRJ hierzulande vorenthielt. Abermals wurde eklektisch abstrahiert und zum Sterben schön arrangiert. Für jazzy Klimawechsel in Sachen Coldwave sorgt Charlie Winston, Piratenherz Béatrice bestäubt die 30 Jahre alten Strophen von Gamine mit dem Parfüm der Unschuld, noch einen Hauch zarter geht Vanessa Paradis der 84er-Hit von Etienne Daho durch die Zahnlücke, Camille indes ist Manns genug für Songs über Bordsteinschwalben... Nichts passt dieser Tage besser zu ein paar Gläsern in der l'Heure verte. (Ivo Klassmann)
VO: 12.11.10 // Barclay


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Myspace.com/nouvellevague

 
 
 



Alphaville
"Catching rays on giant"
Nach einigen tollen, aber von der breiten Masse wenig angenommenen Alben in den 90ern, einer wohltemperierten Remix-Attacke 2001 und den opulenten Fan-Release "Dreamscapes" (8 CDs) und "Crazyshow" (4CDs) meldet sich Marian Gold im Jahre 2010 mit einem komplett neuen Album zurück. Hier möchte es noch einmal jemand wissen und damit ohrenscheinlich auch ins Radio. Die Mission wird mit Stil, vielen tollen Melodien und einer immer noch einzigartigen Stimme angegangen. Optisch, aber auch textlich agiert Herr Gold mit viel Charme, Skurrilität, Humor und teilweise sogar vollkommen überzogen. Das nenne ich superben Pop mit Gesicht! Wer nicht schon anhand des Vollbarts des Frontmannes den Wolf im Schafspelz erkennt, der wird hier wohl nur eine weitere Kommerzscheibe hören. Soll er doch, ich habe meinen Spaß und genieße das Comeback, das eigentlich keins ist. Alphaville waren nämlich nie wirklich weg. (Torsten Pape)
VÖ: 19.11.10 // We love music/Universal


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Alphaville.de

 
 
 



ZERO DEGREE
„Probe“
Wenn man älter wird, wird man ruhiger. Und wenn man dann die letzte CD „the inner realm“ von Zero Degree mit dem Neuling „Probe“ vergleicht, trifft diese Aussage zu, denn bei „Probe“ sind weniger Noise-Elemente zu hören. "Probe" klingt sphärischer und spaciger, wie frisch aus dem Weltallsupermarkt, bietet keinen typischen Haudrauf-Noise wie Scooter, sondern chillige Spacesounds à la Space Night (bekannt aus Funk und Fernsehen). Besonders sticht der Song „full of stars“ hervor, der für mich zwischen Genie und Wahnsinn liegt. Die hypnotische Eintönigkeit von dem Song ist einfach derbe. Im Presseinfo steht „…ageless sounds composed with patience, knowledge and creativity…”, recht haben die bei Ant Zen. (Junk - die Null)
VÖ: 10/2010 // Ant-Zen
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Myspace.com/nullgrad

 
 
 



HOCICO
„Tiempos De Furia“
So prägnant der musikalische Stil der mexikanischen Elektrowüter auch sein mag, so homogen ist er auch durch die meisten Songs, ihrer meisten Alben hinweg. Tiempos De Furia bildet da keine Ausnahme. Auch auf der neusten VÖ des Duos wird mehr oder weniger scharf serviert, wonach sich eingefleischte Fans sehnen, was das restliche Publikum allerdings ziemlich schnell in eine lethargische Grundhaltung versetzen dürfte. Scheinbar endlose, gleich arrangierte Klangstrukturen treffen auf ein allgegenwärtiges, düsteres Grundrauschen und bilden gemeinsam mit der (zu) stark verzerrten und (zu) monotonen (Gesangs) Stimme eine einzige Fläche innerhalb der Songs. Dies mag vielleicht im Club, nimmt man einen einzelnen Song, gute Stimmung und Alkohol, in gewisser Weise dynamisch und bewegungsfördernd wirken, kam beim Hören der gesamten Platte aber ähnlich aufregend um die Ecke wie eingeschlafene Füße. (Frank Bentert)
VÖ: 01.10.2010 // Out Of Line


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Myspace.com/hocicoh

 
 
 



Schwefelgelb
"Das Ende vom Kreis"
Wir drehen uns alle im Kreis... obwohl das ungefähr so viel Sinn macht wie Leggins. Vielleicht der Grund für Eddy & Sid es mal als Karussellbremser zu versuchen, um beim Zweitwerk wenigstens namentlich mit Silbermond im Einklang zu stehen. "Von allem zu viel" empfanden sie ihr animalisch- hedonistisches Wundertüten-Debüt und tünchen nun mit melancholischer Unverbindlichkeit das Palais Schaumburg auf halsbrecherisch. Purple Rain war gestern, der Pop-Esotheriker in Dir findet sein Heil heuer im "Regen aus Rosenquarz". Aber "Solange du atmest" kannste deinen Arsch drauf verwetten, das hier abermals beharrlich billige Beats wie von Investmentbankern zu dadaistischen Wertanlagen gebündelt wurden, welche die weltweite Partymaschine am Laufen halten. Dafür gibt's hier vollzählig "Alle Sterne". (Ivo Klassmann)
VÖ: 29.10.2010 // Tapete Records


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Schwefelgelb.de

 
 
 



Extinction Front
"Destruction Show"
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Dies kann man von dieser Band jedoch nicht behaupten. Wenn man EF beschreiben müsste, so wären einfallslos, ordinär und unausgegoren die passenden Worte. Auf- und abgetragen wirken Sound und Stimme, die vergeblich versuchen Acts wie Xotox gleichzukommen, sodass der größte Aha-Effekt ein lautes Gähnen beinhaltet. Die gebürtigen Spanier sollten lieber die Finger von elektronischem Schnickschnack lassen, denn das ihnen vorauseilende Temperament geht hier völlig flöten. Die Texte sind nicht der Rede wert- warum es hier ein Textbooklet gibt, weiß ich nicht -  ich sage nur: blow, fu**, motherfu**er. Auch wenn es ein, zwei tanz- bzw. sogar hörbare Songs gibt, so werden diese vom wahrhaftigen Müllkoloß übertrumpft – die (eigene) Zerstörung ist vollkommen. (Manuela Seiler)
VÖ: 03.09.2010 // Danse Macabre


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Myspace.com/ExtinctionFront

 
 
 



Röyksopp
"Senior"
Vergiss den Sommer und die Euphorie vom Junior. Die norwegische Herbstkollektion des Lebens trägt Nierenwärmer statt Nietengürtel und bedient in quälenden Klangexkursionen so ziemlich jede Stereotype über die biologische Uhr, inklusive der Parkinson-Attacke "The Drug" - ganz ohne die Vorschädigungen oder den Nachgeschmack an das frühere Röyksopp's night out. "The Alcoholic" klingt gar nach Bionade Quitte... Verzweiflung pur und nichts was bleibt, außer dem Anrecht auf kreative Pausen auch für Musiker, welche gleichwohl nicht durch Herausgabe von Betäubungsmitteln missbraucht werden sollten. (Ivo Klassmann)
VÖ: 10.09.2010 // Wall Of Sound


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Royksopp.com

 
 
 



Covenant feat. Necro Facility
„Lightbringer“
Ein bisschen „Bullet“ steckt in der neuen Covenant-Single (sic!). Soll heißen, dass „Lightbringer“ – ganz wie der erwähnte Vorvorvorgänger – keiner dieser High-Speed-Tracks, sondern ein Song mit einem gemäßigten Groove ist. Neu an dieser EP ist, dass sie die erste Veröffentlichung darstellt, auf der Daniel Myer mitgewirkt hat. Zudem arbeitet die schwedisch-deutsche Formation erstmalig mit einer anderen Band, nämlich Necro Facility, zusammen. Covenant klingen trotzdem immer noch wie Covenant. Vielleicht ist das ja gerade die Überraschung? Fans können blind zugreifen, sie finden hier, was sie hören wollen. Und der olle Myer stielt mit seinem „The Beauty And The Grace“ den skandinavischen Kollegen am Ende fast noch die Show. (Brunner)
VÖ: 22.10.2010 // Synthetic Symphony


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Myspace.com/Covenant

 
 
 



Various Artists
“Ninja Tune 20 Years Of Beats & Pieces”
Rund 20 Jahre sind vergangen, seit die Coldcut-Musiker Jonathan More und Matt Black ihr eigenes Label gründeten. Unzufrieden und gefangen in der Welt der Major-Label brach das Duo aus und brachte Ninja Tune zur Welt. Den unter Vertrag stehenden Musikern sollte Unabhängigkeit garantiert werden … und 20 Jahre später gibt es sie immer noch. Ein Grund zu feiern, was Ninja Tune mit “Ninja Tune 20 Years Of Beats & Pieces” trefflich machen. Ob als doppelte Doppel-CD oder in der limitierten Box (6 CDs, 6 Vinyl-Singles und ein Buch), für die Ohren wird ordentlich was geboten. Als Künstler treten Coldcut, Amon Tobin, Eskmo, Bonobo, Mr Scruff, Floating Points Ensemble und viele mehr in Erscheinung. Fans sollten sich definitiv auf die limitierte Box konzentrieren. (Manfred Thomaser)
VÖ: 17.09.2010 // Ninja Tune


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Ninjatunexx.net

 
 
 


IRIS
"Blacklight"
Es soll Menschen geben, deren Vorstellung zu den kommenden Jahren bunt und farbenfroh ist. Hierzu zählen auch Iris, deren Farbenvielfalt sich allerdings ausschließlich zwischen Schwarz und Anthrazit ausdrückt, genau dort aber in allen Schattierungen. Ihr Regenbogen sieht wahrlich anders aus. Und irgendwie wirken sie dabei auch noch glaubwürdig. „Blacklight“ ist ein Electro-Pop-Album zwischen Dancefloor und Melancholie, einer Laune der Natur also, deren bedeutendste Werke größtenteils den 1980er Jahren entstammen. Diese Atmosphäre greifen Iris auf, vermischen sie mit den eigenen Ideen und kreieren das Bild  verlorener Seelen im Ringen mit der Dekadenz. Fazit: Mit “Blacklight” veröffentlichen Iris einen schönen und atmosphärischen Longplayer, der Fans des Electro-Pop gefallen wird. (Manfred Thomaser)




Die Iris im Schwarzlicht ist einfach nur heiß und gleichzeitig so tiefgründig. Bietet sie doch so viele reizvolle Pop-Einlagen und hat dabei auch noch Freude am Experimentieren. Von wegen reine Synthienarsstellung: elektrische Toys in Form von Gitarre und Bass haben reichlich Platz beim Liebesspiel. Aber Achtung, hier ist kein Platz für blütenweiße Gefühlsduselei. Die Liebe schwingt nicht nur im fröhlichen 3/4 Takt, sie zieht dich manchmal tief ins Tal der Melancholie und ist doch immer romantisch. Niemand erzählt davon so eindrucksvoll, wie unsere Iris. In manchen Situationen sollte man einfach nicht zu viel sabbeln, sondern reinschieben, zurücklehnen und genießen. Meine Fresse, ist die geil. (Spider)
VÖ: 17.09.10 // Infacted Recordings



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IrisMusic.com
 
 
 



AMGOD
„Dreamcatcher“
Das hat ja eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis "amGod" alias Dominik van Reich uns endlich seinen neuen Longplayer "Dreamcatcher" präsentiert. Ich will nicht sagen, dass sich das Warten gelohnt hat, denn ich hab nicht mehr wirklich mit einem neuen Album gerechnet. Umso erfreulicher ist das Ergebnis! Ich finde es ja nach wie vor sehr bedauerlich, das es "yelworC" in der Urbesetzung nicht mehr gibt und die Delinquenten nun unter zwei Bandnamen, zugegebenermassen beide sehr gute Musik produzieren. Doch zurück zu "Dreamcatcher", ein Album, das Zeit braucht und sicher nicht für den schnellen Musikkonsum oder den Clubeinsatz konzipiert ist. Hier wird Ruhe gefordert und die Auseinandersetzung gesucht. Dominik schafft es hervorragend, Stimmungen einzufangen und immer wieder sorgfältig ausgewählte Noise- und Sprachsamples in bedrohliche Soundstrukturen zu integrieren. Mich erinnert der Sound stark an die alten Meister der belgischen Schule, was ich durchaus als Kompliment verstehe. Meine Highlights sind Songs wie "Pain & Desire", "On The Hunt" oder "Fight!". Ein Album, das sich 2010 in der inflationären Masse der Veröffentlichungen sicher schwer tun wird, aber auch seine Fans finden wird, da es erfrischend anders klingt als der derzeitige Trend. Einzig "Soulhunter" (von yelworC) hätte ich in der vorliegenden 2010er Version nicht unbedingt gebraucht! Fazit: Unbedingt Zeit in dieses Album investieren, dann entfaltet es seine komplette Wirkung, Zeit die leider wohl die Wenigsten haben werden. (Torben Schmidt)
VÖ: 11/2010 // Alpha Matrix


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Myspace.com/amgod1

 
 
 



Pitch Black Inc.
„Alles ist gesagt“
Was hat diese Electro-Band aus Kassel mit Döner zu tun? Rein gar nichts. In meinem Hirn hat sich jedoch der Name Pitch Black Inc mit diesem Erlebnis in Kassel fest verlinkt. Damals hat mich der Dönermann in dieser Fussgängerzone eiskalt abgezockt, indem er 6 Euro für einen Döner nahm. Erst im Auto bekam ich den Beschiss mit. Ich bin halt nicht der Schnellste. Apropros schnell: Die ersten Lieder des Albums haben mächtig Geschwindigkeit drauf, wirken aber leider etwas beliebig. Die Texte sind größtenteils auf Deutsch, wobei Ideals „Erschiessen“ ein neues Gewand bekommt. Ab dem elektronisch-minimalen „Retro Adam“ wird es interessant. „City lights“ ist ein sphärisch-ruhiger Song, „Nothing else to say“ sowie „Who cares“ können mit feinem Gitarrenspiel begeistern und der gezupfte Bass fügt sich gut in das Klangbild der Lieder. So ist es am Ende doch noch ein schickes Album geworden. Damit ist dann auch schon alles gesagt. (Sir Raze)
VÖ: 01.11.2010 // Ionium


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Pitchblack-inc.de

 
 
 



Inertia
“Repeat & Follow”
Im Stroboskoplicht tanzend, den harten Beats zwei vor uns eins zurück folgend, tauchen sie ins Vergessen ein, die Sinne. Und genau dort gehören sie hin, wenn der aktuelle Tag verlief wie der gestrige. „Repeat & Follow“ setzt an, wo der Ärger am meisten schmerzt und haut alles aus der Erinnerung heraus, was einen im Leben nicht weiter bringt. Vor Veröffentlichung ihres elften Albums „Deworlded“ gibt „Repeat & Follow“ die Marschroute Inertias durch. Lange gefackelt wird hier nicht. Ihr  Sound bezieht seine Kräfte aus EBM, Industrial und Techno. Für meinen persönlichen Geschmack könnte „Repeat & Follow“ etwas abwechslungsreicher gestaltet sein, im Club aber wird dieser Song überzeugen. Neben der Album-Version enthält die MCD sechs Mixe und den Bonustrack „Fallout“. (Manfred Thomaser)
VÖ: 20.08.2010 // Cryonica Music


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Myspace.com/inertia001

 
 
 



Various Artists
“Sounds Like Stilwerk Vol. 4”
Wenn chillige Housemusik den Herbst begrüßt, ist die Designerplattform stilwerk nicht weit. Lifestyle ist ein Gesamtkunstwerk, das präsentiert  werden will. Und stilwerk liefert neben den passenden Produkten für Haus und Hof den Sound gleich mit. Unterstützung findet die Design-Drehscheibe wieder beim Hamburger DJ Sinan Mercenk, der bereits Vol.1 bis 3 zusammenstellte. Wer sein neues Schlafzimmer den Liebenden unter den Gästen überlassen möchte, kann den anderen gleichzeitig die neue Küche zeigen. Parallel berauschen die Klänge auf  „Sounds Like Stilwerk Vol. 4” die Besucher in allen Zimmern in der gleichen Qualität. Die von Sinan Mercenk mit einem Remix versehenen Blank & Jones („Relax – Your Mind“) und Levthand („Cadillac Track“ im Club Edit) fehlen da ebenso wenig wie 12 Fingers oder Doomwork. Natürlich steuert Sinan Mercenk auch eigene Tracks bei, so z.B. das betörend groovige „Curiosity“ mit Gastsängerin Pat Appleton (De-Phaazz). Unterm Strich weiß das Album zu überzeugen, nicht alle Songs aber können mit der Klasse eines Sinan Mercenks oder der Blank & Jones Gemeinde mithalten. Macht nix,  d.h. solange man vollständig auf das neue Inventar oder die Person neben sich in der Kiste konzentriert ist. (Manfred Thomaser)
VÖ: 24.09.2010 // Idee Deluxe


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Stilwerk.de

 
 
 
 



IN STRICT CONFIDENCE
"Set me free EP"
Ganze 13 Stücke lässt der gute Dennis auf uns los. Dies ist für eine Ep quantitativ äußerst spendabel. Traditionell macht die lange "Extended Version" des Titelstücks den Anfang. Guter Auftakt, aber die Power des besten Stücks vom Album "La Parade Monstrueuse" wird teilweise etwas ausgebremst. Und auch Rhys Fulber kann das normalerweise besser als auf seiner Version. Die Piano Version von "Set me free" geht gesanglich total in die Hose. Monozelle ziehen "My despair" ebenfalls den Zahn. Dann wird bei "One drop" auch noch belanglos gefuturepoppt. Die Patenbrigade: Wolff bearbeitet dieses Stück besser und ruhiger. Danach folgen eine ganze Reihe Remixe, die man getrost unter den Tisch fallen lassen kann. Mühe gegeben haben sich nur noch Parralox, die "My despair" in ein dunkles Disco Pop- Gewand kleiden... Eine überwiegend durchschnittlich bis langweilige Neubearbeitung toller Originale. Wieso denn bloß? (Spider)




Schon vorneweg kann man sich über den Erwerb der neuen ISC–EP den halben Hintern abfreuen, bekommt man doch für'n normalen Preis echt und ehrlich Extended Play. So gut so weit. Ein Blick auf die Tracklist überzeugt genauso, weil sich hier nämlich nicht nur der Titeltrack, sondern einige mehr zur Brust genommen wurden. Und endlich klingen sie mal wieder (fast) wie früher: zackig, rotzig, düster. Schade nur, das dafür die jeweiligen Remixer nötig waren. Diese sind glücklicherweise auch so verschieden, wie die Remixe, die dabei hinten rauskamen: Rhys Fulber, ASP, Samsas Traum oder die hochgeschätzen Weltstars von Patenbrigade Wolff. Also  fassen wir zusammen: Die Strickkonferenz hat hier auch für jemanden, der die Gruppe die letzten Jahre so'n büschn links liegen lassen hat (also für mich), 'ne echt dufte Platte hingelegt. (Daniel Theberath)
VÖ: 25.03.2011 // Minuswelt


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instrictconfidence.com

 
 
 



THE PAIN MACHINERY
"Auto Surveillance"
Bei der Überwachung von Pain Machinery stellt man folgendes fest: In Schweden lagern noch frei zugängliche und gar nicht so geheime Informationen zur Erstellung elektronischer Musik. Man nehme eine knochentrockene, aber harmonische Melodieführung, unterlege sie mit tanzbaren, aber nicht zu monotonen Beats und setze einen markanten, aber nicht zu sehr böse brüllenden Shoutgesang darüber. Dann bekommt man ein paar wirklich ordentliche EBM-Nummern. Aber nur dann, wenn man sich nicht zu sehr darin verpfriemelt, diese mit Noise- und Schranz-Elementen zu kombinieren. Aus den Protokollen dieser Remix-CD zieht die Band hoffentlich die richtigen Schlüsse. Schließlich sind die enthaltenen Songs Vorboten auf das in Bälde erscheinende Album "Surveillance Culture". Bitte das Old School-Gewand beibehalten, denn die gesamten hippen Techno/Schranz-Remixe gehören wegen akuter Kopfschmerzgefahr in die Gifttonne. (Spider)
VÖ: 17.03.2011 // Complete Control


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thepainmachinery.com/

 
 
 



FRACTURED
"Beneath The Ashes"
Die kanadischen Elektroniker von Fractured steigen auf ihrem zweiten Album erst mal getragen zeremoniell und mit Orchesterklängen aus der Asche. Doch das Intro wandelt sich in einen krachenden Opener mit verzerrtem Gesang, treibender Melodie und Dampfhammer-Beats. Was danach folgt ist ein wahrer Vulkan an ertragreichen Elementen. Da werden Synthesizer-Harmonien gekonnt verschachtelt und mit ständig variierenden, pulsierenden Beats unterlegt. Währendessen agiert der Gesang in allen Facetten von klar und wohltönend bis aggressiv und entstellt. Zu Mitte des Albums kühlt dieses Gemisch etwas ab und auch wenn einzelne Ströme noch lodern, vermisse ich die euphorisierende Hitze etwas. Doch man darf sich im Terrain dieser CD nie sicher fühlen. Sonst wird man zum Abschluss noch von den Electrobang-Orkanen weggepustet. Unter der Asche bleibt ein Album zurück, das durch seine Vielfältigkeit immer wieder in den Player wandert und seine Fruchtbarkeit behält. (Spider)
VÖ: 25.03.2011 // Dependent


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Faithisfractured.com

 
 
 



The Human League
"Credo"
Machen wir es kurz: Diese Band war in den Achtzigern für mich und die elektronische Musikwelt unglaublich wichtig und enttäuscht nun über weite Strecken. Jeder Pups macht heutzutage elektronische Popmusik - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Insofern müssen sich The Human League einer nahezu unermesslich großen Konkurrenz stellen. Im Vergleich mit dieser schneidet die Formation zumindest teilweise gar nicht so schlecht ab. Zwar klingt etliches auf „Credo“ ein wenig kurzatmig, was die Song-Ideen angeht – hin und wieder jedoch blitzt das große Können der Briten beeindruckend auf. Was „Credo“ schließlich das Genick bricht, ist die Vergangenheit, ist der Kultstatus von The Human League, der einen gewaltigen Schatten wirft, aus dem diese neue CD nicht heraustreten kann. (Brunner)
VÖ: 11.03.2011 // Wall Of Sound


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Wallofsound.net

 
 
 



IAMX
„Volatile Times“
Kritik am Schaffen von Chris Corner verbietet sich fast per se. Schließlich ist der Wahl-Berliner so etwas wie das letzte Einhorn, das – in der Tradition eines Marc Almond oder Brett Anderson (Suede)  - Dandytum mit genialer Kreativität verbindet. Seit seinem Weggang von den Sneaker Pimps hat sich Corner mit jedem IAMX-Album in noch höhere Indie-Electro-Pop-Sphären gespielt. "Volatile Times" ist nun das erste Werk, das keinen ganz so großen Entwicklungsschritt mehr erkennen lässt. Ich würde diesen Status jedoch nicht mit Stagnation, sondern mit Vertiefung beschreiben: Corner greift einige seiner Ideen erneut auf, spielt mit ihnen, kombiniert sie neu, verfeinert Details und schafft letztendlich doch wieder eine Platte, an der man aus den bekannten Gründen nichts aussetzen darf – an der aber auch einfach nichts auszusetzen ist. (Brunner)
VÖ: 18.03.2011 // BMG


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iamx.eu

 
 
 



KMFDM
"Krank"
Den Vorboten "Krank" zum kommenden Album der Industrial-Rock-Pioniere KMFDM gibt's hier in dreifacher Ausführung. Das Original schmettert in gewohnter Manier forsche Selbstbeweihräucherungsparolen zu harten Gitarrenbrettern, während im Hintergrund die Elektronik forsch pulsiert. Der Kommor Kommando-Mix lässt das Ding noch fetter aus den Boxen dröhnen, ohne Grundlegendes zu ändern. Tim Skold ist in seinem Remix etwas experimentierfreudiger mit ein paar Spielereien. Mit diesen übertreibt es Bill Rieflin mit seiner Variante, zum zweiten Song "Day of light" gewaltig. Das dürfte nur Modern Jazz-Freunden gefallen. Und auch die Meister selbst machen es nicht besser. Klarer Fall von Licht und Schatten. (Spider)
VÖ: 11.03.2011 // Dependent




Krank... genau, treffender kann man die Musik von KMFDM nicht beschreiben. Das Gute bei dieser Band: man weiß nie, was einen erwartet. Das Schlechte: man weiß nie, was einen erwartet. So wird einem auch dieses Mal wieder ordentlich vor den Kopf geknallt. Es beept, es rumpelt und beißt - ein Song, wie eine Rauhfasertapete: – je öfter du dich damit beschäftigst, umso mehr Details erkennst Du. Unterstützt wird die Band von Skold und Komor, die beide knackige Remixe beisteuern, ohne sich zu weit vom Original zu bewegen. Der einzige Ruhepol dieser Maxi, der Rieflin Mix von Day of Light, ist allerdings Kein Mix Für Die Mehrheit, aber er macht durchaus Sinn – so kann man die CD weiterlaufen lassen und in der Zeit die Dinge tun, die man beim Blockbuster in der Werbung macht. Danach geht’s zwar nur noch mit einen Song weiter, dem KMFDM Mix von Day of Light, der allerdings stimmt schon wieder versöhnlicher. (Daniel Theberath)


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kmfdm.net

 
 
 



Blancmange
„Blanc Burn“
Im Moment ist die Wiederkehr aus den 80ern schwer angesagt. Nach Alphaville, OMD, Red Box, Kim Wilde und demnächst Human League dachten auch Neil Arthur und Stephen Luscombe, sie müssten die Welt mit einem neuen Album beglücken. Allerdings waren die Herrschaften in Deutschland nicht wirklich bekannt, hatten aber in England mit Sachen wie „Don't tell me“, „Living on the ceiling“ oder „Waves“ recht viele Hits. Das neue Werk ist stark gewöhnungsbedürftig. Das waren die alten zwar auch, aber hier versucht man an manchen Stellen doch ein wenig arg hip zu klingen, wobei das Album bei mehrmaligem Hören deutlich besser wird. Typische Blancmange-Songs wie  „Im having a coffee“ sind trotzdem eher die Seltenheit. Sehr schön auch „Radio therapy“, das an Kraftwerk erinnert und die fetzige Abschlussnummer „Starfucker“.  Alte Fans wird diese CD jedoch völlig abschrecken und wieso Arthur seine tolle Stimme ständig irgendwie verfremdet, wird wohl auch sein Geheimnis bleiben. Die abschließende Benotung erfolgt wie erwähnt erst nach mehrmaligem Hören. (Chucky)
VÖ: 11.03.2011 // Proper


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Blancmange.co.uk

 
 
 



Blitzmaschine
"Faustrecht"
Macht euch bereit, denn die Blitzmaschine lebt und sie kommt nach gelungenem Maxi-Debüt nun auch im Langspieler-Modus auf Touren. Die beiden Maschinisten haben das EBM-Erbe (DAF, NEP, alter Machinery-Katalog etc.) reichlichst inhaliert, resp. verinnerlicht und am Ende ihren eigenen Schuh daraus gebastelt. Dieser stampft die Tanzfläche ordentlich platt und neben dem fetten Rhythmusgewitter ist sogar bisweilen Platz für eine unterkühlte, aber stets prägnante Melodie. Die Mischung macht jedenfalls ordentlich Spaß und die punktgenaue Produktion lässt zum Glück die staubtrockenen Akzente manch anderer Genre-Scheiben vermissen. Abzüge gibt es von mir nur für den ein oder anderen (deutschen) Text, so z.B. haben schon andere festgestellt, dass 'hast' und 'hasst' akustisch gleich sind. (Torsten Pape)
VÖ: 11.03.2011 // Danse Macabre


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Myspace.com/Blitzmaschine

 
 
 



Ladytron
"Best of Ladytron 00-10"
Keiner benutzt mehr den Begriff Electroclash, aber Ladytron haben den Trend, den sie mitbegründet haben, unbeschadet überstanden. Nach zehn erfolgreichen Jahren, die uns vier Alben beschert haben, ist es nun an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Diese fällt sehr umfangreich aus, denn die Zusammenstellung umfasst 15 Klassiker sowie zwei neue Songs. Mehr geht nicht, obwohl man trotzdem das Gefühl hat, dass immer noch ein paar Songs fehlen. Angesichts der neuen Single „Ace of Hz“ ist das jedoch sehr schnell vergessen, denn in dieses Lied ist man sofort bis über beide Ohren verknallt. Fluffig, poppig und charmant verzaubert es einem den trübsten Tag. Die größte Überraschung stellt jedoch das ebenfalls brandneue „Little black angel“ dar, das nichts Geringeres als eine Death In June-Coverversion ist. Wie geil ist das denn! (Torsten Pape)
VÖ: 25.03.11 // Nettwerk


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Ladytron.com

 
 
 



Binary Park
"Worlds Collide"
Für das Projekt "Binary Park" hat Infacted-Labelchef Torben Schmidt mal wieder seine Beine vom Schreibtisch genommen und selbst Hand an die Synths gelegt. Zusammen mit Alfred Gregl und dem Sänger Huw Jones lässt er es weltmännisch krachen. Naja, nicht nur, denn die Altersweisheit lehrt, dass man eine gute elektronische Platte, die eine längere Haltbarkeit als ein Erdbeer- Joghurt haben will, nicht nur mit Tanzflächenklopfern füllt, sondern auch mit wunderbar verfriemeltem Mid-Tempo verziert. Gut, wenn man dafür auch noch einen Sänger hat, der tatsächlich eine charismatische Sangesstimme besitzt und auch durch den Vocoder wie ein waschechtes Electrobärchen klingt. Erfreulich, dass man sich auch bei den schnelleren Songs, die überwiegend instrumental sind, der ganzen Schaltkreise und Tasten des Equipments bedient. Ja, man kann durchaus auch mit Intelligenz ballern und samplen - und somit kurzweilige Stücke erschaffen. (Spider)
VÖ: 18.03.11 // Infacted Rec.


