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COLD COLD GROUND
"This side of depravity"
Mitten in den aufkeimenden Frühlingsgefühlen wollen uns vier Finnen auf den doppelt kalten Grund locken. Man verspricht keine x-te Industrial Metal-Kopie zu sein. Das trifft auch durchaus zu, die Band hat mit diesem Genre schlichtweg wenig zu tun. Auch wenn ein paar elektronische Töne genutzt werden, folgt man eher der Route des Nu Metal - und schwimmt damit im Schwarm. Sicher, es werden ein paar solide Rocknummern geboten und wie viele ihrer Artgenossen hat die Combo jede Menge kreative Energie für ein düsteres Cover-Artwork und gut ausgearbeitete, skurrile Bandcharaktere aufgebracht. Aber die Musik besitzt eben nur handwerkliches Können und wenig Individualität. Spätestens nach der Hälfte des Albums schwindet die Motivation dies wirklich durch zuhören. Ich habe es getan und glaubt mir, es endet, wie es begonnen hat. In lauwarmen Gewässern ohne kalten Grund zu erreichen. (Spider)




Düsterer Himmel. Es regnet. Am Horizont kreisen vereinzelt Krähen. Von irgendwoher weht der Wind Rauchschwaden her. Ein Schatten huscht vorbei. Groß, verzerrt, hasengleich? Eine Tür knarrt. „A kind of pain you've never felt before,“ beginnt Hauptmann D zu singen, die Groteske ist perfekt. Eine Freakshow erster Klasse, Uhrwerk Orange im Gothicstil, den Soundtrack bringen CCG mit. Auf faszinierende, anrüchige wie abstoßende (textlich zensurnahe) Weise schaffen die vier Finnen mit ihrem Debüt den Sprung in eine vollkommene Komposition. Energisch, dynamisch, lebendig, authentisch. Dass sie zu allem Überfluss auch noch tanzbar ist, ist fast schon zu viel des Guten. Aber Achtung: Es ist nichts für Mimosen! (Manuela Seiler)
VÖ: 28.04.11 // Danse Macabre


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Coldcoldground.com

 
 
 



Kinetik Control
"Only truth remains"
Ein völlig neues Hörgefühl scheinen uns die fünf Finnen mit ihrem zweiten Album auf den ersten Blick...äh, auf's erste Ohr zu geben, läßt man sich von der anfänglichen Leichtigkeit und Behändigkeit, den Riffs, die einen mitreißen, in andere Sphären schmeißen, einlullen. Doch bereits beim zweiten Ohr machen sich einige Mängel breit. Etwas arg kitschiger Rock'n Roll, der ab Song #3 nicht mehr weiß, ob er Metal, Hardrock oder  eher Alternative werden soll. Töne können kaum gehalten werden, Texte werden plakativ, klingen schmalzig und penetrant nach Sonnenschein und Gloria. Dass Kinetik Control in Finnland Stars sind, gönne ich ihnen von Herzen (Hits: "In this life!" und "All fours"), aber die Auswahl scheint dort wohl nicht besonders groß zu sein. Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Meiner auch. (Manuela Seiler)
VÖ: 08.04.11 // Danse Macabre


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Myspace.com/kinetikcontrol

 
 
 



Metallspürhunde
"Moloch"
Diese Band ging bis jetzt recht spurlos an mir vorbei, da einzeln gehörte Tracks kaum mein Interesse wecken konnten. Erinnere ich mich richtig, empfand ich die Musik als unangenehm verbissen und sperrig. Das neue Album geleitet mich hingegen geradezu sanft in die Sphären des Molochs. Schmissige Melodien, entspannte Kompositionen und gefälliger (m/w-Duett-)Gesang spinnen ein feines Netz, das das interessante Konzept zusammenhält. Manchmal ist weniger an den richtigen Stellen eben einfach mehr. Einige Passagen  nerven mich zwar noch ein wenig, aber der Gesamteindruck ist schon stimmig. Wahrscheinlich kann sich die Band mit ihrer Mischung aus Electro, Mythologie, Indierock, Sozialkritik und NDW sogar neue Hörerschichten erschließen. Alte Fans dürfen sich über eine Bonus-CD mit Remixen alter Perlen freuen. (Torsten Pape)
VÖ: 01.04.11 // Danse Macabre


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Myspace.com/metallspuerhunde

 
 
 



Moddi
„Floriography“
Die Musik des Pål Moddi Knutsen ist seit Beginn dieses Winters mein Begleiter, denn „Floriography“ wurde bereits im Februar 2010 in Norwegen, der Heimat des 23-Jährigen, erfolgreich veröffentlicht. Schon allein der Opener „Rubbles“ begeistert durch seine langsam steigende Intensität. Man möchte aus der Haut fahren, umher springen oder vor Rührung bitterlich weinen. Es ist „Verbundenheitsmusik“, eine mentale Beurlaubung. Musik für Liebende, sich Begehrende, Naturbegeisterte, Poeten. Hier wird auf Details geachtet und im verborgenen gefischt. Dabei passt der Norwegenpulli und das Akkordion ganz gut zusammen. Tiefe Sehnsucht, Abgründe der Schönheit und eine klare Stimme, wie sie selten zu Gehör gebracht wird. Man kann sich nicht hoch genug mit Lobeshymnen überschlagen. Ein ganz besonderes Werk, ohne viel Schnörkel und Bremborium. Phantastisch! Anspieltipps: „Rubbles“, „Smoke“, „Magpie Eggs“, „Poetry“. (Sir Raze)
VÖ: 28.01.11 // Propeller


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Myspace.com/moddimusikk

 
 
 



