Image Gut Gut Gut Gut Gut Nicht so Gut

Kim Wilde "Here come the aliens"

Lässt man mal das ziemlich lahme X-Mas-Album aus dem Jahre 2013 außen vor, hat Kim Wilde in den Jahren davor immer wieder recht fetzige Langspieler herausgebracht. "Never say never" (2006), "Come out and play" (2010) und "Snapshots" (Coverversionen, 2011) boten einen frischen und knackigen Pop-Sound, der durchaus an die großartigen Werke aus den 80ern anknüpfen konnte. Am Ende sprangen zwar nicht die ganz großen Hits dabei heraus, aber einige Songs hätten durchaus das Potential dafür gehabt. Anfang 2018 stürmt die smarte Lady nun erneut mit einem brandneuen Werk ins Rampenlicht und die Kampfansage in Form der Vorab-Single "Pop don't stop" sollte man besser ernst nehmen. Dieser Track ist nämlich ein absoluter Ohrwurm und das Video überzeugt mit witzigen Klischees und Imagewechseln. Das macht schon sehr neugierig auf den neuen Longplayer und dieser ist zunächst einmal auf Grund des abgefahrenen B-Movie-Covers ein absoluter Hingucker. Im Inneren setzt sich der oszilierende Power-Pop der Single dann fort und ein Song nach dem anderen überzeugt durch ein absolut mitreißendes Flair. Hier riecht es einfach nach Frühling, Haarspray und Lebenslust, ohne dabei den ein oder anderen Seitenhieb auf die allzu oberflächliche Gesellschaft zu vergessen - man höre nur das tolle und düstere "Cyber.Nation.War". Endgültig authentisch wird die Kiste schließlich dadurch, dass man es erfolgreich vermeidet, sich in sterilen Plastik-Pop-Mainstream-Gefilden zu verfangen. Die Songs leben nämlich von den absolut amtlich bratzenden Gitarren sowie dem sehr spritzig eingespielten Schlagzeug. Darüber kann sich die ewig junge und unendlich markante Stimme herrlich entfalten, was sämtliche alten Fans restlos begeistern dürfte und sogar zahlreiche neue Fans rekrutieren könnte. Spätestens angesichts des göttlichen "Yours till the end" (inkl. kleiner Hommage an Duran Durans "The reflex"), der herrlich schmelzenden Ballade "Solstice" oder des geradeaus rockenden "Addicted to you" wird dieses Album schließlich zu einer runden und grandiosen Sache. (Torsten Pape)

Label earMusic | 16.03.2018 | Homepage www.facebook.com/officialkimwilde/

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