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Myspace.com/BinaryPark

 
 
 



The Empath
“Meanwhile”
Da ist es wieder, das Weltall. Und beinahe schwebend rasen wir an Sonnensystemen vorbei und hindurch. Die Musik dazu liefert The Empath mit „Meanwhile“, dem allerdings ausgesprochen bewusst ist, dass es neben herrlich farbigen Planeten auch finstere schwarze Löcher gibt. Entsprechend reichen die zwölf Songs auf dem neuen Album von Ambient und Hypnose bis hin zu verzerrten Beats, Soundpassagen im Stil der Einstürzenden Neubauten und Trümmerfragmenten explodierter Satelliten. Und so, wie Träumer zwar Musik nicht aber gesprochenes Wort im All hören können, bedient sich The Empath menschgewordener Stimmen nur dann, wenn „Meanwhile“ kurz an der Erde vorbeirauscht. Kein Geniestreich, für Klangtüftler aber eine Quelle der Inspiration. (Manfred Thomaser)
VÖ: 22.10.10 // Hymen


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Myspace.com/theempath2

 
 
 



Legacy Of Music
„(Co)Operation“
Selbstbewusst sind die 2 Dresdner, das muss man ihnen lassen. Im Info werden schwere Worte wie „Meisterwerk“, „innovative Ideen“ und „Eigenständigkeit“ benutzt – alles Buchstabenkombinationen, die einen immer spannend auf DAS ultimative Erlebnis machen. Doch das „Erlebnis“ ist eine Mogelpackung, bei der das eigentlich Spannende lediglich die vielen, mehr oder weniger bekannten, Featuring-Gäste sind, die zu solider, aber an Überraschungen armer Musik ihr ebenso mehr oder weniger markantes Stimmchen ausborgten und von denen, nebenbei bemerkt, einige immer noch nicht singen können… noch nie singen konnten.
Legacy Of Music verlassen sich zu sehr auf die „co-operierte“ Starpower und vergaßen dabei, ihr durchaus vorhandenes kompositorisches Potenzial auszureizen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur begrenzt. So bleibt am Ende lediglich ein bunter Teller Rohkost, halb durchgedünstet, bei dem irgendwie nur das Dressing schmeckt. (B. Horst)
Übel: „Die Welt feat. Plastic Noise Experience“
Genial: „Tragedy feat. Mesh“
VÖ: 22.10.10 // Legacy Of Music


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LegacyOfMusic.de

 
 
 



Poesie Noire
„Sense of purpose“
18 Jahre nach dem letzten Lebenszeichen meldet sich eine belgische Band zurück, die hierzulande leider nie über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen ist. Poesie Noire – der Name steht für zahlreiche Veröffentlichungen in den 80ern und viele musikalische Gesichter. Mit dem neuen Album knüpft man nun an die elektronische Frühphase an und verbindet diese mit einem unglaublichen Gespür für tolle Melodien. Intelligente und oft humorvolle Texte setzen den neun aktuellen Songs die Krone auf. Eine neue Version der kultigen The The-Coverversion „Uncertain smile“ ist dann fast zuviel des Guten, aber doch nur fast. Fans werden angesichts dieses Geniestreichs jubilieren, Neugierige dürfen natürlich gern mal probieren. Zur Orientierung: Es schmeckt ein wenig nach den melodiösen Seiten von Anne Clark und Kirlian Camera. (Torsten Pape)
VÖ: 08.10.10 // CNR Records NV


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PoesieNoire.com

 
 
 



Neutral Lies
„Commuters“
Kaum habe ich das Debütalbum der Neutralen Lügen inklusive der bescheidenen Vokalakrobatik verdaut, da schiebt das Duo prompt eine digitale Single hinterher. „Commuters“ ist sicherlich nicht die beste, aber eine durchaus gute Komposition und siehe da, auf einmal stört mich der Gesang nicht mehr. Schuld ist die Bearbeitung der genialen Signal Aout 42, denn im Breitwand-EBM-Gewand passt der limitierte Stimmumfang einfach deutlich besser. Sehr geile Version! Der zweite Remix des Titeltracks (Commuter’s Remix, hä???) nervt dafür schnell durch sein Gezirpe. So klingt ein vertontes ADS-Syndrom! „Between glasses and rewards“ im U-Mix und „SX Girls“ im Buzz-Mix (Bass-Mix?) überzeugen musikalisch durch Referenzen an frühe Anne Clark, wenn da bloß nicht die Stimme wäre. Aber ich wiederhole mich... (Torsten Pape)
VÖ: 06.12.10 // Boredomproduct


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Neutrallies.online.fr/

 
 
 



Edge of Dawn
„Stage Fright EP“
Mit der Anzahl ihrer bisherigen Veröffentlichungen gewinnen Edge of Dawn wahrscheinlich keinen Blumentopf, mit der Qualität ihrer Songs hingegen heimsen die Jungs immer wieder reichlich Lorbeeren ein. Es muss schon ein schweres Los sein, so viel musikalisches Talent in sich zu tragen, aber einfach keine Zeit zu finden, um es in Songs manifestieren zu können. Doch genug des Mitleids, denn 2010 war ja bekanntlich musikalisch wieder ein gutes Jahr für Band und Fans. Nach dem neuen Album liefern EoD in gewisser Tradition nun wieder eine EP hinterher. Die stellt neben sehr abwechslungsreichen und harmonischen Mixen auch noch zwei bisher unveröffentlichte Songs bereit. Ist dies vielleicht als indirekte Entschuldigung an die Fans zu deuten, weil neues Material so lange auf sich warten ließ? Wir wissen es nicht! Auf jeden Fall sagen wir danke und erkennen, dass die Warterei manchmal eben doch lohnt. Anspieltipp: Capsized (Frank Bentert)
VÖ: 03.12.10 // Dependent


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EdgeOfDawn.de

 
 
 



Dual Sensity
„Fake“
Kauft eigentlich jemand so was? Eine Single, eine Maxi, die mit 7 (!) Mixen von ein und den selbem Song bestückt und darüber hinaus auch noch mit „Fake“ betitelt ist? Schade um den „besten Song“ (Zitat, Info) des immer noch aktuellen Albums ‚Soul Ecstasy’, der hier 7 mal trivial remixed wurde und nun auf Synthpop-Fans losgelassen wird, bis dieser denen aus den Ohren quillt. Wenn’s für mehr nicht reicht, spricht das für eine Band, die vielleicht auch nicht mehr kann, als andere zu beauftragen, ihre Songs zu remixen. Ach ja, hatte ich schon gefragt: Kauft eigentlich jemand so was? (Ilse, keener will’se)
VÖ: 26.11.10 (nur digital) // Conzoom
Ohne Wertung
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MySpace.com/DualDensity

 
 
 



FRL. LINIENTREU
„Lifelines“
Das erste Album erschien 2008 bei dem Düsseldorfer Label „le petit machiniste“. Jetzt, 2010, erscheint das 2. Album bei Ant Zen, Respekt! Frl. Linientreu bleibt mit dem neuen Album „Lebenslinien“ ihrer Linie treu und nutzt auch hier keine Sprachsamples von kölschen Karnevalhits. Trotzdem besitzt das Fräulein Humor, nicht anders ist sonst so ein Stück wie „Licht an!“ zu erklären. Auch wenn es wahrscheinlich nicht beabsichtigt ist, klingt dieses Stück wie eine Hommage an die Band „Juniper Hill“. Das Album ist es Wert über jedes einzelne Stück einen oder mehr Sätze zu schreiben. Allerdings bekommt man als Schreiber nicht so viel Platz beim Bodystyler, nur Rum und Ehre. In Kurzform: das Album bietet Noise, Elektro und Abwechslung, also gleich drei Dinge in einem. Anspieltipps: „Spiel mal Minimal ey“, „Lifelines“ und „Licht an!“. Wieder drei Dinge, welch Überraschung. (Junk das Männlein)
VÖ: 05.11.10 // Ant-Zen
Ohne Wertung
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Myspace.com/frllinientreumusic

 
 
 



Moon 74
“Newborn”
Man kann Dominic Hein anstandslos bescheinigen, dass er ein Tausendsassa ist. Fast im Alleingang spielte er sein Debütalbum ein und übernahm dabei Gesang, Synthesizer- und Gitarrenarbeit. Ist es Rock? Ist es Pop? Eigentlich egal, denn es sind stets gute Songs, die sofort ins Ohr gehen und im besten Sinne vielschichtig sind. Die meisten von ihnen haben einen eher sanften Grundcharakter und beinhalten schöne Stimmungsbögen. Ein Paradebeispiel hierfür ist sicherlich der Titelsong. So entwickelt sich mit der Zeit ein wirklich angenehmer Hörgenuss im Spannungsfeld einiger hochkarätiger Acts. Hin und wieder hätte es vielleicht nicht geschadet, noch ein paar (mehr) Grenzbereiche auszuloten, wie zum Beispiel beim Cover geschehen, das ein echtes Schaf im Wolfspelz ist. Sic! (Torsten Pape)
VÖ: 01.10.10 // Echozone


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Moon74.de

 
 
 



Nena & Heppner
"Haus der drei Sonnen"
"Ich leb so gesund, und Drogen nehm ich auch. Ich zähl die Jahre..." und genau in der Hälfte findet dann die Nena, einst noch feuchter Traum aller Vorstadtjungs, eine Single, die '85 irgendwie untergegangen ist. Löblich, das sich diese nun nicht nur auf einer Amiga-Best-Of wiederfindet, sondern just auch auf einer, die ganz nach ihren Vorstellungen kompiliert wurde. Kann man mit 50 ja mal machen. Heute ist sie besser epiliert und singt auch lieber mit Peter als mit dem Marcus. Der Peter hat das verstaubte futuristische Ding dann erstmal zusammen mit Lothar Manteuffel (Rheingold) und Dirk Riegner (In Strict Confidence, Minerve u.a.) einer retrospektiven Verjüngungskur unterzogen. Nun, so wundervoll unkompliziert, passt es besser zum neuen Video mit englischem Strandkiesel und würde auch auf der "Get Ready" von New Order keineswegs negativ auffallen. Warum da noch zwei weitere Produzenten - die gleichen, welche Peters Solo-Album mitverbrochen haben - für nen deutlich nervigeren Radio-Edit gebraucht wurden, weiß vielleicht nur die Nena, die lebt ja nicht nur gesund. (Ivo Klassmann)
VÖ: 05.11.10 // Starwatch


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Nena.de

 
 
 



Veil Veil Vanish
„Change In The Neon Light“
Was für ein Herbst! Erst die Briten O.Children mit ihrem Hammer-Debüt und nun das: Ein Quintett aus San Fransisco spielt einen Crossover aus Shoegaze und New/Cold Wave und das in einer Manier, die einem fast die Sprache verschlägt. Alles ist, wie es sein muss. Komplett schwarz gekleidet macht der Fünfer aus San Fransisco einen auf gelangweilt. Nur Sänger Keven Tecon – dem jungen Pete Townshend von The Who wie aus dem Gesicht geschnitten – tänzelt mit seiner Gitarre in der Gegend herum. Ein Bild für Götter, ein Sound für die Ewigkeit. Irgendwo zwischen frühen The Cure, The Chameleons und Bands wie My Bloody Valentine spielen Veil Veil Vanish Tracks, die jetzt schon wie monumentale Denkmäler wirken. Unglaublich, wo soll das enden? (Brunner)
VÖ: 05.11.10 // Dependent / Cellar Door


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Myspace.com/veilveilvanish

 
 
 



Nin Kuji
„Sayonara“
Das Ant-Zen als Garant für qualitativ hochwertige Musik steht, würde ich ebenso wenig zu den Geheimnissen der Menschheit zählen, wie den Umstand, dass die dort vertretenen Acts zumeist abseits stilistisch ausgetretener Pfade agieren. In dieser Hinsicht weiß auch Nin Kuji nicht zu überraschen. Umso überraschender aber ist, wie Norman P., Klangdesigner hinter dem Industrial-Projekt, es auf „Sayonara“ immer wieder schafft, den Hörer in ein paralleles Elektroniversum zu befördern und dabei sämtliche musikalische Orientierungspunkte außen vor lässt. Wir wissen nichts, wir haben nichts je zuvor gehört, alles beginnt mit dem Druck auf die Play Taste! Ausgeglichen und feinfühlig, doch zugleich hart und bedrohlich, umhüllt von sphärischen Flächen und angetrieben von Bässen und Drums, nimmt uns das Album mit auf eine Reise in die Tiefen der klanglichen Vielfalt. Sayonara! Anspieltipp: „Tamashii“ (Frank Bentert)
VÖ: 10.11.10 // Ant-Zen


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Ninkuji.de

 
 
 



Khalija
„Khalija“
Achtung, diese Ambient-EP ist experimentell! Sie gleicht einer Brandrodung im Märchenwald mit anschließender Wiederaufforstung. Die Bassdrum tastet sich durch den ersten Song, ähnlich eines Kettenfahrzeugs, was verschlammte Pfade fährt. Der Fahrer fährt erstmalig durch das Märchenwäldchen. Links und rechts des Weges stehen Fliegenpilze und glotzende Bäume. Er erreicht sein Ziel. 9:50 Min Mittagspause. Dann werden Stämme, sie sind noch jung, samt Wurzel aufgeladen. Währenddessen wird mit Zwergen gequatscht. Aus der Ferne sind Hunde und Sägen zu hören. Erst nach mehreren Versuchen gelingt ihm das Fahrzeug zu starten. Zurück geht es einen anderen Weg, durch bereits gerodetes Gebiet, vorbei an weinenden Märchenfiguren. Er überlegt kurz. Dann steigt er von seinem Fahrzeug, lädt die Stämme ab und pflanzt sie wieder in den Boden. Alle tanzen. Khalija erschuf mit dieser EP ein geniales Kopfkino mit Happy End. Die Video- bzw. Kurzfilmrechte gehen an mich. (Sir Raze)
VÖ: 24.09.10 // Force Int./Mille Plateaux


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Soundcloud.com/khalija

 
 
 



CULTURE KULTÜR
"Spirit"
Trotz gutem Spiel in der vergangenen  Ära des Future Pop konnten die Spanier von Culture Kultür in den obersten Ranglisten keine Trophäen einheimsen. Nach 5 Jahren meldet man sich mit neuem Optimismus zurück. Der "Spirit" richtet sich eher nach den Hörgewohnheiten schwarz gekleideter Mallorca-Touristen, die auch im Urlaub am Buffet Hausmannskost bevorzugen. Der einst positiv aus dem Rahmen fallende dunkle Gesang ist einer Retorten-Synthpop-Stimme gewichen. Wenn auch ab und an schmeichelnde Harmonien aufblitzen, können die Melodien nicht überraschen. Das schafft dafür die Cover-Version des Joy Division-Klassikers "Love will tear us apart". Wer hätte gedacht, dass dies noch schlechter geht, als der Murks unzähliger Acts bevor. Wer dem Genre Future Pop den Rücken gekehrt hat, drehe sich bitte für dieses Werk nicht um. (Spider)
VÖ: 11.10.10 // Caustic Records


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Myspace.com/culturekultur

 
 
 



We Love
"We Love"
Es ist wahrlich kein Geheimnis mehr, das Pizza in Berlin eine viel rundere Sache sein kann als in Florenz. Warum also nicht auch gleich sein Debüt dort auf den Tisch packen, wo bisher nur Käse und Schinken in Sachen Vollsynthetik punkten konnten?! Minimalistischer Klang, Verträumtheit und gedankenverlorene Attitüde, Rhythmen, die vor Emotionen nur so knistern, die hypnotisieren, überraschen können und in "No Train No Plane" dazu noch einen Bass so fett wie Tiramisu drauf haben. Giorgia Angiuli und Piero Fragola haben ein unwiderstehliches Album gebacken bekommen, das ihre Vorliebe für längst vergessene schwedische Indie-Electronic keineswegs verbirgt und welches wohl nicht so schnell von unserer Tageskarte verschwinden wird. (Ivo Klassmann)
VÖ: 13.09.10 // BPitch Control


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Lovewelove.com

 
 
 



Funker Vogt
„Blutzoll“
Achtung! Dienstanzug ordnen, Stiefel putzen und Ohren spitzen, es wird wieder gefunkt! Das neue Studioalbum der Funker Vogtler steht in den Startlöchern und wird in wenigen Tagen der Truppe übergeben. Thematisch ist Blutzoll dabei genau da angesiedelt, wo man es erwartet und wo es eigentlich auch nur hingehören kann, will man sich nicht Authentizitätsprobleme vorwerfen lassen. Dass sich aber trotz aller Tradition auch Altgediehnte weiterentwickeln können, beweisen die Jungs auf dem nunmehr achten Longplayer dennoch eindrucksvoll. Die Tracks klingen soundtechnisch allesamt gereifter und griffiger. Und was bei der Bundeswehr schon seit ein paar Jahren erfolgreich erprobt wird, hält nun auch hier Einzug: nämlich die holde Weiblichkeit in Form der Gastsängerin Valerie Renay. Aber keine Angst, die Funker sind auch nach wie vor nichts für Schnuffeldeckenschmuser. So viel Tradition muss sein! (Frank Bentert)
VÖ: 22.10.10 // Synthetic Symphony


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FunkerVogt.de

 
 
 



Massiv in Mensch
"Niemand weiß, was die Zukunft bringt"
MIM sitzen in jeglicher Hinsicht bereits seit Jahren und einigen Alben zwischen allen Stühlen. Die Band ist der Inbegriff der Verschmelzung verschiedenster (elektronischer) Stile und ein Garant für schräge Wortkonstrukte/Songtitel sowie merkwürdige, oft hässliche Covergestaltung. Vieles wirkt auf den ersten Blick billig, manches ist es (gewollt?) auch auf den zweiten, aber trotzdem können all jene, die nicht sofort verschreckt werden, einige Kostbarkeiten entdecken. Klingt komisch und ist es auch, aber irgendwo zwischen Techno, Nonsens, Synthiepop, NDW und EBM besitzt dieser mischmaschige Wirrwar eine eigenartige, wahnwitzige Substanz. Dark Rave eben. (Torsten Pape)
VÖ: 07.10.10 // Advoxya / Artfoffact


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Massiv-in-Mensch.de

 
 
 



Heimataerde
"Malitia Angelica"
Veronika, der Lenz ist da und jetzt kommt die Angelika! Wenn man das Latein nicht im Alltag verwendet, kann einem der Refrain des Titelsongs dieser limitierten Maxi schon ein kleines Schmunzeln entlocken. Spätestens nach dem zweiten Durchlauf schreibt der Amtsarzt dann aber  das Attest mit der Diagnose Ohrwurm aus. Böse Sache das, aber der geschmeidigen Elektronik und dem prägnanten Einsatz von Gesang bzw. gedudelten Säcken entkommt man einfach nicht so schnell. Stimmlich gibt es übrigens Unterstützung vom Mono Inc.-Martin, der bekanntlich schon so manchen Song in die Erinnerung gebrannt hat. Neben drei Versionen, die die Songelemente recht unterschiedlich gewichten, gibt es noch den Bonustrack "Nichts ist unvergänglich", der mich ein wenig an das letzte Girls Under Glass-Album erinnert. Es gibt schlechtere Referenzen. (Torsten Pape)
VÖ: 24.09.10 // Infacted Recordings


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Heimataerde.de

 
 
 


 



Heimataerde
„Unwesen“
Elektronischer Ritter oder ritterlicher Elektroniker? Egal! Ashlar von Megalon treibt auch ohne Etikett erfolgreich sein „Unwesen“ und führt uns mit dem gleichnamigen Album erneut ohne Fehl in eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit, voll düsterer Geschichten, geprägt vom Kreuz, mangelnder Zahnhygiene und Männern in Strumpfhosen. Natürlich wird hier alles feilgeboten, was eine gute Stampfelektro meets Mittelalter-Platte so ausmacht. Der Bass bumst, die Texte sind eingängig, Samples gibt’s obendrauf und melodisch wird dem Hörer hier auch nix vom Discounter vorgesetzt, was natürlich nicht zuletzt an den immer wieder gekonnt eingebrachten mittelalterlichen Strukturen liegt, die in Verbindung mit den harten Elektroelementen ungezügelten Bewegungsdrang auslösen. Wer schon immer mal wissen wollte, was der Ritter von Welt beim Morgenlauf im MP3-Player hatte, dem sei „Unwesen“ dringend empfohlen! (Frank Bentert)
VÖ: 22.10.2010 // Infacted Recordings


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Heimataerde.de

 
 
 



Tiësto
„Kaleidoscope Remixed“
Die Reaktionen der Fans auf  das vierte Tiësto-Album „Kaleidoscope“ fielen sehr zwiespältig aus. Oft las man den Vorwurf, der Niederländer habe sich zu sehr weg vom klassischen Trance, hin zum Kommerz bewegt. Nun liegt dieses Werk in einer remixten Version vor. Tiësto selber, aber auch Größen wie z.B. Ferry Corsten oder Wolfgang Gartner haben die Tracks neu interpretiert. Dass im Trance der Grat zwischen Banalität und Genialität oftmals mehr als schmal ist, zeigt auch diese CD. Einige (wenige) Tracks wecken böse Erinnerungen an düstere Machwerke wie Future Trance-Compilations. Das Gros der Überarbeitungen belegt jedoch, welch große Gefühle dieser Musikstil transportieren kann und, dass Tiësto nach wie vor einer der ganz Großen in der Branche ist. (Brunner)
VÖ: 15.10.2010 // PIAS / Rough Trade


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Tiesto.com

 
 
 



Fritz Kalkbrenner
„Here Today Gone Tomorrow “
Fritz ist – der ein oder andere mag es sich schon gedacht haben – der Bruder von Paul. Zusammen haben Paul und Fritz vor zwei Jahren den Soundtrack zum Film „Berlin Calling“ geschrieben. Das darauf enthaltene „Sky And Sand“ war – auch wegen Fritzens sensationellem Gesang – eine der Hymnen des Sommers 2009. Genau diese Art von süßem Pop-Techno darf man auf „Here Today...“ nicht erwarten. Kalkbrenner zieht hier sein eigenes Techno-Ding durch, das durch seine stilistische Bandbreite die ein oder andere Kante zum Stoßen bereithält. Wenn Fritz singt, lädt das eher zum Zuhören denn zum Tanzen ein. Wenn Fritz nicht singt gibt es minimalen Tanz-Techno, der (z.B. „Amy Was A Player“) mindestens so gut ist, wie das, was man auf „Berlin Calling“ hören konnte. (Brunner)
VÖ: 15.10.2010 // Suol / Rough Trade


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Myspace.com/fritzkalkbrenner

 
 
 



[De:ad:cibel]
„Klondike“
Mit Armin Küster und Daniel Galda haben sich zwei Recken zusammengeschlossen, die sich ihre Sporen anderweitig bereits mehr als verdient haben. Hier muss sich also niemand mehr beweisen und mit einem hochwertigen Endprodukt darf getrost gerechnet werden. Unter dem Banner der [tot:al:en] Lautstärke haben die beiden ein Süppchen zusammengebraut, das sich vieler elektronischer Zutaten bedient: Retro trifft auf Moderne, Kanada auf Deutschland und Tanzbarkeit auf Melodie. Was anderswo vielleicht schnell eine stupide Aneinanderreihung verschiedener Stile geworden wäre, ist auf diesem Album eine spannende Achterbahnfahrt. Der Stillstand von Kopf und Bein wird erfolgreich vermieden - und bitte unbedingt “Between my headphones” (titelgerecht) genießen! Weitere Granaten: „Jerusalem Syndrome“, „One of 47“, „B.I.I.D.“, „Architecture“ und “Heteronomy”. (Torsten Pape)
VÖ: 01.10.10 // Echozone


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Deadcibel.com

 
 
 



TERENCE FIXMER
"Comedy of menace"
In der schwarzen Szene ist der gute Mann mittlerweile ja auch relativ bekannt, insbesondere wegen seinen Zusammenarbeiten mit Doug Mc Carthy von NITZER EBB, doch eigentlich ist Fixmer im technoiden Bereich unterwegs, wobei man das Wort Techno hier schon etwas dehnen muss, denn mit dem, was man gemeinhin unter diesem Begriff versteht,  hat das hier rein gar nichts zu tun (ich sage nur KONTOR, FUTURE TRANCE und so ne Kacke, wobei für Neudi das alles gleich wäre – ist ja schließlich elektronisch). Fixmer führt schon hier ein wenig das fort, was Kraftwerk begonnen haben, transportiert aber alles in die Neuzeit, denn insbesondere, was den Beat angeht, ist das eben schon teilweise auch recht clubtauglich. Trotzdem kann man ihn nicht in einen Topf mit vielen anderen Technoheinis stecken, dafür ist die Platte einfach auch zu vielschichtig, zu experimentell und zudem kaum zu kategorisieren, außer vielleicht unter dem Oberbegriff elektronische Musik. Sehr interessante Scheibe, wie ich finde. (Chucky)
VÖ: 24.09.10 // 99999 / Alive


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Terencefixmer.com

 
 
 



Le Syndicat Electronique
"Retrospect(r)ive 1998 -2005"
Wesentlich weniger minimal als vermutet kommt das Projekt von Alexandre Gand auf dieser Veröffentlichung daher. Wie denn auch, hat er doch großzügig Material aus 7 Jahren Schaffenszeit auf 2 CDs gepackt. Musikalisch beschränkt er sich tatsächlich aufs Nötigste an elektronischen Klängen. Diese haben aber nichts mit fluffigen, verklärten Popowackel New Wave zu tun. Die analogen Sounds brummen und knarzen und werden nur ab und an mit harmonischen Schnörkeln verziert. Dennoch sind die meist instrumentalen Stücke melodiöser und somit wesentlich spannender als die gängigen "Ich mach dann mal "Krach"-Veröffentlichungen aus dem Industrial-Sektor. Natürlich gibt es auch die eingängigeren, stilistischen Ausreißer. Meist sind dies die Songs mit Gesang. Aber solange es solch nieveauvolle Musik zum Tanzen ist: Her damit, die Wampe bleibt ja nicht von alleine minimal. (Spider)
VÖ: 10.09.10 // Disorder Records


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Myspace.com/lesyndicatelectronique

 
 
 



VARIOUS
„Hands 2010“
Auch im Jahr 2010 präsentiert das großartige Hands-Label wieder eine beeindruckende Werkschau. 10 Acts mit jeweils drei Liedern decken ein Spektrum vom Rhythm’n’Noise über IDM bis hin zu dunklem Techno oder Drum’n’Bass-Nummern ab. Meine Güte, was soll man da lange schreiben? Wer es auf eine Hands-Compilation schafft, agiert auf einem Level, an dem es nicht viel zu rütteln gibt. Also entscheidet der persönliche Geschmack darüber, welche der zehn Projekte goutieren. Der eine mag es eben eher hart, der andere eher verschachtelt. Ich hab’s gut, ich mag beides! (Brunner)
VÖ: Unbekannt // Hands


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HandsProductions.com

 
 
 



