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Mono Inc. "Welcome to hell"

Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell die Band Mono Inc. Liedgut veröffentlicht. Nur kurz ist die Spanne zwischen Alben, Singles und zuletzt auch Live- und Best of-Kopplungen. Von einem Qualitätsverlust ist dabei nichts zu spüren, vielmehr wird spätestens nach zwei Jahren stets ein neues Albumkonzept präsentiert, inklusive komplett überarbeitetem sowie stets detailgetreuem Image. Im Vorfeld des neuen Werkes "Welcome to hell" wurde die Fanschar anno 2018 bereits durch eine aufwändig produzierte Single-Video-Trilogie auf das Thema des Albums eingestimmt. Die drei Mini-Spielfilme "Welcome to hell", "A vagabond's life" (feat. Eric Fish) sowie "Long live death" entführten bildgewaltig und stimmungsvoll ins Mittelalter, eine Zeit in der die Pest wütete und die Einwohnerzahl in Europa stark dezimierte. Der Zuschauer findet sich in einem dreckigen, teils brutalen Landleben wieder, das vom Kampf gegen die Krankheit gezeichnet ist. Die Menschlichkeit und die Liebe haben oft keine Chance gegen die Grausamkeit der Seuche, aber auch die der Mitmenschen. Heilung ist oft nicht in Sicht und der Tod wütet mit grausamer Hand. Trotzdem bleibt am Ende ein Funken Hoffnung zurück und inwiefern man daraus Parallelen zur heutigen Zeit ziehen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Im Albumkontext stechen natürlich zunächst die erwähnten drei Songs heraus, werden jedoch von den restlichen Tracks in Sachen Eingängigkeit oftmals eingeholt. Das stilistische Spektrum wurde geschickt um mittelalerliche Klänge erweitert, aber auch die weiblichen Stimmakzente sowie die Gitarren-Soli haben zusätzlichen Raum gewonnen. Von allem gibt es also (mal wieder) ein bisschen mehr und was ausgereizt schien, wird durch spannende Variationen erneut abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet. Über all dem thematisierten Leiden und der Verwesung erstrahlt eine kohlrabenschwarze Sonne, die Ratten und Fliegen bevölkern die Landschaft. Man erlebt Krankenbett-Szenen und Begräbnisse, aber am Ende steht eben doch die bedingungslose Liebe. Da verwundert es nicht, wenn dem eigentlichen Album, ein zweites zur Seite gestellt wurde, das den vielsagenden Namen "Welcome to heaven" trägt. Auf diesem werden zehn der elf ursprünglichen Songs in reduzierten, klassischen Versionen dargeboten, welche die düstere Szenerie in einem geradezu sanften Licht erstrahlen lassen. Gefühlvoll und herzergreifend kann der Hörer hier das Werk noch einmal komplett neu erleben. Von allen Seiten betrachtet, hier hat man es mit einem wahrhaft beeindruckenden Epos zu tun. (Torsten Pape)

Label No Cut / SPV | 27.07.2018 | Homepage www.mono-inc.com

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