Dirk Bernemann
"Vogelstimmen" (Buch)
"Deswegen bin ich hier – wegen der Hoffnung auf Minimalmomente." Ein Mann, Mitte dreißig, Buchverkäufer, alleinstehend, fernab jedweder Realität lebend und doch diese genauestens beobachtend – steht für eine ganze Generation, die im Auftreten snobistisch, subtil, der Dekadenz verfallen und doch in manchen Dingen soviel Sublimität ausstrahlt, das Empfindlich- und vor allem Befindlichkeit das große Thema wird. Immer noch augenverschließend vor der Wahrheit, die sie uns aufdrängt und doch intensiv sich mit ihr beschäftigend. Dirk Bernemann neuestes Werk macht deutlich, dass Vergänglichkeit nicht nur Umstandsverrottung ist, sondern auch zukunftsweisend – denn das Ziel wohnt in allem inne: "Leben – und Gefühle haben"...und das Glück begegnen, solange wir in Bewegung sind. (Manuela Seiler)
VÖ: 20.09.11 // Ubooks


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DirkBernemann.de

 
 
 



The Boxer Rebellion
„The Cold Still“
Wie melancholisch sie sind. Bereits auf „Union“ und „Exits“ bewiesen die Jungs aus London, dass ihre Musik nicht einfach nur aus aneinander gereihten Tönen besteht. Sie ist Seele, sie ist traumhaft und sie ist eine Offenbarung, die im Genre des Indie-Rock ihresgleichen sucht. Es ist herzzerreißender Wave, der mit einem kleinen Schuss Post-Rock verfeinert wurde. Die Stimme von Sänger Nathan Nicholson ist, ohne nervig zu werden, eher in den höheren Tonlagen zuhause. „Both Sides Are Even“ und „Doubt“ sind herausragende Songs, vergleichbar mit „Lay Me Down“ vom „Exits“-Album, die stark auf die Tränendrüse drücken. Leider muss ich feststellen, dass es auf Albumlänge nicht annähernd so viele Gänsehaut-Tracks gibt, wie auf den Vorgängeralben. Dennoch lohnt sich die Anschaffung von „The Cold Still“, denn es ist mal wieder ein Meisterwerk der Klangkunst, was Gerüchten zufolge in den „Real World Studios“ des Peter Gabriels aufgenommen wurde. Na bitte! (Sir Raze)
VÖ: 11.02.11 // Absentee/ADA


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Theboxerrebellion.com

 
 
 



WHITE LIES
"Ritual"
Eine Packung Lithium, pathetischer Retro-Wave, sonoren Bariton sowie einen Bombast-Chorus wie er seit den seligen Tagen von Big Country nicht mehr über den Kanal hallte... mehr braucht es nicht für perfektionistische Melancholiker. Mehr als Singles braucht es auch erneut nicht von den White Lies. Und wer noch immer vehement deren Blutsverwandtschaft mit den Editors abstreiten wollte, der höre sich gefälligst mal den Datasette-Remix an. Nächste Single... (Ivo Klassmann)
VÖ: 28.01.11 // Polydor




Nachdem die White Lies mit ihrem Debüt "To lose my life" höchst beeindruckend eine Renaissance des New Wave feierten, überraschen sie mit dem Nachfolger "Ritual" ebenfalls positiv. Einerseits ist das Werk in Songwriting und Produktion deutlich poppiger als der Vorgänger, andererseits agieren die Gitarren teilweise ruppiger und rockiger als gewohnt. Der Großteil der Songs sind aber wunderbar fragile Kompositionen, tief aus der Zauberküche der 80er, eingefangen im Geist der Neuzeit. So trifft der unverkennbare, grandiose eigene Sound der White Lies auf Einflüsse der frühen Tears of Fears und von Echo & the Bunnymen. Das Album ist ihr zweiter leuchtender Stern in der History alternativer Musik. Es besteht aus Stücken mit durchgehendem Hymnencharakter. Sehr beständig und kein schmerzhafter Hype.
(Spider)
VÖ: 28.01.11 // Polydor


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WhiteLies.com

 
 
 



Orgonautic
"The life and time of Harold Lomond"
Nicht das Leben des Benjamin Button wird hier intoniert, sondern in vier Songsequenzen das des Harold Lomond. Hatten die letzten Songs noch einen etwas futuristisch anmutenden Beginn, lullt einen hier das Wohlig-Psychedelische ein, versetzt einen förmlich in Trance. Man wird mit ihm groß, geht mit Harold hinaus in die weite Welt, sucht und findet Beziehungen, lebt vor sich hin, gerät in eine Lebenskrise, beginnt neu, wartet und stirbt. Mit einem stark sarkastischen Auge betrachtet Alexander Nym das Geschehen. Genial finde ich den Abspann der Single, gesungen von einem Kinderchor, angeleitet von einer "Lehrerin", fast schwebend, losgelöst, man möchte beinahe mitschunkeln. In allen zwölf Minuten bleibt die Musik minimal, steril, rhythmisch, sanft und irgendwie auch eindringlich. "Death is perfect, death is fun. Death is good for everyone." Den Rest des Rätsels muss der Hörer dann doch schon selber herausfinden. Viel Spaß dabei! (Manuela Seiler)
VO: 02.01.11 // (Unsigned)


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Myspace.com/orgonautic

 
 
 



Codes In The Clouds
„As The Spirit Wanes“
Diese Band aus Dartford, England, erspielte sich bereits mit ihrem Debüt-Album „Paper Canyon“ einen eigenen Sound sowie eine stetig wachsende Fangemeinde. Codes In The Clouds sind Labelkollegen vom Isländischen Musiker Ólafur Arnalds und verstehen es, wie er, wunderschöne instrumentale Klanglandschaften zu erschaffen. So trifft hier gefühlsechter Post-Rock auf wavige Gitarren, die den Wiedererkennungswert der Band repräsentieren. Intensiv kraftvolles Gitarrengemosche verschmilzt mit zarten, fast zerbrechlich gezupften Tonfolgen. Kein Wunder, wenn selbst die jungen depressiven Inselbewohner im fernen Island Codes In The Clouds mögen, sind doch die Isländer quasi die Erfinder des schwermütigen Post-Rocks. Auch der Auftritt beim letztjährigen „Iceland Airwaves Festival“ war sicherlich nicht unerheblich für das Ansehen der Band. Und so reflektiert das Coverartwork von „As The Spirit Wanes“ zugleich diese Zeit in Island. Für das Mastering war der Berliner Musiker und Support der Ólafur Arnalds-Tour 2010 Nils Frahm zuständig. Ein großes JA zu diesem Album. (Sir Raze)
VO: 14.01.11 // Erased Tapes