VARIOUS
"Amphi Festival 2010"
Sampler, die auf Grund von Festivals erscheinen, sind doch ein Phänomen, oder? Will man, nur weil man gerade viele Bands gesehen hat, auch unbedingt eine CD mit vielen Bands drauf kaufen? Ein Grund für die Anschaffung könnte für mich noch sein, dass das gute Stück exklusives Material enthält. Wie wäre es bei dieser Gelegenheit mit Live-Versionen? Das wäre doch schick! Die vorliegende Compilation bietet genau ein exklusives Lied (Demo von Faderhead) und nichts Livehaftiges. Ansonsten ist wirklich für jeden Geschmack was dabei, was aber irgendwie auch dagegen sprechen könnte, dass sich viele Menschen die CD am Stück anhören werden. Wenigstens ist der Kostenpunkt niedrig und ein paar subjektiv gute Bands sind auch dabei. (Torsten Pape)
VÖ: 23.07.2010 // Out Of Line


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Amphi-Festival.de

 
 
 



goJA moon ROCKAH
"Libido Cowboys"
Optisch bedienen goJA moon ROCKAH Klischees, die sie musikalisch gehörig durcheinander wirbeln. Da ist der Punkrocker am Bass, der Metal-Spezialist an der Gitarre, der EBM-Experte am Synth und ein Sänger, dem man im Dunkeln nicht begegnen möchte. Zu Gehör bringt dieses Quartett der Gegensätze einen Sound, der sich von der Masse abhebt. Das dritte Album von goJA moon ROCKAH grast zwischen Western-Gitarre („Libido Cowboys”), dem Minimalismus von DAF („Glatt”), den weiten Flächen einer Planeten-DoKu („Unisex“) und der Angst und Schrecken verbreitenden „Liebeszelle“. Hinzu gesellt sich eine gehörige Portion der intellektuellen Seite der NDW-Jahre, die sich vor allem in den Songtexten zum Ausdruck bringt. Wer  sich die CD dann auch noch auf die Kopfhörer legt, der erkennt den Hauch der Perversion, der jeden Song umgibt. (Manfred Thomaser)
VÖ: 24.09.2010 // Echozone


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Myspace.com/gojamusic

 
 
 



Antony And The Johnsons
„Swanlights“
An Antony Hegartys weinerlichen Gesang scheiden sich die Geister. Tatsache ist, dass seine Förderer keine Geringeren als David Tibet (Current 93) oder auch Marc Almond (Soft Cell) waren und er beim großen Leonard Cohen Tribute-Konzert in Sydney neben Künstlern wie Nick Cave, Rufus Wainwright oder Bono Vox auftrat. Die Instrumentierung des neuen Albums ist mit Klavier, Violine, Gitarre oder Harfe im klassischen Bereich zuhause, also nichts wirklich Neues. Es ist dieser Kontrast zwischen Klassik und fast schon schwulstig-trashigen Pop-Attitüden, was Antonys Musik so interessant werden lässt. Wo das Album mit Songs wie „Everything Is New“ oder „The Great White Ocean“ seicht beginnt, steigert sich das Tempo ab „I'm In Love“ und bei "Fletta" entzückt gar Gastsängerin Björk. Der Song „Swanlights“ beginnt mit rückwärts gespieltem Text und erinnert anfangs an ein Mantra. Jedoch wird der Spannungsbogen gehoben, bis das Lied doch zu einem würdigen Titelsong für das Album wird. Schaue Sache! (Sir Raze)
VÖ: 01.10.2010 // Beggars


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Myspace.com/antonyandthejohnsons

 
 
 



DEINE LAKAIEN
„Gone“
Auf dieser Maxi findet man eines dieser Lieder, die nicht sofort, dann aber sehr nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Selten wurde Hoffnungslosigkeit im Angesicht eines sicheren Endes so wunderschön in Musik und Stimme umgesetzt. Schon jetzt ist dieser Song ein weiterer Lakaien-Klassiker. Im GoTra-Remix wirkt „Gone“ dann etwas trockener und dumpfer, ohne jedoch seinen Charme einzubüßen. Als B-Seite hat man das Stück „Kraken“ erkoren, das sich mit der Großmacht Google auseinandersetzt, ohne dass der Name einmal genannt wird. Die nadelstichartige Kritik trifft aber auch so ins Schwarze. Als Bonus gibt es mit dem von einem Sampler bekannten „A fish called prince“ einen in der Strophe sanft atonalen und im Refrain melodiösen Abschluss einer auch optisch hochklassigen Single. (Torsten Pape)
VÖ: 03.09.2010 // Chrome Records


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Myspace.com/deinelakaien

 
 
 



DEINE LAKAIEN
„Indicator“
Herr Horn und Herr Veljanov wollen nicht nur einmal mehr unsere sowie Deine Lakaien sein, sondern diesmal sogar Indikator. Aber für was? Stilistisch unverändert erklingen gewohnte Harmonien. Das Sprichwort “Nur wer sich ändert, bleibt sich treu” scheint nur bedingt zutreffend. Dann schon eher “Beständigkeit zahlt sich aus” - in einem positiven Kontext gesehen. Das Album unterstreicht diese Behauptung. Es ist in Bezug auf Wahrhaftigkeit unverkennbar Lakaienhaftig. Kleiner Rückblick: Seinerzeit hörte ich Deine Lakaien erstmalig bei der Sendung “Electronics” vom DDR Jugendradio DT 64. Komischerweise ein bis heute unvergesslicher Moment. Natürlich haben sich bei den Lakaien seither Veränderungen in Musik und Arrangement ergeben, doch das Fundament ist dasselbe. Es gelten weiterhin hohe musikalische Standarts, die auch diesmal nicht enttäuschen. “Indicator” beweisst dies sehr eindringlich. (Sir Raze)
VÖ: 17.09.2010 // Chrome Records




Es gibt anscheinend nur zwei Menschen auf diesem Planeten, die diese CD nicht gut finden, nämlich mein Kollege Daniel und ich. Sonst wird das Ding überall abgefeiert und damit meine ich nicht nur in geschmierten Szenemagazinen, sondern wirklich überall. Da stellt sich mir die Frage, wer jetzt hier keine Ahnung hat. Ich bin nun nicht der ausgewiesene Lakaien-Fan und außer der "DARK STAR" finde ich auch kein Album durchgehend gut. Aber hier ist alles dermaßen banal und langweilig, dass ich irgendwann die Vorspultaste betätigt habe. Die ersten drei Songs sind eigentlich noch ganz nett, wenn auch nicht sonderlich innovativ. Der Rest ist eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten und Herr Veljanov sieht es auch gar nicht ein, seine Stimme mal ein wenig zu variieren. Wenn es eine Skala zwischen 0 und 50 Tönen gäbe, hält er sich immer im Bereich zwischen 30 und 32 auf. Das ist eh schon immer ein Problem der Band gewesen, dass die Songs aufgrund seiner Stimme schon ähnlich klingen, doch hier gewinnt man den Eindruck, dass er gar keine Lust hat, das Zeug zu singen. Keine Ahnung, wieso das hier alle toll finden, ich find's einfach nur sterbenslangweilig. (Chucky)


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Myspace.com/deinelakaien

 
 
 



ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO
"Do angels never cry and heaven never fall?"
Einen bombastischen Happen servieren Ordo Rosarius Equilibrio auf ihrer kurzen, aber delikaten EP. Liebhaber des Genres Apocalyptic Pop können den Namen der Band längst hundert mal fehlerfrei aufsagen und werden nach diesem Vorspiel sehnsüchtig dem neuen Album entgegenhecheln. Für die eher neutral interessierten bieten die vier Stücke ein perfektes Reinschmecken. Der Titelsong kommt in zwei Varianten. Einmal mit fetten Synthieteppichen zu wuchtigen Pauken, welche die Akustikgitarre eher in den Hintergrund drängen. Die darf dafür in der Acoustic Version die gewohnt episch-erotischen Lyrics umschlängeln. Der dritte Titel ist eine hypnotisch schleichende Ballade, die Gänsehaut erzeugt und nicht nur deshalb vor einem prasselnden Feuer genossen werden sollte. Abgeschlossen wird der Reigen, mit einer fröhlichen Neo Folk Version des bekannten "Who stole the sun (from this place in my heart)" sowie einem Videotrack. (Spider)




Nach 15 Jahren kreativer Tätigkeit auf dem Kultlabel Cold Meat Industry hat der Schwede Tomas Pettersson nun bei Out Of Line unterschrieben. Die limitierte EP „Do Angels...“ erreicht mit ihren vier Liedern locker die Klasse der ganz frühen, ersten beiden Werke. Pettersson und seine Partnerin Rose-Marie Larsen bieten den ureigenen melodischen, teils ungemein pompösen Neo-Folk mit einer großartig dunkel-erotischen Note. Vielleicht kommt dabei der Link zum Debütalbum, der durch den Track „Reaping The Fallen, The Second Harvest“ entsteht, nicht von ungefähr, sondern hat seine stilistische Relevanz. Wir freuen uns auf das Album und legen schon mal Lack-Laken und Mundknebel bereit. (Brunner)
VÖ: 27.08.2010 // Out Of Line


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Myspace.com/ordorosariusequilibrio
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SHADOW MINDS
„The Arc Of Truth“
Wie bitte soll man als Rezensent angesichts der hier gebotenen Musik am Vergleich zu VNV Nation vorbeikommen? „The arc of truth“ nutzt einfach allzu ähnliche Ausdrucksweisen und so muss der, der sich in die Nähe der großen Vorbilder begibt, eben auch an ihnen gemessen werden. Die 14 Songs machen dabei jedoch gar keine schlechte Figur, obwohl das hymnische Element sowie die epische Größe noch überschaubar sind. Aber auch gesanglich reicht es noch nicht bis in die Oberklasse. Heroisch und elektronisch ausgefeilt klingt's jedoch allemal und so haben die beiden Norddeutschen gute Chancen, ein ordentliches Stück vom Kuchen abzubekommen. Auch an der folgenden Einschätzung kommt man übrigens nicht vorbei: Das Artwork ist geradezu beispiellos – einfallslos. Das nächste Mal also bitte im Anzug und mit einem Hit im Gepäck! (Torsten Pape)
VÖ: 03.09.2010 // Danse Macabre


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Shadow-Minds.de

 
 
 



COMBICHRIST
„Making Monsters“
Gewohnt klanggewaltig und energisch, aber auch deutlich experimenteller kommt es daher, das neue Album aus dem Hause LaPlegua. Doch keine Angst, experimenteller heißt in diesem Fall keineswegs schlechter! Im Gegenteil, Making Monsters gewinnt durch Andys griff in die Vielfaltskiste deutlich an Charme. Logisch, in einer perfekten Welt sollte jede CC-Platte aus mindestens 10 Tanzflächenkrachern bestehen aber hey, auch die Härtesten der Harten haben mal gefühlvolle(re) Tage ... so haben die ruhigen Stücke durchaus ihre Daseinsberechtigung und entwickeln nach mehrmaligem Hören absolute Ohrwurmqualitäten. Nichts desto trotz kommt der tanzwütige Combichristler aber auch diesmal auf seine Kosten. Mit Songs wie Never Surrender oder They sind Andy wieder mal richtige Kracher gelungen. Wer Combichrist also immer noch NUR als Nebenprojekt des Icon of Coil-Frontmans sieht, ist selber Schuld. CC rockt! (Frank Bentert)
VÖ: 27.08.2010 // Out Of Line


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Combichrist.com
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Combichrist
„Never surrender“ EP
Obwohl ich eigentlich kein Freund von EP’s bin, keimte in mir vorab doch etwas Vorfreude auf. Dies lag natürlich nicht zuletzt an der auf der Single vertretenen Riege großer Musiker (u.a. Terence Fixmer & Chris Corner). Also, Player an und ... au weia, was ist denn hier passiert ... war mein erster Gedanke, als die Single erstmalig durchlief. Au weia ... auch im zweiten, dritten und vierten Versuch! Meine Vorfreude machte eine gnadenlose Bauchlandung! Nach Track 1, der Album-Version des Titelsongs, ist nämlich auch schon Schluss mit lustig. Was danach kommt, ist liebloses Gedudel in 3 Akten, fern ab vom Niveau des Ausgangsmaterials. Die Remixe wirken einfach nur zwangsverändert und dahingeseiert. Sämtliche Spannung und Dramatik, mit der das CC-Original zu begeistern weiß, vergehen in einem langweiligen Reigen musikalischer Plattitüden. Schade fällt mir dazu nur ein... wirklich schade! (Frank Bentert)
VÖ: 06.08.2010 // Out Of Line


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Combichrist.com
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HURTS
"Happiness"
Wochenlang wurde ich im Laden genervt, weil Leute nach der Single "Wonderful life" fragten und die Radiosender die Nummer schon monatelang im Voraus spielten. Überrascht war ich dann doch, als ich die Nummer zum ersten Mal hörte – ein eingängiger Popsong mit 80er Flair und einem guten Sänger. Nun liegt also das komplette Album vor und insgesamt muss man hier von einer Enttäuschung sprechen. Das liegt nicht einmal an den Songs, die teilweise durchaus Potential hätten, wie zum Beispiel "Silver Lining", "Stay" oder auch "Illuminated". Sollte Euch jedoch irgendwann mal ein Alien begegnen, das unsere Sprache noch nicht komplett beherrscht und fragen, was der Begriff "totproduziert" bedeutet, könnt ihr ihm einfach diese CD vorspielen. Unfassbar, wie man etwas so flach klingen lassen kann und somit auch jegliches Gefühl aus der Musik herauspresst. Umso schlimmer, da bereits erwähnt, der Sänger richtig gut ist. Sollte die Band keinen Erfolg haben, können Sie immerhin als Pet Shop Boys oder Savage Garden-Coverband auf Tour gehen. Aber ob das deren Anspruch ist? (Chucky)




Nach dem Blog-Hype nun also auch das Album der beiden Jungs aus Manchester. Die zwar schon bisher irgendwie ganz leicht kitschig und gloomy klangen (also: super!), als wären sie die Nachkommen von Ultravox oder Human League, bei denen sich aber mittlerweile auch eine eigenartige Überproduziertheit bemerkbar macht: klanglich sehr Bombast und Effekt und Show und eigentlich ZU dick aufgetragen, und trotz der Ohrwürmer und all der Retro-Tollheit wünscht man sich dann stellenweise doch vielleicht etwas ungeschliffeneres, etwas, das nicht SO offensichtlich auf Samstagabend-Fernsehshowauftritt getrimmt wurde („Sunday“). Dennoch: ein Album mit gerade mal einem schlechten Song („Better Than Love“), mit einigen ganz guten bis tollen, und zwei bis drei unfassbar großartigen („Evelyn“, „Silver Lining“, „Wonderful Life“). Da kann man gerade noch verzeihen, dass Produzenten & Label überreagiert und alles superrichtig (also ein bisschen falsch) gemacht haben. Sind halt aus der Übung, vor lauter Internet. 7 von 10 Haargeltuben. (Frank Lachmann)
VÖ: 27.08.10 // Four Music


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Informationhurts.com
Bodystyler Interview zum Album »
 
 
 


LOVE AMONGST RUIN
„Love amongst ruin“
Wenn jemand aus einer weltweit bekannten Band aussteigt, darf er mit einer gewissen Aufmerksamkeit rechnen, wenn er in der Folge Solo-Pfade betritt. Steve Hewitt hat am Schlagzeug bei Placebo gesessen und muss nun schauen, was er mit den interessierten Blicken des Publikums anstellt. Einen Teil der Placebo-Fans dürfte seine neue Band durchaus mit ihrem soliden und kraftvollen Rock-Sound gewinnen. Ansonsten steigt vielleicht noch ins Boot, wer auf die späten The Cure abfährt oder den Stone Temple Pilots und ähnlich gelagerten Bands verfallen ist. Gesanglich ist Herr H. übrigens erstaunlich gut bei der Sache und Songs wie „Heaven & hell“ und „Home“ wissen über dem Durchschnitt zu gefallen. Mehr aber auch nicht. (Torsten Pape)
VÖ: 10.09.10 // Ancient B Records


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Loveamongstruin.com
 
 
 


Tenek
"Blinded by You"
Die Zeiten, in denen ein Act aus Brighton mit Big Beats gleichzusetzen war, sind glücklicherweise wieder vorbei... Geoff Pinckney hat bei MESH in Sachen Electro-Pop schon jede Menge Vorzeigbares geleistet. Sein Vorbote zum zweiten tenek-Longplayer lehnt sich da klanglich an & geht auch in eine vergleichbare Stoßrichtung, jedoch packt Peter Steer noch eine straighte Klampfe dazu & Shaun Brooks, der Mann, der sonst nur Gary Numan veredelt, jagt alles noch mal durch den Mixer. "Designed For Dancing" könnte man nicht besser auf den Punkt bringen & das knallige "Synchronise" schreit nach mehr. Wenn doch nur alle B-Seiten dermaßen blendend wären. (Ivo Klassmann)
VÖ: 05.07.10 // Toffeetones


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Tenek.info
 
 
 


Propaganda

"A Secret Wish" (Deluxe Ed.)
Kindergarten, Zeitgeist, Bratwurst & Propaganda sind inzwischen eisern in den anglophonen Sprachgebrauch integriert. Letzteres, auch dank Ralf Dörpers' legendärem Synthi-Gewitter während seiner popmusikalischen Atempause von den Krupps. Kein Zurück für dich... heißt es da bei "Dr. Mabuse", doch die millionenschwere Album-Produktion von Trevor Horn brachte es mit einer ausgeklügelten "p:Machinery" auch nach 'nem juristischem "Duel" auf mittlerweile 33  Auflagen in 25 Jahren. Deluxe wird diese hier, durch Einbindung analoger Versionen, Mixes sowie Studio-Outtakes. Gleichwohl ist es ein "Testament...", ohne "Disziplin" & "Sünde". (Ivo Klassmann)
VÖ: 16.07.10 // Salvo ZTT


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ztt.com/artists/propaganda.html
 
 
 



AMORTICURE
„A bleeding soul in a dying world“
Diese junge bayrische Band hat fünf Jahre damit zugebracht, ihre metallischen Ursprünge abzuschütteln. Waren es nun kommerzielle Überlegungen, persönliche Entwicklungen oder der Geschmack der Spielerfrauen, die sie in die Gewässer der finnischen Schmachtklänge spülten? Man weiß es nicht. Dort angekommen machen sie jedoch eine ordentliche Figur und halten das Ruder fest in der Hand. Fans der (frühen) Scream Silence oder der genialen Elusive (RIP!) dürfen ebenfalls ein Ohr riskieren. Es warten schöne Melodien, knackiges Riffing und ein erfrischend authentischer Sound. Ich bin angenehm überrascht. (Torsten Pape)
VÖ: 06.08.10 // Danse Macabre


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Amorticure.de

 
 
 



Faith & The Muse
„Shoumei“ (DVD)
Der amerikanische Gothic-Sound wäre ohne den großartigen, multikulturellen Einfluss von FATM  kaum vorstellbar. Die Verquickung der typischen Gitarrenarbeit mit Klängen aus irischen oder auch fernöstlicher Kulturen ist einmalig und die Funktionalität dieser Symbiose unterstreicht die Tatsache, dass man es mit Ausnahmemusikern zu tun hat. Nun gibt es erstmals bewegte Bilder der auch live überzeugenden Formation. Mitreißend und hypnotisch ist der Auftritt vom 8. Mai diesen Jahres in Houston/Texas. Zusätzlich zur gelungenen Songauswahl überzeugen besonders die beiden grazilen Tänzerinnern und die tolle Trommelei im japanischen Stil. Selbst das – teils ungeschminkte – Bonusmaterial ist sehenswert und nur ein paar kleine Bild-Ton-Unstimmigkeiten verhindern die Höchstwertung. (Torsten Pape)
VÖ: 06.08.10 // Danse Macabre


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Mercyground.com

 
 
 



Lyronian
"Hope And Veneration"
Jetzt kommt eine ganz unfaire Nummer – zumindest für den Rezensenten. Denn vor einem knappen Jahr erklärte ich das Debüt von Alex Kern zu einem der besten elektronischen Alben des neuen Jahrtausends. Und nun liegt die neue E.P vor und ich komme in die Zwickmühle, denn es wäre vollkommen unfair, die neuen Songs an der alten CD zu messen, daher versuche ich diese mal ganz auszublenden. Der Opener ist eine wunderschöne Ballade, bei der er auch mal wieder zeigt, dass er richtig gut singen kann. Es folgen der erste deutsche Titel der Bandgeschichte und das straighte "Dogma Dynamite". "Murderer" Version 1 ist  persönlich nicht ganz so mein Ding und Teil 2 leider zu kurz. Warum eigentlich? Die Remixe sind durchaus gelungen, was auch kein Wunder ist, denn mit Haujobb (der Mix ist gar besser als das Original), Distain und Eternal Afflict hat man sich nicht gerade Schrott ins Haus geholt. Als eigenständige EP absolut gelungen beweist Alex Kern, dass er noch lange nicht am Ende ist. Komischerweise läuft aber in den Discotheken, in denen ich verkehre, nie mal ein Lied von ihm. Wieso eigentlich? (Chucky)
VÖ: 09.07.10 // Deep Symmetry


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Lyronian.com

 
 
 



Gorgot
„Schmerzkiller“
Vor über einem Jahrzehnt trat die mit Filmzitaten gespickte industrielle Musik ihren Siegeszug durch die dunklen Tanztempel an. Was anfangs noch originell war, verkommt heute allzu oft zu einer austauschbaren, akustischen BILD-Zeitung. Markante, Aufsehen erregende Wortkombination werden mit treibenden Rhythmen unterlegt, was im Grunde nur Handwerk und nicht Kunst ist. Abseits des Kunstvollen können die Emporkömmlinge Gorgot jedoch die ein oder andere Verdienstmedaille des Stroboskop-Wetterdienstes oder der zuckenden Bewegungsverbände einheimsen. Mit „Schmerzkiller“ haben sie ihren Szene-Hit bereits im Gepäck und wer zudem „Das kleine Arschloch“ sampelt, muss auch beim Bodystyler lobend erwähnt werden. (Torsten Pape)
VÖ: 20.08.10 // Danse Macabre


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Myspace.com/gorgotmusic

 
 
 



Svalbard
„Heimkunft"
Wie unsere Leser wissen, Friedrich Hölderlin schrieb um 1800 ein Gedicht mit dem Titel „Heimkunft“. Besteht zu Beginn der Verdacht, dass diese weißrussische Band ihr erstes Album nach diesem Gedicht benannt hat und damit einen Link zu den Gedichten Hölderlins gibt. Es ist eines dieser Alben, welche erstmal sacken müssen. Nonkonform und facettenreich sind die Lieder, für deren Abmischung der Berliner Axel Frank (Werkraum) verantwortlich war. Es wird auf deutsch, englisch und russisch gesungen und nicht mit Samples gespart. Kurzum: Military Synth Pop. Bei „Das Schweigen“ oder „Abschied von der Jugend“ rettet der Refrain den leicht schlageresken Beginn und die gesangliche Parallele zu einem gewissen Peter Heppner. Jedoch kann man diese Beanstandungen mit den Worten Hölderlins „Sorgen, wie diese, muss, gern oder nicht, in der Seele tragen ein Sänger und oft, aber die anderen nicht“ negieren. Ein gelungenes Debüt. (Sir Raze)
VÖ: 07.06.10 // Lichterklang


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Myspace.com/svalbardofficial

 
 
 



Mono Inc
"Voices of doom"
Sieht man von  ihrem total ungruftigen Bandnamen ab, stehen Mono inc. auf düstere musikalische und lyrische Klischees. Da ist nichts gegen zu sagen, wenn die Gitarren rockig brettern, die Keyboards melancholisch jauchzen und sich dunkle, männliche mit elfengleichen weiblichen Vocals paaren, die allerdings in schwachen Momenten in misslungenem Pathos verharren. Die Melodien der Songs scheinen irgendwie wohlbekannt, sind dennoch eigenständig. Und wer hat nicht auch schon einmal verhängnisvolle Stimmen im Zusammenhang mit einer schwarzen Szene-Königin gehört? Leider gehören Mono inc. zu den Gothrock-Bands, die ihre Produktion lupenrein glatt schleifen. Es fehlt etwas an freakigem Rotz und wilder Sperrigkeit. Dafür gibt es an und an eine Prise poppig blubbernde elektronische Klänge, die durchaus auch Spaß machen. Eine Platte für erholsame, seichte Unterhaltung in der Abendstunde. (Spider)
VÖ: Sep 2009 // NoCut


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Myspace.com/monoincmusic

 
 
 



Mono Inc
"Come Down"
Da Mono Inc pfiffig sind und wissen, das Unheilig-Fans immer ein paar Euro auf Tasche haben, gibt´s zur gemeinsamen Tour die neue Ep "Comedown". Darauf gibt es drei neue Nummern für alle Goth-Melancholiker. Und das der Lebensgefährte, der eher auf Elektro steht, auch was von hat, drei eher elektronische Remixe, unter anderen von den Vorzeige-Stampfern Combichrist und Heimataerde. (Spider)
VÖ: 27.08.2010 // NoCut
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Myspace.com/monoincmusic

 
 
 
 
 
 



DEINE JUGEND
„Wir sind Deine Jugend“
Meine Jugend hab ich in vollen Zügen genossen. Oftmals war es zu abgefahren, um es zu glauben, sowie mit anschließenden Kopfschmerzen oder depressiven Sonntagen verbunden. Die Menschen bewegten sich in Zeitraffergeschwindigkeit und hätte es seinerzeit DEINE JUGEND gegeben, wäre die Zeit sicher schneller vorbei gegangen. Stichwort: Partys, knutschen, fummeln, rummachen, Sonnenbrille, Freunde verbummeln und verkatert in fremden Wohnungen neben wildfremden Menschen aufwachen. Genau daran knüpft diese Band aus Mannheim an. Es ist cluborientierter Electro, der mir zu wenig Ecken und Kanten bietet und teils zu einfältig dahinplätschert. Die Texte sind frech und werden in 14 Tracks von der schicken Fashionbloggerin Laura Carbone auf deutsch präsentiert. Die Bässe knarzen und die Bassdrum hämmert sich in den Schädel. Gesangseffekte werden zudem auffallend oft verwandt. Fans von MIA oder Frittenbude können ruhig mal ein Ohr riskieren. (Sir Raze)
VÖ: 22.10.2010 // MFM / Universal




Die zwei Gesichter des Trios Deine Jugend wollen nicht so richtig zusammenpassen. Auf der einen Seite nerven die Mannheimer mit tumbem Agit-Punk-Rap und sinnlosen Texten. Dabei trägt vor allem Sängerin Laura Carbone durch ihre überdrehte Stimme viel dazu bei, dass etliche Lieder - gerade in der ersten Hälfte des Albums - nur schwer und vor allem nur kurz zu ertragen sind. Auf der anderen Seite geben sich Deine Jugend überraschend handzahm. Die Band säuselt einschmeichelnde Pop-Nummern wie „Deine Maske“, kann sich dabei allerdings nur schwer ein eigenes Profil erspielen. Zu harmlos sind die Melodien, zu wenig Überraschungsmomente prägen das Szenario. Eine Mischung aus den beiden Extremen könnte die Lösung sein. So aber kann man nur von einem Stück verschwendete Jugend sprechen. (Brunner)
VÖ: 22.10.2010 // MFM / Universal


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Myspace.com/deinejugend

 
 
 



GOOSE
"Synrise"
Von dieser Band habe ich noch nie einen Ton vorher gehört. Die Herrschaften präsentieren hier einen äußerst schmackhaften Cocktail aus Elektro-Pop mit starkem Hang zum Pop, lassen sich aber nicht wirklich festlegen. Da ist ein wenig Underworld, ein bisschen Delphic, etwas Fisherspooner, aber nicht wirklich geklaut – und das ist auch gut so, denn gerade deshalb ist die CD sehr interessant geworden. Zudem hat man sich insbesondere bei den Arrangements sehr viel Mühe gegeben, denn kein Song klingt wie der andere. Höhepunkte einer durchweg gelungenen Veröffentlichung sind Can't stop me now, After, In Cars und das überragende Words, das eine absolute Mörderhook aufweist, und nach INFORMATION SOCIETY in ihrer besten Zeit klingt. Und schon wieder eine Band aus Belgien - die Szene da sollte man im Auge behalten. Ganz starkes Album. (Chucky)
VÖ: 15.10.2010 // K7 / Alive


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Myspace.com/goosemusic

 
 
 



