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V.A. "Music for constructions (A tribute to Depeche Mode)"

Depeche Mode blicken im Jahr 2021 auf eine 40 Jahre andauernde Bandgeschichte zurück und seit ca. 30 Jahren gibt es Tribute-Sampler, die den Verdiensten der Band huldigen. Mittlerweile dürfte es somit wahrscheinlich zig tausende Coverversionen geben, es aber wahrlich schwer fallen, hier noch etwas Neues oder gar Aufregendes auf die Beine zu stellen. Mit der vorliegenden Doppel-CD werden auf den ersten Blick zumindest einige Kriterien erfüllt, um das Interesse der größtenteils gesättigten Fangemeinde erneut zu wecken. Zum einen wäre da ein relativ breites Spektrum an Genren, denen die hier vertretenen Bands angehören. Natürlich entstammen die meisten der Synth-Pop-/Electro-Szene, aber auch die Gitarrenfraktion ist mit Mono Inc, MajorVoice und Crematory vertreten. Zum anderen ist die Anzahl der bis dato bereits veröffentlichten Tracks recht überschaubar und das meiste Material mindestens rar und zu einem Großteil sogar exklusiv. All das sagt natürlich nichts über die Qualität aus und so gilt es denn, die 31 (!) Tracks genauer unter die Lupe zu nehmen: Nach einem fetten Einstieg mit den oben bereits genannten Formationen liefern Beyond Obsession („The bottom line“), Vainerz („Insight“), Blind Passenger 80s Express („Photographic“), Love? („In your memory“) und Darkness On Demand („Behind the wheel“) weitere überzeugende Darbietungen ab. Headbangen, Schmusen und Abtanzen – alles ist hier innerhalb kürzester Zeit möglich. Das Niveau lässt auch danach nicht gravierend nach, obwohl Stimmeinsatz und Instrumentierung sicherlich des Öfteren Geschmackssache sind. Zu den unbestrittenen, weiteren Highlights zählen noch „Lie to me“ von Psyche sowie „To have and to hold“ von Any Second feat. Iggi und so geht CD 1 ohne Totalausfälle zu Ende.
Auf CD 2 stürmen Heimataerde sofort forsch aus den Boxen, werden aber von Plastic Noise Experience mit ihrer trockenen, beinharten Interpretation von „Get the balance right“ locker in den Schatten gestellt und auch AD:key aktivieren mit „Nodisco“ erfolgreich die Stomper der Nation. The Promise sind danach mit ihrer Tröten-Sounds meets Eurodance-Version von „But not tonight“ weder Fisch noch Fleisch und auch bei The Psychic Force geht die Coolness von „Blasphemous rumours“ leider etwas flöten. Umso grandioser und erfrischender ist dafür die anschließende „Black celebration“-Darbietung von DMK (Depeche Mode Kids) und auch Mauricio Tamblay („Rush“) oder Superikone feat. Puppekopp („The things you said“) sind mit reichlich Herzblut dabei. Monsmeg überraschen danach mit einer recht eigen(artig)en Interpretation von „Where‘s the revolution“, die vom Gesang her an Laibach mit Growl-Einschlag plus Jean-Luc DeMeyer-Stimme erinnert. Nun folgen ein paar durchwachsene Variationen, die teilweise ihre Momente haben, aber auch mit Nervigkeit oder Langatmigkeit aufwarten. Leider fehlt somit auf den letzten Etappen ein wirkliches Highlight, aber nichtsdestotrotz kann diese Zusammenstellung in der Gesamtsicht überzeugen und stellt eine gelungene Ergänzung des DeMo-Œuvres dar. (Torsten Pape)

Label NoCut | 03.12.2021 | Homepage www.nocut.de

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