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Myspace.com/codesintheclouds

 
 
 



Ezequiel Ezequiel 
„Rue De Rivoli / Need“
Es gibt Musiker, die man zufällig im Weltnetz entdeckt und bei denen man sich fragt, warum sie bisher noch keinen Plattenvertrag bekommen haben. Ezequiel Ezequiel ist so ein Künstler. Der in London lebende Argentinier Ezequiel Claverie stellt seine Veröffentlichungen zum freien Download zur Verfügung. So auch seine neue Single „Rue De Rivoli / Need“. Die Musik bewegt sich zwischen Ambient, Folk und Electronica. Eine Gitarre, etwas synthetisches Gefrickel sowie Claveries Stimme zeichnen das Klangbild. Leichte Parallelen zu Bands wie Radiohead oder den grandiosen The White Birch ließen mich wohlwollend grinsen. Wohl auch, weil ich gegenüber älteren Alben wie „Winter Rise“ eine Weiterentwicklung vernahm. Die Lieder begeistern durch ein professionelles Songwriting und eine wärmende Instrumentierung, ohne einfältig oder gar langweilig zu werden. Es ist ein authentisches Stück Musik. (Sir Raze)
VO: 29.11.10 // EzequielEzequiel


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Myspace.com/EzequielEzequiel

 
 
 



Aidan John Moffat
„Ten Short Songs For Modern Lovers“
Von 1990 bis 1995 bildete der Schotte Aidan.J.Moffat die Band ANGRY BUDDHISTS, auch kurz The A.B.'s genannt. Von 1996 bis 2006 war er mit Malcolm Middleton als ARAB STRAP unterwegs, mit denen er 6 erfolgreiche Studioalben veröffentlichte. Als AIDAN MOFFAT & THE BEST OFS veröffentlichte er das Album „How To Get To Heaven From Scotland“. Sein Neues „Ten Short Songs For Modern Lovers“ beinhaltet ein seltsames Zusammenspiel. Der folkige Part steht dabei klar im Vordergrund. Textlich geht es um Liebe in allen Formen und Farben, vom wilden Beischlaf bis zur nie erwiderten Liebe. Zwischendurch erklingen digital-chaotische Brüche. Man stelle sich einen Bob Geldof vor, der mit ADD N TO (X) musiziert. Keines der 10 Lieder erreicht 1.50 Minuten. Somit ist diese VÖ mit einer Gesamtspielzeit von 9.01 Minuten eines der kürzesten Alben 2010. Interessant ist es allemal. (Sir Raze)
VÖ: 11/2010 // Chemikal Underground


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AidanMoffat.co.uk/

 
 
 



Sweet Sister Pain
"The 7 seas of blood and honey"
In faszinierend reifer, weiser Art geleitet uns das Trio von Sweet Sister Pain in einen realitätsnahen Traum aus Klassik, Pop- und Synthetikmomenten, unterstrichen von den beiden glasklaren Gesängen G. Laudahns und Ch. Krachts. Vergleiche mit Unto Ashes werden wach, die sie auch blendend bestehen. Eine Fantasiewelt eröffnet sich uns im Rahmen der sieben Mondmeere, die uns nicht mehr verlassen mag. Dahingleitend zwischen Kompositionen und Coverversionen (3), ergründen wir menschliche (Un-) Tiefen, nicht zuletzt auch uns selbst. Lediglich der Remix (KMFDM) trübt den verklärten Blick der Stunde: zu aufgestülpt wirken die elektronishen Resonanzen, der Glanz verfliegt aufgrund der Disharmonie zwischen Text/ Gesang und Musik. Die Coverversion "Off with your head" (Mz Ann Thropiks) ist dagegen stimmungssicher und tief berührend umgesetzt worden. (Manuela Seiler)
VÖ: 22.10.2010 // Danse Macabre


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SweetSisterPain.de

 
 
 



Amiina
„Puzzle“
Bei Sigur Rós sind die zauberhaften Mädchen für die Streichinstrumente zuständig. Ihr nun drittes Album trägt den schlichten Titel „Puzzle“ und fügt sich vom Stil gut in das Gefüge ihrer bisherigen Alben. Sie sind gar etwas elektronischer und rhythmischer geworden, denn dem Mädchenvierer sind die beiden Jungs Kippi Kaninus und Magnús Trygvason Eliassen beigetreten - ebenso gestandene Musiker und haben nicht unwesentlich zu diesem erweiterten Klanguniversum beigetragen. So ertönt beispielsweise ein Schlagzeug und etwas synthetisches Gefrickel. Sonst bleiben Amiina bei ihren klassischen Instrumenten wie Geige und Cello. Eine weitere Neuerung ist die singende Säge und es wird zu meiner Überraschung gesungen. Ein Werk voller Emotionen und Schönheit wird einem hier präsentiert, was mitunter sogar als weihnachtlicher Soundtrack taugen könnte. Es ist ein weiteres Kapitel aus dem Buch der eindrucksvollsten isländischen Klänge. Zudem bringt das Glockenspiel Elfen, Zwerge, Trolle und Feen zum tanzen und komplettiert somit die musikalische Fabelwelt von Amiina. (Sir Raze)
VO: 09/2010 // Amiina


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Amiina.com

 
 
 



A Forest
“Leaves Leaves Fall Fall Rain Fall”
Fernab des Gleichschritts gibt es sie, die den Mainstream ignorierende Musik. Sie klingt, als hätte man eine der abgedrehten Folgen von „Der Kommissar“ in der Besetzung der endenden 1960er Jahre in unsere Zeit gebeamt. Harry Klein betritt einen dieser schrägen Clubs … und auf der Bühne stehen A Forest! Ihre Musik ist das Gegenteil unserer Zeit, in der mentale Handarbeit nur noch als Mittel zur Selbstbefriedigung dient. A Forest sind eine bunte Wiese fernab von Monokultur und Kommerz. Sie spielen Pop-Musik ohne Chance auf die Charts. Sie kreieren Geistesblitze ohne Chance auf Preise. Der große Unterschied ist, dass ihre fragilen Kompositionen unter die Haut gehen. Entspannt sind sie, gleichzeitig aber auch voller Emotion. Schön irgendwie. (Manfred Thomaser)
VÖ: 06/2010 // Analogsoul