No More
„7 Years (1979-1986)“
Leute, was war das für eine Zeit – damals Anfang bis Mitte der Achtziger. Viele Bands abseits des Mainstream standen einerseits unter dem Einfluss des Punk und experimentierten andererseits mit elektronischen Elementen. Das Ergebnis dieser Kreuzung klang oftmals wild und gefährlich. Die 1979 in Kiel gegründete Formation No More war mittendrin in diesem düsteren Wirbel, dessen Ausläufer bis in die heutige Zeit reichen. Auf der (1990 schon einmal veröffentlichten) Compilation „7 Years (1979-1986)“ zeigt das Quartett, was es auf drei EPs bzw. Mini-LPs und einer LP binnen sieben Jahren auf Vinyl gepresst hat. In diesem Konglomerat aus Punk, Minimal und Wave darf der zu Musikgeschichte gewordene Überhit „Suicide Commando“ natürlich nicht fehlen. Das war Musik, damals in den Achtzigern... (Brunner)
VÖ: 15.10.2010 // Rustblade


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Nomoremusic.de

 
 
 


Typhoid
„Simulazione di Divinita“
Wenn man hier eine Schublade öffnen möchte, muss man wohl die nehmen, auf der „IDM“ steht. Der Italiener Maurizio Landini lässt auf seinem zweiten Album zackige Klicks, Beeps und Bleeps auf wunderbar entspannte, weit greifende Flächen treffen. Gerade, wenn diese Charakteristika innerhalb eines Liedes auftauchen, kann sich die Wirkung der landinischen Songs voll entfalten. Es ist dieser ewige Kampf zwischen Gefühlen wie Wehmut oder Melancholie und kühler Elektronik, der dann die Szene beherrscht. Oder ist es am Ende gar kein Kampf? Zerdrückt der Maschinenmensch, den man beim Hören von „Simulazione di Divinita“ vor Augen hat, am Ende sogar eine Träne zwischen seinen stählernen Augenlidern, weil die grandiosen Tracks ganz tief in seinem Innern etwas auslösen, mit dem sein Computerhirn nicht klarkommt? Möglich ist es... (Brunner)
VÖ: 15.10.10 // Hands


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HandsProductions.com
 
 
 


Serpents
„Immer voran!“
Zwischen 1989 und 1999 waren die deutschen Dunkelelektroniker Serpents recht aktiv und konnten einige Szenehits landen. Im neuen Jahrhundert wurde es jedoch – bis auf ein paar Remixarbeiten – still in der Schlangengrube. Nun erscheint wie aus dem Nichts und als ob nichts gewesen wäre, ein neues (Download-)Album. Der ureigene Sound, irgendwo zwischen belgischen Acts wie Insekt und den deutschen Plastic Noise Experience angesiedelt, wird dabei punktgenau ins Hier und Jetzt katapultiert. Minimal vertrackte Arrangements, die man unbedingt auch über Kopfhörer genießen sollte, bilden die Grundlage für gewohnt parolenartige Texte, die nicht mit Imperativen sparen: Erinnere dich! Steh auf! Komm her! Beweg dich! Folge mir! Glaub an mich! Geile Remixe von PNE, No More (Wahnsinn!), Technoir und Darbuka lassen nur einen Schluss zu: Kauf mich! (Torsten Pape)
VÖ: 01.09.10 // Electronic Music


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Electronic-Music.biz
 
 
 


MINERVE
„Please“
X: Hab’ne neue Platte! „Please“ heißt 'se, is von Minerve!
Y: Miner... was?
X: Wie, kennste nicht?
Y: Ja ne, so spontan nich...
X: ...ne, is kein neues Hellectro-Teewurst-Body-Music-Projekt [...]
So oder so ähnlich werden sicher einige Gespräche verlaufen, wenn im Oktober das neue Minerve-Album erscheint und durch die Clubs dudelt. Dabei führt die Band ihr „Schattendasein“ völlig zu Unrecht, liefert sie doch auch im aktuellen Album tanzbare Electro-Popkultur in Reinform! Was Bands wie Mesh oder De/Vision Kultstatus erreichen ließ, bringen auch Minerve mit. Melodien, die diese Bezeichnung verdienen und sich tief ins Hirn graben, einfache aber sinnreiche Texte, die schon nach kurzer Zeit von allein über die Lippen gehen, ein gut abgestimmter Bass, der den Fuß zucken läßt und viel musikalische Abwechslung innerhalb der Songs. Also, holt Minerve ans Licht, macht sie Groß, lang lebe der Electro-Pop! (Frank Bentert)
VÖ: 22.10.10 // Echozone


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Minerve.de
 
 
 


O.CHILDREN
"O.Children"
„The first essential band of the decade“ kann man auf dem Werbeplakat zum Release des Debütalbums dieses Quartetts lesen. Nun, der Slogan mag etwas übertrieben sein – es ist ja ein Werbeslogan. Aber, so ganz falsch ist die Aussage nicht. O.Children aus London sind – ähnlich wie beispielsweise die Editors oder Interpol – stark von den Wave- und Gitarrenbands der Achtziger beeinflusst. Irgendwie jedoch wirken die Newcomer erdiger. Weniger nach Anzug und Sekt, sondern mehr nach Achtloch-Martens und Six Pack. Den größten Teil der Show macht Sänger Tobi O’Kandi aus – ein Hüne von einem Mann mit einer Stimmer so tief wie ein Grab. Was er mit seinen Kumpels beispielsweise in dem Track „Ruins“ veranstaltet geht schon ganz stark in Richtung Top Ten des Jahrzehnts. Für mich sind O.Children die Entdeckung des Jahres – HAMMER! (Brunner)
VÖ: 12.07.10 // Deadly People


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Myspace.com/ochildren
 
 
 


The Hundred In The Hands
„The Hundred In The Hands“
Musik hat viel mit Bildern zu tun. Die gelieferten Bilder, wie Cover oder Video, sollten für das Votum von Musik nicht allzu ausschlaggebend sein, als die Bilder, die man beim Hören sieht. „Young Aren't Young“ beispielsweise versprüht dieses sonnige Gefühl. Schon sieht man sich in einem Auto auf einsamer Landstraße entlangfahren. „Pigeons“ hat dieses Sonntagmorgen Aufwachgefühl. Toast- und Kaffeegeruch steigen in die Nase und die Vögel zwitschern. The Hundred In The Hands machen eingängig-chilligen Electropop mit leichtem 80s Einschlag, der vom Gesang der Frontfrau Eleanore Everdell veredelt wird und sogar mit Gitarrenriffs aufwartet. Hier scheint weniger auf Clubkompatibilität gesetzt worden zu sein, als auf ausgereifte Musik für alle Lebensbereiche. Nachvollziehbar, schließlich verbringen die Menschen ihre meiste Zeit ausserhalb von Clubs. Ausgenommen Paris Hilton. Leider schwächelt das Album zum Ende etwas. (Sir Raze)
VÖ: 17.09.10 // Warp


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Myspace.com/thehundredinthehands
 
 
 


BLASTROMEN
"Human beyond"
Also die Jungs hier machen mal richtig Spaß. Das letzte Mal, das ich sowas bewusst gehört habe, ist schon Jahre her. Für die kommerzielle Variante dieser Musik standen wohl Bands wie die Flying Steps oder Bomfunk MCs. Auch wenn ich das hier nicht wirklich kategorisieren kann, würden es die Begriffe Elektro, Breakdance , Breakbeat und Techno ganz gut beschreiben. Gesang gibt es hier keinen, lediglich vom Computer verfremdete Stimmen. Anspieltipps wären Battlenet, Computer Simulator und das überragende Sky City 1000. Das Label Dominance ist durchaus bekannt dafür, solche Musik auf den Markt zu bringen, wenn ich auch nicht wirklich weiß, welche Käuferschicht das hier ansprechen soll. Die Menschen, die früher Breakdance und Sachen wie Planet Rock gehört haben, sind zu alt. Die Herrschaften aus der Technoszene mögen den Beat nicht und denen aus der schwarzen Szene ist das nicht depressiv genug. So sehe ich schwarz für die Jungs, doch wir in Alzey werden diese CD schon puschen. Ein ganz sicherer Tipp für Sven, der hiermit gegrüßt ist.
VÖ: 17.09.10 // Dominance / Alive


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Blastromen.com
 
 
 


FIJI
„Fijical“
Glamourös elektronisch kommt dieser musikalische Exportartikel aus dem Land der genauesten Uhren und schönsten Taschenmesser daher. Angesichts all der beschwingten, teils nostalgischen Töne, glitzert die Discokugel gleich noch ein wenig heller -  und man spürt förmlich den Prosecco den Hals herunterrinnen. Gewürzt wird die Arschwackelmusik mit einer durchaus lasziven Frauenstimme, einer eigenwilligen Note aus französischer Dekadenz, sowie einer guten Portion englischen Charmes. Blondie trifft auf die Pet Shop Boys, Goldfrapp, La Roux oder auch Ladytron und trotz hohem Schickimicki-Faktor machen die zwölf Songs einfach Spaß. Liegen die Fijis vielleicht doch in den Alpen? (Torsten Pape)
VÖ: 10.09.10 // Smartship


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Fijiband.ch
 
 
 


OMD
"If You Want It (Remixes)"
Mit „If you want it“ kündigt ein schöner Song das neue OMD-Album an. Durch seine Harmonien weckt er sogar verfrüht ein wenig Weihnachtsgefühle. Die Single bietet keine endlos langen Versionen, knüpft jedoch eher an die house-lastigen und technoiden Remixe der 90er als an die genialen 80er Maxis an. Zu den Remixern: French Horn Rebellion: Nach lahmem Beginn wird der Song im Mittelteil hochgepitcht, um am Ende wieder zu erlahmen. Schräg! We Have Band: Der abgehackte Rhythmus wirkt etwas hektisch und schizophren und das Gesangs-Loop nervt! Villah Nah: Getragen, ja gediegen stampft der Song seine Runden und der monotone Rhythmus lässt an Kraftwerks "Autobahn" denken. Stark! Club Royale: Wer hier tanzen will, fällt um. Teeth: Minmal, kaum Gesang und mit 80er Drumpattern - alles in der Tradition der Dub-Mixe. Syntomatix: Die einzige richtig fetzige und tanzbare Version geht Richtung Euro-Dance, ist aber mein Gewinner. (Torsten Pape)
VÖ: 10.09.10 // Blue Noise


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Myspace.com/officialomdmyspace
Bodystyler Interview zum Album »
 
 
 


OMD
"History Of Modern"
OMD sind zurück und sogar mit nagelneuem Material. Wer hätte das nach 15 Jahren noch gedacht oder zu hoffen gewagt? Und als wäre das noch nicht genug, verschlägt es einem beim Opener prompt die Sprache. Eine Gegenwehr ist nicht möglich, aber auch nicht nötig. Was hier mit leicht angerautem Pop-Appeal um die Ecke biegt, akzeptiert man ohne Zögern als die moderne Definition des Orchestralen Dunkelmanövers. Im Folgenden klingt der Bass zwar nicht mehr so kratzig, aber die großen, synthetischen Popmelodien füllen weiterhin den Raum. Alles klingt unglaublich frisch, und doch bleiben die Briten der selbst entwickelten Tradition treu. Ob Analog-Referenz, Kraftwerk-Reminiszenz, Gospel-Touch oder lasziver R'n'B-Einschlag, alles wirkt zielsicher, radiotauglich und stilvoll. Ganz großes Kino! (Torsten Pape).
VÖ: 17.09.10 // Blue Noise


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Myspace.com/officialomdmyspace
Bodystyler Interview zum Album »
 
 
 


MONO-AMINE
„Do Not Bend“
„Nur die Harten komm’n in Garten“ - dachte sich wohl auch Mono-Amine Kopf Joost Gransjean während seiner Arbeit am neuen Album. „Do Not Bend“ ist in seiner Mischung aus Industrial, Acid Techno, Hardcore u.v.m. nicht nur ein wahres Fest für Freunde des rhythmisch arrangierten Elektrolärms, nein, es beschert bei unsachgemäßer Handhabung auch jedem Hörgeräteakustiker auf Jahre hin eine treue Kundschaft. Fast pausenlos bahnen sich Bässe und Drums gewaltsam ihren Weg durch die Boxen, um dem Hörer geradewegs mit Schmackes ins Gesicht zu treten. Unterbrochen wird die Vernichtung des Trommelfells dabei lediglich von gekonnt integrierten sphärischen Flächen, schrabbeligen Soundstrukturen, dem ein oder anderen Sample und ab und an einem Hauch von Melodie. Meine Empfehlung für all jene, die im Feierabendverkehr oder auf dem Floor mal wieder richtig die Sau raus lassen wollen! Anspieltip: „Beyond The Status Quo“. (Frank Bentert)
VÖ: 03.09.10 // Ant-Zen


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Myspace.com/monoamine

 
 
 


THE BIRTHDAY MASSACRE

„Pins and needles“ Ich muss gestehen, dass ich mich schon seit Jahren immer wieder auf die Veröffentlichungen der kanadischen Band freue. Seit dem Debüt bin ich fasziniert von der einmaligen, lila Mischung aus Unbeschwertheit, Härte und Düsternis. Wo sonst werden denn auch so genial 80er Frauen-Power-Pop, Spukschloss-Synthies und Bratgitarren zu solch einer optimalen Tanz- oder Autofahrmusik verquickt? Und wo kommen eigentlich jedes Mal diese Melodien her, die in Sekundenschnelle jedes Herz erweichen? Auch die elf neuen Songs zünden sofort und klingen dabei eine Spur reifer und geschlossener. Neu ist weiterhin der noch direktere und etwas dreckigere Gitarrensound sowie einige Klangkonstrukte, die ohrenscheinlich von Produzent Nivek Ogre inspiriert wurden. Also alles mehr als bestens. (Torsten Pape)
VÖ: 17.09.10 // Dependent


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TheBirthdayMassacre.com
 
 
 



UNDERWORLD
"Barking"
Statt „Lager Lager“ und „Mega mega white thing“ singen Underworld heutzutage „Heaven, can you feel it?“. Soll heißen, Karl Hyde und Rick Smith lassen sich nun lieber ab und zu in Ibiza die Sonne auf den Bauch scheinen und schreiben auch mal einen Track für die Strandparty. Vielleicht resultiert diese neue Leichtigkeit aus der Tatsache, dass Hyde und Smith ihre neuen Lieder in die Hände angesagter DJs und Produzenten gegeben haben (u.a,. Paul van Dyk), damit diese noch einmal an dem ein oder anderen Regler drehen. „Barking“ wirkt trotz der vielen Mitwirkenden in sich geschlossen und klingt auch schön nach Underworld. Trotz ruhiger Momente ist es ein helles Album geworden, das ganz hervorragend in den Sommer passen will und mit „Always Loved A Film“ den passenden Hit in der Strandtasche hat. (Stefan Brunner)
VÖ: 10.09.10 // Universal/Domestic


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UnderworldLive.com

 
 
 



PSYCHE
„Re-membering Dwayne“
Wer sich in Psyches Bandhistorie auskennt, wird schnell dahinter kommen, auf wen der Titel dieses Albums anspielt. Der vor 15 Jahren zu früh verstorbene Dwayne Goettel war lange Mitglied bei Skinny Puppy und mischte eben auch kurze Zeit bei den Huss-Brüdern mit. Dies geschah zu einer Zeit, als diese sich noch den düsteren Klanglandschaften fernab des Synthiepops verschrieben hatten. Perlen aus jener Schaffensphase wie „Torture“, „Krieg“ oder die überragenden „The crawler“ und „Eye of the hurricane“ lassen Nostalgikerherzen höher schlagen. Den Sprung in die Neuzeit versucht man auf dieser Zusammenstellung mit Hilfe von Remixen, wobei Dead When I Found Her, PNE und Controlled Collapse gute Arbeit leisten. Fazit: Historisch wertvoll, obwohl zwei/drei Ausgrabungen verzichtbar gewesen wären! (Torsten Pape)
VÖ: 07.09.10 // Art Of Fact


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Psyche-hq.de

 
 
 



Operation Mastermind
"Too Much Is Enough"
Wer bei diesem sommerlichen Trip zu den Rändern der Popkultur glaubt, dieses Trio gäbe sich konservativ, der irrt. Das ist vintage und man gedenkt schwerpunktmäßig mit sanftem Groove nebst schleppendem Beat irgendwo zwischen Bar-Jazz versus exotisch verbrämten Soul - den einzig wirklich guten Tagen. Als Männer mit behaarter Brust noch aufrecht sexistisch sein durften und die Musik banal. Einzig fürs Afterhour-Besäufnis und zum Kette quarzen arrangiert. Die Frage, gerührt oder geschüttelt, lässt sich indes nicht wirklich beantworten. Tracks wie "Paradise" & "Blue Curtains" entschärfen den mürben Alltag und bilden das perfekte Sujet für Bunny Bonebreakers' Lippenbekenntnisse. Man sehnt sich jedoch des Öfteren nach mehr Abwechslung à la Groove & Meetz. (Ivo Klassmann)
VÖ: 27.08.10 // Hi-Hat Records


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Myspace.com/OperationMastermind

 
 
 


ANGELZOOM

„The things you said“ Claudia Uhle alias Angelzoom bewies bereits auf ihrem Solo-Debüt, dass sie ein Händchen für schöne Coverversionen hat. Nun hat sie sich mit „The things you said“ einen der genialsten Albumtracks von Depeche Mode ausgesucht und scheitert erneut - nicht. Das Tempo wurde ein wenig angezogen und alles erscheint etwas luftiger als im Original, wozu natürlich die engelsgleiche Stimme nicht unwesentlich beiträgt. Im Ambient Mix kommt letztgenannte noch besser zum Vorschein und harmoniert prächtig mit sphärischen Sounds und sanftem Piano. Um im Depeche Mode-Kosmos zu bleiben: Erinnerungen an „Waiting for the night“ werden wach. Der Club Remix ist dann jedoch der absolute Hammer. Besser hätten die Briten ihren eigenen Song auch nicht tanzbar machen können. Hier brennt die Luft! (Torsten Pape)
VÖ: 10.09.10 // Wannsee Records


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Angelzoom.com
 
 
 


ANGELZOOM

„Nothing Is Infinite“ Claudia Uhle, eine der schönsten Stimmen des deutschen Electro-Pops, kehrt mit ihrem Soloprojekt auf die Bildfläche zurück. Album numero 2 klingt - im Gegensatz zum Vorgänger - noch zarter, dabei etwas düsterer, aber immer noch himmlisch und durchweg zauberhaft. Dieses Mal sind keine namhaften Gäste an Bord, was dem Album jedoch auf faszinierende Weise gut tut. Es gibt zwar weniger radiotaugliches Material, aber dafür entwickelt sich schnell ein homogener Fluss der ätherischen Stimmungen. Zu guter Letzt werden auch noch einer der besten Albumtracks von Depeche Mode („The things you said“) und Stings „Fragile“ angelzoomisiert und somit luftig veredelt. (Torsten Pape)
VÖ: 24.09.10 // Wannsee Records


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Angelzoom.com
 
 
 


KIM WILDE

"Come Out And Play"
Hätte man mich vor sechs Wochen gefragt, ob man ein Comeback von Kim Wilde braucht, hätte ich mit Sicherheit verneint, denn die jüngeren Veröffentlichungen waren teilweise schon ziemlich flach und auch gute Songs konnte man an einer Hand abzählen. Doch was ist denn nun passiert? Madame hat die Blumentöpfe in die Ecke gestellt (sie moderiert sein Jahren eine Gartenshow im britischen Fernsehen) und gibt noch einmal richtig Vollgas. Die meisten Stücke hat sie mitgeschrieben, teilweise auch wieder mit ihrem Bruder, was dem ganzen eine persönlichere Note verpasst. Insbesondere die Tracks, die nach vorne gehen, sind praktisch durchweg gelungen. Mit King of the world geht’s gleich richtig los. Es folgen die Single Light down low und kurz darauf mit I want what i want der beste Track des Albums - im Jahre 1987 ein sicherer Top 5 Hit. Aber auch gegen Ende gibt sie mit This Paranoia und dem grandiosen Get out nochmal richtig Gas. Auch das langsame, mit Glenn Gregory von Heaven 17 gesungene Greatest Journey, weiß zu gefallen. Eine so starke Platte hätte ich von Madame nie und nimmer erwartet. Zudem klingt das alles viel eher nach Kids in America denn nach der You came-Phase. Fragt man mich nun heute, ob ein Comeback von Kim Wilde wirklich nötig ist, muss ich das mit einem klaren Ja beantworten. So schnell ändern sich Dinge. (Chucky)
VÖ: 27.08.10 // Sony


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KimWilde.com
 
 
 


TZOLK'IN

"Tonatiuh"
Aztekisch gemeinte Rhythmustrommeln also wieder mal: den Stil kennt man unter anderem von Monolith oder Squaremeter, von früheren TZOLK’IN-Releases, aber vor allem auch von den älteren This-Morn’-Omina-Veröffentlichungen. Im Gegensatz zu all jenen ist TONATIUH weniger mystisch und dramatisch geworden, sondern vielleicht eher so, als wären Aliens in einer mexikanischen Tropfsteinhöhle gelandet und hätten dort den Industrial-Techno für sich entdeckt. Alles knistert und klopft und percussioniert und loop und sequenzt so vor sich hin, in Tracks wie NANAHUATZIN etwas weniger und in Tracks wie TEZCATLIPOCA etwas mehr spannend, aber: an einem verregnet-vernebelten Vorabend funktioniert das auf Platte ja doch alles ganz prima. Auch wenn sich die Platte nicht ganz zwischen dem rituellen und dem technoiden Aspekt entscheiden kann. 4 von 6 Tropfstein-Echos. (Frank Lachmann)
VÖ: Juli 2010 // Ant-Zen


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Myspace.com/tzolkinmusic
 
 
 


School Of Seven Bells

"Disconnect From Desire"
Sucht man im Weltnetz nach SOVIIB, so werden die Genres Electro-Dream-Pop oder Neo-Shoegaze genannt. Ich bin mal total verrückt und sage einfach Indie-Pop dazu. Die beiden eineiigen Zwillingsschwestern Alejandra und Claudia Deheza sind die verträumten Stimmen der Band. Vergleiche mit den Cocteau Twins sind unumgänglich, jedoch ausschließlich durch die Schönheit der Stimmen bedingt. Stimmig ist die Liederwahl des Albums. Es plätschert, dann fließt es. Schnell kann man sich in den Fluten verlieren. Dabei haben die Songs keinen wirklich bleibenden Ohrwurmcharakter, denn dazu sind sie zu verwuffelt. Doch plötzlich wird es bei „Dust Devil“ und „Camarilla“ hypnotisch monoton. Wavig, im Stil der Frühneunziger, ist „I L U“, dessen Titel für I Love You steht. So ein Titel ist heutzutage fast mutig, denn wir sagen zu selten „Ich liebe Dich“. Warum eigentlich? Also raus und Jemanden „Ich liebe Dich“ entgegengebrüllt! (Sir Raze)
VÖ: 16.07.10 // Vagrant Records


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Myspace.com/schoolofsevenbells
 
 
 



KATE PERRY
"Teenage dream"
Normalerweise lasse ich von solchen Sachen ja die Finger. Doch nachdem ich mir nahezu die komplette CD heute anhören musste, komme ich nicht umhin. Solche Musik ist der Grund, wieso der Begriff Pop so negativ belastet ist. Was uns Madame hier präsentiert, ist so unfassbar unerträglich, dass ich mich frage, wer das gut finden kann. Anscheinend über 20 Menschen alleine bei Amazon. Sind das alles Kleinkinder, die sich wichsend vor den PC hocken und das Video zur Single anstarren - würde ja dann zum Titel der CD passen - oder zurückgebliebene Hinterwälder, die noch nie etwas anderes gehört haben? Selten eine Ansammlung von so monotonem und belanglosem Gedudel gehört und mittendrin versucht Madame so etwas wie zu singen, raubt einem damit aber nur den letzten Nerv, falls der überhaupt noch vorhanden ist. Sachen wie I kissed the girl vom letzten Album waren zwar nicht gut, aber immerhin erträglich, doch hier befindet sich lediglich eine reine Ansammlung von nervtötenden Plastic-Popsongs mit einer beliebig austauschbaren Sängerin, wobei diese Bezeichnung ein Hohn ist. Aber: die CD riecht nach Kaugummi. Süüüüüße Idee, am besten beißt man gleich rein und schluckts runter, dann hat man's hinter sich und muss sich den Mist nicht mehr anhören. Nur da würde ich mir eine Magenverstimmung holen. (Chucky)
VÖ: 27.08.10 // Capitol / EMI


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Myspace.com/katyperry

 
 
 


BLIND PASSENGER

"Don't Drag Me Down"
Die erste Auskopplung der BP-Reinkarnation ist ein Song, der sich bereits auf dem Nik Page-Solo-Debüt befand. Ging er dort ein wenig unter, mausert er sich im neuen Gewand zum unwiderstehlichen Ohrwurm. Von schwerer Gitarrenlast befreit, wird der Track nun durch eine ultra-coole Chris-Isaak-Hommage-Darmsaite verschönert. Mit dem Moroder Sequential Radio Edit wird die Beatschraube etwas angezogen und geradliniger agiert. Danach folgt mit dem Globaler Bereich Clubmix ordentliches Tanzfutter und die lonesome-cowboy-Gitarre wird erfolgreich durch ein Depeche Mode-Synthriff ersetzt. Die Cinescope Version ist nicht etwa ein atmosphärisches, gar beatloses Konstrukt, sondern schlicht ein unnötiges Instrumental. Obendrauf gibt’s einen knackigen Edit von „Electrocop“ und aus die Maus. (Torsten Pape)
VÖ: 20.08.10 // Wannsee Records


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Myspace.com/BlindPassengerOfficial
 
 
 


Blind Passenger
"Next Flight To Planet Earth"
Als Mitglied der Blind Passengers veröffentlichte Nik Page 17 Tonträger, gefolgt von weiteren elf, die der Elektro-Künstler als Solist bzw. Projekt-Musiker in den Handel brachte. Derart aktiv sind wenige Meister und es dürfte die Fans freuen, dass 2010 die Rückkehr des blinden Passagiers erlebt. Die Mitstreiter aus den Neunzigern sind nicht mit von der Partie, Niks Ziel aber war es, den Geist der alten Tage wieder zu beleben. Auffallend ist die Coolness der Beats und Bässe, die Page seiner Reise durch die Zeit aufdrückt. Gefühlvolle und sphärische Balladen spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Dancefloor. Anlehnungen an das Blind Passengers Debüt-Album „The Glamour Of Darkness“ sind nicht zufällig, so z.B. die neu eingespielte Version von „Small Town Night“. Dabei alleine belässt es der Zeitreisende aber nicht. Aus dem Synth-Popper der 90s ist ein reifer Space-Electro-Cowboy geworden, dessen Gitarre hier und da treffsicher zwischen den Beats einschlägt. Fans der Blind Passengers werden an diesem Album ihre Freude haben. (Manfred Thomaser)



Noch bis vor kurzem dachte man, dass zwischen den Blind Passengers und den Solopfaden von Nik Page kaum mehr Luft für etwas Neues sein dürfte. Nun platziert sich das vorliegende Album genau auf diesem schmalen Grat und bedient sich dabei (logischerweise) der Elemente des Synthie-Pops, der EBM und der Cyber-Ästhetik. Vier Neuinterpretationen verweisen zusätzlich direkt auf die Vergangenheit. Das Gastspiel von Gary Wagner (Dance or Die) ist am Ende wohl die größte Überraschung, denn ein Händchen für tolle Melodien und einen mitreißenden Groove darf man von Nik wohl jederzeit erwarten. Der Platz in den Herzen der Fans und im CD-Schrank direkt hinter dem letzten BPs-Album ist gesichert. Nicht neu, aber gut und neu gemischt. (Torsten Pape)
VÖ: 27.08.10 // Wannsee Records


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Myspace.com/BlindPassengerOfficial
 
 
 


ZOLA JESUS
„Stridulum II“
Was ist das für fantastische Musik? Düsterelektronische Klangteppiche werden hier von der liebreizenden Nika Roza Danilova präsentiert. Ihre kraftvolle Stimme ist einprägend und hört sich so gar nicht nach einer 21-jährigen an. Ohne im schwarzen Klischeesumpf zu verharren, durchlebt der Hörer eine interessante Mischung aus hoffnungsgebenden Texten und düsterer Zerissenheit. Allein der Opener „Night“ ist jeden Cent dieser EP wert. Es folgen das auf Fläche aufgebaute „Trust Me“ und das für die dunkelsten Düsterclubs geeignete „I Can't Stand“. Verhallte Hintergrundvocals und Delays komplettieren dieses schaurig-schöne Werk. Wow! Diese Frau sollte mal ruhig mit „Stridulum II“ in den Düster-Bravos des Landes vertreten sein, denn sie würde einigen sogenannten Gothic-Acts gewaltig Konkurrenz machen. Eigentlich kein Wunder, denn das Label Souterrain Transmissions ist mit Acts wie Musèe Mècanique oder Cocorosie ein Garant für gute Musik. (Sir Raze)
VÖ: 23.08.10 // Souterrain Transmissions