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Analogsoul.de/cgi-bin/ana.pl

 
 
 



Raggedy Angry
"How I learned to love our robot overlords"
Heilige Kanone – was ist denn das für eine abgefahrene Truppe? Da weiß man ja gar nicht, wo man zuerst hinhören soll, so viele Facetten werden auf diesem Album aufgefahren. Wo steht die höchste Achterbahn der Welt? Vergesst sie, das hier ist besser! Hart, laut, schnell, hymnisch, rotzig und vor allem frisch wie die erste Erdbeerernte zischen die Gitarrentorpedos und das – teils elektronische – Rhythmusgeschoss durch die Gegend. Manson und Peter Tägtgrens Pain standen Pate, genau wie Papa Roach und Nivek Ogre (Skinny Puppy), der übrigens alles abgemischt hat. Manchmal könnte der Gesang bei einer Black Metal-Combo bestehen, aber am Ende kommt bei "Robot love" doch der Schmusebär durch. Testet die Hits "Don't mess with the SS", "Fire engine red", "Get f**ked" oder "Assimilate" (kein Cover!)! (Torsten Pape)
VÖ: 01.10.10 // Danse Macabre


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RaggedyAngry.com

 
 
 
 



Henke
"Vom A zum F"
Menschen träumen. Manche Menschen träumen ihr Leben. Andere leben ihren Traum. Oswald Henke, den man u.a. von Goethes Erben kennen dürfte, hat in seinem neuen Projekt HENKE nun die Qual der Wahl. Ist es ein Traum? Oder entwickelt es sich zu mehr Leben? "Vom A zum F", instrumental eingängig wie eh und je, an manchen Stellen literarisch holpernd. "Das", ein solider Song, der Ohrwurmcharakter besitzt, "Blind" großartig und theatralisch komponiert, leider bestückt mit einem allzu schwachen Text, zu unausgegoren, zu unpräzise, zu schwammig. "Spuren im Schnee" scheint wieder zu Henke selbst zu passen, kein Wunder, ist es doch ein altes Erben-Stück - irgendwie alles ein bisschen irre. Der Remix zu "Vom A zum F" ist dann wieder ganz nett, mehr aber auch nicht. Habe mir leider mehr versprochen. (Manuela Seiler)
VÖ: 25.02.2011 // Oblivion


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oswald-henke.de

 
 
 



COLLECTION D´ARNELL-ANDREA
"Vernes - Monde" Auf ihrem aktuellen Werk entführt uns die Collection d´Arnell - Andrea in die Welt der Erlen. Diese schmucken Bäume stehen gerne an Seen oder Bächen und kokettieren mit Dichtern und Denkern, die gerne unter ihnen verweilen. Nicht nur diese erfüllt die CD sicher mit Freude. Jeder, der in der Lage ist, seine Gedanken auch mal abzuschalten, wird von dem fragilen Musikgebilde aus Streichern und Keyboard Fäden eingesponnen. Der französische und englische Gesang webt mit männlicher und weiblicher Stimme schmeichelnde Linien in die Ohren. Getragen wird das Konstrukt von einer klassischen Gitarre-, Bass- und Schlagzeug-Bandbesetzung. Mit diesem Album bewegt sich das Projekt innerhalb der eigenen Historie. Man ist mit Abstand nicht mehr so rockig wie auf den beiden Vorgängern, hat sich aber das erdig morbide Ambiente bewahrt und mit den lichten Neo Klassik-Elementen der Anfangstage vermischt. Ich wette, der Erlkönig nimmt lieber diese CD als das Kind. (Spider)
VÖ: 25.02.2011 // Prikosnovénie


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cdaa.free.fr

 
 
 



HATESEX
"A savage cabaret, she said"
Vorbei scheinen die wilden Zeiten des Sex and Drugs and Rock n Roll. Heutzutage empfinden die Musiker den wilden Beischlaf als negativ oder hassen ihn sogar. Es wird so manche Person geben, der genau so zum vorliegenden Album von Hatesex steht. Diese hat dann aber keine Empathie für das faszinierende Genre Deathrock. Wer allerdings auf den Sound verzerrt klagender Gitarren steht und willig ist, dem verlockenden Gesang einer Hüterin der Unterwelt zu folgen, wird mit dem Album "A savage cabaret, she said" bestens bedient. Es werden lyrisch die Tiefen der Seele ausgelotet und musikalisch kann man lange und immer wieder an den Ecken und Kanten zehren, bekommt dennoch vom ersten Hören an viel Melodik dargeboten. Das nicht jeder Song total zündet liegt an den Experimenten, sei es der männliche Gesang oder die blubbernde Elektronik, welche die Aufführung ab und an stören. Aber sie sagte ja schon, es ist ein unzivilisiertes Kabarett. (Spider)
VÖ: 18.02.11 // Alice in...


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Myspace.com/hatesex

 
 
 



INKUBUS SUKKUBUS
"The dark goddess"
Mit ihrem Album werden Inkubus Sukkubus allen Got(h)enrockern und Heidenkindern rote Bäckchen zaubern und der Christenheit die Zornesröte auf die Stirn treiben. Denn wie gewohnt plaudert Candia Riley mit glockenklarer Sangesstimme aus dem Pagan-Nähkästchen. Darunter mischen sich die unverwechselbaren Gitarrenriffs der Band. Mal treibend und mal an Keyboardflächen geschmiegt, sanft wie bei der Hymne "One of the dead". Doch die Songs treiben einen nicht nur schwermütig sinnierend in die Ecke. Es gibt durchaus auch Momente, die wie eine leichte Frühlingsbrise mitreißen. Ein kleiner Stolperstein bildet da eigentlich nur, dass sich die Machart der Stücke innerhalb ihrer Karriere und auch auf dem neuem Werk kaum verändert. Doch der Wiedererkennungswert ist meist stärker als der Hauch von Monotonie. Und wer  mit einem Stück wie "Karnayna" aufwartet, das von einer zerbrechlichen Akustik-Ballade zum musikalischen Epos wächst, bleibt unsterblich. (Spider)




Manchmal denke ich, dass die britische Pagan-Goth-Formation vor 20 Jahren ca. 500 Songs aufgenommen hat, die sie nun über die Zeit häppchenweise veröffentlicht. Anders ausgedrückt ist die Band bis auf einzelne, kleine Ausflüge einfach ihrem Stil treu geblieben. Kraftvoll bis verträumt, treibend und voller Mystik werden untergegangene Kulturen zum Leben erweckt. Die Stimme von Frontfrau Candia ist unverwechselbar, der Drumcomputer puckert stramm, die Synthieklänge erheben sich heroisch und die Gitarren braten in wallendem Auf und Ab. Meinetwegen kann das jedenfalls noch lange so weitergehen, denn der typische Klangkosmos bringt jedes Mal auf's Neue Saiten in mir zum Klingen. Und wenn dann auch noch eine herrliche Midtempo-Nummer wie "One of the dead" dabei ist, hat sich das Warten (mal wieder) gelohnt. (Torsten Pape)
VÖ: 18.02.11 // Alice in...


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InkubusSukkubus.com

 
 
 



Die Krupps
"Final option + Final option remixed"
Niemand wird bestreiten können, dass 1993 mit dem vorliegenden Album ein Meilenstein des Electro-Gitarren-Crossovers erschien. Dieses Werk knallt bis heute gewaltig und punktet zudem mit enormer Hitdichte. Keine Frage also, dass die Wiederveröffentlichung mit aufpoliertem Sound und tollem Layout/Booklet mehr als gerechtfertigt ist. Obendrauf gibt es einen Bonus-Silberling, dessen Hauptanteil aus den Stücken der 1994 folgenden "The final Remixes"-CD besteht. Hier wird der Crossover-Gedanke auf die Spitze getrieben, und nicht alles ist folglich für jedes Ohr gut hörbar. Allein jedoch die Tatsache, dass es sonst kaum Remixarbeiten von Andrew Eldritch oder FM Einheit von den Neubauten gibt, ist schon wieder ziemlich cool. Fünf damals enthaltene Versionen von älteren Songs wurden übrigens konsequenterweise durch vier rare Remixe von "Final option"-Tracks ersetzt. (Torsten Pape)
VÖ: 11.02.11 // Synthetic Symphony


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Myspace.com/diekrupps

 
 
 



Violens
„Amoral“
Das 80s-Revival ist erfreulicherweise nicht nur an der Reunion von Roxette oder der aggressiven Reklame für das neue Chris de Burgh -Album spürbar, sondern auch an der Musik einiger „jungen Bands“. Das New Yorker Trio Violens könnte zwar bequem in diesen 80s-Topf geworfen werden, doch so einfach ist es dann doch nicht. Hier wird weder musikalisch noch optisch mit den Klischees gespielt, dennoch verspürt man die Leichtigkeit von Bands wie den späten New Order, The Smith, House Of Love, Suede oder Duran Duran. Psychedelische Elemente, wie bei „Generational Loss“ oder „Violent Sensation  Descends“, was mich unweigerlich an The Beatles denken lässt, zeigen die Vielfältigkeit dieser Band. Sogar dezentes Saxophonspiel fügt sich sehr gut in dieses von grandiosen Keyboardflächen durchzogene Werk. Es ist schon beeindruckend, wie frisch und dennoch vertraut „Amoral“ klingt. Ein zeitgemäßes Produkt, welches die Vergangenheit nicht ignoriert. (Sir Raze)
VÖ: 11.02.11 // Static Recital


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Myspace.com/violens

 
 
 



Esben and The Witch
"Violet Cries"
Nur mal angenommen - Heather, Josh und Mike hätten auf ihrem Trip zum Coffin Rock die Cocteau Twins, The Birthday Party und Burial Hex im Gepäck gehabt, dann wäre die Idee um Esben and The Witch gegebenenfalls schon im Unterholz von Burkittsville entstanden... Na immerhin ist der Ethereal zurück auf der Insel, nur um dort von Rachel, Daniel und Thomas mit Kriegstrommeln kultiviert und mit einer Hydra aus buchstäblicher Agonie, Siechtum und martialischem Blutvergießen angereichert zu werden. Selten klingt Apokalypse so plausibel wie im "Marching Song" und "Hexagons IV". Noch spärlicher sind solch erschreckend beeindruckende Debütalben. (Ivo Klassmann)
VÖ: 28.01.11 // Matador


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esbenandthewitch.co.uk

 
 
 



Yuck
„Yuck“
Nach ihrer 2010 veröffentlichten Single „Georgia“, gibt es nun die LP mit dem schlichten Titel „Yuck“. Suchen wir im Weltnetz nach Yuck, finden wir nicht allzu viele Informationen. Wir haben es anscheinend mit mit einer realen Indie-Band zu tun. Über die Herkunft der Musiker finden wir folgendes: Einer lebt in New Jersey, zwei leben in London und Basserin Mariko lebt gar in Hiroshima. Wie proben die? Musikalisch erinnert Yuck in der Einfachheit der Instrumentierung an den Indie-Rock der späten Achtiger bzw. frühen Neunziger. Sänger Daniel würde eigentlich recht gut ins Ohr gehen, wenn der angezerrte Gesangseffekt in einigen Liedern nicht wäre. Seine Stimme verliert dadurch an Authentizität. Das Balladeske „Sunday“ erinnert irgendwie an die Deutschen Plan B, um Sänger Johnny Haeusler. Keine Ahnung warum. „Rubber“ ist ein recht schräger Track, der quasi als Finale das Album beendet, was mit „Get Away“ ähnlich kräftig begonnen hat. Der Kreis schließt sich also. (Sir Raze)
VÖ: 15.02.11 // Fat Possum