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Myspace.com/zolajesus
 
 
 


Project Pitchfork
"Continuum Ride"
Da der gemeine Tonträger an sich rund ist, kann ein namentlich kontinuierlicher Trip auch schon mal im Kreisverkehr erlahmen. Die Ausfahrt, welche Peter Spilles mit seinen Mannen gegenwärtig nimmt, ist die gleiche wie schon vor 18 Jahren, als sie musikalisch zwischen Dhyani & Lam-'Bras ankamen. Der Motor klingt indes zugegeben runderneuert & beherrscht harmonisch alle Drehzahlen bis hin zur souveränen Pop-Perle “Supersonic Snakebite”. Und doch nervt spürbar verhaltene Experimentierfreude nebst unklaren Botschaften & man fragt sich, ob wohl der etwas lustlose Exzess "Beholder" das Unumgängliche für einen gut ausgeleuchteten bewachten Parkplatz hinterm Club war. (Ivo Klassmann)
VÖ: 23.07.10 // Trisol


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Pitchfork.de
 
 
 


THIS DROWNING MAN
"Big Faint Lane"
Diese Hamburger Band definiert sich eindeutig in der Tradition der wavigen Klänge der 80er Jahre und siedelt sich in der Schnittmenge von Acts wie The Sound, The Church und The Chameleons an. Mal eindringlich, mal sanft berührend fließen die wohlig melancholischen Songs direkt ins Herz und laden zum Träumen und wohligen Seufzen ein. Hier harmoniert jeder Ton und jeder Takt und am Ende steht ein Hörerlebnis, das perfekt zum nahenden Herbst passt. Mit Hilfe dieses schönen Albums wird das graueste Grau des Wetters mit den gedeckten Farben der fallenden Blätter zu einem beruhigenden, impressionistischen Bild verschmelzen. Sänger Roland Klein können Insider übrigens von der Band Scoda Blush kennen, die Ende der 90er Sister of Mercy-Support waren. (Torsten Pape)
VÖ: 16.07.10 // Danse Macabre


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Myspace.com/this.drowning.man
 
 
 


SHARON NEXT
„Fast farewell“
Waren meine Gefühle beim ersten Hören dieses Albums noch sehr ambivalent, stellte sich mit der Zeit eine eigenartige Faszination ein. Man kann es nicht recht greifen, aber dieses Album wächst stetig. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Wolfsheim, Diorama, Deine Lakaien und 80er Wave-Pop-Ästhetik angesiedelt, zaubern die Ösis einen Ohrwurm nach dem andern aus dem Ärmel. Selbst die zunächst sperrig erscheinenden, deutschsprachigen Stücke bleiben irgendwann nachhaltig hängen. Die prägnante, etwas belegt klingende Stimme erinnert mich stark an den Sänger von Soul in Isolation, falls die noch jemand kennt. Kombiniert mit dem souveränen elektronischen Fundament und den eher rhythmisch eingesetzten Gitarren ergibt das ein feines und doch kraftvolles, sympathisches Gesamtbild. (Torsten Pape)
VÖ: 09.07.10 // Danse Macabre


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Sharonnext.com
 
 
 



PARRALOX
„Supermagic“
Wer Kylie, Goldfrapp, Madonna und all die anderen süßen männercharmierenden Vocal-Weiber der letzten 3 Dekaden mag, und auch sonst immer gern mit viel kompositorisch klar, zumeist analog geformter Verspieltheit zu begeistern ist, dem wird auch die erste Single aus dem neuen Album „Metropolis“ (VÖ: Nov/2010) gefallen und im für Grandseigneurs gewohnten hinterherhechelnden Atemzug auch ganz besonders Frontgirlie Amii in sein Herz schließen. Wenngleich 5 Versionen von ein und derselben Musikalie nicht ganz so supermagicallike sind, so ist es dennoch als super anzukreiden, dass das australische Duo mit „Homecoming“ und „Failure“ wenigstens noch 2 weitere Titel als non-Album-Versionen des kommenden Albums an die Fans abliefert. Die Dark Version von „Time“ ist dagegen pure Magic!
VÖ: 27.08.10 // Conzoom Records
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Myspace.com/parralox

 
 
 



GRUM
„Heartbeats“
Schotten lassen unterm Karo-Rock nicht nur ihren Schniedel an der Luft trocknen oder drehen James Bond-Movies, nö, ab und an kommt von den Insulanern auch ganz angenehme Mukke rübergeschwappt; und damit meine ich nicht das Dudelsackgequetsche und –gepresse. Wie in diesem GRUM-Fall, bei dem der junge Produzent Graeme Shepherd eindeutig die 80er zu ein Disco Italo French House-Korsett zusammennäht, es überstreift, um dann jeden zu zeigen, was gerade Mode und angesagt ist. Das macht Laune, zieht man in jedem Fall gerne an und kommt immer wieder, wie die 80er stets beweisen. [...] 24 Jahre ist der "DJ" Grum jung, erhält Remixanfragen von Goldfrapp und  Lady Gaga und war Ende 2009 zeitweise der meistgebloggte Künstler laut „Hype Machine“, einem MP3 & Music Blog Aggregator. Das allein sagt ne Menge aus und ist am Ende eine frische und kluge Lektion an alte Musiksäcke, die sich von Altem nicht lossagen können.
VÖ: 20.08.10 // We Play/Sony


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Myspace.com/grummmusic

 
 
 



MY LIFE WITH THE THRILL KILL JULT
"Sinister Whisperz"
Früher haben Thrill Kill Kult Industrial gemacht, mit dieser ersten Reihe “retrospektiver” Compilations lassen Sie genau dieses „früher“ Revue passieren und reisen zurück zu ihren Wurzeln. Der Untertitel „The Wax Trax Years 1987-1991“ weist dann auch gleich den Weg, in welche Zeit es geht. 12 ihrer besten Songs wurde neues Leben eingehaucht, will sagen: remixed, rauf packt man noch einen unveröffentlichten Track aus dieser Zeit – fertig ist die Jukebox. Aber warum? „Remixe von diesen Songs zu erstellen, war wie alte Freunde nach 20 Jahren endlich wieder zu sehen“, meint Produzent Buzz McCoy. „Und es war schön, endlich wieder einiges an verdienter klanglicher Brillanz in diese staubigen, alten Tracks zu bringen.“ Letztendlich klingen aber selbst die neu-remixed Tracks so, als wären diese auch schon vor genau den 20 Jahren bearbeitet worden. Für Fans gibt es die auf 499 limitierte Box mit Bonus-CD „Live in San Antonio 1990“.
VÖ: 20.08.10 // Rustblade/Broken Silence


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Myspace.com/mylifewiththetkk

 
 
 



LEVTHAND
„Taxidrive“
„Taxidrive“ ist genau das richtige Wortbrösel, um dieses Release in eine exakte Substantivierung zu pressen. Denn dieses Vehikel fährt dich durch illustre Orte mit faszinierenden Soundbauten, zischt ohne Hektik durch Reggaedörfer, hat Anschluss an die Bronx, wo es weitergeht in Funk- und Soul-Clubs und bei jedem Halt steigen mehr Musikerfreunde hinzu. [...] Levthand ist Levent Canseven, der bereits in den 90ern als „Can7“ die Dancefloors Europas belieferte. Mit „Taxidrive“ konnte er ein Allstar-Team an Gastvocalisten gewinnen. Reinhören lohnt hier nicht nur deswegen - wenn auch der Taximotor sich ein wenig festfährt, ob der vielleicht zu vielen Hinzugaben verschiedenster musikalischer Tankfüllungen!
VÖ: 13.08.10 // idee deluxe/Nova MD


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Myspace.com/levthand

 
 
 



MOMOFOKO
„Not Now! …Now?“
Soft, seifig und nicht unsympathisch sind die 6 Männer aus Malmö ja schon und nebenbei auch schwedische Senkrechtstarter. Zumindest nahm das größte schwedische Musikmagazin „Groove“ das hier vorliegende Mini-Album in die Liste der besten Platten des Jahres 2009 auf. Nun kommt dieses noch schnell vor dem ersten regulären Album (Ende 2010) auch nach Deutschland. Die salopp vorgetragenen 6 Tracks sind denn auch muntere Indie-Popsongs mit elektronischem Flair und dem Auftrag, diese in die Disco zu bringen. Das dürfte funktionopeln, denn die groovige Schose kommt kurzweilig daher und macht gespannt aufs Album.
VÖ: 16.07.10 // Stereoflex Records


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Myspace.com/momofoko

 
 
 



SAM
„Brainwasher“
Wenn auch die Zutaten in diesem Genre immer die gleichen sind, so haben die Brüder Joel und Daniel Meyer (nicht mit DEM Myer verwandt) kapiert, sich von dem apathischen Einheitsgestampfe ähnlicher Acts wohltuender abzuheben. Schon der Opener „Warning“ sendet einen dezenten „Mahnruf“ von dem, was auf einem die nächsten 13 Tracks zukommt. Das wiederum sind hetzende Flurkiller mit viel eingestreuten Samples, Beats über der Mitzählgrenze und dadurch um so mehr Club-Flavour. „Brainwasher“ ist allerdings leider auch wieder ein typisches Album für unsere Problem-Kinder der Leuchtstabgeneration, was den Spaßfaktor auf den Tanzflächen der Republik immens schmälert.
VÖ: 09.07.10 // ProNoize


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Myspace.com/projectsam

 
 
 



[X]-RX
„Update 3.0“
Ständig gleicher Beat, ewig konstante Songmuster – das ist Industrial-Rave aus Köln und heißt [X]-RX. Für all jene, die einfach alles hören (können) und deswegen auch keinen Unterschied mehr feststellen (können). Das Debutalbum von [X]-RX erschien 2007 und hieß „Unmöglich erregend“. Erschreckend, dass das auch wieder für diesen, mittlerweile dritten, Longplayer zutrifft.
VÖ: 09.07.10 // ProNoize


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Myspace.com/xrxindustrial

 
 
 



DAS PRÄPARAT
„Unschuldsblicke“
Wenn sich eine Band „Das Präparat“ nennt und von einem „Mr. Hyde“ 2001 zum Leben erweckt wurde, sagt das im Grunde schon alles aus. Und geschichtlich wissen wir: meistens nichts Gutes. So auch in diesem Fall. Aber keine Angst: Mr. Hyde hat seine Nachtschwester K. (Text, Musik, Gesang) stets dabei, einer muss ihm ja die notwendigen Beruhigungspritzen setzen, damit übler „Gesang“ und fade Instrumentierung nicht zur chronischen Krankheit wird. Dabei „wurde diesmal besonderer Wert auf Vielseitigkeit und Klangqualität gelegt“, bläkt das Presseinfo trotzig. Au weia, dann möchten wir bitte NIE die Vorgängeralben dieser invaliden Ärztegemeinschaft hören!! So lästig, wie die 10 EUR-Quartalsgebühr!
VÖ: 02.07.10 // Scanner


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Myspace.com/daspraeparat

 
 
 



AS ABLE AS KANE
„The Collection“
Vor ca. 25 Jahren gründete sich die britische EBM-Band „As Able As Kane“ (kurz AAAK) und nur 5 Jahre und 2 Alben später sagten sie auch schon wieder Goodbye. Bei dieser Doppel-CD-Collection erwartet den Hörer deshalb auch keine "Best of" im herkömmlichen Sinn, was ohnehin nicht möglich wäre, sondern mehr ein Werdegang ihres musikalischen Schaffens. CD1 ist dann auch sodenn ein Querschnitt ihrer beiden und einzigen Alben „Buildingscapebeat“ (1989) und „Big Fist“ (1990). Auf CD2 sind Demosongs wie Livetracks aus den Jahren 1987-1989. In einem 16-seitigen Booklet gibt Bandmember Simon „Ding“ A. Auskunft über Gründung, Ende und Neuerweckung seiner Band. Wenngleich die Quali nicht mehr ganz auf dem laufenden ist, so sei dieses Release jedem ans Herz gelegt, der auf Vollständigkeit seiner heimischen EBM-Sammlung Wert legt. Für Fans von Front 242, Absolute Body Control und Konsorten.
VÖ: 21.06.10 // Electric Tremor Dessau
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Myspace.com/asableaskane

 
 
 



CAISARON
„Liebe in mir vernichtet“
„Liebe in mir vernichtet“ ist der angeblich beste Song der 2009er EP „Tief in mir“ des Electro-/Synthpop-Trios und nun wurde für die mit einem anständig-guten Gesang versehene poppige Ballade eine rhythmischere Bekleidung genäht. Die Maßschneider: Ray Gordon, DJ Crocks und People Theatre. Allen voran der verfrickelte Crocks-Mix ist ein Produkt klangkünstlerischer Friemelarbeit. Achtung: nur als Digital-Download erhältlich.
VÖ: 04.06.10 // Sonic-X
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Myspace.com/caisaron

 
 
 



SEPTRON
„Wuterguss“
Nichts Aufregendes bietet Bastian Polak aus der Pfalz, der sich mit SEPTRON in einen Raum voll abgenutzter Dark-Electro-Schränke eingeschlossen hat, um dort seit mittlerweile 8 Jahren in Heimarbeit vor sich hinzumusizieren. Ab und an kommen ihn die üblichen Verdächtigen namens „Herr Gesangsverzerrer“ und „Frau Beati Stampfi“ besuchen, um ihn zu beruhigen, damit er nicht ganz aus dem Ruder läuft. Von uns aus kann er das ruhig noch weitere 8 Jahre lang tun, solange er uns nicht wieder mit seinen „Heimarbeiten“ belästigt.
VÖ: 04.06.10 // Sonic-X


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Myspace.com/septron1979

 
 
 



ESC
„Eight Thousand Square Feet“
Portugiesen sind immer heiß gehandelt, vor allem, wenn es um Fussball geht. Letztendlich versagen sie dann aber doch immerzu. meist an zu schönen Stürmern mit damit verbundener Überheblichkeit. Wären ESC (= Eden Synthetic Corps) Fussballer, würden sie zwar straighten Fussball spielen, aber auch nur ins Viertelfinale kommen. Denn für's Halb- oder sogar Finale riskieren sie nur Einheitsfussball, immer wieder im gleichen Schrittmuster nach vorn, keine waghalsigen Kombinationen, keine Flanken, kein Mut und deswegen auch schon gar kein Tor. „Bloss keinen Fehler machen“ heißt es Mannschaftseinheitlich des 2005 gegründeten Quartetts. So wird im gewohnten Electro-/Industrial-Sound rumgebolzt und nach offizieller Spielzeit liegt der Verdacht nahe, das man doch nur Zuschauer, pardon: Zuhörer eines portugiesischen Drittliga-Spiels war – und die sind bekanntlich nicht sooo spannend. Daher gibt’s in diesem Spiel auch gleich 12 gelbe Karten für insgesamt 12 Tracks. Bonuspunkt aber für das tolle im Comicstyle gefertigte Digipak mitsamt Booklet.
VÖ: 28.05.10 // Scanner


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Myspace.com/edensyntheticcorps

 
 
 



ATTENTION SYSTEM
„Wait For My Signal“
Mit Dark Wave und Punk als ihren Kern will das 5er-Gespann eine angenehm schmeckende Frucht drumherum züchten. Die Erde dafür wurde schon im Gründungsjahr 2008 gepflügt, die Samen mit der in Eigenregie produzierten EP verstreut, was auch honoriert wurde: Innerhalb von nur einem Jahr schaffte es die Band als Headliner in die ausverkauften Wochenendshows der berüchtigten Rock- und Tanztempel Atlantas. Mit dem ersten Album fehlt allerdings das Wasser, mit dem sie die Samen eigentlich giessen müssten. So bleibt „Wait For My Signal“ nur ein weiteres Electro-Rock-Album, bei dem wir alle auch nur auf ein Signal warten: Und zwar das der Zündung.
VÖ: 28.05.10, Surrounded By Light Rec.


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Myspace.com/attentionsystem

 
 
 
 
 


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Hundreds "Hundreds"

 

// VÖ: 30.04.10 // Sinnbus
Es ist ja immerhin schon August, ich leg’ mich mal fest: was Electrofrickelpop als Genre angeht, ist das hier meine Platte des Jahres, also, wird es gewesen sein in nur wenigen Monaten. Aber es ist eine Spätsommerplatte, eine astreine Barbara-Morgenstern-eske Platte, die lässig ist und angenehm wie eines dieser Mixgetränke, die man in Strandbars beim Sonnenuntergang nur zu schätzen weiß, also vor allem unaufdringlich und melancholisch zur gleichen Zeit. „Solace“, „Machine“ oder „Song For  A Sailor“ wird man auf dem Heimweg von Wochenenden am See hören, im Auto, und dabei an seine verlorene Jugend denken und trotzdem lächeln. So ist das nämlich. Zuckersüße, grandiose Mädchenmusik, die auch bei Jungs funktioniert, wenn sie ein Herz haben, selbst wenn sie’s nie zugeben würden. Ungeeignet vielleicht für Bürstenhaarschnit-EBM-Golfclub-Mitglieder, aber ALLE anderen kaufen sich bitte sofort diese Platte. Mehrfach. 9 von 10 Cocktailschirmchen. (Frank Lachmann)


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HundredsMusic.com

 
   
   
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Greie Gut Fraktion "Baustelle"

 

// VÖ: 18.06.10 // Monika Enterprises
Heidewitzka! Auf die Idee, aus Baustellengeräuschen eine Platte zu machen, muß man ja auch erstmal kommen. Aber Ernst beiseite: auf die Idee kamen schon die Neubauten und ein paar Trillionen anderer Nachwuchs-Klanginstallateure, bei Greie Gut Fraktion (Antye Greie & Gudrun Gut) klingt das Resultat aber doch irgendwie stimmiger: kein Haudruff-Krach mit Presslufhammer-Aufnahmen, sondern einigermaßen filigran eingesetzte und nur die Stimmung von Baustellen erzeugende Rhythmen und Klänge. Das läuft alles so subtil ab, dass man beim Hören zwar hin und wieder an Bargelds Blixa und alva noto denkt, nie aber über das „EY! BAUSTELLE!“-Schild stolpert, das da so im Raum herumsteht – sondern sich eher wie bei einer Baustelleninstallationsvernissage vorkommt. Und, ja, das „hat irgendwas“, auch wenn’s auf Albumlänge als „Masche“ dann ein wenig Effekt verliert. 7 von 10 Schutzhelmen. (Frank Lachmann)


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GreieGutFraktion.com

 
   
   
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Ashbury Heights "Take Cair Paramour"

 

// VÖ: 02.07.10 // Out Of Line // Universal
Also, wenn ich mir so die Kritiken ansehe, die bei amazon über dieses Album stehen, muss ich mich wirklich fragen, ob die jemals die alten Sachen gehört haben. Insbesondere das Debüt war eine absolute Granate in Sachen modernem Electro-Pop. Das hier vorliegende Album ist nicht wirklich schlecht, driftet aber teilweise in dermaßen seichte Gefilde ab, dass ich nicht einen einzigen Track entdecke, den man in einer Gothicdisco als DJ spielen könnte, ohne mit Gläsern beworfen zu werden. Sicher gibt's einige wirklich nette Songs, insbesondere im zweiten Teil der CD, aber gegen das Debüt hat diese CD keine Chance. Eher widerwillig höre ich mir normalerweise Remixe und Bonustracks an, weil die meistens eh Mist sind, doch diesmal sind hier große Überraschungen zu finden, denn insgesamt ist die Beilage stärker als das eigentliche Hauptalbum. Und mit dem Bonustrack "Dark Clouds" kommt gleich noch das beste Stück des kompletten Albums. CD 1 ok, CD 2 überraschend gut. Aber dennoch: mit schwarzer Szene hat das hier gar nichts zu tun und so gerät der Song "Ordinary" zum Boomerang, denn das ist das Album leider über weite Strecken. Zudem ist die neue Sängerin um Welten schlechter. Eine kleine Enttäuschung. (Chucky)


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Myspace.com/AshburyHeightsMusic

 
   
   
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Mika Goedrijk "Looking-Glass World"

 

// VÖ: 21.06.10 // Ant-Zen
Das Sonderbare an dieser Platte ist, dass sie sich nicht entscheiden kann, wo sie hingehört: ein bisschen Snog, ein bisschen 4tothefloor-Industrial, ein bisschen IDM, ein bisschen Hawaii-Gitarre(nsamples), ein bisschen Microwave-Gefitzel à la raster-noton (mit wunderbar knackigen Samples übrigens), ein bisschen Beefcake und Breaks und ein bisschen Trompete(nsamples) noch rhythmisch zwischenreingeschoben. Versteht man nicht, muß man vielleicht auch nicht, aber ganz schön fahrig und weird klingt das dann schon, am Stück gehört. Looking-Glass World rollt gewissermaßen einmal Querbeet durch alle Stile und Ideen, die nicht bei drei auf dem Baum waren: im Resultat kommt das nicht ganz an Aphex Twin heran, ist aber doch mit jedem einzelnen Track für sich interessanter ist als vieles, was sonst gern an Aphex Twin herankäme. Und das ist ja wohl echt mal die schlüssigste Argumentation seit Bestehen des Bodystylers! 6 von 10 Richard-D-James-Gedächtnisfratzen. (Frank Lachmann)


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Myspace.com/mikagoedrijk

 
   
   
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Bettina Bormann "IMAGO - für immer Dein"

 

// VÖ: 21.05.10 // Danse Macabre
"Manche Leute beschäftigen sich mit Dingen, die so klein sind, dass man sie... kaum erkennen kann." Bettina Bormann jedoch befasst sich mit mehr – der immer währenden, unteilbaren, unbefleckten Liebe. Eine Frau, die früh sich und ihren Vater verlor und durch Zufall alles und mehr wiederfand. So makaber, brutal offen und pervers, so grandios ist dieses Debüt. Was mit ihrem Musikprojekt ::OT:: begann, entfaltet sich nun zu voller Größe. Macht neugierig auf mehr! "Du wolltest, was ich wollte... Du kamst mir zu nah." (Manuela Seiler)


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Bettina-Bormann.de

 
   
   
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Roman Rain "Roman Rain"

 

// VÖ: 25.06.10 // Danse Macabre
Bühne frei, die Freakshow kann beginnen. "Sing mit mir ein kleines Lied" scheint der geheimnisvolle, gediegene Fremde aus dem fernen Sibirien aufzufordern. Sein musikalisches Werk beinhaltet eine imposante Zusammenstellung verschiedenster Musiksparten, mal kommt er elektronisch daher, mal konkurrieren Musicalart und Gothrock, Pop wie Alternative. Erstaunlich ist es, wie dieser Gnomenhafte mit den adeligen Zügen fantasievoll, vielschichtig und eindringlich diese neue Leichtig-, gar "Luftigkeit" auf die Zuhörerschaft überträgt. Jedoch kann diese dadurch für manchen schwer verdaulich sein, da die leicht atonale, recht bizarre Musik nicht Jedermanns Sache ist. Wer sich dennoch neugierig gemacht fühlt, dem empfehle ich einen kostenlosen Album-Download als Appetithappen – aber Vorsicht: nicht verschlucken! (Manuela Seiler)


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Romanrain.spb.ru

 
   
   
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Nouvelle Vague "Best Of"

 

// VÖ: 12.07.10 // Peacefrog
2004 war das Jahr der vielleicht erstaunlichsten Erfolgsgeschichte, was die französischen Outputs betrifft. Ausgerechnet im Mutterland der Waver startete ein in jeder Hinsicht doppeldeutiges Wiederaufbereitungsphänomen, welches Lebenslust & Totentanz alliierte. Ein regelrechter Fetischismus begegnet seit dem der aparten Auswahl akzentuiert hauchender Mademoiselles‘ um Marc Collin & Olivier Libaux. Und auf der hierzulande nur als Import erhältlichen Scheibe werden nun die Highlights aus 3 Alben Transformationsarbeit in Sachen Bossa Nova & Lounge zusammengefasst. Wer nach der Intensivierung von Joy Division, The Clash, Depeche Mode, oder den The Psychedelic Furs noch Lust auf U2, The Stranglers oder Siouxsie in schwebender Balance hat, sollte zur Limited Edition greifen, welche gleichwohl den "Eisbär" vergaß. (Ivo Klassmann)


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NouvellesVagues.com

 
   
   
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Compilation "Hymns Of Sex"

 

// VÖ: 16.07.10 // Machineries Of Joy
Wer die Freuden des Unterleibs wie ein Mel Gibson oder Kachelmann angehen mag, der verlangt nicht zwingend nach Barry White. Grund genug für Sven Lauwers & Andy De Decker auf ihrer zweiten Lobgesänge-Compilation einfach mal das Thema zu wechseln, 19 Jahre alte Dildos aufzupolieren & sich beim Masturbieren von ein paar Belgiern zur Hand gehen zu lassen. Claus Kruse ist derjenige mit der meisten Erfahrung beim Gangbang mit der alten Hure EBM und die schwedischen Extremsportler EkoBrottsMyndigheten beweisen richtig Kondition... als DAF-Doppelgänger. Aber auch der Rest macht sicher nicht nur in Dessauer Freudenhäusern Lust. (Ivo Klassmann)



Porno, Erotik, Sex, Leder, Latex und der ewige Traum lustvoll zubereiteter Schmerzen … Wer sich nicht in diesen Welten und ihren Phantasien bewegt, der hebe die Hand. Richtig: Wir alle wollen es mal zeigen bzw. ordentlich gezeigt bekommen. Und „Hymns Of Sex“ bietet nichts weniger als den Soundtrack zum Leben hinterm Vorhang. Und das 19 Mal. Armageddon Dildos und Leaether Strip, Ekobrottsmyndigheten und Ionic Vision sind nur vier der auf dieser Compilation vertretenen Akteure, die ihre Botschaft anstatt ins Ohr direkt in den Po schieben. Du praktizierst S/M ohne diese CD? Dann versuch es mal mit. Du lässt Dich ohne diese Musik auspeitschen? Mach es mit ... Schmutzige elektronische Klänge, Industrial-Sex-Core, Leder-Vibratoren: Tu nicht so, als wüsstest Du nicht wovon die Rede ist. „Hymns Of Sex” bringt lüsterne Anarchie ins Bett. (Manfred Thomaser)


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Machineries-Of-Joy.com

 
   
   
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Inertia "Interpret"

 

// VÖ: 20.09.10 // Deathwatch Asia
Reza Udhin & seine Mannen verkörpern wohl all das, was die einen am Electro mögen & was andere schaudern lässt. Egal: Für die Eier, nach ihrem Fulltime-Cover-Album mit einer Japan-Version der ebenso langen Remix-Orgie ihres Vorgängeralbums hier aufzuschlagen, gebührt ihnen Respekt. Erst recht, wenn das Ganze mit einem potenten Remix der Armageddon Dildos beginnt, sie selbst "The Preacher" neu interpretieren und Die Krupps noch eine Schippe drauflegen. Den Rest davon muss man nur in Japan kennen, da mögen sie Dinge mit etwas fadem Nachgeschmack. (Ivo Klassmann)


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Inertia.gs

 
   
   
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Mind.Area "Stagnation/Death EP"

 

// VÖ: 05.07.10 // Ionium Records
Mit drei neuen Songs und drei Remixen lässt mind.area seinen Fans keine Zeit, einen Ort der Ruhe zu finden. Im Februar erst erschien das Album „long-distance side trip“, jetzt folgt die ep „stagnation/death“. Und dieser Mix aus Industrial, Trance, Electro-Psycho und Ambient verwirrt seine Hörer wie ein vor den Augen hin und her pendelndes Skalpell. Gut möglich, dass sich der Folterknecht im Traum als Nivek Ogre (Skinny Puppy) entpuppt. Im Gegensatz zu SK aber bewegt sich mind.area weniger aggressiv durch die Endzeit. „No Chance“ verwirrt mit schnellen Beats und einer dennoch ruhigen Grundstimmung, „Lowdown“ ist hypnotisch-druckvoll und „Deadlock“ zieht über ein Schlachtfeld, dem Tod die neuen Kunden reichend … mind.area ist eine willkommene Alternative zum puren Industrial, nicht genial aber gut genug, um Gehör zu finden. (Manfred Thomaser)


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Myspace.com/MindArea

 
   
   
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Hocico "Dog Eat Dog"

 

// VÖ: 25.06.10 // Out Of Line
Keine großartige Weiterentwicklung oder gar nennenswerte Ideen, einfach wieder Hocico und für viele ist das wahrscheinlich auch gut so. Solitary Experiments geben dem Ganzen obendrauf noch etwas mehr Biss und differenzieren sich damit erfreulich deutlich vom Rest der Remixer, welche sich dem Gesetz des freien musikalischen Falls unterwarfen und hier jämmerlich vor die Hunde gehen. (Ivo Klassmann)