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Myspace.com/yuckband

 
 
 



Lovac
„Apes Of A Cold God“
Diese schwedische Band, wohnhaft in Malmö, Berlin, Stockholm und Beirut, veröffentlichte bereits 2008 ein beachtenswertes Album unter dem Bandnamen Down In June, welches aus qualitativ hochwertigen Coverversionen von Death In June - Klassikern bestand und sogar auf dem NERUS-Label erschien. Ein Ritterschlag für die Band, die nun unter den Namen Lovac ihr aktuelles Werk „Apes Of A Cold God“ präsentiert. Alsdann wird diesmal eigenes Songrepertoire zwischen hippiesken Gesängen und wavigem Folk dargeboten. Für die Freunde des Weird Folk dürfte dieses Album nicht uninteressant sein. Das Instrumentarium hat sich im Vergleich zu Down In June kaum verändert. Gut so, denn das Zusammenspiel zwischen Duettgesang, psychedelischen Keybordsounds und akustischen bis verzerrten Stromgitarren sind ein Stilelement der Band. So liefern Lovac ein abwechslungsreiches, stilübergreifendes Debut, was auf ganzer Länge begeistern kann und auch stimmlich überzeugt. Punktabzug gibt es für das Covermotiv. (Sir Raze)
VÖ: 08.11.10 // Soleilmoon


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Myspace.com/lovacmusic

 
 
 



Kurt Krömer
"Kröm de la Kröm2 (DVD)
Hier nun brandaktuell das Filmdokument der aktuellen Show des Ur-Berliners Kurt Krömer, und es bietet wahrlich Irrwitziges. Mittlerweile ist die Kiez-Ikone nämlich zum noch schärferen Beobachter der heimatlichen Fauna geworden und kann die Entdeckung des Fickfrosches sowie der Analwachtel für sich verbuchen. Aber auch die Kommentierung des (welt-)politischen Geschehens gehört neuerdings zu seinen Paradedisziplinen. Hier wird sich vielleicht der ein oder andere den drolligen Vogel von nebenan zurückwünschen, der Schnecken vom Balkon und Fernseher aus dem Kellerfenster wirft. Heute wie damals ist jedoch die spontane Reaktion auf das Publikum und das Wechseln der vielen Gesichter das, was auch die größeren Hallen begeistert. Leider ist das Bonusmaterial etwas dürftig ausgefallen, aber vielleicht hängt das damit zusammen, dass die letzten Auftritte der Tour aus gesundheitlichen Gründen abgesagt wurden. Ein Muss mehr, diese DVD zu kaufen, da das die Genesung des Herrn K fördert und Lachen auch für den Käufer gesund sein dürfte. (Torsten Pape)
VÖ: 12.11.10 // Universal


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KurtKroemer.de

 
 
 



ZIN
"The definition"
War das Debüt der Leipziger noch ein aufstrebendes, junges Pflänzchen, stehen die Jungs nun voll im Saft. Aus dem frischen Indiepop-Trunk, ist ein vollmundiger Wein geworden, der eine zutiefst romantische Seele atmet. Da braucht es nicht einmal eine so geniale Eichendorff-Vertonung wie die der "Mondnacht", um das zu erkennen. Gebettet auf unaufdringlicher, jedoch sehr effektvoller Elektronik, streben der emotionsgeladene Gesang und die jubilierenden Gitarren dem Lichte entgegen, dass es eine wahre Freude ist. Und damit das alles nicht zum Kindergeburtstag wird – ich weiß, da sollte es sowieso keinen Wein geben – sind auch ein paar dissonante Töne und ein gesunder Schuss Dekadenz an Bord. Sukkulent und deliziös! (Torsten Pape)
VÖ: 22.10.10 // Brachialpop


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Zin-Music.de

 
 
 



Falco
"3 - 25th Anniversary Edition"
Lifestyle ist am Arsch, und das nicht erst seit es die Aldi-App bei iTunes unter gleichnamiger Kategorie gibt. Angesichts einer hausgemachten Prohibition guten Geschmacks verwundert es folglich kaum, dass da Sony Music auf jenes exakt nach der Anzahl seiner ausgekoppelten Endorphingewitter benamte Album des zweitberühmtesten Österreichers zurückgriff. Singles und Album (Erstere zuzüglich holländischem Weichkäse) toppten alle Kontinente, brachten Glastische voller Koks zum bersten, dividierten das Alpenland und Bayern endlich auch kulturell auseinander... Heute verführt es kaum noch zu spontaner Masturbation, trotz einer DVD-Beilage mit den Highlights der amtlichen Video-Exekutive DoRo. Dass es weitere verstaubte Mixe nebst einer lauen Demo von Falco himself auch nicht wirklich bringen, hat man wohl geahnt, also musste es eine weitere Demo (ich hoffe, dass es das ist) der selbsternannten Enkel reißen. Jedoch üben HURTS mit ihrer Version von "Jeanny" nur vokale Rache für U995, die V2, das Wembley-Tor und den Missbrauch von Anglizismen. Lifestyle ist ja so was von am Arsch! (Ivo Klassmann)
VÖ: 22.10.2010 // Sony


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OfficialFalco.com

 
 
 



Bryan Ferry
"Olympia"
Als Fräulein auf dem Cover des neuen Bryan Ferry Albums hinterlässt Kate Moss einen sexy Eindruck. Auch das Mitwirken von Andy Mackay, Phil Manzanera und Brian Eno verkürzt den Weg zur  Kasse, denn seit Roxy Musics „For Your Pleasure“ (1973) hat es dieses Zusammenspiel mit Bryan Ferry nicht mehr gegeben. „Olympia“ beginnt mit einem Sample aus „True To Life“ (aus der Roxy Music LP „Avalon“). Daraus hervor geht die Single „You Can Dance“. Schnell glaubt man sich in die gute alte Zeit versetzt. Die Atmosphäre ist erotisch, dicht und cool zugleich. Besonders gilt das für die gefühlvolle Interpretation von Tim Buckleys „Song To The Siren“. Im Gegensatz hierzu stehen „Alphaville“ und „Me Oh My“. Man spürt, mehr Tiefgang wäre möglich gewesen. "Olympia“ ist ein Album zwischen ok und genial. (Manfred Thomaser)
VÖ: 22.10.2010 // Virgin/EMI