Erscheint auch als 666 Stück limitierte 7" in weißem Vinyl mit der exklusiven B-Seite „Breathe Me Tonight“ »


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Hocico.de | Out Of Line-Shop

 
   
   
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Squaremeter „Heliogabal“

 

// VÖ: 14.06.10 // Ant-Zen
Nach einem Ausflug in die griechische Mythologie auf dem Vorgänger „Nyx“, setzt sich Mathis Mootz nun mit dem römischen Kaiser Elagabal auseinander. Dunkel und mystisch ziehen dabei die Soundscapes durch den Äther. Sie wirken bedrohlich, werden immer wieder von Stille oder obskuren Geräuschen unterbrochen. Als Vergleich wollen dazu spontan Werke von „Raison D’Etre“ einfallen, die mit ähnlichen Stilmitteln hantieren. „Heliogabal“ ist dabei allerdings ungleich schwerer zu fassen, da keine Melodien oder Rhythmen als Anhaltspunkte dienen. Zudem hat dieses Werk nichts mit Melancholie oder anderen warmen Emotionen zu tun und wird somit hauptsächlich Industriemusik-Hardliner ansprechen. (Brunner)


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PositionChrome.com

 
   
   
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Operation Mastermind "Too Much Is Enough"

 

// VÖ: 27.08.10 // Hi-Hat Records
Wer bei diesem sommerlichen Trip zu den Rändern der Popkultur glaubt, dieses Trio gäbe sich konservativ, der irrt. Das ist vintage und man gedenkt schwerpunktmäßig mit sanftem Groove nebst schleppendem Beat irgendwo zwischen Bar-Jazz versus exotisch verbrämten Soul - den einzig wirklich guten Tagen. Als Männer mit  behaarter Brust noch aufrecht sexistisch sein durften und die Musik banal. Einzig  fürs Afterhour-Besäufnis und zum Kette quarzen arrangiert. Die Frage, gerührt oder geschüttelt, lässt sich indes nicht wirklich beantworten. Tracks wie "Paradise" & "Blue Curtains" entschärfen den mürben Alltag und bilden das perfekte Sujet für Bunny Bonebreakers' Lippenbekenntnisse. Man sehnt sich jedoch des Öfteren nach mehr Abwechslung à la Groove & Meetz. (Ivo Klassmann)


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Myspace.com/OperationMastermind

 
   
   
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Andreas Akwara "Erwachet"

 

// VÖ: 16.07.10 // Scare-Records // iM Electronic
Der in Kleve geborene Andreas Akwara ist in der amerikanischen Ambient-Szene kein Unbekannter mehr. Sein Debüt-Album „Solar Eclipse“ ging ebenso in die Top Ten der US-Ambient-Charts wie das nachfolgende “Pathos”. In Deutschland kennt man Akwara vor allem als Vertreter christlich-konservativer Ansichten. „Erwachet“ greift diese auf und ist laut Info-Text von der Sorge um den Verlust der Harmonie des Menschen mit Natur und Gott geprägt. Die ersten sieben Songs klingen wie man es aus Dokumentationen kennt, wenn die Geburt einer Galaxie mit synthetischen Klängen untermalt wird. Bei den letzten beiden Stücken scheint Akwara mit orchestralen Arrangements in eine Schlacht zu ziehen. Selbige aber verliert er, denn nicht nur hier gestaltet sich „Erwachet“ als zu gefällig. Die Musik bleibt distanziert und schwebt am Ohr vorbei. (Manfred Thomaser)


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Andreas-Akwara.de

 
   
   
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Saima & Elasto "Tec-Mec"

 

// VÖ: 19.07.10 // A. Zima Production
Vorab: Mit Unterstützung der 16jährigen Rebecca Brosch (aus Hüllhorst!!) wurde „Tec-Mec“ von Jeff Saima (aus Bad Oeynhausen!!) schon Ende 2009 produziert.
Jetzt: Saima ist in seiner hauptberuflichen Freizeit Musiklehrer, 36 jung, „experimentiert und produziert nicht nach Schemata, orientiert sich auch nicht nach typischen Produkten dieser Sparte“ (Zitat Presseinfo). Vielleicht hätte er genau das aber tun sollen. Denn sein selbstfrech unter dem Deckmantel Elektro, Dance, Club & House firmierender Musiksalat lässt sich nur mit Ohrenschmerzen kauen. Und wie wir alle wissen: Lass’ sein, Salat zu später Stund’ - der gärt auf und macht ungesund.
Kurios: Laut Label A. Zima Production ist dem Jeffe mit Song 3 auf dieser Single, „Stamp Screamer“, angeblich ein Meisterwerk der Clubszene gelungen. (B. Horst)


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JeffSaima.de

 
   
   
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// VÖ: 09.07.10 // ZyX

 

Mark Oh "More Than Words"
Das hässliche kleine 90er-Revival strotzt schier vor Selbstüberschätzung & spült nun sogar Re-Releases von Marko Albrecht wieder auf die Grabbeltische. Wer sich jetzt verdutzt am Kopf kratzt, dem sei nur so viel unnützes Wissen vermittelt: Dieser nicht gerade ehrenhaft aus unseren Ohren Entlassene war zu Zeiten, wo es noch leidlich mehr Smileys auf Pillen als im Internet gab, quasi das Pendant zum "Graf"en in Sachen Techno. Er verband die Poesie des Eurodance mit der Philosophie des Kirmes-Hardcore & hätte mit seiner Vorliebe für aufgewärmte 80er um ein Haar auch noch die Jungs von Mesh zu mehr als einem Quickie rumgekriegt. Er verklebte recht erfolgreich nicht nur in Schwedt & Recklinghausen jede Menge Rezeptoren im Kleinhirn... Trotzdem kommt auch dieses Re-Release zu spät - Schwedt & Recklinghausen haben sich immens weiterentwickelt & feiern heute schon die BPM im Rahmen der Cyber-Kultur! (Ivo Klassmann)


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Myspace.com/MarkOhcom

 
   
   
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// VÖ: 02.07.10 // Out Of Line

 

Spectra*Paris "License To Kill"
Die Girlie-Band um Elena Alice Fossi kann & muss man nicht mehr nur als weiteres Nebenprojekt von Kirlian Camera anbiedern. Mit diesem 2ten Album emanzipieren sie sich rasanter denn je, musikalisch & optisch, aus dem Schatten Bergamini's. Hier funkelt nun der Powerpop mit Marianna Alfieri's schwerem Standbein im Glamrock & versucht sich an inhaltlicher Aufarbeitung vom Zelluloid jenseits der Cinecittà. Trotz Schützenhilfe eines Dope Stars ist die Scheibe durchweg radiotauglich, aus der Versuchung einer feminineren Interpretation von Bowie & Bolan ist dann doch eher etwas Lady Gaga oder Marmalade mit düst'rem Touch geworden. Gaga ist ebenso der angemessene Ausdruck für das Cover aus Disney's Beauty & the Beast am Ende... (Ivo Klassmann)



Erscheint 1.) als reguläre Album-CD mit Bonus live-DVD und 2.) als strikt limitierte, aufwändig gestaltete Fan-Box mit dem Album auf clear-Vinyl, Poster, Aufnäher, Postkartenset und Shape-CD-Clubkarte mit exklusivem Track »

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Myspace.com/SpectraParis

 
   
   
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// VÖ: 02.07.10 // Trisol

 

Kirlian Camera "Not Of This World"
Endlich ein vortrefflich ausgereiftes Stück Parmigiano-Reggiano... Im Gegensatz zur Odyssey-Europa-Box vor einem halben Jahr erhält man justament auf 3 statt 4 CDs eine geschmacklich sehr viel ausgewogenere Selektion & ein ansprechenderes Äußeres für knapp ein Viertel des vorherigen Preises. Keine Ahnung, warum dazu nur das altvertraute Label in der Lage war, aber letztlich dennoch ein gutes Argument, sich auch noch an dieser Best-Of zu reiben. Die knappe Handvoll neuer Zutaten, bis auf jene 8-minütige Live-Version von "Ocean", kann man gleichwohl treuherzig bei der Mehrwertsfindung vernachlässigen. (Ivo Klassmann)


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KirlianCamera.com

 
   
   
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// VÖ: 01.07.10 // Danse Macabre

 

Defence Mechanism "Invasion of the robot brains from planet zero"
Eigentlich müsste diese kanadische Band für den Soundtrack zu unserem Bodystyler engagiert werden.  Allein das schräge Artwork im Stil eines reisserischen B-Movies qualifiziert zur Teilnahme. Optisch wie inhaltlich kommt man angesichts der überzogenen Comic-Roboter-Invasions-Thematik auch an Vergleichen zu Filmen wie "Mars attacks" oder "Transformers" nicht vorbei. Die Musik ist  angenehm elektronischer Art und alles klingt irgendwie typisch amerikanisch im Stile von Iris, System Syn oder auch State of the union. Wenn dann zwischendurch ein paar passende Sprachsamples oder eine Prise KMFDM hinzukommen und alles auch noch im "incredible robotron-o-phonic sound" präsentiert wird, funktioniert das ganz prächtig auch ohne das aufgeblasene Konzept. (Torsten Pape)


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DefenceMechanism.ca

 
   
   
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// VÖ: 25.06.10 // Soundcolours / Soulfood

 

Blank & Jones "Releax Edition 5"
Rund 15 Jahre später hat nichts an Reiz verloren, was als Downbeat den Chillfaktor des Lebens wie aus dem Nichts in die eigenen vier Wände trug. Verantwortlich hierfür sind u.a. Blank & Jones, deren „Relax“-Reihe sich als fester Bestandteil der Lounge-Szene etablieren konnte. Seit Ende Juni befindet sich die 2CD „Edition Five“ im Handel. Wer die so oft beschriebenen Nächte am Strand liebt, der findet hier den passenden Soundtrack: Anspruchsvolle Klänge zum Chillen und Tanzen, die weit entfernt vom Fahrstuhlgedudel sind. Die zusammen mit Gastsängern wie Mike Francis oder Cathy Battistessa eingespielten Songs glänzen wie die See im Licht des Mondes. Instrumental-Tracks wie „Hang Loose“ oder „Jet Set“ versprühen einen wärmenden Charme, „Midsummer Dream“ und „Bien“ sind ein leichtes Spiel für jeden DJ. Schlichtweg gut. (Manfred Thomaser)


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BlankAndJones.info

 
   
   
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// VÖ: 25.06.10 // Dependent

 

Front Line Assembly "Improvised Electronic Device"
In der Endzeit angekommen, betrat ich den Raum der Kartenspieler. Jener Männer also, deren Spielsucht die finale Zerstörung mehr als nur eingeleitet hatte. Hochkonzentriert spielten sie eine Runde nach der anderen, während draußen alles starb. Plötzlich steh ich am CD-Spieler und lege das neue FLA-Album ein: „Improvised Electronic Device”. Nichts wird sich ändern, nur wohler ist mir ums Herz. Der Niedergang wird vom passenden Sound begleitet. Und 2010 klingen FLA hart wie lange nicht mehr. Ihre Alben “Millennium” und “Hard Wired” drängen sich als Vergleich auf, den Einsatz von synthetischen Sounds und knüppelnden Gitarren aber vermischen Bill Leeb & Co. intensiver als zuvor. Neben Skinny Puppy ist ihr Industrial der einzige Grund, warum man anwesend sein sollte, wenn das letzte Blatt ausgeteilt wird. (Manfred Thomaser)


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Myspace.com/thefrontlineassembly

 
   
   
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// VÖ: 25.06.10 // SPV

 

The Mission "Dum-Dum bullet"
The Mission sind tot – es lebe The Mission. Seit der Auflösung gab es bereits mehrere lohnenswerte Wiederveröffentlichungen alter Alben sowie Live-Mitschnitte zu erwerben. Nun erscheint eine Kopplung von B-Seiten und unveröffentlichtem Material aus der Zeit um das Erscheinen des letzten Werkes "God is a bullet". Selbst wer die Singles besitzt, sollte angesichts der fantastischen Songs "Room 22", "So many things" und "The earth you walk upon", sowie der göttlichen A capella-Version von "Aquarius & Gemini" über einen Kauf nachdenken. Letztere macht übrigens Lust auf die anstehende Zusammenarbeit von Bandkopf Wayne Hussey mit All About Eve-Sängerin Julianne Regan. Wie schon bei früheren Archivausgrabungen lässt die Band so manch anderes (Goth-) Rock-Album blass aussehen. Einzig die zwei Instrumentale können den Standard nicht ganz halten. (Torsten Pape)


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TheMissionUK.com

 
   
   
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// VÖ: 18.06.10 // Cooperative Music // Universal

 

Silver Columns “Yes And Dance”
So langsam entwickelt sich das Label zu meinen absoluten Lieblingen. Immer wieder entdecken die richtig gute Bands, so auch Silver Columns. Die mögen wohl ganz frühe Soft Cell-Songs und verwenden genau deren Sounds, insbesondere bei den Drummaschinen. Obwohl das ganze schon teilweise recht schräg arrangiert ist, sind es trotzdem normale Elektro-Popsongs, die aber eben nicht wie solche klingen. Insbesondere die erste Hälfte beinhaltet nur Knaller, gegen Ende wird es dann einen Tick schwächer, wobei "Heart Murmors" als vorletzter Song wiederum grandios ist. Man sollte aber schon eine gewisse Affinität zu den analogen Synthies haben, denn ansonsten wird man hier ziemlich ungläubig den Kopf schütteln. Weitere Höhepunkte und Anspieltipps sind "Cavalier", "Always", "Brow beaten" und der Titelsong. (Chucky)  


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Myspace.com/SilverColumns

 
   
   
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// VÖ: 18.06.10 // Ant-Zen

 

Klangstabil “Vertraut”
Wenn man alle 11 Versionen des Titelstücks durch hat, ist man mit Anke vertraut. Schließlich entlockt eine Reinkarnation von Erika Berger bei zarten New Age-Klängen einem unsicher schwäbelndem jungen Mann so manches Detail über seine Gefühle zu ihr. Unterbrochen wird die Sitzung durch therapeutischen Krach, der im Original sehr industriallastig scheppert und, je nach Remix, auch mal etwas melodischer oder drum'n'bass-lastiger aufgepeppt ist. Diorama-Mastermind Torben Wendt schafft es sogar, das Stück so umzuformen, das es eine Titelmelodie eines TV-Krimis sein könnte. Quasi: Anke - das Mädchen auf der Treppe. Leider verlieren sich einige Arbeiten auch in eher langweiligen Soundspielereien. Und warum liebt ihr Anke?
Liebt ihr nur den Schein, dann holt Euch das Klangstabil-Album „archive.one“. Liebt ihr die ganze Persönlichkeit, dann braucht ihr diese Maxi. (Spider)  


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Klangstabil.com

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // Sony RM

 

Zeraphine “Whiteout”
Kaum zu glauben, dass Zeraphine bereits ihr fünftes Album vorlegen. Die Band ist über die Zeit endgültig im Alternative-Rock angekommen und behauptet den eingenommenen Platz mit Bravour. Die zwölf neuen Songs begeistern auf Anhieb, denn die tollen Refrains und Melodien reißen schlicht mit. Mir persönlich haben es besonders "I will be there", "Out of sight" "Louisa" und "Rain falls" angetan, die man – einmal gehört - nicht mehr so schnell los wird. In guter alter Tradition  gibt es auch wieder einen fulminanten Abschluss, der dieses Mal sogar aus zwei Liedern besteht. Episch und ergreifend begleiten "Remaining desires" und der Titelsong zurück in den Alltag. Mein einziger, kleiner Kritikpunkt bezieht sich auf die hin und wieder verwendeten Stimmeffekte, die Sven Friedrich wirklich nicht nötig hat. (Torsten Pape)


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Zeraphine.de

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // Parlophone

 

Chemical Brothers “Further”
The pills won't help you now - proklamieren Tom Rowlands & Ed Simons schon seit Jahren. Aber erst jetzt ist es ihnen gelungen eine wahrhaftige Alternative für Baldrian zu mixen. Im Vergleich zu den sechs Vorgängeralben glaubt man es hier nur mit einer vollen Packung elektronischer Erinnerungsfetzen zu tun zu haben, welche sich nach dem Erwachen oft wie eine Reinkarnation von Pink Floyd mit Bass & Nu-Skool Breaks übereinanderlagen. Die Buildups sind nicht wirklich neu & spannend, die Loops tröpfeln eingangs arg langatmig, echte Vocals sind abwesend & "Swoon" hätte besser Hibernate Modus genannt werden sollen... Es ist letztlich ein gut gemachtes Album, das einen musikalisch wenig fordert. (Ivo Klassmann)


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thechemicalbrothers.com

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // Danse Macabre

 

E.S.T. “Secret Destroyer”
Nach kurzem dunklen Intro wird auf dieser CD fleißig der Hase von innen ausgebürstet und der eigenen Nackenmuskulatur Bewegungstherapie verordnet. Die fünf Hamburger haben die Augen fest geschlossen (Eyes Shut Tight – E.S.T.) und die Gitarre fest in der Hand. Es wird marschiert, gesägt, geschrien, gehüpft und gehämmert bis die Oma qualmt. Der Versuch, einen ähnlich mitreißenden Groove wie Korn hinzubekommen, gelingt zwar nicht immer, aber ein ordentlicher Ansatz ist bereits vorhanden. Mir persönlich sind die Gitarren oft noch etwas zu trocken, dafür finde ich die stellenweise eingesetzte Gesangsvariation, die an Dero von Oomph! erinnert, in diesem Kontext interessant. Den nächsten Marilyn-Manson-vor-15-Jahren-Look-a-like-Contest kann man schon mal locker gewinnen, und der Rest kommt auch noch. (Torsten Pape)


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Myspace.com/eyesshuttight7

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // Infacted Recordings

 

Aggrezzior “Domination”
„Power body music“ ist die korrekte stilistische Beschreibung für Agrezzior, wenn man ihrem eigenen Intro auf dem Album „Domination“ glauben darf. Fraglich ist, ob sie etwas mit ihrer Musik beherrschen werden. Von den Fähigkeiten reiht man sich unters Fussvolk des ständig anwachsenden Heeres, das unter dem Zeichen eines verklärten Old School-Tribuns ficht. Ja, die Zeiten auf dem elektronischen Schlachtfeld waren früher rau und barbarisch, aber deren Krieger eben nicht nur kraftvoll, sondern auch mutig und vielseitig. Sich schablonenhaft durch jeden Song zu kämpfen, haben sie schlichtweg abgelehnt. So ist dieses Nebengefecht nur etwas für diejenigen, die noch jedes an diese Zeit erinnernde Artefakt besitzen möchten, egal, wie unbedeutend es sein mag. (Spider)



Alte Schweden versuchten schon mit so manchem die Welt zu dominieren & mussten dann doch ihre Errungenschaften anderen überlassen... Johan Damm, Rob, Mika Rossi & Jesper Nilsson streben nun mit „Aggressive Attitude“ & „Design For War“ die Vorherrschaft des Sozialismus auf dem harten Tanzboden der Tatsachen an. Spaß hat man ja immer mit Autodafeh, erst recht wenn hier noch ein markanter Shouter den Elch- ...ähm Skorpion-Test macht. Habe mich allerdings die gesamte Spielzeit über gefragt, warum dazu schon wieder mal Nitzer Ebb & Front 242 die Takte der Marschmusik ohrenkundig dominieren müssen. Altbekanntes, aufgeputscht mit einem heftigem Beigeschmack, das war doch auch schon beim Punsch Blåbär nicht wirklich der „Hammer Of Combat“ im Konfitüren-Regal. (Ivo Klassmann)


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Myspace.com/Agrezzior

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // Mute

 

Andy Bell "Non Stop"
Ich gebs ja zu: ich bin seit ewigen Zeiten Erasure-Fan, obwohl ich bis heute nicht wirklich sagen kann warum, denn eigentlich mag ich tuckenhaftes Getue, wie das von Andy Bell, gar nicht, doch warum auch immer - den hab ich ins Herz geschlossen. Nun liegt sein zweites Solo-Album vor. Nachdem er beim Vorgänger eher Popsongs präsentierte, geht er jetzt stark in die Glam-Richtung, was eigentlich auch recht gut zu seiner Erscheinung passt. Jedoch sind die Songs, die fast alle wie eine Mischung aus Donna Summer in der "I feel Love"-Phase und Kylie Minogue Ende der 90er klingen, teilweise doch recht durchschnittlich geraten. Zwischendurch blitzt das songschreiberische Können auf, wie etwa bei "Call on me", "Will you be there" und das etwas aus dem Rest herausstechende "Slow release", welche die Höhepunkte zwischen einigen Belanglosigkeiten darstellen. Da hätte ich einen Tick mehr erwartet, aber der Mann ist nun auch seit 25 Jahren im Geschäft, irgendwann gehen einem eben auch mal die Melodien aus. (Chucky)


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AndyBell.com

 
   
   
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// VÖ: 11.06.10 // EV

 

DJ Dag meets Anne Clark "Full Moon"
Dag Lerner ist eine ausgebleichte Legende. 25 Jahre Club-Handwerk in Läden wie dem Omen & dem Dorian Gray hat er auf dem Buckel, er rottete die ibizenkische Volksmusik aus & trug mit seiner Spielart von Dance 2 Trance maßgeblich beim Umbau des HR3 hin zum trivialen Regionalparty-Sender bei. Für seinen Jubiläums-Silberling hat sich nun der Platten-Indianer die Stimme von Anne Clark & ein paar Samples von Ronan Harris ausgeborgt. Er stompt damit als Flowmaster durch Arpeggiogedudel, welches von Eurodance-Häppchen penetriert wird. Das Ganze ist um etliche Mondphasen langweiliger als das Original & mehrere Lichtjahre von vergleichbaren Reworks eines David Harrow oder Razormaid entfernt, indes als Floorfiller in Stadtallendorf taugts alle mal... (Ivo Klassmann)


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AnneClarkOfficial.com
// DJDag.de

 
   
   
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// VÖ: 08.06.10 // Body Function

 

Ascii Disko „Stay Gold Forever Gold“
Ascii Disko ist Ascii Disko, wie nur Ascii Disko sein kann. Will meinen, dass die Musik von Daniel Holc ein autarker Kosmos ist, der sich von verbrannten, Goldkettchen-tragenden Techno-Grinsebärchen abgrenzt, auch wenn der Albumtitel diese Behauptung absurd erscheinen lässt. Widersprüchlichkeit ist eben eine verkannte Tugend. So versprach der Opener „Pantera“ vor erstmaligem Hören eine harte Electro-Metal Nummer zu sein. Pustekuchen. Das kommt davon, wenn man an Pantera's „Fucking Hostile“ denkt. Aber wenigstens „For I am death, I am destroyer“ rockt sicher. Nix da, hypnotisch-chillig plänkelt das Tastenbrett vor sich hin. „Stay Gold Forever Gold“ muss es jetzt aber bringen. Banal, zu monoton schleppt sich der Song über die Minuten. Einstige Frechheit im Liedgut ist noch etwas bei „Jawbreaker“ zu erkennen und chillige Momente verspricht „Everything is fadiong away“. Der Rest ist bedauerlicherweise durchschnittlichem Electro gewichen. (Sir Raze)


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Myspace.com/AsciiDisko

 
   
   
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// VÖ: 04.06.10 // Synthage Records

 

Toxic•n•Blue „Fly tonight / Borderline“
Urzeitkrebs Dan d‘Anyou wagt sich erneut an das Selbstexperiment eines analogen Doppel-Whopper’s mit dem Pimmelmann Joke Jay als Geschmacksverstärker. Ihre durchaus ästhetische Operation „Borderline“ tänzelt so unbekümmert rein wie vormals Martin L. Gore bei seinen ersten Testläufen in Sachen dreiminütige Musikstücke. Der „Soul In Balance Mix“ & Caisaron‘s Version von „Fly tonight“ machen das Ganze indes schon interessanter & dann ist es auch hoffentlich mal wieder gut mit den kleinen Scheibletten. Album her... aber zackig & bitte nicht nur für Devotees. (Ivo Klassmann)


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Myspace.com/ToxicnBlue

 
   
   
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// VÖ: 04.06.10 // Conzoom Records

 

Compilation “Electropo 4”
Und wieder einmal gibt es ein neues Kleinod in der kleinen, aber feinen electropop-Reihe für Freunde des gepflegten Synthpops zu verzeichnen, und erneut begnügt man sich nicht damit, auf Bewährtes zurückzugreifen, sondern serviert knackiges musikalisches Frischfleisch. Im Vergleich zur letzten Episode geht es hier zwar teils etwas seichter und noch poppiger zu, es finden sich aber durchaus ein paar interessante Neuentdeckungen, wie beispielsweise von This Vision, Carved Souls oder Johnny X. Gab es beim dritten Streich noch kaum Ausfälle, so ist man hier leider vor unerträglichen Seichtigkeiten wie von Destination und Neutral Lies nicht gefeit, aber wozu gibt es schließlich die Skip-Taste! Letztlich aber ist und bleibt diese Reihe, vor allem für diese schmale Mark, eine feine Sache! (Fräulein Beymer)


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Ark.Brendan-Perry.com

 
   
   
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// VÖ: 04.06.10 // Cooking Vinyl

 

Brendan Perry “Ark”
Intensiv sind sie, die Hörerlebnisse mit der Musik Brendan Perrys. Und leider stellt „Ark“ erst das zweite Solo-Album des Gründungsmitglieds der Legende Dead Can Dance dar. Nach dem beeindruckend schönen „Eye Of The Hunter“ (1999) wechselt Perry auf „Ark“ von den (akustischen) Gitarrenklängen des Solo-Debüts zu perkussiven, synthetischen und orchestralen Arrangements, die einmal um die Erde und irgendwie auch dorthin zurück führen. „Ark“ verbindet die melancholische Seite der Weltmusik mit Endzeitvisionen, die u.a. geprägt sind vom Konflikt im Nahen Osten, der Polit-Korruption und der Entfremdung. Die acht Songs verströmen neben gelebter Schwere die für Perry typische Atmosphäre und sind perfekt unkommerziell. Zeit  sollte man sich für diese Klangräume nehmen, denn Perrys stilübergreifende Musik ist ein Geschenk. (Manfred Thomaser)


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Ark.Brendan-Perry.com

 
   
   
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// VÖ: 31.05.10 // Bensch Audio

 

StaTic VioLenCe „Auf die Fresse???“
Auf einer musikalischen Landkarte entspricht das heutige Potential des Electro/Industrial inzwischen knapp der Größe vom Vatikan-Staat & StaTic VioLenCe ist seine No-go-Area... Nicht etwa wegen des Potpourri an Poser-Sprüchen, für welches sich der Kraftausdruck "Texte" wie von selbst verbietet & für deren Beurteilung sich auch eine FSK zu schade ist. Einfach nur, weil deren instabile Emulsion von Oi! ohne Gitarren & Electro der chinesischen Sorte (= billig + kopiert) die eingeschlagene Genre-Richtung zu noch mehr VÖs ohne Relevanz nun mal grundlegend unterbietet. Halbwegs erträglich wird es nur, wenn sie wie z.B. bei "Counterstrike" einfach mal die Fresse halten. Da helfen auch keine als Remix getarnten Fördermaßnahmen von Faderhead, Soman & Giftstrauch. (Ivo Klassmann)


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Myspace.com/StaticViolence

 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // Out Of Line

 

Agonoize „999“
Jetzt greifen wir mal wieder ganz tief in die Klischeekiste, denn eigentlich müsste jemand, der so rumläuft wie ich, und das gerne mal tut, genau diesen Beat gut finden. Tut er aber nicht. Das soll anders klingen als früher, hat man mir gesagt, also reingehört. Musikalisch gar nicht so übel, die Melodien durchaus anständig und der Beat absolut tanzflächenkompatibel. In der Disco würde mir das sogar gefallen. Aber auch eben nur hier. Zu Hause würde ich mir sowas nicht anhören. Und noch was: Kann der nicht einfach mal die Fresse halten oder zumindest den Vocoder rausnehmen? Das ist auf Dauer absolut nervig. Ach nee, das klingt ja dann nicht mehr  böse und die müssen ja böse sein, wo wir wieder am Anfang der Rezi wären. Knicklichter raus und abtanzen. Aber bitte aufpassen, dass der Rest auch dazu passt – kleiner Insider. (Chucky)

Ohne Wertung
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Agonoize.de

 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // Normals Welcome Records

 

Shout Out Out Out Out „Reintegration Time“
Shout 4x Out sind 6 Spackos aus Kanada, die mit ihrer schockigen Musik zur Aktion „Schöner unser Beat im Tanzlokal“ beitragen könnten. Ist das Space-Rock? Jedenfalls ist es Musik mit knarzigen Analogsynthies und erdigem Schlagzeug. Sie erinnert teilweise an die elektronisch-krautige Musik Ende der 70er Jahre à la Space („Magic Fly“) oder Neu. Vergleiche mit Bands der Gegenwart, wie ADD N TO (X) oder Trans Am müssen ebenfalls herhalten. Vertraut mir, diese Vergleiche sind treffend. Für einen gemütlichen Abend mit guten Freunden und bewusstseinserweiternden Substanzen taugt die Musik ebenso, wie für die ganz normale Tanzaktivität in einem fetzigen Beatschuppen. Vielleicht gibt es ja den einen Düster-DJ, der seinem Publikum mit Songs wie „Remind Me in Dark Times" oder "In the End It's Your Friends" was Gutes tun möchte. Trau dich! Folgende Bitte steht mit dieser Rezi in keinem Zusammenhang: Brian Jones, ruf mal wieder an! (Sir Raze)


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Myspace.com/shoutoutoutoutout

 
   
   
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Anzeige
 
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// VÖ: 28.05.10 // Audiolith

 

Frittenbude „Katzengold“
„Die Geschichte ist ein Loop“ behaupten die drei Jungs in ihrem Song „Und täglich grüsst das Murmeltier“. Frittenbude gehören zu den jungen Wilden. Stampfende Beats, minimal-analoge Technik und Sprechgesang (RAP) sind ihr Markenzeichen. Der Begriff „Rave“ ist bei ihnen nicht negativ besetzt. Besetzt ist ein gutes Stichwort: sie sympathisieren mit der kommerziell unabhängigen Kultur, sind sich aber auch nicht zu schade auf Festivals wie dem „Immergut“ oder „Melt!“ zu mucken. Das Bude-Publikum besteht aus süssen Mädchen und Jungs mit Locke vor dem Auge. Behütete Konsumkinder, die Gesellschaft, Elternhaus und Schule hinterfragen. Sehr löblich. Ich kann immer wieder auf die Texte hinweisen, auch wenn das Gerappe bisweilen nervt. Als Bonus gibt es Remixe, die die Bude für Künstler wie Kettcar, Egotronic oder Plemo & Rampue gebastelt hat. „Katzengold“ ist mit Feuer im Arsch wirklich gut gemacht! (Sir Raze)


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MySpace.com/Frittenbude

 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // Tamb Media // To Avoid

 

To Avoid "Passion & Pain"
Vor den Toren Berlins feilen die Elektroniker von To Avoid mit viel Leidenschaft und Qual an ihrem Klanggebilde. Auf der EP „Passion and pain“ lassen sie uns auf Albumlänge daran teilhaben. Alle, die auf treibende, strukturierte und melodiöse EBM-Mukke stehen, werden ihre helle Freude dabei haben. Die Band leugnet nicht ihre Wurzeln in großen Namen wie X Marks The Pedwalk oder Mentallo And The Fixer zu haben, führen aber das, was solche Bands in den 90er Jahren begonnen haben, eigenständig und mit großer Kreativität und Energie weiter. Dass sie dabei keinen Bock haben, sich den strategischen Gesetzen der Musikindustrie zu unterwerfen, wirkt sich auf der EP bis zu den Remixen aus, die genauso hörenswert sind wie die anderen Tracks und kein sinnloses Namens-Pushing-Geballer enthalten. (Spider)


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Myspace.com/ToAvoid

 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // Idee Deluxe

 

My Fellow Citizens "To New World City"
Zwei Wookiees geben sich präsidial & gründeten eine galaktische Konföderation aus House, Progressive, funky Tech plus deepem Electro. Ihr retrofuturistisches Debüt hat was von einem überdrehten Ferry Corsten, gleichwohl es dankenswerterweise auf dessen schwülstige Trance-Orgien verzichtet, nebst einem ausgeprägten Sinn für Zivilisationslärm-Sample-Fetischismus. Man mag ja kaum glauben, das solch unrasierte Typen tatsächlich am Türsteher vorbei in Richtung Kanzel kommen konnten & noch weniger, das sie mit exquisiten Variationen in ihren deftigen Tunes der eingefleischten Alltäglichkeit im Club massiv dazwischenfunken. Citizens... check the “Program Disk”, got “Milk” & “Be Calm”! (Ivo Klassmann)


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MySpace.com/MyFellowCitizens

 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // RepoRecords

 
Noblesse Oblige "Malady"
Vom viktorianischen ins kreolische führt diese Selbstsuche durch die Vielfalt des Okkulten & macht Station bei Apocalyptic Folk, Rhytm & Blues, Indie-Rock & Mambo. Was zunächst vielleicht wie Patchwork anmutet, findet seinen eigenen Rhythmus & wird zum Inbegriff durchdachter popmusikalischer Synthese. Zwischenmenschliche Erfahrungen führen zu spirituellen Beziehungen & grenzen sich wohltuend im Soundteppich der Vergleichs-Protagonisten ab. Das "Tropical Fever" spielt mit den unterschiedlichen Charakteren von Valérie Renay & Sebastian Lee Philipp, vermengt deren Rituale nebst Sozialisierung & geht dabei über das klassische Verständnis vom Konzeptalbum hinaus. Love is the Law... & dies eines der 2010er Top-Alben schlechthin. (Ivo Klassmann)


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MySpace.com/NoblesseOblige // RepoRecords.de
 
   
   
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Anzeige
 
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// VÖ: 28.05.10 // Dependent

 
Front Line Assembly „Shifting through the lens“
Front Line Assembly bieten auf den 3 Titeln der Maxi fast die gesamte stilistische Streubreite, durch die sie zu absoluten Pionieren der Electro-Szene geworden sind. Der Titeltrack „Shifting through the lens“ lässt hymnenhafte Melodik mit modernen New Beat-Elementen flirten, so wie es auf ihrem „Tactical neural implant“-Album zelebriert wurde. Das Stück „Angriff“ beginnt sehr ruhig und atmosphärisch und verleitet dann schlagartig durch seine brachialen Gitarrensamples, Breaks und einen Hammer-Refrain zum sofortigen Mitsingen und Fäuste gen Himmel recken. Hier zieht sich der Faden von der „Hard Wired“ bis zum letzten Werk „Artificial Soldier“. Der Abschluss bildet das instrumentale „Endless Void“, das an ihre Anfangstage Ende der 80er erinnert und in einem Albumkontext sicher besser aufgehoben wäre. Ein gelungener Vorgeschmack auf den neuen Longplayer, der am 25.06. veröffentlicht wird. (Spider)


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Mindphaser.com // Dependent.de
 
   
   
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// VÖ: 28.05.10 // Ghostly in // Alive

 
Solvent „Subject to shift“
Huch, was ist denn hier los? Schon wieder eine CD mit analogen Synthies, die den 80ern frönt. Ist das ein Trend, der wieder in Mode gekommen ist und den ich verpasst haben sollte? Im Gegensatz zu den klanglich ähnlich gelagerten "Silver Columns" experimentieren Solvent aber deutlich mehr, verlassen auch mal die gängigen Schemata des Popsongs und erinnern an Leute wie Klaus Schulze oder Michael Garrison, insbesondere bei Stücken wie "A product of the process" oder "Unknown caller". Ergebnis sind teilweise etwas sperrige, aber durchaus interessantes Klanggerüste. Auch der seltene Gesang ist abgemischt wie in den 80ern oder sogar End-70ern und macht den Retrostyle komplett. Aber wie bereits erwähnt, hier ist nicht vieles wirklich eingängig und man muss sich schon mal mit der Platte beschäftigen und sie öfters hören, sonst könnte man sie doch etwas unterbewerten, aber das Problem ist – wer hat dafür heutzutage noch die Zeit? In dem Falle sollte man sie sich auf jeden Fall nehmen. (Chucky)


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Solventcity.com
 
   
   
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// VÖ: 23.05.10 // Sony

 
Hurts „Better Than Love“
Das neue Madchester sorgte bereits vor dieser ersten Single für multiple Höhepunkte & deren prometheische B-Seite beinhaltet im Übrigen die gleichen Ingredienzien wie ihr Hypefisch-Remix für Rammstein... Dem ungeachtet geht hier der Punktepegel augenblicklich auf Maximum. Da muss man auch gar nicht lang drüber debattieren, denn: Every second is a lifetime. And every minute more brings you closer to God! (Ivo Klassmann)


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Informationhurts.com
 
   
   
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// VÖ: 21.05.10 // Shitkatapult // Alive

 
Xenia Beliayeva „Ever Since“
Auf Shitkatapult erscheinen ab und an auch recht interessante Sachen, die meist so in die Electro-Clash-Richtung gehen. Teilweise ist das auch bei Xenia der Fall, doch Madame mischt das mit starken Einflüssen aus der Gothicszene und kreiert dadurch eine äußerst interessante, weil auch seltene Mischung. Auch die Zusammenarbeit mit Miss Kittin zeigt eher in die technoide Richtung, während Songs wie "Secret and spies" eher in die schwarze Ecke tendieren. Ein sehr interessantes Experiment und man freut sich ja über alles, was man nicht schon zig mal gehört hat. Zudem kann Madame recht ordentlich singen, was dem Ganzen noch eine gewisse Qualität verleiht, welche elektronischer Musik ja öfters mal abgeht! (Chucky)


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Myspace.com/XeniaBeliayeva
 
   
   
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// VÖ: 21.05.10 // Polydor

 
The Cure „Disintegration“
Obwohl ich nach wie vor „Pornography“ nicht nur für das emotionalste Cure-Album, sondern auch für die großartigste Platte aller Zeiten halte, muss man anerkennen, das „Disintegration“ das absolute Meisterwerk der Briten ist. Nie war Robert Smith besser in Form oder schrieb bessere Songs. Nie war die Band harmonischer besetzt und nie passte ein Album besser in seine Zeit. Nun erfährt auch dieses Werk eine Wiederveröffentlichung als Deluxe Edition. Die Produktion wurde optimiert, Bonusstücke in Form von Studio-Outtakes gewähren einen Einblick in den Entstehungsprozess der Lieder und zuletzt wird mit der vollständigen „Entreat“-Fassung ein phantastischer Konzertmitschnitt aus der Londoner Wembley-Arena geboten. Spätestens jetzt muss man „Disintegration“ zu den 10, ach was sag ich: zu den fünf wichtigsten Werken der Musikgeschichte zählen. (Brunner)



Muss man eigentlich alles gut finden, was Robert Smith gemacht hat? Darf es einem nicht glattweg auf'n Sack gehen, dass zwei verquere Pop-Songs inmitten einer ansonsten wohligen Melange aus Melancholie nebst den wohl apartesten Bass-Melodien als das optische & musikalische Lustzentrum oder gar Aushängeschild einer ganzen Subkultur vereinnahmt wurden? Wer weiß... Sein Griff in die Mottenkiste indes hat sich nicht nur monetär erneut gelohnt, aus dem drittbesten Album wurde die bisher allerbeste Deluxe-Edition. Diesmal sind wirklich alle Stationen im Leben eines Songs hier vollständig eingebunden & zuweilen auch vollständig glattgebügelt worden. (Ivo Klassmann)



In Zeiten schwächelnder Umsatzzahlen erfand die Musikindustrie das Produkt "Deluxe". Sprich, olle Kamellen mit den Wundern moderner Studiotechnik aufgepeppt, bisschen unveröffentlichte Reste zusammen geklaubt und kaufen bitte. So macht das auch unser, stets traurige und ungekämmte, Robert. Doch er liefert auch was Anständiges für die teuer ersparten Kröten. Das "Disintegration" wohl eines der wegweisendsten und besten Alben im Bereich des Düster- Wave ist, weiß jeder, der zumindest ein schwarzes Shirt im Kleiderschrank hat. Die 3-CD-Variante enthält das Originalalbum remastered. Eine CD mit Raritäten aus der Aufnahme- und Veröffentlichungszeit 1988-89, die durch tolle neue Songs und viele Instrumentalversionen zum Karaokesingen besticht. Und als Krönung findet man das Entreat-Konzert von Wembley auf der dritten CD. Damit kann man schon ein paar gemütlich-schwermütige Stunden verbringen! (Spider)


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TheCure.com
 
   
   
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// VÖ: 14.05.10 // Trisol

 
Rome „Nos Chants Perdus“
„Ist das Veljanov?“ - Diese Frage kam bei meiner Tresenschicht schon oft, wenn ich Rome spielte. „Nein. Rome heissen die“, entgegnete ich genervt. Diese Luxemburger Band schafft es seit vier Alben gekonnt Folk, Dark Wave und Apocalypic zu verbinden. Nun präsentiert die Band um Jerome Reuter nach ihrer EP „L'Assassin“ das Folgealbum „Nos Chants Perdus". Es ist in bester Liedermachermanier die Perle des ersten Halbjahres 2010. International musizierten Rome schon immer. Kein Wunder, wenn man wie Herr Reuter dreisprachig aufgewachsen ist. Im Vergleich zum grandiosen Vorgängeralbum „Flowers From Exile“ sind die Herren diesmal etwas ruhiger und weniger spanisch angehaucht. Minimiert wurde auch die Elektronik und die Samples, dafür wird der Focus auf Gitarre und Stimme gesetzt. Dann folgt bei „La Rose Et La Hache“ mit Accordionklängen französische Leichtigkeit á la Jacques Brel. Dabei bleibt die Band ihrem Stil vorheriger Lieder treu. Einfach schön! (Sir Raze)


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Myspace.com/Romecm
 
   
   
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// VÖ: 14.05.10 // Dependent

 
Decoded Feedback „Aftermath“
Bis heute ist nicht gänzlich erforscht, woran es liegt, das aus Kanada so viele bedeutende und geile Künstler kommen. Besonders die elektronische Szene setzt seit Jahrzehnten ihre eigenen Maßstäbe. Deswegen erfreut es sehr, nach fünf Jahren Pause, wieder einen Longplayer von Decoded Feedback durch die Boxen zu jagen. Ihre Melodien pfeifen quirlig wie eh und je durch die Luft. Verpackt in eine erdige und traditionellere EBM-Umhüllung als auf den Vorgänger-Alben, ist man wieder eher „Bio-Vital“. Das gemischte Duo bleibt dabei dennoch seinem Gespür für feine Harmonien treu, was sich wie immer auch auf den Gesang wohltuend auswirkt. Auf Aftermath gibt es keine einzige Schwachstelle. Jeder Song ist ein Unikat und fügt sich trotzdem in ein stimmiges Gesamtkonzept. Dieses wird in einer perfekt gemixten Produktion präsentiert, die einem jeden einzelnen Ton lupenrein genießen lässt. Ahornsirup! (Spider)


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DecodedFeedback.com
 
   
   
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// VÖ: 07.05.10 // Erased Tapes

 

Ólafur Arnalds „...and they have escaped the weight of darkness“
Man glaubt nicht, dass dieser junge Isländer in einer Hardcoreband gespielt haben soll. Seine heutige Musik ist so weit vom Hardcore entfernt, wie die Verwandtschafts-verhältnisse zwischen Steindór Andersenund Nelson Mandela. Erst 2009 brachte Arnalds mit Kollege Barði Jóhannsson (Bang Gang/ Lady & Bird) den Soundtrack „Dyad 1909“ sowie seine EP „Found Songs“ heraus. Zur Freude schiebt er sogleich weitere Musik nach. Man sollte das nötige Musikverständnis als Voraussetzung zum hören mitbringen, denn hier läuft nichts mit Bumm Bumm. Klavier, elektronische Klänge, Geigen, Cellos und ab Track 6, „Gleypa Okkur“, dezentes Schlagzeug. Das ist instrumentale Klangkunst. Wer bei Klangteppichen von Sigur Rós oder Jóhann Jóhannsson dahinschwelgen kann und unendliche Landschaftsweiten vor seinem geistigen Auge sieht, dem sei Ólafur Arnalds neues Album ans Herz gelegt. Wieder mal großartiges Kopfkino. So, jetzt nochmal hören. (Sir Raze)


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Myspace.com/OlafurArnalds

 
   
   
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// VÖ: 07.05.10 // Echozone

 

White Rose Transmission „Spiders in the mind web“
Zarte Gitarrentupfer eröffnen dieses Album voller Poesie und schöner Stimmungen. Hier hat man den perfekten Soundtrack zum entspannten Hineingleiten in einen neuen Tag. Man meint förmlich die ersten Sonnenstrahlen zu spüren und die Vögel zwitschern zu hören. Zwischendurch nimmt das Werk immer mal wieder etwas Fahrt auf, wenn die Stromgitarren angeschlossen werden, nur um kurz darauf wieder in seine wohlige und sehnsuchtsvolle Atmosphäre zu versinken. Die tollen Kompositionen werden von der samtenen und charismatischen Stimme Carlo van Puttens komplettiert, der ansonsten auch bei den Dead Guitars und The Convent hinter dem Mikro steht. Diese CD birgt Leidenschaft, hier wird Musik gelebt und auf wunderbare Weise melancholischer Optimismus vermittelt. (Torsten Pape)


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WhiteRoseTransmission.com

 
   
   
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// VÖ: 07.05.10 // Hall Of Sermon

 

Lacrimosa „Schattenspiel“
1990 war krass. Matthias Reim dudelte mit seinem satanistischen Düsterschlager „Verdammt ich lieb' dich“ aus jeder Kiste und die WM schlug gnadenlos um sich. In dem Land der Schwarzkonten bastelte seinerzeit ein bis dato unbekannter Tilo Wolff an seinen ersten Songs. Wer hätte ahnen können, dass vermutlich seine Musik Inspirationsquelle für eine in den Charts 2010 vertretene Deutschrock-Düsterband werden wird, oder sich Tanzformationen wie die Patenbrigade Wolff nach ihm benennen. Bereits 1991 feierten Grufties sein Album „Angst“ frenetisch. Nun, nach 19 Jahren und 10 Alben später, erscheint etwa keine Best of-CD, sondern ein Album mit unveröffentlichten Demo-Aufnahmen sowie zwei neuen Songs. Es bietet interessante Einblicke in den „Giftschrank“ des Wolffs. Seine musikalische Metamorphose ist hier recht intensiv hörbar. Wo einst Grufties in dunklen Ecken kauerten, bangen heute Metalmatten im Schwarzlicht. Putzig sind die Urversionen von „Seele in Not“ und „Requiem“. (Sir Raze)


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Lacrimosa.ch

 
   
   
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// VÖ: 07.05.10 // Soulow Records

 

Girls On Film „Mental Image EP“
Glam Wave, Lippenstift Synthpop und Cold New Wave. Mit phantasievollen Musikgenres überschlägt sich der Infotext dieser 2002 gegründeten Band. Die Damen aus Florida nennen sich also nach dem Duran Duran Hit von 1981. Beim Cover dominiert 80s-Glam. Hier sind vier frisierte Frauen abgebildet, obwohl in der Bandinfo „dreiköpfige Frauenband“ steht. Letztendlich sind aber nur zwei Frauen auf den Pressefotos. Irgendwie verwirrend. Können die Amis nicht zählen? Die Musik ist mit Blick auf die 1980er Jahre klar im Synthiebereich beheimatet. Dazu gesellen sich Rock-Attitüden. Das ist der Trend jetzt und das tut man neuerdings so. Gesanglich ist es leider etwas unspektakulär. Die Stimmen scheinen austauschbar. Stellenweise klingen sie irgendwie nach Madonna. Dabei wurde die Sache von GeazX (Dead Kennedys) und Paul Roessler (45 Grave) produziert. Vier Remixe beenden das Spiel auf dieser wundersamen EP. (Sir Raze)


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GirlsOnFilm.nu

 
   
   
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// VÖ: 01.05.10 // Buch // Comicstars // Knaur Taschenbücher  

"Grablicht 1" (Autoren: Daniela Winkler)
Es sollte nur einen Grund für einen Teenager geben, nachts blutüberströmt auf einem Spielplatz aufzuwachen und sich an nichts zu erinnern: Vampire! Der 16jährigen Emily bleibt wenig Zeit zu verstehen was geschah. Vampir David fand sie mit dem Tode ringend - ein Biss aber genügte und David schenkte ihr ein zweites Leben. Aber auch das ist in Gefahr, denn Vampir-Jäger sind hinter den beiden her. Und auch in den eigenen Reihen hat David wenig Freunde ... Daniela Winklers Manga-Comic stürzt Emily und David von einem Abenteuer ins nächste. Parallel bleibt Zeit für den nötigen Humor, denn selbst die Fürsten der Finsternis müssen zum Zahnarzt. Oder zwei in einem Sarg? Das hat schon bei Romeo und Julia nicht funktioniert. Und während der Spielplatz etwas über Emilys Vergangenheit weiß, kennt nur das „Grablicht“ ihre Zukunft. (Manfred Thomaser)

Ohne Wertung
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Droemer-Knaur
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// VÖ: 01.05.10 // Buch // Knaur Verlag  

"Das Ich" (Autoren: Anne Delseit, Markus Heitz, Bruno Kramm, Rebecca Jeltsch)
Ehrlich gesagt habe ich mir das Buch zur Rezension gewünscht, da mich interessierte, wie die Band Das Ich in der Comic-/Literatur-Welt ihren Einstand gibt. Vielleicht war das der falsche Ansatz, da die drei Bandmitglieder nur am Rande der zwei Geschichten vorkommen bzw. durchaus austauschbar sind. "Koma" ist ein reiner Comic-Strip, der mehr "Knirschs", "Ratter" und "Tocks" als Sprechblasen enthält und dessen Inhalt sich mir ohne Waschzettel zum Buch nicht erschlossen hätte. "Erwachen" ist dann eine recht amüsante, aber bei weitem nicht atemberaubende, illustrierte Kurzgeschichte, die mit einem voraussehbaren Ende aufwartet. Im Groben geht es beide Male um die Verschiebung von Realitäten. Vielleicht ergibt ja alles nach dem Erscheinen des neuen Das Ich-Albums einen Sinn... (Torsten Pape)


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Droemer-Knaur
.de

 
   
   
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// VÖ: 30.04.10 // Echozone  

Golden Apes „Denying The Towers Our Words Are Falling From“
Neulich saß ich mit Spider redseelig bei einem Fläschchen Rotwein in der Küche, wo wir auf Golden Apes aus Berlin zu sprechen kamen. Wir stellten fest, dass man sie in den letzten X Jahren schwer umschiffen konnte. Golden Apes gehören mittlerweile zu den altgedienten Berliner Gothic-Bands, die stetig präsent waren. Zugegebenermaßen höre ich seit einer halben Ewigkeit mal wieder ein Album von ihnen und bin überrascht. Haben die schon immer so clean geklungen? Freudig vernehme ich das wirre „Taming A Dream“ sowie das wave-punkige „The Mark Of Chain/And From This Heart It Will Rise...“ mit gefühlvoller Keyboarduntermalung und dezenten Midtempo-Part. Leicht darkfolkig wird es bei „The Sea Inside“. Nicht schlecht, die Herren Lebrecht! Cold-Wave und Goth-Rock knutschen auf diesem Album innigst und verschmelzen in 12 Akten. Ach siehe da, Dirk spielt auch bei denen mit. Das ist wieder typisch Berlin! (Sir Raze)


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GoldenApes.com

 
   
   
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// VÖ: 30.04.10 // Audiolith  

Egotronic „Ausflug mit Freunden“
Audiolith Records ist Familiengeist. Nicht nur propagandistisch, sondern tatsächlich. Die Bands des Labels sind qualitativ hochwertig und der Name ist für viele junge Mitmenschen Kult. Egotronic aus Berlin gehören zur Speerspitze von Audiolith. „Ausflug mit Freunden“ heißt die neue Platte und ja, sie funktioniert. Der Titel wird dem Album gerecht. Auf ihren Trip nahmen die drei Jungs befreundete Tastendrücker wie Saalschutz, Rampue, Frittenbude und Phil The Gap mit. Treibend und kompromisslos geht es textlich und musikalisch nach vorne. Sprechgesang und Gitarren stürzen sich auf das Ohr, was immer grösser zu werden scheint, bis nur noch Ohr zu sehen ist. Dann färbt sich der Lauscher rot und das Lobulus auriculae bewegt sich im Rhythmus der Musik. Als Voraussetzung muss, wie bei jeder Musik, die Laune dafür gegeben sein, sonst kann es schnell eintönig und stressig werden. (Sir Raze)


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MySpace.com/Egotronics

 
   
   
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// VÖ: 30.04.10 // Fear Section  
Cinderella Effect „Cinderellicious“
Constance Rudert rudert zum zweiten Mal mit ihrem Boot, der „Cinderella Effect“, auf's offene Meer hinaus. Auf dem Ausflugsdampfer „Blutengel“ ist sie eine der ersten Offiziere. Neben ihnen fahrende Schiffscrews behaupten, die „Blutengel“ schlängle sich mit viel Getöse durch flache Gewässer, um allein die schwarze Krake zu bekommen. Denn momentan jagt diese lieber im flachen Wasser. Sich nun Käpt'n nennend, wagt es die Rudert und beschifft tiefere Gewässer. Schließlich hat sie gutes Wetter und eine versierte Crew angeheuert. Arm sind sie nicht, denn mit „Noiselessly“ und „Uninvited“ gibt es wertvolle Perlen an Bord. Und sogar magische Momente in der Schiffsmesse sind mit „If holy is...“ garantiert. Liebelein beim „Summerwine“ mit Vollmatrose Carsten Klatte sind zudem gestattet und bisweilen erwünscht. Damit könnte ihr die sichere Überfahrt gelingen. Vielleicht meldet sich dann sogar eine andere Reederei, welche die „Cinderella Effect“ unter Sehleuten bekannter und gefürchteter werden lässt. Arrr Arrr! (Sir Raze)


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Cinderella-Effect.de
 
   
   
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// VÖ: 30.04.10 // Boing Boing Records  
Nachlader "Koma Baby lebt"
Wer Daniel Baumann heißt, hat das Mittelmaß im Namen. Die Frau vom Amt ruft sicher routiniert diesen Namen auf und der sonst aggressive Schutzmann, der einen wegen komisch riechender Zigarette anspricht, schaut plötzlich mitleidsvoll. Zweierlei Massenkompatibilität in Vor- und Zunamen treibt einige Menschen dazu, sich anderweitig abzugrenzen. Dem Nachlader-Daniel gelingt es auf eine angenehme Weise. Schon das Vorgängeralbum war mit Liedern wie „Arbeitsgeld“ ein Knaller. Die neue VÖ sorgt sogleich mit den Worten „Aber wenn du denkst, du kannst es besser, dann geh doch nach Hause“ für Klarheit. Und ehe man sagen kann „Aber ich wollte doch nur...“, geht es schlagkräftig weiter. Nachlader verstehen sich als die proletarische Boheme. Die Texte sind frech und von Ironie durchwachsen. Electro-clashig und Ohrwurm-artig schlängelt sich die Musik durch das Grossstadt-geplagte Hirn. Einfach genial! (Sir Raze)


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Nachlader.de
 
   
   
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// VÖ: 23.04.10 // Infacted Recordings  

Shiv-R "Hold My Hand"
Wer sich längere Zeit in Australien aufhielt, der weiß, wie sehr man dort auf überlieferte Traditionen bedacht ist. Pete Crane & Lee Bulig schöpfen ein wenig aus dem Fundus von bereits Komponierten und erinnern sich an die „Happiness“ & das Vermögen auch mal Hooklines in harte Floorstomper einzuflechten. Harsh-Electro, so wie wir ihn seit Jahren aus der Minuswelt oder früher noch vom Off Beat-Label kennen. Doch das ist nicht „The End“. Es bleibt immer noch genügend Weidefläche für ein eigenes Branding, was bei einem Debüt-Album ja nicht unbedingt die Regel ist. Und wer unbedingt gepflegt eins auf die Fresse braucht, der kommt ohnehin nicht an „Blood Spatter“ vorbei. (Ivo Klassmann)



Das Projekt Shiv-R folgt auf dieser Veröffentlichung schnurstracks dem derzeit so angesagten TechnoBodyMusic-Beat, den ich normalerweise grauselig eintönig finde. Aber in dieser Mixtur mit wirklich ausgefeilten und variantenreichen, durch die Boxen quirlenden, Sound und Sample-Effekten reißt mich dieser doch tatsächlich mit. Ein halb röhrender, halb singender Sänger runden das Gesamtbild teilweise äußerst angenehm ab. Natürlich ist das Ganze immer noch eher etwas für die schnelllebige Clubkultur als für die Annalen der Musikgeschichte, aber es bleibt Zeit für ein erstauntes „Oha“, bevor man ein paar weitere Industrialdance Schritte performt. Allerdings nur, wenn man die richtigen Songs erwischt. Denn mit dem Album verhält es sich so, wie mit dem Kofferraum eines Kombi Christ: So einiges darin nervt und ist unnötig. Mit der Program Taste als EP gibt’s dennoch 4 Punkte. (Spider)