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BryanFerry.com

 
 
 



Münchner Freiheit „Ohne Limit“ Das waren Zeiten, als „Tausendmal Du“ und „Es gibt kein nächstes Mal“ auf den Discos dudelten. Ob Pionierdisko im Osten oder buntschillernde Landdisco im Westen, Münchner Freiheit schafften es die Tanzflächen mit Mädchen zu füllen. Dabei rangierte Gitarrist Aron Strobel in der Gunst unserer Mädchen vor Sänger Stefan Zauner, der bei Auftritten immer auf sein Mikro schielte. Das fanden die Zaunerinnen jedoch gerade süß. Heutzutage verkaufen die Medien die Freiheit scharf am Rand des Schlagers, dabei macht die Band ganz klar Popmusik. Natürlich schmachten auch diesmal die Texte nach Liebe und Beziehungsgedöhns. Sollen sie ruhig. Die Gitarren sind deutlich stärker zu vernehmen, Zauners Gesang punktet unverändert durch seine stimmliche Klarheit und ehe man sich versieht, trägt man mit „Seit der Nacht“ einen fiesen Ohrwurm durch den Tag. Im Kontext betrachtet, ist „Ohne Limit“ eine Bereicherung für die deutsche Popwelt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. (Sir Raze)
VÖ: 01.10.2010 // Koch / Universal


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Myspace.com/muenchenerfreiheit

 
 
 



The Legendary Pink Dots
„Seconds late for the brighton line“
Für die Kreativität ist die Luft in Holland sehr anregend. Was Eddi Ka-Spel, Phil „The Silverman“ Knight und Mannen seit 30 Jahren an Output haben, ist beachtenswert. Seit 20 Jahren kenne ich niemanden, der die komplette Discography nebst Soloveröffentlichungen zu sammeln vermochte. Eine Deutschland-Tour ist für Juni 2011 angekündigt. Großartig, denn hier in Berlin ist ein LPD- Konzert immer eine Art Familientreffen. Aber nun zu „Seconds late for the brighton line“. Die Elektronik steht wieder im Vordergrund. Kein Saxophon, sowie weniger Gitarren, was sicherlich am Weggang von Nils van Hoorn und Martijn de Kleer liegt. „Ascension“ beispielsweise scheint nicht von dieser Welt. Der Song ist ein 13 minütiger Rausch, ein Spiel der Klangfarben, eine instrumentale Offenbarung. „Hauptbahnhof 20:10“ ist eine wunderschöne Ballade in neuem Gewand. Er wurde bereits ohne Zusatz von „20:10“ 1982 auf „Atomic Roses“ veröffentlicht. 927 Zeichen sind bereits 27 Zeichen über das von Bodyhorst verordnete Zeichenlimit. Also bleibt mir abschließend nur ein begeistertes „Juhu“ zu diesen 9 Tracks und zur bevorstehenden Tour zu äußern. (Sir Raze)
VÖ: 05.10.2010 // Roir


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Myspace.com/thelegendarypinkdots

 
 
 
 



Hellfire Society
"Black-OP"
Ist es zu fassen? Nun sind die Italiener in Form von HFS, spez. im gestählten Adoniskörper von Frontmann Daniel, klammheimlich in die deutsche Szene gerockt. Während manch ein Mädel sich weiter an der Physis satt sieht, schlage ich mit den anderen mal den Weg des zweiten Albums ein. "Black-OP" heißt es und befasst sich mit der Kritik an der Oberflächlichkeit und den Strukturen des Musikbusiness. Mal stampfend, mal cool, mal melancholisch, mal aggressiv, stimmlich geht es wie musikalisch heiß her (Bsp: "I love you", "H.F.S", "Once upon a time")- pendelnd zwischen den Stilen von Static-X und NEP, M.Manson und Linkin Park – eine Art Hard-Rap-Electro – und auch wenn an einigen Stellen manche Ideen einfach dahingerotzt wirken und nicht ganz ausgereift, so besitzt diese Band Charme und durchaus Potential- bin gespannt auf mehr! (Manuela Seiler)
VÖ: 11.03.2011 // Danse Macabre


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Myspace.com/hellfiresociety

 
 
 



GOTHMINISTER
"Anima Inferna"
Nach unseren herben Enttäuschungen mit diversen deutschen Ministern schauen wir neugierig gen Norwegen. Die haben nicht nur mehr Kohle als wir, sondern auch einen eigenen Gothminister. Dieser scheint auf dem ersten Blick dem schwarzen Volk doch sehr nah. Sowohl der Albumtitel "Anima Inferna" als auch das Coverphoto, mit Crow Make up, strotzen nur so vor Klischee. Dann noch ein CD-Opener wie der Song "Stonehenge", der musikalisch auch noch die dunkle Metal-Wählerschaft mit ins Boot nimmt. Die harten Gitarrenriffs mit Epos-Keyboards und dunkler Grunze-Vortragsstimme offenbaren deutlich eine moderne Gothic-Politik-Struktur, die nicht mehr aus traditionellen Werten schöpft. Wer auf der Wahlkampfparty nur seine Mähne schütteln will, hat hier seinen Spaß. Ein paar durchaus zündende Ideen in einem ansonsten unspektakulären Konzept aus der musikalischen Mitte sind aber etwas zu wenig. (Spider)
VÖ: 25.03.2011 // Danse Macabre


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Myspace.com/gothminister

 
 
 