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Myspace.com/ShiverIndustrial

 
   
   
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// VÖ: 21.04.10 // Ant-Zen  

Asche "The Easter Island Phenomenon"
Oft genug haben wir in den letzten Tagen gehört, dass Asche zuweilen auch mal Stillstand bedeutet. Das ist nun vorbei & Andreas Schramm bringt nach sieben Jahren wieder "Something Evil" in den Industrial. Nein... nicht in die eigenartig gleichnamige Knicklicht-Version. Hier prügelt oldschool die rhythmische Noise-Ekstase über vollends verzerrte Samples, welche schier untanzbar mit apokalyptischen Soundscapes zu herzerfrischenden Tracks zusammengetackert wurden. Diese neuerlichen Experimente am offenen Ohr widmen sich dem Kollaps der Rapa Nui, nennen den gemeinen Konsumenten zurecht "Count Suckers" und wer am Ende noch kann, freut sich beim Mp3-Bonus zurecht über die Mixe von Sabes & Eva|3. "Dig it!". (Klassmann)


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Myspace.com/Aschefichart

 
   
   
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// VÖ: 19.04.10 // KIDS Records  

Kyte „Dead Waves“
An Bands wie Kyte merkt man die Göttlichkeit der Musik. Ich kannte diese Band vorher nicht und bin von ihrem aktuellen Album „Dead Waves“ absolut hingerissen, denn es besitzt wunderschöne Melodien und ein geniales Sounddesign. Elektronische Klänge treffen hier auf Trip Hop und Post Rock. Irreführend der Albumname, denn nach toten Wellen klingt es definitiv nicht. Eher etwas nach den späten A-HA bzw. nach M83, aber das stört nicht. Ganz im Gegenteil. Ein Traum von Klängen. Mehr muss man dazu nicht sagen. Diese Band hat in meinem Player eine große Zukunft und der Sommer kann kommen. (Sir Raze)


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Myspace.com/KyteBand

 
   
   
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// VÖ: 16.04.10 // Major Records  

B.O.S.C.H. "Einsam"
„Wir sind laut - wir sind anders!“, meint die Band aus dem Hause Major Records. Sie beherrschen ihre Instrumente, allerdings kann man im Studio herumschönen. Deshalb werden Bands wie b.o.s.c.h. umso kritischer beäugt, denn das Publikum will von dem Können solcher Bands überzeugt werden. Sie müssen live bestehen. Es geht um die Ehe des Lebensgefühls Rock'n'Roll. Welche Band es lebt und wer einem Trend nachläuft sollte man spüren. Diese Jungs meinen es ernst. Deutsch wird getextet, fetter Industrial-Metal von geschminkten Horrorheadz gespielt. Bands wie Flugschädel oder Bile haben es in den 90ern mit einem gehörigen Schuss Wahnsinn getan, Hanzel & Gretyl erfreuen sich momentan großer Beliebtheit. Und genau das ist das Problem: Es ist austauschbar und zigfach dagewesen. Wer von diesen Sounds jedoch nicht genug bekommt, wird b.o.s.c.h. mögen, denn abwechslungsreich sind sie in diesem Genre allemal. (Sir Raze)


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Myspace.com/BoschMusic2

 
   
   
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// VÖ: 16.04.10 // Dependent  

Ego Likeness "Breedless"
Bei der Recherche zu den Künstlern, die man hier so bespricht, erfährt man so manch Kurioses. Im Falle von Ego Likeness z.B., das die Band ein seit 1999 tätiges Künstlerehepaar ist, welches mit seinen haarlosen Katzen zusammen wohnt. Bevor ich mich in eine Abhandlung über den Sinn von Haustieren im Allgemeinen und Qualzüchtungen im Speziellen verstricke, mal zur Musike. Die gute Donna am Mikro verfügt durchaus über eine gut temperierte und tönende Gesangsstimme. Man(n) gibt sich durchaus Mühe das Programmieren nicht rein elektronisch, sondern nach Band klingen zu lassen. Wenn da nicht das starre Festhalten an dem Aufbau der Strophe und dann Refrain, mal ein Zwischenpart und wieder von vorne, wäre. Es ist nicht immer gut, wenn der Takt zum Mitklatschen einlädt. Das langt für ein paar gefällige, schwermütige Dark Pop-Songs. Wird aber auf Albumlänge definitiv zu monoton. (Spider)


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Myspace.com/EgoLikeness

 
   
   
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// VÖ: 16.04.10 // Accession  

Painbastard „Kriegserklärung“
Dieses Album wird das Projekt von Alex P. in der Beliebtheit bei den Massen der schwarzen Szene weiter steigern. Die gängige Erwartungshaltung wird perfekt erfüllt. Harte, treibende Aggrotech-Sounds, die an keiner Stelle durch unerwartete Experimente wehtun. Ein Großteil der Texte ist auf Deutsch. Es wird zornig gegen jede Ungerechtigkeit dieser Welt gewettert und dabei die Kraft der eigenen Persönlichkeit gegen die manipulierte Gesellschaft beschworen. Natürlich nur im Pathos. Nicht, dass man durch konkretisierte Deutlichkeit riskiert, den eigenen Hörer vor den Kopf zu stoßen. So ist jedem die Möglichkeit gegeben, beim Tanzen auch sozialkritisch zu sein. Doch die Eigenständigkeit der Vorgängeralben ist in eine konforme Trendschiene gegossen. Das Mastering von Krischan Wesenberg (RoterSand) ist deutlich mehr in den Vordergrund gedrängt, als das Mixing von Daniel Myer (Haujobb). (Spider)


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Myspace.com/Painbastard

 
   
   
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// VÖ: 09.04.10 // Soundcolours  
Blank & Jones „Milchbar Seaside Season 2“
Die deutsche Konkurrenz zum Café Del Mar heißt – täterätää: Milchbar. Diese Milchbar liegt auf der ostfriesischen Insel Norderney. Immerhin sollen dort die Sonnenuntergänge fast genauso schön sein wie die auf Ibiza. Damit unser großer Feuerball von nun an beim Untergehen die passende Musik hören kann, hat sich das Milchbar-Team mit den Herren Jones und Blank zusammengesetzt und das Konzept für diesen Sampler erarbeitet. Nun ja, das Ergebnis ist nicht gerade revolutionär, aber – wie man es von diesem Produzentenduo gewohnt ist - äußerst geschmackvoll und hochwertig. 14 Chill Out-Tracks bieten entspannende Unterhaltung und machen Lust auf Sommer, Meer, Sand, Alkohol und Sonnenuntergänge – egal wo. (Stefan Brunner)


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BlankAndJones.com // Soundcolours.com
 
   
   
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// VÖ: 09.04.10 // Phaz-a-delic  

De Phazz „LaLa 2.0“
Das Leben als versierter Rezensent für den Bodystyler ist schön. Man sitzt mit einem kalten Stauder-Pils und einer riesen PA an seinem Pool, während die eine junge Sekretärin, immer bereit zum Diktat, ihre Finger nach dem gesprochenen Wort bewegt und die andere nach der Musik von Ministry am Beckenrand tanzt. Von Bodyhorst bekommt man dafür monatlich 6000,-Euro netto. Immerhin. Dieses Glück haben leider nicht alle Bodystyler-Schreiberlinge. Im ungünstigsten Fall müssten sie eine Mambo-Band besprechen, deren Album vielleicht noch „LaLa 2.0“ heisst. Sie wüssten sicher nicht, was sie von dieser Band, nennen wir sie mal De Phazz, halten sollten. Ungläubig würden sie vor den Boxen verharren, aus denen Chaka-Chaka Beats und Bläser herausschallen. Ein schlechter Dirty Dancing-Film? Ein Spass von Bodyhorst? Sie würden hoffentlich beschliessen, dass sie zu jung sind, um diese Musik gut zu finden und zum Pool kommen, wo noch immer Pils, Ellis und Ministry regieren. (Sir Raze)


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De-Phazz.de

 
   
   
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// VÖ: 09.04.10 // Sigsaly Transmissions  

Autodafeh „Identity unknown“
Bei der Identitätssuche nach den musikalischen Vorbildern von Autodafeh wird man schnell fündig. Kam ihr Debüt „Hunt for glory“ noch im rotzigen EBM-Pogo-Style daher, sind auf diesem Werk Vergleiche zu Front 242 nicht von der Hand zu weisen. Soundtechnisch gelingt es streckenweise recht ordentlich, die besondere Atmosphäre eines „Front by Front“-Albums mit modernen Stilmitteln zu vermischen. Mehr Stärke besitzen sie allerdings in den schnelleren und eigenständigern Stücken wie „Love, hate and pain“. Mag ihr Erstling auch etwas an Abwechslung gekrankt haben, verweist er das vorliegende zweite Werk qualitativ deutlich in die Schranken. Spätestens ab CD-Mitte geht den Songs doch deutlich die Puste aus. Durch den beachtlichen Start-Sprint und dem Rückenwind eines finalen Remixes von Daniel B. (Front 242) retten sich Autodafeh mit 4 Punkten ins Ziel. (Spider)



Erschienen mir das Debüt und die folgende EP noch etwas zu eindimensional, haben die drei schwedischen Stomper nun endgültig die Handbremse gelöst. Die Soundpalette wurde erweitert und die amtliche Produktion pfeffert einem die Hits mit Schmackes um die Ohren. Dies geschieht zudem mit einem ordentlichen Augenzwinkern, da die Reminiszenzen an Front 242, NEP oder alte Skinny Puppy einfach nicht zu leugnen sind. Die bekannten Stilistiken werden jedoch neu sortiert und erstrahlen im Glanz der erfrischenden Kompositionen. Einen perfekten und unverkrampften Umgang mit dem EBM-Baukasten würde ich das mal nennen. Fazit: Wem die Helden heilig sind, der ist hier auf der falschen Baustelle. Mit der passenden Herangehensweise wird dieses Album jedoch schnell zum absoluten Knaller. (Torsten Pape)


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MySpace.com/AutoafehMusic

 
   
   
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// VÖ: 26.03.10 // Dependent  

Mesh „How long“
Das letzte Mesh-Album „A perfect solution“ war sicher nicht der Kreativhöhepunkt der Band. Das lag aber definitiv nicht an dem Stück „How long“, welches  nun als 2. Single ausgekoppelt wurde. Denn hierbei handelt es sich mal wieder um ein S“mesh“er, bestehend aus melodischen, melancholischen Synth Pop, der unbestechlich im Ohr haften bleibt. Auch das Bonusmaterial der Maxi ist sehr ordentlich. Die 2 Remixe der Radio Version führen sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft, mit einer 80er Jahre angehauchten Extended Version und einer härteren Dark Electro Variante. Dazu gibt es in alter Tradition auch wieder einen neuen Song als B-Seite, der in Midtempo glänzt. Abgerundet mit dem Bonustrack des letzten Albums in einer alternativen Version. Der Bodystyler spendiert übrigens für die Einsendung eines Fotos des Sängers Mark ohne Mütze ein Luxuswochenende in Dubai! (Spider)


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Myspace.com/Mesh_a_perfect_solution

 
   
   
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// VÖ: 26.03.10 // Soundcolours  
Blank & Jones „So80s 2 (So Eighties)“
Wer heilt, hat Recht, heißt es bei den Medizinern. Wer viel verkauft, macht alles richtig lautet das Pendant bei den Musikern. Der Erfolg der ersten Ausgabe dieser Compilation mag Piet Blank und Jasper Jones ermutigt haben, ein zweites Mal in die Annalen der Musikgeschichte abzutauchen, um dort nach Schätzen zu suchen, die aus den Achtziger Jahren stammen. Das Stöbern hat sich gelohnt. Das Produzenten- und DJ-Duo hat abermals eine unglaublich große Menge an raren 12“- und Extended-Mixen aus der goldenen Dekade ausfindig gemacht und diese auf drei CDs verteilt. Halt! Streicht den Gedanken an Ausverkauf und Kommerz gleich wieder aus eurem Hirn. Wer so gekonnt auswählt und einen Act wie beispielsweise Kissing The Pink mit auf der Playlist hat, führt Edleres im Sinne als den schnellen Euro. (Brunner)


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BlankAndJones.com
 
   
   
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// VÖ: 26.03.10 // Trisol  
The Girl & The Robot "The Beauty Of Decay"
Ist da etwa noch jemandem beim Warten auf die VÖ der Welle:Erdball-DVD langweilig geworden? Moderatorin Plastique hat die Zeit jedoch optimal genutzt, und mit dem schwedischen Herrn Deadbeat ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt. Angesiedelt zwischen sphärischen, fließenden Momenten und im besten Sinne radiotauglichen Synthie-Pop, ist alles zwischen Kraftwerk und Chandeen erlaubt. Die Elemente harmonieren auf wunderbare Weise, ohne dass dabei krampfhaft Grenzen ausgelotet werden müssen. Die Rolle der Frontfrau füllt Plastique übrigens mit Eleganz, Souveränität sowie Gelassenheit aus und tritt somit überzeugend aus dem Schatten des Funkhauses. Wenn dann auch noch wunderschöne Hits wie „Another love“ oder „Flowers“ gereicht werden, ist die Mission vollends erfüllt. (Torsten Pape)



Fräulein Plastique präsentiert recycelten Kunststoff. Es hätte wahrlich keiner vollen Albumlänge bedurft, um zu erkennen, dass ihr Solodebüt scheinbar keine Zeit für Entwicklung hatte & die Ideen dahinter nach nur einer EP umfassend ausgeschöpft sind. Die bange Frage, ob für das Girl ein Zusammenleben mit nem schwedischen Todes-Androiden überhaupt ethisch vertretbar wäre, stellt sich eigentlich nicht. Dessen Binärlogik ist ja wohl nur auf das eindimensionale, zugegeben glasklare, Zusammenschieben von allseits beliebten Synthie-Pop-Sequenzen der letzten 3 Dekaden programmiert. Die kompositorische Eigenleistung dilettantisch zu nennen, würde das Ergebnis allenfalls unnötig beschönigen. Lediglich das Cover-Artwork ist mal richtig minimal. (Ivo Klassmann)


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TheGirlAndTheRobot.com
 
   
   
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// VÖ: 23.03.10 // Cooperative Music  
Booka Shade „More!“
Manchmal weiß ich wirklich nicht, wieso mir doch noch so viele CDs durch die Lappen gehen. Irgendwie haben mich die aber nie wirklich angesprochen und auch "More!" habe ich nur mal angemacht, weil es dazu eine Besprechung in irgendeiner anderen Zeitung gab. Das klingt wie eine Mischung aus Kraftwerk, Yello (Dieter Meier ist auch bei einem Song dabei) und Ellen Allien, gepaart mit Minimal-Techno und Tech-House. Anscheinend trifft das genau den Geschmack der Leute. Hervorheben kann man hier eigentlich nicht einen Song, da alles sehr gut zusammenpasst und harmonisch wirkt und auch kein einziger wirklicher Lückenfüller dabei ist, was bei dieser Art der Musik doch extrem selten der Fall ist. Leute, die zum Beispiel auch die ersten beiden Alben von "Sieg über die Sonne" mochten werden "More!" lieben. Wie auch schon das geniale Debüt von "Delphic" ist dieses Album auf Cooperative Music erschienen. Das Label sollte man unbedingt im Auge behalten. Und ich höre jetzt mal in die alten Sachen der Band rein... (Chucky)


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BookaShade.com
 
   
   
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// VÖ: 20.03.10 // Space Sound Records  

Vison Talk "Elevation"
Mit Vision Talk erweitert eine relativ junge Band die Tradition des schwedischen Synthie-Pops um eine mehr als süßliche Facette. Optisch gibt man sich noch hart, aber triefen die Songs erst einmal aus dem Lautsprecher, gibt es nur noch Plüsch-Pop aus dem Musikladen-Eurotops-Archiv. Mit dem Debüt wurde seinerzeit sogar der Begriff "Dirty Italo Disco" ins Spiel gebracht. Innovation spielt also einfach keine Rolle und der GK Englisch wurde auch nur gerade so bestanden. Wenn dann nach anfänglicher New Order-Hommage in "I'm not like you" auch noch die Dame ans Mikro tritt, ist alles zu spät: Pippi Langstrumpf hüpft samt Äffchen gut gelaunt über die grüne Wiese. Nach dem Durchschwimmen vieler Schmalztöpfe muss man am Ende leider eingestehen, dass auch schlimme Platten oft Ohrwürmer enthalten und der Fuß ein paar Mal mitgewippt hat. (Torsten Pape)


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VisionTalk.se

 
   
   
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// VÖ: 19.03.10 // Sigsaly Transmission  

Void Kampf„Severe Mais Juste“
Musikalisch bietet dieses französische Projekt genau das, was der harte EBM-Kopf erwartet: Kompromisslose, bassbetonte, elektronische Körpermusik mit martialischen Shouts. Wobei Void Kampf ihre EBM immer wieder mit modernen Sounds durchziehen, sodass der Bezug zum Hier und Jetzt und eine beachtliche Tanzbarkeit entstehen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die stahlharten musizierenden Jungs weder sich noch ihre Musik allzu ernst nehmen. Das ganze Konzept – vom Layout des Covers bis zum schlecht gesungenen, vollkommen sinnleeren deutschen Text – lässt jede Menge Platz für Humor, was wir als offizielle Humorbeauftragte natürlich nur goutieren können. (Stefan Brunner)


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Nicotronic.free.fr

 
   
   
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// VÖ: 19.03.10 // Mute  
Goldfrapp „Head First“
Interessant! Die Sound-Chamäleons Alison Goldfrapp und Will Gregory beleuchten auf ihrem fünften Album eine Facette der Achtziger, die man sonst nur selten zu Gehör bekommt. Das Duo zitiert tatsächlich Bands wie Van Halen oder Electric Light Orchestra. Wer kennt nicht diese fiese Synth-Linie aus Van Halens Mega-Hit „Jump“? Genau diese Art von verzerrter Bombast-Synthetik integrieren Goldfrapp in ihre zarte Pop-Musik. Die Mischung klingt nach New York, nach Unbeschwertheit, nach Blondie und nach Disco. Die ganz großen Momente bleiben auf „Head First“ zwar aus, trotzdem hat dieses Album einen enormen Entspannungs- und Unterhaltungswert. Wieder einmal ist es Goldfrapp gelungen, sich einen neuen Klang-Anstrich zu verpassen – wie es sich eben für Sound-Chamäleons gehört. (Brunner)


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Goldfrapp.com
 
   
   
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// VÖ: 19.03.10 // Popgefahr Records  
De/Vision „Popgefahr“
In schöner Regelmäßigkeit haut einem das Duo Keth/Adam feinste Synthpop-Perlen um die Ohren, und nicht anders ist es auch auf dem neuen Werk. Herzschmerzigen Midtempo- Balladen wie „What’s Love All About“ oder „Be A Light To Yourself“ lauscht man ebenso gern wie der rumpeligen Single „Rage“ oder tanzbaren Stücken wie „Ready To Die“ - Ausfälle sind glücklicherweise und erwartungsgemäß Fehlanzeige. Was vermutlich auch einige Fans erfreuen wird ist, dass das Kratzig-rockige, das den Gesang der letzten Alben des Öfteren bevölkerte, sich irgendwie aus Steffens Stimme verdünnisiert hat und man wieder hörbar sanfter klingt. Also irgendwie fast wie früher - nur besser! Aber gefährlich? Eigentlich: Nein. Höchstens in punkto Ohrwurmfrequenz! (Fräulein Beymer)


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DeVision-Music.de
 
   
   
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// VÖ: 19.03.10 // Avasonic  

Carsten Klatte "Carsten Klatte"
Drums, Bass, Gitarre, Violine und Gesang. Klatte ließ mal wieder seine Gedanken und Hände spielen. Dabei kam die „Klatte Platte“ heraus. Persönlicher und intensiver als je zuvor (siehe Interview). Im Gegensatz zu seinem Projekt Lacasa del Cid setzt Klatte hier auf mehr Instrumentierung. Die Musik ist echtes Handwerk. Engelsgleich schweben die Violinen von Neil Black (UB 40, Coil) über den Liedern. „Good Book“, „Freedom Says“, „Rise and Fall“ und „Unbroken“ sind einige der Indie-Hymnen dieser Platte. Klatte scheint hierbei in kreativer Höchstform gewesen zu sein. Respektsbekundungen in Form eines Liedes sind „In the Garden of God“ und „Who can see“. Hier wird vor den verstorbenen Musikern Bruno Adams und Gregory McCormick der Hut gezogen. Die Texte dieser CD sollten für den Hörer als Notwendigkeit betrachtet werden. Wer auf einen dumpfdüsteren Partyhit wartet, ist hier falsch. Dieses Album ist ein geschlossener Kreis. Eine in sich abgeschlossene Sache, wie man sie höchstens bei einem David Bowie, Nick Cave oder John Cale findet. (Sir Raze)


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MySpace.com/CarstenKlatte

 
   
   
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// VÖ: 13.03.10 // Ant-Zen  

Lowness „Undertow“
Scott Sturgis prügelt normalerweise mit Converter durch die Industriemusik-Parties und bringt das Volk mit Hits wie „Monster“ zum Schreien. Mit seinem Projekt Lowness – der Name gibt es ja quasi schon vor – driftet Sturgis nun in Ambient-Gefilde ab. Das Debüt „Undertow“ versprüht dabei einen sehr organischen Charme, wirkt nicht so kalt und maschinell wie viele andere Genre-Veröffentlichungen. Der in Seattle lebende Musiker verarbeitet Einflüsse, die von Pink Floyd bis zu Kraut Rock-Legenden wie Neu! oder Amon Düül reichen und webt aus diesen ungewöhnlichen Stil-Fäden einen rhythmischen, hypnotischen und düsteren Klangteppich. Es ist bemerkenswert, wie es Scott Sturgis gelingt, mit eigentlich artfremden Mitteln, wie z.B. der psychedelischen E-Gitarre, eine so schön desperat verträumte, industrielle Endzeitstimmung zu kreieren. (Brunner)


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MySpace.com/Lowness

 
   
   
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// VÖ: 12.03.10 // Rent A Dog  

No More "Midnight People & Lo-Life Stars"
Nicht nur der Osten weiß: keine Gegenwart ohne Vergangenheitsbewältigung. Dieses seit 1986 erste “richtige” Album von No More ist zeit- und grenzenlos. Es hätte bereits in den 80ern oder 90ern existieren können, obwohl hier nicht auf Klischeesounds der jeweiligen Epochen gesetzt wurde. Kein Retro-Glam-Wave mit kunterbunter Gesichtsübermalung. Die Polarisation orientiert sich ausschließlich auf die Musik, die eine stilistisch abwechslungsreiche Mixtur aus Improvisation und berechnender Geradlinigkeit ist. Es sind nur scheinbare Brüche zwischen Liedern wie “Inside 1979”, mit News aus den Jahren 1977-82, und dem grandiosen Opener “Il Tempo Reale“. Zwischen Wave, Punk und Minimal ist das Endresultat ebenso etwas für den DJ der qualitativ hochwertigen Wave-Clubs und Partys, wie für den Hörer in den eigenen vier Wänden. Zwischen den Stühlen sitzt es sich noch immer bequemer. Eben erdiger. (Sir Raze)


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NoMoreMusic.eu

 
   
   
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// VÖ: 12.03.10 // Sigsaly Transmission  

Portion Control "Violently Alive"
Zwei Dinge schossen mir durch den Kopf, als ich dieses neue PorCon-Album erstmalig hörte: 1. Wer hat eigentlich jemals festgelegt, dass Douglas McCarthy der beste, schürfste und überhaupt EBM-Shouter ist? 2. Warum fällt einem zu Portion Control immer auch gleich das Adjektiv unterbewertet ein? Wir halten fest: Das britische Duo wird ab jetzt immer in einem Atemzug mit Acts wie Nitzer Ebb oder von mir aus auch Front 242 genannt, denn: Cui honorem, honorem! Außerdem darf Sänger John Whybrew fortan immer neben Doug McCarthy an der Bar sitzen, weil seine Vocals einfach genauso cool sind. Das neue Album? Das ist grandios!! Es verbindet Old School-EBM mit modernen Elementen und lässt genug Raum für die typische Experimentierfreudigkeit der Briten. Hammer! (Stefan Brunner)


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Portion-Control.net

 
   
   
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// VÖ: 12.03.10 // Accession Records  

Slave Republic „Electric One“
Dieses Album ist unaufdringlich und doch an einigen Stellen intensiv. Es strahlt Sehnsucht aus, ohne dabei in überzogene Theatralik abzugleiten und ist dabei auffallend gut sortiert. Die beiden Düsseldorfer von Slave Republic machen angenehme, entspannte Musik für den sommerlichen Balkon oder die Autofahrt ins Grüne. Die Grundlage bilden synthetische Melodien, die von meist wohltemperierten Saiteninstrumenten ergänzt werden. Gutes Beispiel und potentielle Single ist „Number three“, das einen Mitsumm-Refrain vom Feinsten präsentiert. Zudem wird hier ein schnuckeliger Drumpart verwendet, der auch gut und gern eine 80er Maxi-Version hätte zieren können. Freunde von The Northern Territories, Duran Duran oder Zoot Woman sollten diesem sympathischen Werk eine Chance geben. (Torsten Pape)


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MySpace.com/SlaveRepublic

 
   
   
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// VÖ: 05.03.10 // Out Of Line  

KiEw „Mental [per]Mutation“
Neues aus der Anstalt... & nicht Georg Schramm ist hier die Heilsfigur. Dr. Thedi, jener Virtuose des Dancefloor-Industrial, verklickert uns in 16 Therapiesitzungen wie heilsam ein mächtig pumpender, sinnlich körperlicher Bass & witzige Samples sein können. Im Zentrum von KIEw‘s Konzept charismatisch debiler Fürsorge steht einmal mehr das Experimentelle, welches mit außergenrealltäglichen Placebos & hypnotischen Erinnerungsrückführungen ausgestattet ist & deshalb als hochwirksam empfunden wird. Nicht nur zum „Käferfrühstück“... & weil ja jede Permutation eine Komposition von 2-Zykeln ist, wird auch der Zappelphilipp auf der Mix-Scheibe bestens versorgt. (Ivo Klassmann)


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Kiew.org

 
   
   
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// VÖ: 29.01.10 // Sigsaly Transmission  
NTRSN "People like gods"
Auf diesem Tonträger regiert das Analoge, die Neuzeit wird negiert. Wo man nur hintritt bzw. -hört, es stampft die unterkühlte Monotonie und der Mensch peitscht die Maschine, bis die Kolben im Marschrhythmus zirkulieren. Die Zeitreise führt nach Belgien in die 80er bzw. frühen 90er Jahre und die Onkel und Tanten von Clock DVA und Die Form schauen auch hin und wieder vorbei in der Klinik. Sicherlich klingt das knackig, aber das ist auch altbackenes Brot. Angesichts des limitierten Aktionsraumes nützt am Ende selbst das beste handwerkliche Können nichts, um aus dem Schatten der allmächtigen Ahnen hervorzutreten. Solide Kost für die ewig im Vergangenen Schwelgenden. (Torsten Pape)


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MySpace.com/ntrsn
 
   
   
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// VÖ: 15.01.10 // Vinyl // Rent A Dog

No More "Sunday Mitternacht"
Die Band begann 1979 als Vierergespann in Kiel den Werdegang. 1981 veröffentlichten sie ihren Song „Suicide Commando“, bis heute auf  Wavefeten zu hören und u.a. von DJ Hell sowie Vitalic geremixt. Als Duo veröffentlichten No More 2006 das Album „Remake/Remodel“ via Roof Music, frühere Heimat von Bands wie The Fair Sex, heutzutage durch Hörbuch-VÖs von Hape Kerkeling oder Heinz Strunk bekannt. „Sunday Mitternacht" ist eine Auskoppelung aus dem Album „Midnight People & Lo-Life Star“ und beinhaltet zwei Tracks. Neben dem Titelsong gibt es eine neue Version des 1982 veröffentlichten „A Rose Is A Rose“. Zwei Songs, die unterschiedlicher nicht sein können. Eher minimalistisch ist „Sunday Mitternacht", „A Rose Is A Rose“ würde hingegen auf eine Cure-Party passen. Ein interessanter Einblick in die Anfänge des Dark Wave. Und mit fetzig grünem Vinyl ist die Single ein lohnenswertes Sammlerobjekt. (Sir Raze)


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NoMoreMusic.eu