Kekal
„8“
Diese Band hat keine offiziellen Mitglieder. Das ist schon etwas seltsam. Und weil sie aus dem Industrial-Sektor kommt, aus Indonesien stammt und zudem einst Death-Metal machte, werde ich erst recht hellhörig. Hellhörig scheint dann auch der richtige Begriff, um meine jetzige Tätigkeit zu beschreiben. Neben Störgeräuschen von Handys, womöglich auch Blechpercussion, höre ich eine seltsame Art von Industial-Jazz-Metal-Noise. Unvorhersehbar chaotisch. Was ist das? Irgendwie erinnern Kekal an die französischen Ambient-Industrialer von SIN, dann wieder an Bile. Wirr ist die Musik. Meine Theorie dazu: Hier könnte der Konsum von weißen Bergen im Vorfeld der Aufnahmen Ursache sein. Meine andere Theorie: 8 steht für den Buchstaben H. H steht im allgemeinen für Heroin. Sind die Drogensüchtig? Zahm wirkt der Song „Tabula Rasa“. So in etwa könnte sich ein Dave Gahan auf Droge das Resultat der „Songs Of Faith And Devotion“ vorgestellt haben. Hört mal genau hin! Ok, die Stimme muss man sich als Gahans Stimme vorstellen. Wie auch immer - solche Bands müssen einfach gut benotet werden, denn sie vereinen den Urgedanken der Musik. Alles ist möglich - es gibt keine Grenzen. (Sir Raze)
VÖ: 18.03.11 // Whirlwind


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Kekal.org

 
 
 



Dikta
„Get It Together”
Wer sich mit Isländischer Musik beschäftigt, der hat den Namen Dikta bereits vernommen, vielleicht sogar ihr Vorgängeralbum "Hunting for Happiness" gehört, welches in Island über das Sugercube-eigene Label „Smekkleysa“ veröffentlicht worden ist. Abseits von melancholischen Post-Rock und Elfengetöse erspielte sich die Band auf ihrer Heimatinsel einen nicht unerheblichen Bekanntheitsgrad. Auftritte bei den „Icelandic Music Awards 2010“ trugen dazu bei, dass die Jungs um Frontmann Haukur Heiðar Hauksson nun auch in der restlichen Welt erfolgreich sein möchten oder müssen. Und dafür stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Mit samtweichen Gitarrenpop und englischen Texten könnte Dikta im Dunstkreis von Coldplay bis Limp Bizkit punkten. Wer seichte, vorhersehbare Gitarrenkost mag, dem sei dieses Album empfohlen. Mir ist diese Kost bereits zu oft durchgekaut worden. Für ein morgendliches Frühstück unter sonnigen Himmelszelt taugt die Musik jedoch ganz gut. Dies ist bei Isländischen Klängen glücklicherweise nicht immer der Fall. (Sir Raze)
VÖ: 11.03.11 // Smarten Up! Records


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Dikta.net

 
 
 



Shy Guy At The Show
„The birth of doubt“
Diese Band beweist eindrucksvoll, dass Karlsruhe nicht nur Absteiger zu bieten hat, da ihre Karriere seit 2005 steil bergauf geht. Ihr drittes Album ist ein wahres Monument der Verschmelzung verschiedener Kunststile. Es erzählt in Bild (50-seitiger Comic auch als E-Book auf der CD und im Netz) und Ton (13 Songs) die Geschichte eines Engels auf Erden. Das alles zu überblicken erfordert viel Zeit und Muße, aber zum Glück kann man der Musik auch ohne Bewusstsein für den inhaltlichen Überbau lauschen. Man stößt dabei auf (theatralische) Rock-Elemente, die ihre Wurzeln offensichtlich bei T.Rex, Marc Bolan, The The und Bowie haben, aber auch auf Gothic und Post-Punk. Von der elektronischen Seite wird der Bogen ebenfalls von den 70ern bis in die 80er gespannt. Das ergibt ein technisch versiertes, jedoch etwas anachronistisches Hörvergnügen, das meinen Geschmack nur bedingt trifft. (Torsten Pape)
VÖ: 14.01.11 // Danse Macabre


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shy-guy-at-the-show.de

 
 
 



Former Ghosts
„New Love“
Die Musik des Freddy Ruppert, Kopf der Former Ghosts, ist sehr eigen. Wie bei einigen Szene-Synthiebands der frühen 80er, scheint der Sound übersteuert und der Gesang mit einem Billigmikro aufgenommen zu sein. So schickt uns die Band mit einem gehörigen Schuss Selfmade-Attitüde auf eine analog - minimale Reise, die buntschillernd, dann tiefschwarz und depressiv ist. Gelegentlich wird mit der Musik anderer Künstler kokettiert. So bleibt bei „And when you kiss me“ der Vergleich zu Joy Division nicht aus. „New Orleans“ oder „Right here“ könnten mit ihrer poppig-harmonischen Wärme die Kracher bei einem Kaffeekränzchen der offensichtlich alternden Bodystyler-Redaktion, nennen wir die Veranstaltung mal „Krasser Tanztee im Café Verdruss“, sein. Bei „Chin up“ und „Only in time“ begegnet der Hörer Nika Roza von Zola Jesus, die, wie Xiu Xiu's Jamie Stewart, Dauergast von Ruppert ist. Der Stil der Former Ghosts bleibt also auch mit diesem Album extravagant. (Sir Raze)
VÖ: 09.11.10 // Upset the Rhythm


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FormerGhosts.com

 
 
 



Butzemann
"Merechyn"
Die dunkle Seite bekannter Märchen zu vertonen, ist an sich gar keine schlechte Idee. Die Umsetzung, die uns Butzemann bieten, ist jedoch ein musikalischer Brocken, der tagelang unverdaut im Magen liegt. Angefangen bei der langweiligen Erzählweise zwischen den Songs, bis hin zur kratzigen (Sing-)Stimme und der zerrissen wirkenden Musik kommt hier nur zäh ein Ansatz von Atmosphäre auf. Mich stören bei den meisten Songs einfach die drögen bis nervigen Progressive-/Folk-Rock-, Punk- oder Metal-Anleihen. "Abidabla" (mit Leandra), "Rosenrot" oder das Instrumental "Wolpertinger" sind noch halbwegs positive Ausnahmen, da hier filigraner, fließender und souveräner agiert wird. Nicht mein Kesselchen Tee.
VÖ: 15.10.10 // Danse Macabre


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ButzemannMusik.de